Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Lehrplan Kontrabass (eBook)

epub 2
eBook Download: EPUB
2019 | 1., Aufl. 2014
96 Seiten
Bärenreiter-Verlag
978-3-7649-7015-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Lehrplan Kontrabass
Systemvoraussetzungen
21,95 inkl. MwSt
(CHF 21,45)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Der neue Lehrplan Kontrabass vermittelt alle wesentlichen Aspekte eines zeitgemäßen Unterrichts und bildet eine unverzichtbare Arbeits- und Orientierungshilfe. Themen sind u.a.: · Schulen und Unterrichtswerke · Instrument und Spieltechnik · Einzel- und Gruppenunterricht · Erwachsenenunterricht · Üben · Unterrichtsplanung Im Anhang finden sich ausführliche Literaturempfehlungen. - Übersichtliches Layout, großes Format (17 x 24 cm), farbiges Cover

Herausgegeben vom Verband deutscher Musikschulen (VdM)

Herausgegeben vom Verband deutscher Musikschulen (VdM)

SPEZIELLER TEIL

Das Instrument

Zur Geschichte des Kontrabasses

Der heutige Kontrabass hatte zahlreiche Vorgänger mit unterschiedlichen Namen. Deren Geschichte lässt sich über 500 Jahre zurück verfolgen. Die Variabilität der Stimmungen, der Saitenzahlen und damit auch Tonumfänge, der Größe und der Konstruktionsweise sowie der Spieltechniken und nicht zuletzt die Vielfalt der Namen: All das weist darauf hin, dass die Bezeichnung „Kontrabass“ wohl eher die Gattung als ein spezielles Instrument beschreibt.

Heute gebräuchliche Kontrabässe weisen sowohl bauliche Eigenschaften der Gambe als auch der Violine auf. Daher existieren verschiedene Ansichten über die Familienzugehörigkeit. Für die Violinfamilie sprechen die F-förmigen Schalllöcher, die Anzahl der Saiten, die Schnecke am Ende des Wirbelkastens und das bundlose Griffbrett, für die Gambenfamilie die meist abfallenden Schultern ein flacher, zum Hals abknickender Boden, spitz verlaufende Oberbügel sowie ein fehlender Randüberstand. Es gibt Kontrabässe mit gewölbtem Boden und flachem, oben abgeknickten Gambenboden.

Regional verschiedene Bauformen, wie beim Violone, lassen eine klare Zuordnung schwierig erscheinen. Nachgewiesen existierte der Violone sowohl als „Bassvioline“ (viersaitig, ohne Bünde, Violinform) wie auch als „Bassgambe“ (fünf- oder sechssaitig, mit Bünden, Gambenform). Unter dem Begriff des Violone wurden sowohl Achtfußinstrumente (die wie notiert klingen) als auch Sechzehnfußinstrumente (die eine Oktave tiefer klingen) zusammengefasst.

Begriffe wie Bass Viol de Braccio, Bass-Geig de braccio, Grossbassgeige oder Groß-Quint-Baß, die nach Meinung einiger Experten auf die Zugehörigkeit zur Famile der Violininstrumente hinweisen, und solche, die wohl eher der Gattung der Gamben zuzurechnen sind, wurden für das größte der Streichinstrumente verwendet: Viola grande, Subbass, Violone grosso, Contrabasso di viola, Contraviolon, Basse de viole, Violone grande, um nur einige der Frühformen unseres Instruments zu nennen. All dies waren Bezeichnungen für durchaus unterschiedliche, aber wegen ihrer Gemeinsamkeiten dennoch jeweils in die Rubrik „Kontrabass“ einzuordnende Instrumente, deren Aufgabe es war im Acht bzw. Sechzehnfußregister die Bassfunktion auszufüllen.

Neben den vielfältigen Erscheinungsformen dürfte der Kontrabass auch das am universellsten verwendete Instrument in nahezu allen Musikgattungen und -stilen der europäischen sowie der nord- und südamerikanischen Musikkultur sein.

Er ist im klassischen Sinfonieorchester ebenso zu finden wie in der Rockabilly-Band, im Salonorchester wie im Ensemble für Neue Musik, in Pop-Gruppen wie im Barock-Orchester, in Kammermusik-Besetzungen wie im Tango-Ensemble, in der „Stubnmusi“ wie im Bluegrass oder Folk, in der Klezmer-Musik ebenso wie in der Blues-Band.

