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Die Inszenierung des Sakralen (eBook)

Das theatralische Raum- und Ausstattungsprogramm süddeutscher Barockkirchen in seinem liturgischen und zeremoniellen Kontext
eBook Download: PDF
2002
850 Seiten
VDG Weimar (Verlag)
978-3-95899-160-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Inszenierung des Sakralen - Ursula Brossette
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Die theatrale Pracht der katholischen Sakralbauten, wie sie zwischen 1700 und 1780 im süddeutschen Raum entstanden, ist seit langem ein beliebter, jedoch selten hinterfragter Topos der kunstgeschichtlichen Forschungsliteratur. Tatsächlich lassen sich die Bühneneffekte des barocken Illusionstheaters auch im zeitgenössischen Kirchenbau nachweisen: Seine ephemer erscheinenden Kulissendarstellungen, seine luminaristischen Wirkungsmittel, seine suggestiven Perspektivkünste und Maschinenwunder, die sinnliche Inszenierung abstrakter , transzendenter Vorstellungen, das Verwischen der Realitätsgrenzen über das Real-Kontrollierbare hinaus. Die Kirchenräume verweisen dabei nicht nur in ihrer Raumkonzeption auf das Theater, sondern auch in der Gestaltung der Fresken, der Altäre, der Kanzel und anderer Ausstattungselemente. Bühnenhaft ausgegrenzte Chorprospekte, Altarszenarien nach Art lebender Bilder, an die Decke gebannte Bühnenfiktionen und logenartig dekorierte Oratorien bestimmen den Raumeindruck. All diesen Entwicklungen und Erscheinungsformen spürt die Autorin des vorliegenden Titels nach. Sie untersucht dabei vornehmlich die Barockkirchen im süddeutschen Raum und bringt in ihren Analysen und Betrachtungen Erstaunliches zu Tage. 'Ursula Brossettes umfangreiche, sorgfältig redigierte Dissertation [stellt] vor allem für die Kontextforschung eine gewichtige und weiterführende Publikation von hohem Rang dar.' Erik Ernst Venhorst, Journal für KG 9, 2005, Heft 3

COVER 
1 
IMPRESSUM 
5 
INHALT 6
VORWORT 10
EINLEITUNG 12
Problemstellung 13
Forschungsstand 16
Thematische Eingrenzung, Struktur und methodischer Ansatz der Arbeit 23
A. DIE STELLUNG DER CHRISTLICHEN KIRCHE ZUM THEATER 30
I. THEATER UND SCHAUSPIELER ALS SINNENBETÖRENDES BLENDWERK DES TEUFELS. DIE FRÜHCHRISTLICHE AUSGANGSPOSITION UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DIE FRÜHE NEUZEIT 30
II. SCHEIDUNG DER SACRAE REPRAESENTATIONES VON DEN LUDI THEATRALES ET INHONESTA. SYMBOLISCH-DRAMATISCHE MESSALLEGORESE UND LITURGIEGEBUNDENE SPIELE VOM MITTELALTER BIS ZUM 18. JAHRHUNDERT 37
III. THEATER ALS STREITOBJEKT UND MEDIUM DES GLAUBENSKAMPFES IN REFORMATION, GEGENREFORMATION UND AUFKLÄRUNG 48
IV. DAS GEISTLICHE THEATER DER GEGENREFORMATION ALS KIRCHENPOLITISCHES MITTEL ZUR PROPAGANDA FIDEI UND ALS UNVERZICHTBARES ELEMENT KLÖSTERLICHER FESTKULTUR 56
1. Das Schultheater der Jesuiten 56
2. Kirchliche und klösterliche Spielkultur anderer Orden 63
3. Klostereigene Theatersäle 70
ZUSAMMENFASSUNG 78
B. DAS THEATRALISCHE RAUM- UND AUSSTATTUNGSPROGRAMM SÜDDEUTSCHER BAROCKKIRCHEN DES 18. JAHRHUNDERTS 80
