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Aloys F. Gangkofner. Glas und Licht / Glass and Light - Xenia Riemann

Aloys F. Gangkofner. Glas und Licht / Glass and Light

Arbeiten aus vier Jahrzehnten / Works through Four Decades

(Autor)

Ilsebill Gangkofner (Herausgeber)

Buch | Hardcover
256 Seiten
2009
Prestel (Verlag)
978-3-7913-4193-4 (ISBN)
CHF 69,90 inkl. MwSt
  • Titel ist leider vergriffen, Neuauflage unbestimmt
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Der Glaskünstler Aloys F. Gangkofner zählt zweifellos zu den wichtigsten deutschen Nachkriegsdesignern. Diese Monografie über sein Werk und seine Lehrtätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste in München gibt davon einen umfassenden Überblick.


Aloys F. Gangkofner (1920–2003) gilt in der Fachwelt als hervorragender Glaskünstler, der – aus dem Bayerischen Wald kommend – die Glasabteilung an der Münchner Akademie der Bildenden Künste über Jahrzehnte geleitet hat. Seine freigeblasenen Gläser der 1950er Jahre, entstanden in der Glashütte Lamberts in Waldsassen, machten ihn international bekannt und verschafften ihm wegen ihrer treffenden Formgebung und hohen Kunstfertigkeit fachliche Anerkennung und Auszeichnung. Sie sind mit den besten Leistungen aus Murano vergleichbar, und so erhielt er u.a. 1954 die Goldmedaille der Triennale in Mailand. Gezeigt wird auch seine Zusammenarbeit mit der Industrie (Peill + Putzler Glashüttenwerke in Düren, Hessenglaswerke in Stierstadt und ERCO Leuchten in Lüdenscheid). Darüber hinaus werden viele freie Auftragsarbeiten, die für den öffentlichen Raum entstanden sind, mit einbezogen.






Aloys F. Gangkofner (1920–2003) gilt in der Fachwelt als hervorragender Glaskünstler, der – aus dem Bayerischen Wald kommend – die Glasabteilung an der Münchner Akademie der Bildenden Künste über Jahrzehnte geleitet hat. Seine freigeblasenen Gläser der 1950er Jahre, entstanden in der Glashütte Lamberts in Waldsassen, machten ihn international bekannt und verschafften ihm wegen ihrer treffenden Formgebung und hohen Kunstfertigkeit fachliche Anerkennung und Auszeichnung. Sie sind mit den besten Leistungen aus Murano vergleichbar, und so erhielt er u.a. 1954 die Goldmedaille der Triennale in Mailand. Gezeigt wird auch seine Zusammenarbeit mit der Industrie (Peill + Putzler Glashüttenwerke in Düren, Hessenglaswerke in Stierstadt und ERCO Leuchten in Lüdenscheid). Darüber hinaus werden viele freie Auftragsarbeiten, die für den öffentlichen Raum entstanden sind, mit einbezogen.


Design - kaum einer der Begriffe, mit denen wir täglich umgehen, ist so konturlos und vieldeutig. Dass er in seinem Ursprungsland eine andere, viel weiter gefasste Bedeutung hat als im Deutschen, macht die Sache nicht leichter. Auch die Eingrenzung auf das Industrial Design trägt nicht viel zur Klärung bei. Fast hat man den Eindruck, der Begriff sei zur Freeware verkommen, auf die jeder zurückgreifen kann, der seinem Produkt den Mantel aktueller, trendgerechter Gestaltung umhängen will. Selbst das Kunsthandwerk glaubt gelegentlich, den vorgeblichen Staub, den diese Bezeichnung in den Augen vieler angesetzt hat, durch die Eingemeindung in die Designfamilie wegblasen zu können.

Trotz der Begriffsverwirrung - das Interesse an Designobjekten, wie auch immer definiert, nimmt zu. Ein neues Sammelgebiet hat sich entwickelt, und das Interesse an Basisinformationen und vertiefendem Wissen wächst. Aus der Summe von Einzelstudien zu führenden Entwerfern oder wichtigen Produktionsstätten entsteht langsam ein Gesamtbild, das die Bedeutung des Designs als wesentliches Element der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts erkennbar macht und künftig sicher auch klarere Definitionen ermöglichen wird.

Es ist unübersehbar, dass Glas in diesem Zusammenhang in Europa, besonders aber auch in Deutschland für die Gestaltung von in Serien hergestelltem Gebrauchsgut eine tragende Rolle gespielt hat. Die bis in die früheren 1970er Jahre sehr enge Verbindung von Designerentwurf und handwerklicher Ausführung verleiht der Beschäftigung mit diesem Gebiet ihren besonderen Reiz.

Entsprechend hat die Forschung reagiert. Autoren wie Carlo Burschel, Walter Scheiffele, Peter Schmitt und andere haben Aktivitäten entwickelt, führende Entwerfer wie Wilhelm Wagenfeld, Heinrich Löffelhardt, Wilhelm Braun-Feldweg oder Hans Theo Baumann sind in Ausstellungen oder Einzelstudien breiteren Kreisen bekannt gemacht worden, und erste Monografien zu bedeutenden Manufakturen wie der Hütte der Württembergischen Metallwarenfabrik [WMF] in Geislingen oder der Wiesenthalhütte in Schwäbisch Gmünd liegen vor. Das Profil des deutschen Glasdesigns im vergangenen Jahrhundert beginnt sich so zumindest in Ansätzen abzuzeichnen. Dies gilt insbesondere für die Nachkriegszeit seit den 1950er Jahren. Im Spannungsfeld zwischen dem Formverständnis des Nordens mit den Zentren in Finnland und Schweden und dem des durch Mailand und Venedig bestimmten Südens haben deutsche Firmen mit ihren Designern einen eigenständigen Mittelweg gefunden, der umso deutlicher wird, je mehr Einzelstudien zum Gesamtbild beitragen.
Hier gilt es künftig zum einen, das Augenmerk verstärkt auf die führenden Manufakturen zu lenken. Noch immer fehlen zusammenfassende Darstellungen für Süßmuth in Immenhausen, Gralglas in Dürnau, Peill + Putzler in Düren, die Hessenglaswerke in Stierstadt, Ichendorf in Quadrat-Ichendorf, Hirschberg in Stadtallendorf, Rosenthal in Selb und Amberg, die Farbenglaswerke Zwiesel und andere. Selbst für die Hütte der Württembergischen Metallwarenfabrik in Geislingen, für die erste Studien vorliegen, ist diese Arbeit noch nicht vollständig geleistet.

