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Der Salzsäumer - Georg von Schnurbein

Der Salzsäumer

historischer Roman
Buch | Softcover
535 Seiten
2009 | 1., Auflage
Ohetaler Verlag
978-3-941457-28-7 (ISBN)
CHF 27,85 inkl. MwSt
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Der Salzsäumer - historischer Roman
NEU: Orte der Handlung des historischen Romans sind Deggendorf, Natternberg, Niederalteich, Ranzingerberg, Passau, Regensburg, Bamberg. Auf tschechischer Seite Pracatic, Prag, Susice und Klattau.
Das Buch ist ein Beitrag zu "1000 Jahre Goldene Steige" (2010) und "1000 Jahre Gunthersteig" (2012).
Um das Jahr 1000 bringen die Salzsäumer das lebenswichtige Salz auf Packpferden von Bayern nach Böhmen und müssen dabei den Nordwald, den dichten, schier undurchdringbaren Grenzwald überwinden. Der junge Böhme Jan will wie sein Vater auch Salzsäumer werden, doch er wird Opfer einer Intrige und muss die Heimat verlassen. Er flieht ins Kloster Niederaltaich, wo er in Abt Godehard einen Lehrmeister fürs Leben findet. Der Abt schickt Jan in die aufstrebende Stadt Bamberg, die König Heinrich zu seiner neuen Pfalz erkoren hat. Jan erlebt Ruhm und Ehre, aber auch Verrat und Neid. Nach einigen turbulenten Wendungen steht Jan vor der Wahl zwischen der Freiheit als Salzsäumer, der göttlichen Ruhe und Sicherheit des Klosters oder dem aufregenden Leben am Königshof. Auf der Suche nach einer Antwort trifft er auf den Mönch Gunther, den früheren Reichsgrafen, der sein Leben Gott geweiht hat und nun als Einsiedler in den gefürchteten Nordwald (heue Sumava) wandert. Auch Jan muss sich die Frage nach dem Sinn seines Lebens stellen und trifft schließlich eine folgenreiche Entscheidung...
Zum Buch
Die Geschichte um den Salzsäumer Jan ist eng in die historischen Fakten der ersten Jahrtausendwende eingebunden. Dieser Roman greift die damalige Unsicherheit auf, denn man erwartete 1000 Jahre nach Christi Geburt das nahende Jüngste Gericht. Vom König und späteren Kaiser Heinrich II. über die Adeligen und Kirchenführer wie Abt Godehard bis hin zu den einfachen Menschen waren alle von einer großen Frömmigkeit ergriffen.
Nur wenige Menschen haben aber daraus ähnlich weitreichende Konsequenzen gezogen wie der Reichsgraf Gunther aus Thüringen, der im hohen Alter von 50 Jahren seinem weltlichen Leben entsagte und ein einfacher Mönch wurde. Als Einsiedler zog er in den Bayerischen Wald und Böhmerwald und legte damit den Grundstein für die Besiedelung dieser Region. Obwohl er niemals offiziell heiliggesprochen wurde, wird er in der Region heute noch, 1000 Jahre später, als Heiliger verehrt.

