Unerklärte Antike Mysterien
Archiv für Altes Gedankengut und Wissen, AAGW (Verlag)
978-3-937592-49-7 (ISBN)
Ein zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus der Asche Pompejis ausgegrabenes und fast vollständig erhaltenes Mysterienfresko zeigt auf leuchtendem Zinnoberrot ein komplettes Einweihungsdrama. Vorlage für Birvens Überlegungen, die uns die antike Mythologie, Mysteriosophie und ihre Symbolik besser verstehen lassen.
Die Argonautenfahrt nach dem Goldenen Vlies ist ein bekannter Mythos. Diesen greift Birven auf und deutet ihn als ein alchemistisches Gemälde. Unzählige Details legt er offen, denn auf dem Schiff Argo tummeln sich sämtliche Heroen der Antike. Sie sind die magischen Helden der Überwindung. Ihre metaphysische Haltung ist der Wille zur Vollendung der Persönlichkeit. Das Credo: „Niemand wird zum Eingeweihten außer durch sich selbst!“
Der vierte Teil des Buches ist ein Sprung nach Tibet. Weit außerhalb antiker Grenzen treffen wir auf das als sehr schmerzvoll geschilderte Erlösungsmysterium des tibetischen Heiligen Naropa. Ein riesiger Fundus tut sich auf an religionsgeschichtlichem, traumhaft-mythischem und psychologischem Material, das Birven aus dem rohen, fast chaotischen Urzustand der Übersetzung zu deuten vermag. Naropas Erlösungsweg ist von unschätzbarem Wert für das Verständnis des Menschen und dessen, „was in ihm ist“.
Die westlichen Mysterien ergänzt nun dieser östliche Erlösungsweg eines Einzelnen, mit seiner Aufgabe ganz im Dienste der Gemeinschaft. Sämtliche Abbildungen liegen den Lesern je nach Original farbig oder schwarz/weiß vor.
Dr. Henri Clemens Birven (1883–1969) war ein deutscher Schriftsteller, Esoteriker und im Gefolge von Novalis Vorkämpfer für den "Magischen Idealismus". Seine technische Laufbahn umfasste die Ingenieursprüfung bis hin zu einer Dozentur an der Gewerbe-Akademie. Er verfasste mehrere technische Lehrbücher. Sein Buch "Grundzüge der mechanischen Wärmelehre" wurde sogar von Albert Einstein positiv rezensiert. Der Interessenschwerpunkt verlagerte sich zunehmend zu den Geisteswissenschaften. Birven studierte Philologie und Philosophie und promovierte mit "Immanuel Kants Transzendentale Deduktion". Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg begann eine reiche schriftstellerische Tätigkeit, die ihn über Deutschland hinaus bekannt machte. Mit okkulten Größen wie Gustav Meyrink, Eugen Grosche, Joanny Bricaud, Oswald Wirth, Aleister Crowley und Julius Evola war er persönlich bekannt und schrieb rund ein Dutzend Bücher und zahllose Artikel in den wichtigsten deutschen esoterischen Zeitschriften seiner Zeit. Horst E. Miers bezeichnete Birven als den besten Kenner von Crowleys Schriften. Zwischen 1927 und 1932 war er Herausgeber der Zeitschrift "Hain der Isis". Die große Bibliothek, die er zusammengetragen hatte, war von den Nationalsozialisten geplündert und nach dem Krieg an verschiedene Staatsbibliotheken verteilt worden.
Der Inhalt:
Vorwort zur Magiosophie, 1951
Vorwort zur Mysterieneinweihung, 1960
Die Dionysos-Mysterien in der Villa Item zu Pompeji
Rekapitulation
Abschluss
Die Argonautenfahrt nach dem Goldenen Vlies
Exoterische Einkleidung
Deutung des alchemistischen Gemäldes aus der Kirche Saint-Maurice de Reims anhand einer Skizze
Ein zeitgenössischer Argonaute
Die mythologische Symbolik der Argonautenfahrt realisiert von Aleister Crowley
Eine tibetanische Erlösungslehre
Die magische Vollendung des Naropa
Beginn der Prüfungen
Zur Deutung und Würdigung
Die historische Gestalt des Naropa
Nachtrag
Quellen
Am Anfang der Geschichte, ja der Vorgeschichte, stoßen wir bei allen Völkern auf Theogonien mit ihren anthropomorph aufgefassten Naturkräften, die der magische Mensch anruft. Diese Berührung zwischen Gott und der Menschenseele nennt Spranger mit Recht das „magische Urphänomen“. Die Theogonie findet später ihren Niederschlag in der Theurgie und der Mysterien-Initiation. Alle diese Lehren stützen sich auf eine Ur-Überlieferung, die Initiatische Tradition, und die Gesamtheit dieser Doktrinen nennen wir „MAGIOSOPHIE“. Von Anfang an kreist hier alles um das Geheimnis des universalen Lebens, und die Mythen und Einweihungen, die Riten und Symbole sind nur der Schleier, der hinter dem Standbild von Sais die letzte Unbekannte des Welträtsels, die Wahrheit, verhüllt. Aber schon Delphi zeigte mit seiner Forderung: „Erkenne dich selbst!