Als unverzichtbarer Bestandteil von Jazz-Bands, wo er seit dem Amerika der 1930-iger Jahre liebevoll-spöttisch doghouse genannt wird, hat er mit dem „walking-bass“, also laufenden Bassnoten, die fast ausschließlich gezupft bzw. „geschlagen“ werden (und die im Grunde nichts anderes sind als der „Basso continuo“ des Jazz), Musikgeschichte geschrieben durch den aus dem heutigen Musikleben nicht mehr wegzudenkenden „Swing-Rhythmus“ (siehe auch Beitrag Jazz). Die vollklingenden Pizzicati werden von keinem anderen Streichinstrument erreicht.

Die vier Saiten des heutigen Kontrabasses sind meistens in Quarten (E’-A’-D-G) gestimmt. Da dem Instrument unterhalb der E-Saite fünf Töne (Es’-D’-Des’-C’-H’’) fehlen, die im Sinfonieorchester häufig gebraucht werden, verwendet man dort zumeist Kontrabässe mit einer fünften Saite, die auf Kontra-C oder auch Subkontra-H gestimmt wird. Alternativ zum Fünfsaiter werden in einigen Ländern auch Instrumente verwendet, bei denen die E-Saite verlängert und der Klangumfang bis zum Kontra-C erweitert wird (C-Maschine oder C-Extension).

Für das Solospiel auf dem Kontrabass wird häufig die „Solostimmung“ benutzt: Bei dieser ist jede Saite gegenüber der „Orchesterstimmung“ E’-A’-D-G um einen Ganzton höher gestimmt Fis’-H’-E-A, was einen helleren und offeneren Klang zur Folge hat. Diese Stimmung ist ursächlich auf Giovanni Bottesini zurück zu führen, der sein gesamtes solistisches Werk dafür konzipierte. Auch andere Skordaturen sind gebräuchlich, z. B. die „Wiener Stimmung” A’-D-Fis-A oder auch F’-A’-D-Fis-A. Mit dieser Stimmung lässt sich die Klangvorstellung für die in der Zeit von 1750 bis 1810 komponierte Musik besser realisieren als in Quartstimmung. Das Ideal der damaligen Zeit war an einem offenen, resonanten Klang mit häufiger Verwendung von leeren Saiten und Flageolett-Tönen orientiert, wofür diese Stimmung bestens geeignet ist. Eine angepasste Griffnotation, die ein Umlernen überflüssig macht, kann ein Weg sein dem Klangideal der Wiener Klassik näher zu kommen. Damit wird einem wachsenden Bewusstsein für ein historisch informiertes Musizieren Rechnung getragen. Einige Saitenhersteller bieten Sätze in Wiener Stimmung an.

Im 19. Jahrhundert gab es in französischen Orchestern auch einen Versuch mit einer vergrößerten Bauform des Kontrabasses. Dieser dreisaitige Oktobass war etwa 4 Meter hoch und reichte noch eine weitere Oktave nach unten. Die Saiten wurden nicht mit den Fingern, sondern durch Hebel und Pedale heruntergedrückt.

Heutige Kontrabässe werden mit verschiedenen schwingenden Saitenlängen gebaut. Für Kinder und Jugendliche gibt es Instrumente vom 1/32-Bass aufsteigend in allen Größen und verschiedenen Formen, sowie die dazu passenden Saiten und Bögen. Für Erwachsene ist der Dreiviertelbass am weitesten verbreitet. Man findet auch Bässe in 4/4- und 5/4-Größen.

In allen Entwicklungsphasen des Kontrabasses finden wir Vertreter des Kontrabass-Spiels, die durch virtuose Instrumentalleistungen dem kompositorischen Schaffen ihrer Zeit Impulse gaben. Bereits im 16. und 17. Jhdt. gab es dem Bericht von Martin Mersenne (1636) zufolge, hervorragende Virtuosen auf dem sechssaitigen Gran basso di Viola. Unter den vielen nachfolgenden Meistern, die als Solisten weltweite Erfolge hatten, wurden die Kontrabass-Solisten Guiseppe Andreoli (1757–1830), Wenzel Pichl (1741–1805), Friedrich Pichelberger (ca. 1740–1810), sein Schüler Johann Matthias Sperger (1750–1812), Dominico Dragonetti (1763–1846), Wenzel Hause (1764–1847), Giovanni Bottesini (1821–1889), Franz Simandl (1840–1912), Gustav Láska (1847–1928), Sergej Koussewitzki (1874–1951) und viele andere bekannt. Ihnen und den nachfolgenden bedeutenden Pädagogen, Solisten und Komponisten und durch die kontinuierliche Erweiterung der technischen und musikalischen Anforderungen, verdanken wir einen erstaunlichen Aufschwung des Kontrabass-Spiels bis in die Gegenwart hinein.

