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Mongolischer blauer Fleck - Hadaa Sendoo

Mongolischer blauer Fleck

Gedichte und Bilder. Aus englischen Fassungen ins Deutsche übertragen und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Jankofsky.

(Autor)

Traian Pop (Herausgeber)

Buch
90 Seiten
2019
Pop, Traian (Verlag)
978-3-86356-286-1 (ISBN)
CHF 25,90 inkl. MwSt
Ein kleines NachwortSeit 1989 erscheint Lyrik des mongolischen Dichters Hadaa Sendoo, seit kurzem auch in deutscher Übersetzung: 2017: "Wenn ich sterbe, werde ich träumen...", Ostasienverlag, Reihe Phönixfeder, Gossenberg; 2018: Sich zuhause fühlen", POP Verlag, Ludwigsburg. Und nun, 2019, also, wiederum im POP Verlag der hier vorliegende Band.Seine Gedichte wirken wie Mosaiksteinchen seiner abenteuerlichen Biografie: Geboren 1961 in China, in der Inneren Mongolei, als Sohn eines Theaterdirektors und einer Schauspielerin und wuchs in Hohhot auf. Während der Kulturrevolution wurde er vier 4 Jahre zu Nomaden aufs Land verschickt, ins Gebiet Shiiliigool, woher sein Vater stammte. 1984 kehrte er nach Hohhot zurück und beendete die obere Mittelschule, studierte dann hier an der Kunsthochschule. 1991 übersiedelte er in die Mongolei, nach Ulaanbaatar, heiratete und wirkt als Literaturprofessor. 2006 initiierte er den "World Poetry Almanac", ein internationales Poesie-Jahrbuch in Zentralasien und schloss sich 2011 dem "World Poetry Movement" an. Er nahm an internationalen Literaturfestivals teil und wurde mehrfach geehrt.Dieses Gedicht schrieb Hadaa Sendoo am 21. März 2019, dem Welttag der Poesie:Ein Gedicht für eine Welt ohne MauernDiesen Frühling muss ich ein neues Gedicht machen.Lieber hätte ich Herzen ohne solchen HassLänder ohne jede Mauern.Meine Reise benötigt keinen Pass.Dann kehre ich zur ersten Liebe der Menschheit zurück.Ich erinnere mich noch eines alten LiedesBevor ein neuer Präsident gewählt wurde.Die sternenklare Nacht von UlaanbaatarSo blau.Und es mag in diesem Band als typisch dafür stehen, dass sich dieser große mongolische Dichter neben seinen "klassischen" Themen, die vor allem im Schmerz über das Vergehen der nomadischen Kulturen seiner Heimat wurzeln, zunehmend auch globalen Ansätzen zuwendet - wobei ihm stets klar scheint, dass es hierbei dialektische Zusammenhänge gibt, er dies meisterlich mit verarbeitet.Dr. Antonio Cuadrado-Fernandez sprach in einem Essay über eine "andere Art von Realität" Hadaa Sendoos, "die nicht von einer blinden Besessenheit von kaltem Messen, Rechnen und der Veredelung von allem unter der Sonne beherrscht wird. Wir finden vielmehr eine Art von Rationalismus, der auf Zirkularität, Erneuerung, Kooperation, Gegenseitigkeit und Mitgefühl beruht und vom zivilisatorischen Epizentrum der Jurte ausgeht."WennWenn DahinschwindenDer Ruf des Universums istWie ein Meteor in der NachtWie eine blaue WolkeWenn ZurückkommenDer Ruf des ewigen Himmels istWie ein wildes mongolisches PferdUnd des HabichtsWenn meine GedichteDen Winter des Jahrhunderts wärmenJa, tief in mirBrennt das Freudenfeuer der dunklen NachtWenn ein AugenblickEwig istUnd die RückkehrDer Ruf der Sonne.Paul Scott Derrick sagte zur Lyrik Haada Sendoos: "Er sticht seine Feder in die Dunkelheit, um zu klagen und sowohl sein eigenes verschwindendes Leben als auch eine verschwundene Kultur zu feiern, die nur in Worten gefangen werden kann. Er ist eine Nomadenseele, die zu Pferd durch die Weiten der Zeit reitet. Er sieht seine Gedichte als ein Pferd aus Worten, das ihn durch die Welt und in die kommenden Zeiten tragen wird."Nicht zuletzt angesichts zunehmend hilfloseren Agierens von Politikern weltweit zur Lösung immer bedrohlicher werdenden globaler Probleme, erscheinen Hadaa Sendoos Texte als leise, doch höchstwichtige Ermutigung.Jürgen Jankofsky, Leuna im September 2019