“ die Selbsterkenntnis, den Weg nach innen und von innen als die transzendental-tiefenpsychologische Lösung des Geheimnisses auf, und der Heroen-Mythos setzte ihn in die Tat um. Wenn wir eine solche metaphysische Haltung als Magie bezeichnen, so deshalb, weil Magie in unserem Sinne Wille zur Vollendung der Persönlichkeit ist, der Persönlichkeit als des höchsten Glücks der Erdenkinder. Denn Wille als intelligente Ursache von Veränderungen ist eine Tatkraft und magisch-kräftiges Denkvermögen, wie Novalis es ausdrückt. Alle magische Macht ist zwar ihrem Wesen nach übernatürlich, ihre Wirkungen aber sind ihren eigenen Gesetzen gemäß rein natürlich. Hier fällt ein Schlaglicht auf Kants Kritik der praktischen Vernunft, die mit ihren Postulaten von Gott, Freiheit, Unsterblichkeit die Hohe Magie selbst postuliert. Das Ziel aller wahren Hohen Magie aber kann nur erreicht werden in der Überwindung der Natur durch „Moralisierung“ (Novalis), wodurch die Natur zum Ausdruck eines vernünftigen Willens werden soll, eine immer vollkommenere Harmonisierung zwischen Natur und Vernunft. Ein solches Ziel ist nicht die Befreiung von der Welt, sondern die Befreiung für die Welt. Durch die Kraft dieser Magie soll der Mensch der Eingeweihte des Lebens werden! Der Beginn dieser Einweihung ist die Selbstentdeckung. Magie erscheint so als das wichtigste Kulturproblem überhaupt. Es ist nur allzu begreiflich, dass die sublimen Lehren der Tradition heute fast nur noch in travestierten und degenerierten Formen der Öffentlichkeit dargeboten werden. Wir sehen es deshalb als unsere Aufgabe an, durch Wahrheit und Klarheit unseren Leser zu den unerschütterten Pforten der alten sublimen Lehre zu geleiten. Dies umso mehr, als die moderne Psychologie mit ihrer Lehre von der Psychosomatik ohne den Begriff des „Magischen“ nicht denkbar ist. Denn gerade hier ist es der aktive Begriff, der auf den Organismus heilkräftig zu wirken vermag. So möge dieses Buch eine Orientierung für diejenigen sein, die sich nach dem inneren Zentrum der Selbsterkenntnis sehnen. Denn das Geheimnis der Welt, das den Menschen wie ein Gefängnis ohne Mauern umfängt, wird nur von dem Schlüssel des Innern eröffnet. Die neuerdings entdeckten prachtvollen Mysterienge-mälde in der sogenannten „Villa dei Misteri“ draußen in der Vorstadt von Pompeji haben eine Reihe von Deutungen gefunden, die ebenso unvollständig wie überwiegend verfehlt sind. Das war uns bald klar, als uns von zwei interessierten Personen Abbildungen und Erklärungsversuche mit der Bitte zugeleitet wurden, verschiedene Einzelheiten zu überprüfen. Dabei ergab sich die Notwendigkeit, über die Richtigstellung der einzelnen Fehldeutungen hinaus erstmalig eine einheitliche Gesamtinterpretation des von dem Künstler überaus sinnvoll und geschickt konzipierten Gemäldes zu bieten. Die Einweihung in die Mysterien hat Grade, das heißt Schritte, denn sie ist ein Weg, eine Wanderung und Wandlung, die den Weihling von einem bloß die Narthenstaude schwingenden Mitläufer zu einem Bakchos, wie Platon sagt, umwandeln soll. Dieser Einweihungsweg kann auch symbolisch als eine Fahrt, als eine Schifffahrt mit ihren Abenteuern und Gefahren dargestellt werden, und dann haben wir die Fahrt der Argonauten auf dem Schiff Argo nach dem fernen Goldenen Vlies. Die Argonauten sind alle in die Mysterien eingeweiht, und die seelischen Gefahren, die mit der Entwicklung auf dem Mysterienpfade verbunden sind, werden durch die physischen Gefahren einer Schifffahrt auf unbekannten Meeren in fernen Zonen symbolisch chiffriert. In diesem Zusammenhang dürfte es den Leser interessieren, von einem unlängst verstorbenen Zeitgenossen, der sich selbst einen „Argonauten des Ideals der Magie“ nannte, zu erfahren, wie er seine Fahrt nach dem Goldenen Vlies realisierte. Der Leser wird dann die Maxime verstehen: „Niemand wird zum Eingeweihten, außer durch sich selbst!“ (Dr. Henri Clemens Birven)
| Erscheinungsdatum | 13.04.2022 |
|---|---|
| Zusatzinfo | vorwiegend farbige Abbildungen |
| Verlagsort | Gaggenau |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 135 x 215 mm |
| Gewicht | 250 g |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater |
| Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Esoterik / Spiritualität | |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Allgemeines / Lexika | |
| Schlagworte | Albert Grünwedel • Alchemistisches Gemälde • Aleister Crowley • Androgyn • Antike Mysterien • Argonauten • Carrus navalis Schiffskarren • Dyonisosmysterien • Goldenes Vlies • Helden der Antike • Henri Birven • Kulturphilosophie • Magiosophie • Magische Vollendung Naropas • Mensch und Maske • Mysterieneinweihung • Mysterienvilla • Mythologie • Naropa • Oswald Wirth • Symbolik • Tibetanische Erlösungslehre |
| ISBN-10 | 3-937592-49-0 / 3937592490 |
| ISBN-13 | 978-3-937592-49-7 / 9783937592497 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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