Leseprobe
"Es sieht gut aus. Wenn wir eine ordentliche Ladung Salz und Gewürze hierher schaffen, dann können wir diesen Winter als reiche Männer leben. Also, der Haufen da drüben muss auf die Pferde", sagte Wenzel und deutete auf einen Haufen Felle von Bären, Wölfen und anderen Waldtieren. Daneben waren Eichenholzfässer von der Größe eines Wasserkübels und Säcke aus Leinen aufgestapelt.
"Verteilt die schweren Metfässer gleichmäßig auf die Pferde und schützt sie mit den Fellen. Auf dass wir unterwegs nichts verlieren", befahl Karel, während er selbst zu dem Haufen hinüberging, eines der Fässer aufhob und aus dem Haus trug.
Die anderen folgten seinem Beispiel und machten sich daran, ihre Pferde zu bepacken. Jan half seinem Vater, noch ein paar Felle aufzuschnallen. Anschließend half Jan auch Vladja, sein Pferd zu beladen. Es war ein falber Wallach, klein und gedrungen, wie alle Waldpferde. Dadurch waren sie in dem dichten Wald und den steilen Hängen in der Sumava beweglicher und leichter zu führen. Nach einer Stunde waren alle Pferde bepackt.
Es war jetzt Mittag. Nachdem sie alle im Gasthaus zum Torfgrund, das sich gegenüber auf der anderen Seite des Platzes befand, gegessen hatten, nahm Wenzel seinen Sohn mit zum Hutmacher.
Jan war begeistert von den verschiedenen Formen und hätte am liebsten einen breitkrempigen Hut wie ihn die Männer in der Stadt trugen genommen, aber sein Vater empfahl ihm eine der typischen Säumermützen. Diese hatten eine kleine geschwungene Krempe, in der sich das Regenwasser sammeln konnte und liefen nach vorne spitz zu, um das Gesicht bei schlechtem Wetter zu schützen. Jans Mütze war ein bisschen zu klein, aber sein Vater erklärte ihm, dass das sehr sinnvoll sei, weil sich das Leder zum
einem noch weitete und ihm so die Mütze im Dickicht nicht so leicht verloren ging. Jan war sehr zufrieden und voller Stolz präsentierte er den anderen Säumern seine neue Mütze.
"Sagen Sie mal, junger Mann, wie oft haben Sie denn die Sumava schon durchkreuzt? Ihr seht wie ein erfahrener Säumer aus" scherzte Karel und die anderen lachten laut, als Jan, so geschmeichelt, vor Verlegenheit leicht rot wurde.
"So, jetzt müssen wir aber los, sonst schaffen wir es nicht, bis heute Abend die Ausläufer der Sumava zu erreichen", mahnte Wenzel, band Minze los und verließ den Platz in Richtung südliches Tor.
Die anderen folgten ihm, und so setzte sich die kleine Gruppe aus zwölf Mann und elf Pferden in Bewegung, um noch ein letztes Mal in diesem Jahr den gefährlichen Weg durch die Sumava zu bestreiten. Ihr Ziel am heutigen Tag war der kleine Weiler Nýrsko, der von einem alten Säumer gerodet worden war und jetzt als letzte Anlaufstelle vor den Bergen für Säumer diente, die in die Sumava wollten. Als sie schon eine Weile unterwegs waren, blickte sich Jan noch einmal um und betrachtete sich die Stadt
aus der Entfernung. Bisher war es seine Grenze gewesen; jetzt würde er zum ersten Mal eine größere Reise machen. Er atmete einmal tief durch und meinte, den Duft der Ferne riechen zu können.

Der kalte Herbstwind blies durch das Tal, das sie gerade durchschritten. Jan führte Wenzels Pferd am Halfter und trottete hinter Vladja her. Sie hatten bald nach dem Abmarsch aus Klatovy Freundschaft geschlossen und Jan stellte laufend neue Fragen, die Vladja geduldig beantwortete. Im Augenblick war Jan jedoch nicht nach Fragen zu Mute, denn er fror fürchterlich. Er wünschte sich sogar seine alte hässliche Wintermütze zurück, denn die war wenigstens ein bisschen wärmer als die lederne
Säumerkappe, die dafür pflegeleichter und im Unterholz angenehmer zu tragen war. Jan hatte schon Gelegenheit genug gehabt, diesen Vorteil der Säumerkappe zu erkennen, denn kurz nach ihrem Aufbruch aus Nýrsko waren sie in die Wälder der Sumava eingedrungen. Weite, lichte Buchenhaine und Mischwälder wechselten in dichte, fast undurchdringliche Nadelwälder über. Jan hatte bemerkt, dass die Häufigkeit

Erscheint lt. Verlag 9.2.2010
Sprache deutsch
Maße 145 x 205 mm
Gewicht 688 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Literatur Historische Romane
Schlagworte Bamberg • Bayerischer Wald • Benediktinerkloster • Böhmerwald • Deggendorf • Goldener Steig • Gunther • Gunthersteig • Hardcover, Softcover / Belletristik/Historische Romane, Erzählungen • Historische Romane/Erzählungen • Hl. Gunther • Natternberg • Niederalteich • Nordwald • Passau • Ranzingerberg • Regensburg • Salzsäumer • spannender Roman • Sumava
ISBN-10 3-941457-28-4 / 3941457284
ISBN-13 978-3-941457-28-7 / 9783941457287
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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