Von der Vita zur Künstlerbiographie
De Gruyter (Verlag)
978-3-05-004173-5 (ISBN)
Karin Hellwig, Kunsthistorikerin, Dr. phil., Studium der Kunstgeschichte, Romanistik und Bibliothekswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Freien Universität Berlin. Tätig als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: europäische Malerei und Kunsttheorie des 17. Jahrhunderts, Künstlerbiographik, Wissenschaftsgeschichte des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.
1;INHALT;6
2;VORWORT;10
3;I EINLEITUNG;15
4;II DIE ANFÄNGE DER KÜNSTLERBIOGRAPHIE IM 18. JAHRHUNDERT;24
4.1;Die ersten Künstlerbiographien;24
4.2;Historisierung;34
4.3;Verwissenschaftlichung;38
4.4;Das Künstlerbild: Erfinder und Erneuerer;55
4.5;Erste künstlerbiographische Reflexionen;58
5;III DIE KÜNSTLERBIOGRAPHIE ALS DARSTELLUNGSFORM DER KUNSTGESCHICHTE 1800 BIS 1840;61
5.1;Die Stellung der Künstlerbiographien innerhalb der Schriften zur Kunst;61
5.2;Die Künstlerbiographien 1800 bis 1840;65
6;IV DIE DISKUSSION UM BIOGRAPHISCHE KONZEPTE 1800 BIS 1840;94
6.1;Gattungstheoretische Reflexionen zur Künstlerbiographie nach 800;94
6.2;Der biographische Diskurs bei den Historikern um 1800;97
6.3;Programmatische Positionen zur Künstlerbiographie im Umkreis des Schornschen Kunstblattes 1820 bis 1840;103
7;V KONSOLIDIERUNG UND DIVERSIFIZIERUNG DER KÜNSTLERBIOGRAPHIE 1800 BIS 1840;116
7.1;Zur Praxis biographischen Schreibens;117
7.2;Das Problem der Leben-Werk -Biographie;126
7.3;Der Einsatz des künstlerischen Charakters ;134
7.4;Das Künstlerbild: Erfinder und Genie;142
7.5;Künstlerbiographie und Kunstgeschichte;148
7.6;Die Kritik an den Künstlerbiographien: Förster und Passavants Rafael ;153
8;VI DIE KÜNSTLERBIOGRAPHIE ALS LITERARISCHE GROSSFORM 1860 BIS 1900 BIS ZU IHRER ABLEHNUNG DURCH DIE WIENER SCHULE UND WÖLFFLIN;160
8.1;Neue Darstellungsformen, andere Methoden der Rückgang der Künstlerbiographien 1840 bis 1860;160
8.2;Die Künstlerbiographien 1860 bis 1890;164
8.3;Gattungstheoretische Überlegungen zur Künstlerbiographie 1860 bis 1900;167
8.4;Die Rolle der Künstlerbiographie im Methodenstreit 1900 bis 1925: Kunstwissenschaft oder Kunstgeschichte;173
9;VII ZUSAMMENFASSUNG;181
10;QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS;192
10.1;Quellen;192
10.2;Ausgewählte Literatu;196
10.3;r;196
11;ABBILDUNGSNACHWEIS;202
12;PERSONENREGISTER;204
"Die Frage nach der Leistungsfähigkeit biographischer Abrisse wird bis heute gestellt [...]. Karin Hellwig schließt die Kunstwissenschaft an diese Diskussion endlich an und bietet mit der Bestandsaufnahme der eher trockenen Materie eine Geschichte der Künstlerbiographie ohne die süffigen Ausmalungen der Vitenschreiberei." Andreas Strobl in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2005, S. 37. "Das benutzerfreundlich strukturierte Buch erschließt eine Fülle von Texten, systematisiert diese nach Entwicklungsschritten und hebt die Meriten unbekannterer Autoren hervor. [...] Die publizistischen Rahmenbedingungen der frühen Kunsthistoriker werden sichtbar wie auch der Zusammenhang von kennerschaftlicher Forschung und biografischer Darstellungsform. Wer sich in Zukunft mit der Kunstliteratur zwischen 1726 und 1840 beschäftigt, wird auf ein insgesamt verlässliches Kompendium zurückgreifen können, das durch Klarheit im Aufbau besticht." Johannes Rößler in: sehepunkte 6/2006, Nr. 9
V KONSOLIDIERUNG UND DIVERSIFIZIERUNG DER KÜNSTLERBIOGRAPHIE 1800 BIS 1840 (S. 115-116)
Im Zuge der sich allmählich als Wissenschaft herausbildenden Kunstgeschichte haben wir es in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch bei den Biographen meist mit Fachleuten zu tun, die wissenschaftliche Beiträge für ein Fachpublikum verfaßten. Das Erscheinen zahlreicher Künstlerbiographien und ihre starke Rezeption löste einen Prozeß aus, in dessen Verlauf sich die Gattung als wichtige Darstellungsform für die junge Wissenschaft verfestigte. Die hohen Anforderungen der frühen Kunsthistoriker an eine Biographie kristallisierten sich deutlich heraus und wurden in Rezensionen und Vorworten formuliert. Man erwartete moderne Methodik, Vertrautheit des Autors mit dem neuesten Forschungsstand, eigene Forschung und neue Ergebnisse, Werkkenntnis aus eigener Anschauung, gründliche Quellenkenntnis sowie einen Dokumentenanhang, eine übersichtliche Gliederung, ein vollständiges Werkverzeichnis und eine moderne Sprache. Die meisten Biographen verfaßten ihre Beiträge im Bewußtsein, nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch neue Leistungen zu erbringen. Sie setzten sich mit den Schriften der Vorgänger auseinander, grenzten sich von diesen ab und reflektierten ihre Ziele. Einige Autoren waren sich bereits damals jener Schwierigkeiten bewußt, welche die Kritiker der Künstlerbiographie auch heute monieren, und strebten Lösungen an.