Instrumentenauswahl

Der Kontrabass und der Bogen

An einer Musikschule sollte ein Satz (1/32- bis 3/4-Größe) von Kontrabässen inklusive passender Bögen für den Unterricht zur Verfügung stehen. Billigangebote, die sich schon nach kurzer Zeit als Fehlkauf erweisen können, sind nur mit größter Vorsicht in Betracht zu ziehen. Bei der Anschaffung von Instrumenten, Bögen, Saiten, Kolophonium und Zubehör sollte in jedem Fall fachkundige Beratung hinzugezogen werden.

Selbstverständlich ist, dass SchülerInnen für das häusliche Üben ein weiteres Instrument zur Verfügung steht. Eine gepolsterte Kontrabasshülle mit Rucksackgarnitur und eine feste Bogenhülle sind notwendiges Zubehör. Der Bogen muss individuell ausgesucht werden und den Maßen des Spielers entsprechen. Die Froschgröße muss der Bogenhand und der Länge des Bogens angepasst sein. Es gibt immer noch Bögen, deren Frösche der Bogenlänge nicht angepasst sind. Entweder sind die Bogenstangen zu lang oder die Finger müssen sich um einen zu großen Frosch unnötig spreizen. Die richtige Bogenlänge kann man ermitteln, indem der Bogen in Spielhaltung mit der Spitze zur Schulter geklappt wird. Dabei sollte die Spitze bis zur Schulterkugel reichen und die Froschhöhe der jeweiligen Handgröße angepasst sein.

Es ist ratsam, Bögen aus Fernambuk-Holz den preisgünstigeren Bögen aus weicherem Holz vorzuziehen. Carbonbögen können eine Alternative sein, weisen oft eine gute Qualität auf und sind sehr robust.

Zur Größenbestimmung empfiehlt sich folgende Tabelle:

Wichtig für die Auswahl des Instrumentes ist die Größe der Hand und nicht das Alter! Wenn der Abstand zwischen dem 1. und dem 4.Finger der linken Hand (bequem am Kontrabasshals gegriffen) 8 cm beträgt, ist der 1/16-Bass richtig. Die richtige Froschhöhe wäre dann 4 cm. In der Regel hilft die Formel: Fingerspanne × 9 = schwingende Saitenlänge und halbe Fingerspanne = Froschhöhe.

Notwendig ist die optimale Abstimmung der Höhe von Obersattel, Saiten und Griffbrettkehlung, um die Spielbarkeit insbesondere für Kinder zu gewährleisten. Da Kinder anfangs viel weniger Kraft in den Fingern haben, und auch nur geringere Hebelkräfte mit dem Bogen entwickeln können, ist die niedrige Saitenlage geboten: am Obersattel 0 mm und am Griffbrettende max. 5 mm. Entscheidend ist, dass das Kind auf dem Instrument spielen kann, und nicht die Lehrkraft. Als Maß bei Kinderbässen gilt: der kleine Finger des Kindes darf nicht unter die Saite passen.

Die Saiten

Moderne, hochwertige Bass-Saiten, die sich problemlos spielen lassen und eine leichte Ansprache haben, sind gerade für den Anfangsunterricht unverzichtbar. Die von Billiganbietern mitgelieferte...

Erscheint lt. Verlag 21.5.2019
Reihe/Serie Lehrpläne des Verbandes deutscher Musikschulen e.V.
Lehrpläne des Verbandes deutscher Musikschulen e.V.
Lehrpläne des Verbandes deutscher Musikschulen e.V.
Verlagsort Kassel
Sprache deutsch
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Musik Instrumentenunterrricht
Schlagworte Instrumentalunterricht • Lehrplan • VDM
ISBN-10 3-7649-7015-4 / 3764970154
ISBN-13 978-3-7649-7015-4 / 9783764970154
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich