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Der Schneeflockenbaum

Roman

(Autor)

Buch | Softcover
416 Seiten
2011 | 6. Auflage
Piper (Verlag)
978-3-492-26497-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Schneeflockenbaum - Maarten 't Hart
CHF 15,35 inkl. MwSt
  • Titel ist leider vergriffen;
    keine Neuauflage
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Seine unnachsichtige Mutter hat nie viel von Jouri gehalten. Doch ausgerechnet Jouri ist von Kindesbeinen an sein bester Freund gewesen. Auch wenn er stets aufs Neue sein größter Rivale in der Liebe werden sollte.

Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich als Schriftsteller niederließ. 1997 erschien auf Deutsch sein Roman »Das Wüten der ganzen Welt«, der zu einem überragenden Erfolg wurde. Nicht zuletzt seine autobiografischen Werke machen ihn zu einem der renommiertesten europäischen Gegenwartsautoren, dessen Bücher sich allein im deutschsprachigen Raum über 2 Millionen Mal verkauft haben.

Gregor Seferens, geboren 1964, wurde 2000 mit dem Else-Otten-Preis und 2007 mit dem James Brockway-Preis ausgezeichnet. Er gehört zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Niederländischen und überträgt u. a. Harry Mulisch, Geert Mak, Maarten 't Hart und Joost Zwagerman ins Deutsche.

»Maarten t`Hart beweist auch mit diesem großartigen unterhaltsamen Roman brillantes Gespür für die
Zwischentöne im Leben.«

»Eine gewisse dramaturgische Rekursivität in diesem Rückblicksroman ist nicht zu
leugnen, aber doch ist das alles mit solch satirisch-charmanter Bravour erzählt, dass man noch
reihenweise weitere freche Hollandgören hinnähme und hergäbe.«

»Es ist vor allem Maarten t’Harts freundlichem Humor, seinem augenzwinkernden Verständnis für
menschliche Schwächen, seinen skurrilen Einfällen zu verdanken, dass nie auch nur eine Sekunde
Langeweile aufkommt. Das ist erstaunlich und große Kunst.«

»Dieses Werk ist genau das Richtige für alle, die Humor mögen und die sich auch gern an jugendliche
Lust und Pein erinnern.«

»Im neuen Roman erzählt Bestsellerautor Maarten t`Hart von einem Spiel unter Freunden – niederträchtig
zwar, aber auch höchst amüsant.«

»Zu Maarten t’Harts Können gehört immer wieder das großartige Erzählen, leicht, aber niemals oberflächlich, gefühlvoll, manchmal augenzwinkernd, psychologisch äußerst fein beobachtet.«

»Von einer lebenslangen Freundschaft und der Brüchigkeit der Liebe zwischen Mann und Frau erzählt Maarten t`Hart in seinem neuen Roman Der Schneeflockenbaum. Das neueste Werk des niederländischen Erfolgsschriftstellers liest sich unglaublich flott und ist in der Tat ein Lesevergnügen.«

»Moral, Doppelmoral und tiefe Verbundenheit, das sind die Themen des niederländischen Erfolgsautors Maarten `t Hart, die er auch in diesem von Gregor Seferens übersetzten Roman mit klarer Sprache behandelt. Mit wenigen Worten versteht er es, den Leser in die lebendigeen Szenen hineinzuziehen.«

»Der 65-jährige Autor erzählt seine dicht gewebte, autobiografisch grundierte Geschichte mit viel Witz und schwungvoll leichter Sprache. Wunderbare, auch verschrobene Figuren und plastische Landschaften werden da gezeichnet.«

Er gehört zu den ganz Großen der europäischen Gegenwartsliteratur.