Zum einen standen sie vor dem Problem, die unterschiedlichen Kategorien Lebensgeschichte und Werkanalyse in eine ursächliche Beziehung zu setzen. Zum anderen hatten die Biographen den Anspruch, mit ihrem Beitrag nicht nur ein Einzelschicksal zu schildern, sondern darüber hinaus Geschichte der Kunst zu liefern.
Zur Praxis biographischen Schreibens
Historisch-kritisches Arbeiten
Den Künstlerbiographen der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts war das historisch-kritische Verfahren ein Anliegen.391 Sie machten in den Vorworten ihre Ziele deutlich, legten ihre Vorgehensweise offen und wiesen auf Desiderata und das Neue ihrer Forschungen hin. Mit ihren Biographien beabsichtigten sie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, eine "Wahrheit" der Darstellung, möglichst auch "Vollständigkeit" zu erreichen. Aus diesem Grund setzten sie sich mit den Schriften zu ihrem Thema kritisch auseinander und versuchten sie an Qualität zu übertreffen. Dabei grenzten sie sich nicht nur von ihren Vorgängern ab, sondern auch von den legendenhaften, verklärenden, fragmentarisch angelegten Künstlerbildern in den Schriften der Romantiker. Damit propagierten die Autoren ein neues, an den Naturwissenschaften angelehntes Exaktheitsideal. Weise bemerkte in der Vorrede seines "Dürer", daß es zwar nicht an "Biographen und Schilderern" des Malers fehle, die bisherigen Nachrichten seien jedoch "mangelhaft", weil sie zu wenig bemüht gewesen seien, "Irrthümer zu entfernen".392 Auch Heller, der die Schriften von Reimer und Köhler über Cranach kannte, sah diese Beiträge als ergänzungsbedürftig an, da vor ihm "niemand so vollständig unseres Künstlers Kupferstiche und Holzschnitte beschrieben hat". Waagen betrachtete Jan van Eyck als zu den "wichtigsten Erscheinungen im Gebiete der mittelalterlichen Kunst" gehörend, die von der Forschung noch nicht gebührend gewürdigt worden seien.394 Für seine Studie brachte er günstige Voraussetzungen mit.
| Erscheint lt. Verlag | 21.9.2005 |
|---|---|
| Zusatzinfo | 21 b/w ill. |
| Verlagsort | Berlin/Boston |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 170 x 240 mm |
| Gewicht | 592 g |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Kunstgeschichte / Kunststile |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie | |
| Geisteswissenschaften ► Sprach- / Literaturwissenschaft | |
| Schlagworte | 19. Jahrhundert • Analyse • artists • Artists, Biography, History and criticism • Biografie • Biographie • Biography • Biography as a literary form • Entwicklung • Flexion • Fundament • Gattungen • Gattungen, Methoden • Germany • Geschichte • Geschichte 1700-1900 • Gewicht • Historische Entwicklung • History and Criticism • IV/6 • Kanal • Kongruenz • Konstruktion • Konzept • Kulturwissenschaften • Kunstgeschichte • Kunsthistoriker • Künstler • Künstlerbiografie • leibniz • Literaturwissenschaft • Methoden • Mythos • Netherlands • Paradigmen • Raum • Reflexion • Reibung • Rekonstruktion • Renaissance • Scheidung • Schriften • Struktur • Tradition • Versuch • Wissenschaft • Wissenschaftlichkeit • Wissenschaftsgeschichte • Zeit |
| ISBN-10 | 3-05-004173-0 / 3050041730 |
| ISBN-13 | 978-3-05-004173-5 / 9783050041735 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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