im felderlatein
Suhrkamp (Verlag)
978-3-518-42169-7 (ISBN)
"im felderlatein", das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den »satzbau dieser gegend«, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit.
Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte - im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der »ersten zärtlichkeit«, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch »kleine schwarze zahlungseinheiten« waren. Oder für die Odyssee der »fussinauten«, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die »aus den kniekehlen gesungen hat«. Legenden im felderlatein.
Lutz Seiler (geboren 1963) wuchs in Ostthüringen auf. Sein Heimatdorf Culmitzsch wurde 1968 für den Uranbergbau geschleift. In Gera schloss er eine Lehre als Baufacharbeiter ab und arbeitete als Zimmermann und Maurer. Während seiner Armeezeit begann er sich für Literatur zu interessieren und selbst zu schreiben. Bis Anfang 1990 studierte er Geschichte und Germanistik an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). 1990 ging Seiler nach Berlin, wo er einige Jahre als Kellner arbeitete. Längere Auslandsaufenthalte in Rom, Los Angeles und Paris. Seit 1997 leitet er das literarische Programm im Peter-Huchel-Haus bei Potsdam. Seiler lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Wilhelmshorst und Stockholm. Von 1993 bis 1998 war Seiler Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift moosbrand. Er schrieb zunächst vor allem Gedichte (fünf Gedichtsammlungen sind erschienen) und Essays, später auch Erzählungen und Romane. Für die Erzählung Turksib wurde Seiler 2007 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für sein Romandebüt Kruso erhielt er 2014 den Deutschen Buchpreis. Der Roman wurde in 25 Sprachen übersetzt, mehrfach für das Theater adaptiert und von der UFA verfilmt. Sein zweiter Roman Stern 111 wurde 2020 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Im August 2021 erschien der Gedichtband schrift für blinde riesen. 2023 wird Lutz Seiler mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
abfahrt
ortsteile gab es, orte
das neue reich
ortsteile gab es, orte
der rohe ton
wenn du das nachsehen hast
außenwache
am abend
nach dem spiel
offenlassung
vor dem abriß
alles von mir
erntedank
culmitzsch
alte garagenfrage
aranka, schon der name
die alte kompanie
plötzlich tante lanny
handwunder & tagebuch
in die mark
warum, antäus, dieser ort
der aufenthalt
oktoberabend am entflammten
siehst du den backsteinmond
chaussee
heimleuchten
herbst
in den rohren
ich ging so hin, ich fror
im felderlatein
hüte dich
allgemeiner nachrichtendienst
sechster januar
ich ging so hin, ich fror
was wir sehen
war es nicht tatsächlich so? immer genau
frühes tier
was ich besaß
bodmers tal
der photograph & sein motiv
darß gedicht
die elbe bei wilsnack
paternite
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zum himmel
die myliusstraße
abfahrt sangerhausen - als
die fussinauten
inventur
die erste zärtlichkeit
da sei süden vor
ende
wer hinten geht
ach mutter mach
nachtfahrt
hypnotisierte moderne
als ob
geruch der gedichte
das ende kommt im treppenhaus
»Lutz Seiler ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. In seinen Gedichten aber erzählt er die Geschichten nicht 'aus', sondern er schlägt nur wenige Takte an und gibt so einen Ton vor, der lange nachklingt. Seiler legt in seinen Gedichten Tonspuren. Wer ihnen nachhört, findet neben der ... Geschichte auch Zugang zu ganz eigenen, lange zurückliegenden Ereignissen.« Michael Opitz Deutschlandfunk Kultur 20110126
»Lutz Seiler ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. In seinen Gedichten aber erzählt er die Geschichten nicht ›aus‹, sondern er schlägt nur wenige Takte an und gibt so einen Ton vor, der lange nachklingt. Seiler legt in seinen Gedichten Tonspuren. Wer ihnen nachhört, findet neben der ... Geschichte auch Zugang zu ganz eigenen, lange zurückliegenden Ereignissen.«
| Erscheint lt. Verlag | 22.9.2010 |
|---|---|
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 126 x 205 mm |
| Gewicht | 210 g |
| Themenwelt | Literatur ► Anthologien |
| Literatur ► Lyrik / Dramatik ► Lyrik / Gedichte | |
| Schlagworte | Anthologie • Auswahl • Berlin • Berliner Literaturpreis 2023 • Bertolt-Brecht-Preis 2023 • Blütenlese • Bremer Literaturpreis 2004 • Deutscher Buchpreis 2014 • Gedichtband • Gedichte • Georg-Büchner-Preis 2023 • Grenzland • Hardcover, Softcover / Belletristik/Lyrik • Ingeborg-Bachmann-Preis 2007 • Lyrik • Lyrik/Gedichte • Lyrisch • Poesie • poetisch • Preis der Leipziger Buchmesse 2020 • Sammlung • Zusammenstellung |
| ISBN-10 | 3-518-42169-7 / 3518421697 |
| ISBN-13 | 978-3-518-42169-7 / 9783518421697 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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