BegräbnisAn einem sonnigen, windstillen Septembertag rasten wir zu einer Grube in Groningen. Jahrelang hatte meine Mutter mit meinem Stiefvater in dieser Provinz, genauer gesagt in dem Ort Baflo, gewohnt. Sie war dort, "gleich unter dem Polarkreis", wie sie sagte, allmählich verschmachtet. Schließlich hatte sie meinen Stiefvater, kurz bevor er anfing, dement zu werden, so weit gekriegt, dass er einem Umzug in die Auen bei Schipluiden zustimmte, wo meine Mutter und er geboren und aufgewachsen waren. Er stellte aber die Bedingung, in Baflo begraben zu werden. Aus diesem Grund machten wir uns also drei Tage nach seinem Tod von Südholland aus auf die Reise nach Nordgroningen.Dass wir die Fahrt in einem Reisebus absolvieren würden, war sozusagen bereits bei der Erschaffung der Welt von Gott vorherbestimmt worden. In unserem Clan wird bei Wochenbettbesuchen, Taufen, Konfirmationen, Eheschließungen und Begräbnissen jedes Mal ein Reisebus gechartert. Anders geht es auch kaum, da sowohl mein Vater als auch meine Mutter, schön übersichtlich, mit neun Brüdern und drei Schwestern gesegnet sind. Mit deren besseren Hälften samt Kinderschar füllt man leicht einen Doppeldeckerbus.Auch anlässlich der Heirat meiner Mutter und meines Stiefvaters waren wir mit einem Reisebus quer durch die Niederlande gefahren. Am Tag nach dem Begräbnis meines Vaters hatte meine Mutter mir geschworen, sich nie wieder trauen zu lassen. Trotzdem hatte sie mich zwölf Jahre später, am Telefon wohlgemerkt, vollkommen überrumpelt mit der Mitteilung: "Ich werde wieder heiraten.""Wen denn?", hatte ich sie gefragt."Siem.""Wie kommst du auf Siem?""In der Zeitung sah ich die Todesanzeige für seine Frau. Ich habe ihn angerufen, um ihm mein Beileid auszudrücken. So hat es angefangen."Sie hatte mir nicht erklärt, wie aus einer Beileidsbekundung so wundersam schnell Liebe erblüht war, aber natürlich wurden wir gebeten, zur Hochzeit nach Baflo zu kommen. Nachdem mein Bruder erfahren hatte, dass dank der Beileidshochzeit unsere dezimierte Familie um sechs Stiefschwestern vergrößert werden würde, hatte er eine Woche lang kaum schlafen können."Unglaublich, da kriegt man einfach so sechs Schwestern dazu! Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn es darunter nicht einen heißen Feger gibt."Nach unserer Doppeldeckerfahrt saßen wir bereits im beengten Standesamt von Baflo, als die Schwestern hereinmarschiert kamen: sechs grobknochige, korpulente, o-beinige Gemeindeschwestern, eine herzlicher als die andere, weshalb es mich auch nicht störte, dass sie wie Dänische Doggen aussahen. Mein Bruder jedoch war tief enttäuscht, und während der häuslichen Eheschließung weigerte er sich mitzusingen. Als der Pfarrer zu Beginn der Feier einen Kassettenrekorder als Kirchenorgelersatz auf der Fensterbank platzierte und es ihm nicht gelang, daraus andere Geräusche als lautes Rauschen hervorzuzaubern, da sagte mein Bruder: "Hör nur, Lied 33."Schade nur, dass keiner der Anwesenden wusste, welches Lied die Nummer 33 in der nicht genug zu rühmenden Liedersammlung von Johannes de Heer hat. Selbst wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre mir dennoch sofort klar gewesen, dass mein Bruder auf den berühmten Sonntagsschulschlager "Es rauscht durch die Wolken ein liebliches Wort" anspielte.Dieses Lied sangen wir nicht. Wir sangen Psalmen. Der Pfarrer verband meine Mutter mit einem Mann in der Ehe, der aus derselben Schablone des Schöpfers zu stammen schien wie der Lehrer Splunter. Tja, werter Leser, du weißt nicht, wer Lehrer Splunter ist, aber mein Bruder und ich waren bei ihm in der Klasse. Beide stammen wir noch aus der Zeit vor der Sturmflut, doch mein Bruder ist sieben Jahre jünger als ich, und als er zu Splunter in die Klasse kam, da war der Pädagoge zwar auch sieben Jahre älter, aber sein Vokabular hatte sich kein bisschen verändert. Sein Lieblingssatz lautete: "Ich werde dir die Rippen blau färben." War er etwas freundlicher gestimmt

Erscheint lt. Verlag 1.4.2011
Reihe/Serie Piper Taschenbuch
Übersetzer Gregor Seferens
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Verlovingstijd
Maße 120 x 190 mm
Gewicht 340 g
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Außenseiter • Freundschaft • Fünfzigerjahre • Kind • Liebe • Mutter und Sohn • Niederlande • Roman • ´t Hart
ISBN-10 3-492-26497-2 / 3492264972
ISBN-13 978-3-492-26497-6 / 9783492264976
Zustand Neuware
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