Hadaa Sendoo ist ein mehrfach preisgekrönter mongolischer Lyriker. Seine Gedichte wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika publiziert. Sie sind auch in den Büchern The Best Mongolian Poetry, World Record Anthology (Bloodaxe, UK), East and West – Poetic Mosaic (Tbilisi, 2016), Present Day Best Poems (Amazon Company, 2016) enthalten. Sendoo erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, darunter den Mongolian Writers’ Union Prize, den Poet of the Millennium Award (Indien), den Pinnacle of Achievement Award for Poetry, den Nosside Prize for World Poetry (Italien) und den Visionary Poet Award (Kanada). Er ist Mitglied der Academy of Humanities und des Mongolischen Schriftstellerverbands sowie Herausgeber des World Poetry Almanac. Hadaa Sendoo lebt in Ulaanbaatar. Der mongolische Dichter und Übersetzer Hadaa Sendoo wurde 1961 in der heutigen Inneren Mongolei geboren und wuchs in deren Hauptstadt Hohhot auf. In der Mittelschule, die dem deutschen Gymnasium entspricht, lernte er Alt-Mongolisch und Chinesisch. Während der Kulturrevolution wurde er für vier Jahre zu Nomaden aufs Land verschickt – ins Shiiliigool-Gebiet, aus dem sein Vater und seine Großeltern väterlicherseits stammen. 1984 kehrte er nach Hohhot zurück und beendete die obere Mittelschule. Auf Rat seines Vaters begann Hadaa Sendoo ein Studium an der Kunsthochschule in Hohhot. Hier wurde er bald Assistent des Herausgebers einer Kunst- und Kulturzeitschrift. Seit dieser Zeit schreibt er Gedichte. Im Jahr 1989 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, Nomadenlieder und Mondlicht, mit Texten, die er noch auf Chinesisch schrieb, allerdings mit mongolischen Themen. Der Band wurde von einem Verlag für nationale Minderheiten veröffentlicht. 1991 entschied Hadaa Sendoo sich für den Umzug in die Mongolei, in deren Hauptstadt Ulaanbaatar er seither lebt und lehrt als Professor für Literatur. Sein Forschungsschwerpunkt ist die mongolische Volksliteratur, einschließlich der Volkslieder und der mongolischen Mythologie. 1996 veröffentlichte Hadaa Sendoo seinen ersten in modernem Mongolisch mit kyrillischen Buchstaben geschriebenen Gedichtband „Felsgesang“. 1998 trat er dem mongolischen Schriftstellerverband bei. 1999 gründete er zusammen mit Freunden eine Kulturzeitschrift mit dem Titel The World‘s Mongolians – eine zweisprachige (auf Mongolisch und Englisch) in der Mongolei erscheinende Publikation. Im Sommer 1999 organisierte er zusammen mit dem mongolischen Dichter S. Tserendorj das erste Asiatische Poesie-Festival in Ulaanbaatar. Im Oktober 2006 erschien der World Poetry Almanac, ein internationales Poesie-Jahrbuch in Zentralasien, das Sendoo initiierte. 2009 fand sein Band Komm zurück zur Erde die Aufmerksamkeit vieler Kritiker. Er erhielt unter anderem den Best Book of Poetry Award der International Writers’ Association. Am 24. September 2011 schloss sich Hadaa Sendoo dem World Poetry Movement an und wurde so eines der Gründungsmitglieder dieser Bewegung. Im Jahre 2012 wurde Hadaa Sendoo zur Teilnahme am größten je in Großbritannien veranstalteten Poesie-Festival, dem Poetry Parnassus des Southbank Centre, eingeladen. Seine Gedichte erschienen zugleich in der World Record Anthology und ebenso in einer Anthologie der besten derzeitigen Gedichte von 60 repräsentativen Dichtern aus aller Welt. Hadaa Sendoo hat inzwischen viele Preise erhalten, einschließlich des Preises des Mongolischen Schriftstellerverbands. Er erhielt Auszeichnungen für literarische Leistungen in der Mongolei, Griechenland, Kanada und den USA und wurde zur Teilnahme an internationalen Poesie-Festivals in Europa, Asien, Nord- und Südamerika eingeladen. Einige seiner Gedichte wurden in die Liste der Top 500 Poems aufgenommen.

Jürgen Jankofsky wurde am 19. Juni 1953 in Merseburg (Saale) geboren, besuchte dort die Volksschule, legte das Abitur ab und studierte Chemie. Dann absolvierte er am Konservatorium Halle/Saale jedoch eine Ausbildung zum Berufsmusiker und war Bassist in verschiedenen ostdeutschen (Rock)Bands. Er studierte (fern) am Literaturinstitut Leipzig, arbeitete im Literaturzentrum Halle (Saale) mit und war zeitweise freischaffend. Von 1990-93 wirkte er als Stadtschreiber in Merseburg, von 1994-99 im halleschen Künstlerhaus 188. Er leitete Projekte u.a. für die Robert Bosch Stiftung Stuttgart und arbeitete von 2000 - 2018 als Geschäftsführer des Friedrich-Bödecker-Kreises Sachsen-Anhalt, gab auch die Literaturzeitschrift „oda - Ort der Augen“ heraus. Er ist Mitglied der Europäischen Autorenvereinigung KOGGE und des P.E.N. sowie Ehrenmitglied des armenischen Schriftstellerverbandes (WUA). Kuratoriumsvorsitzer der Siegfried-Berger-Stiftung und Nachlassverwalter für das Werk Walter Bauers. Von 2006- 2018 fungierte er als stellvertretender Bundesvorsitzender der Friedrich-Bödecker-Kreise, 2017-18 als Schatzmeister des deutschen P.E.N. Er veröffentlichte bislang mehr als 50 Bücher und gab mehr als 120 heraus.

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Lyrik ; 141
Übersetzer Jürgen Jankofsky
Verlagsort Ludwigsburg
Sprache deutsch
Maße 145 x 200 mm
Themenwelt Literatur Lyrik / Dramatik Lyrik / Gedichte
Kunst / Musik / Theater Fotokunst
Schlagworte mongolische Dichter • The World's Mongolians • The World‘s Mongolians • World Poetry Almanac
ISBN-10 3-86356-286-0 / 3863562860
ISBN-13 978-3-86356-286-1 / 9783863562861
Zustand Neuware
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