Die zweite Linie, die verfolgt werden müsste, ist die Erarbeitung von Einzeldarstellungen zur Lebensleistung der bedeutendsten Entwerfer. Für beide Forschungsziele drängt die Zeit. Noch können Zeitzeugen befragt werden und noch sind Unterlagen und Arbeitsmaterialien vorhanden - weniger in den meist verlorenen Archiven der in den 1980er und 1990er Jahren aufgegebenen Hütten, als im Besitz oder Nachlass der Entwerfer. Nur für die wenigsten der großen Designer wie Wilhelm Wagenfeld, Wilhelm Braun-Feldweg oder Heinrich Löffelhardt sind diese Unterlagen archivalisch sicher verwahrt. Umso verdienstvoller ist der Entschluss von Familienmitgliedern, sich der Mühe zu unterziehen, das erhaltene Material zu sichten und für eine Publikation aufzuarbeiten. Ilsebill Gangkofner, die Witwe eines der profiliertesten deutschen Glasentwerfer, hat sich dieser Aufgabe mit vollem Engagement gestellt.

Das Ergebnis ist weit mehr als die Fotodokumentation einer Lebensleistung geworden. Entstanden ist ein weiterer Baustein für das Gesamtbild des deutschen Designs im 20. Jahrhundert. Wesentlichen Anteil daran hat Xenia Riemanns einleitender Beitrag, der die Arbeit Gangkofners umreißt und in den europäischen Kontext einbindet. Durch ihre Dissertation über das Schaffen Wilhelm Braun-Feldwegs, deren Veröffentlichung bevorsteht, und ihre Beteiligung an der Publikation zum Werk Klaus Breits und der Wiesenthalhütte war sie bestens für diese Aufgabe vorbereitet.
Das Buch zeigt eindrucksvoll die breite Spanne auf, die das Werk Aloys Gangkofners abdeckt. Deutlich wird seine enge Verbindung mit dem Handwerk, sein Verständnis für das am Ofen Mögliche, das jeder Gestalter aus dem Umfeld der Glaszentren des Bayerischen Waldes nahezu zwangsläufig als Grundlage für die Entwurfsarbeit mit auf den Weg bekommt. Seine Arbeit mit den Glasmachern in der Hütte Lamberts in Waldsassen zeigt ihn während der 1950er Jahre eingebunden in die Bemühungen der europäischen Avantgarde um eine freiere Glasgestaltung, die in den 60er und 70er Jahren unter dem Schlagwort Studioglasbewegung den Schritt zu einer rein künstlerischen Haltung und in die Unabhängigkeit von Nutzen und Gebrauch vollziehen sollte.

Diesen Schritt jedoch vollzog Gangkofner bewusst nicht mit. Er wählte den Weg des Designers, der seine Arbeit an der Funktion ausrichtete, an einer Formgebung, die klar und einfach, aber deutlich erkennbar von einer persönlichen Handschrift geprägt war. Dieses Ziel erreichte er unbestreitbar vor allem mit seinen in Serien hergestellten Beleuchtungskörpern und den groß angelegten Beleuchtungskonzepten im Architekturzusammenhang, die zu seinem bevorzugten Gestaltungsgebiet wurden. Aber auch mit seinen Vasen und Trinkglassätzen leistete er einen von persönlichem Ausdruck bestimmten Beitrag zur deutschen Formkultur der Nachkriegszeit.

Das stabilisierende Kontinuum in diesem wechselvollen Designerleben bildete über Jahrzehnte die Lehrtätigkeit an der Münchener Akademie der Bildenden Künste. Die weitreichenden Auswirkungen seiner Aktivitäten in diesem Arbeitsfeld, die theoretischen Grundlagen seiner Tätigkeit dort und sein Einfluss auf die Arbeit von Schülern können im Zusammenhang einer Werkübersicht nicht dokumentiert werden; es ging hier vornehmlich um ein konzentriertes Gesamtbild des Schaffens Aloys Gangkofners. Dieses Ziel wurde überzeugend erreicht. Entstanden ist ein Buch, das nicht nur für Fachleute seinen Wert hat. Dank der ansprechenden Gestaltung durch Frau Katharina Renter und Überarbeitung durch Frau Iris Streck wird es sicher auch der breiter interessierte Leser gern zur Hand nehmen.


Erscheint lt. Verlag 18.2.2009
Sprache deutsch
Maße 240 x 300 mm
Gewicht 1785 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Design / Innenarchitektur / Mode
Schlagworte Designer (Einz.) • Designer (Einzelne Personen) • Gangkofner, Aloys F. • Glas • Hardcover, Softcover / Kunst/Innenarchitektur, Design • HC/Kunst/Innenarchitektur, Design • Leuchten / Leuchter
ISBN-10 3-7913-4193-6 / 3791341936
ISBN-13 978-3-7913-4193-4 / 9783791341934
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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