Brokeback Mountain
Verfilmung ausgezeichnet mit 3 Oscars und 4 Golden Globes.
Annie Proulx wurde für ihre Romane und Erzählungen mit allen wichtigen Literaturpreisen Amerikas ausgezeichnet, dem PEN/Faulkner Award, dem Pulitzer-Preis, dem National Book Award sowie dem Irish Times International Fiction Prize. Außerdem wurde sie in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Die Verfilmung ihrer legendären Kurzgeschichte »Brokeback Mountain« wurde 2005 mit drei Oscars ausgezeichnet. Annie Proulx lebt in New Hampshire.
"Noch nie hat es einen solchen Film gegeben ... Darum wird man 'Brokeback Mountain' noch in hundert Jahren sehen." Frankfurter Rundschau
„Noch nie hat es einen solchen Film gegeben … Darum wird man 'Brokeback Mountain' noch in hundert Jahren sehen.“
„Die Krönung ihrer Werke.“
„Diese Erzählungen bestechen durch ihren schlichten und lakonischen Country-Sound.“
Während sein langes Leben abrollte, vom ruhelosen jungen Draufgänger im Wollanzug, der in Cheyenne in den Zug stieg, bis zum humpelnden Greis in diesem zuletzt abgespulten Jahr, hatte Mero jeden Gedanken an den Ort, wo er herkam, von sich geschoben, an die sogenannte Ranch auf dem feindseligen Boden am südlichen Ausläufer der Bighorns. 1936 hatte er sich dort aus dem Staub gemacht, war in einen Krieg gezogen und zurückgekommen, hatte geheiratet und wieder (und wieder) geheiratet, war mit Heizkessel- und Entlüftungsrohrreinigung und einigen schlauen Kapitalanlagen zu Geld gekommen, in Ruhestand gegangen, in die Lokalpolitik ein- und ohne Skandal wieder ausgestiegen, hatte nie den Weg zurückgefunden, um den Alten und Rollo bankrott und am Boden zu sehen, denn daß es so um sie stand, wußte er.Sie nannten es eine Ranch, und es war auch mal eine gewesen, aber eines Tages sagte ihr Alter, es sei unmöglich, Rinder zu halten in einem so üblen Land, wo sie von Felsen stürzten, in Schlammlöchern verschwanden, große Mengen Kälber an die herumstreifenden Berglöwen abtreten mußten, wo kein Gras wuchs, nur breitblättrige Wolfsmilch und Choleradisteln, wo der Wind so viel Sand mit sich trug, daß die Windschutzscheiben blind wurden. Der Alte verschaffte sich einenJob als Briefträger, schaute aber schuldbewußt drein, wenn er den Nachbarn Rechnungen in ihre Briefkästen steckte.Mero und Rollo sahen in der Briefträgerei nur eine Ausflucht, mit der er sich vor der Arbeit auf der Ranch drückte, einer Arbeit, die ihnen überlassen blieb. Die Zuchtherde war schon auf zweiundachtzig Tiere zusammengeschrumpft, und eine Kuh war nur fünfzehn Dollar wert, aber sie flickten weiter die Zäune, machten Ohrkerben und Brandzeichen, zogen Tiere aus Schlammlöchern und jagten die Löwen, in der Hoffnung, daß der Alte früher oder später mit seiner Freundin und seiner Flasche nach Ten Sleep ziehen würde und sie dann, wie schon ihre Großmutter Olive, als Jacob Corn sie enttäuscht hatte, den Laden auf Trab bringen könnten. Aber der Vogel war nicht fortgeflogen, und darum saß Mero nun, sechzig Jahre später, als achtzigjähriger verwitweter Vegetarier strampelnd auf dem Ergometer im Wohnzimmer eines Kolonialstilhauses in Woolfoot, Massachusetts.Eines dunstigen Morgens sagte die hämmernde Telefonstimme einer Frau, sie sei Louise, Ticks Frau, und sie forderte ihn auf, nach Wyoming zurückzukommen. Er wußte weder, wer sie, noch, wer Tick war, bis sie ihm sagte, Tick Corn, Sohn von deinem Bruder Rollo, aber Rollo sei hinüber, von einem launischen Emu zerfleischt, bevor der Prostatakrebs hatte zum Zug kommen können. Ja klar, sagte sie, die Ranch gehörte immer noch Rollo. Zur Hälfte jedenfalls. Ich und Tick, sagte sie, wir haben sie die letzten zehn Jahre ganz schön auf Touren gebracht.Ein Emu? Hatte er richtig gehört?Ja, sagte sie. Ach, natürlich, kannst du nicht wissen. Schon mal was von Down Under Wyoming gehört?Nein, nie gehört. Und, dachte er, was für ein Name war Tick? Ihm fielen die vollgesogenen kleinen Zecken ein, die man den Hunden immer rausziehen mußte. Diese Zecke dachte nun wohl, jetzt kriegte sie die ganze Ranch und könnte sich dran vollsaugen. Er sagte, was zum Teufel soll das heißen, ein Emu? Waren sie denn alle verrückt geworden da draußen?So eine Ranch sei das jetzt, sagte sie, Down Under Wyoming. Rollo habe das Grundstück irgendwann früher mal an den Pfadfinderinnenverband verkauft, aber eines der Mädchen sei von einem Löwen weggeschleppt worden, und die Pfadfinderinnen hätten dann an die Banner-Ranch gleich nebenan verkauft, und die hätte ein paar Jahre lang dort Rinder gehalten und sie dann einem reichen australischen Geschäftsmann angedreht, der mit Down Under Wyoming anfing, aber er war einfach zu weit weg, und mit seinem Manager hatte er auch noch Pech, einem Kerl aus Idaho mit 'nem Rodeogürtel aus dem Pfandhaus, und darum war er zu Rollo gekommen und hatte ihm fünfzig Proze
| Erscheint lt. Verlag | 4.11.2009 |
|---|---|
| Reihe/Serie | btb |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 119 x 188 mm |
| Gewicht | 297 g |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Amerika • Buch • Bücher • Einsamkeit • heath ledger • Liebe unter Cowboys • moderner Western • Oscar • Prärie • Rocky Mountains • Taschenbuch • Wyoming |
| ISBN-10 | 3-442-74038-X / 344274038X |
| ISBN-13 | 978-3-442-74038-3 / 9783442740383 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
aus dem Bereich