I. DIE FASSADE: SCHAUPROSPEKT, FESTKULISSE UND VORSPIEL DER SAKRALEN INSZENIERUNG IM INNENRAUM 80
II. DIE THEATRALISCHE RAUMDISPOSITION 91
1. ›Bühne‹ und ›Zuschauerraum‹: Die Kirche als ein »der Christlichen Andacht [...] wolverordnetes Amphi-Theatrum« 91
a) Der Chorbogen als ›Proszenium‹ und ästhetische Grenze 99
b) Das Vorhangmotiv am Chorbogen 103
2. Die Vervielfältigung des Bühnenropspekts und Furttenbachs Vierbühnenentwurf 113
3. Das Kulissenprinzip der Wandpfeilerkirchen 121
4. Das Zentralraumschema Johann Michael Fischers und die Dreipunktperspektive der Galli Bibiena 135
5. Der Kirchenraum als Ranglogentheater. Theatralische Rauminszenierung und Publikumshierarchisierung 146
a) Die Platzordnung. Parterre und Logenränge 146
b) Herrscherempore und Proszeniumslogen: Der privilegierte Blick auf Altarszenarium und liturgische Schaubühne 162
c) Die Proszeniumslogen und ihr Personal: Rollenträger ewiger Anbetung 169
III. DER ALTAR ALS SCHAUBÜHNE 174
1. Das Retabel als praktikables theatrum 174
a) Wechselbildaltäre und Drehtabernakel 174
b) Kulissen-Heiliggräber und apparati für die Orazione delle Quarant’ore 183
c) Vom »Quem quaeritis«-Dialog zur barocken Heilig Grab-Inszenierung. Das liturgiegebundene Passionsspiel und sein künstlerischer Reflex in der Säbener Kirchenraumausstattung 199
d) Die Altarbühnen in Dillingen an der Donau, Landsberg am Lech und Dießen am Ammersee 213
2. Das Altarszenarium 230
a) Bühnenformen 230
Die Altararchitektur als Bühnenrahmen 231
Das Retabel als zentralperspektivische Kulissenbühne 234
Das Retabel als zentralperspektivische Kulissenbühne 234
Die scena per angolo im Altaraufsatz 244
b) Theatertechnik 246
Vorder- und Hintergrundsvorhang. Offenbarung und Verhüllung des Transzendenten 246
Flug- und Hebemaschinen: Mariä Himmelfahrt und Inthronisation am Hochaltar und in zeitgenössischen Prozessionsspielen 255
c) Die Lichtregie 261
Verdunklung des ›Zuschauerraums‹ und verdeckte ›Bühnen‹-Beleuchtung 261
Spiegel als göttliche Schein-Werfer 266
Die Inszenierung Gottes als Lichterscheinung: Das gelbgetönte Fenster im Altarauszug und Furttenbachs ›Herrlichkeit Gottes am Berg Sinai‹ 274
d) Die dramatische Aktion 283
Prologsprecher und kommentierender Chor 283
Die Inszenierung lebender Bilder 290
Das Gebärdenspiel und Franciscus Langs Dissertatio de actione scenica 299
Die Aktfolge: Das Schauspiel ereignet sich in der Betrachterbewegung 308
e) Stoff und Inszenierung. Das Altarszenarium im liturgischen Festkontext 316
Das Rorate-Spiel und die Darstellung Mariä Verkündigung in Brühl und Sandizell 316
Vorbilder aus dem Bereich der Prozessionsspiele 320
Das Triumphspiel: Das Altarszenarium in Weltenburg und der Drachenstichbrauch an Fronleichnam 323
Das Märtyrerdrama. Reliquienaltäre, Triumphzüge und Salutationsspiele für die neuen Heiligen 328
IV. DIE GEWÖLBESCHAUBÜHNE 357
1. Fresken als imaginäre Schauplätze 357
a) Schefflers Gewölbefresken in Baumburg – eine »ob unseren Häubteren durch die Kunst eröffnete Schau=Bühne« 357
b) Das Bekehrungsdrama auf der Ordensbühne und in der Freskomalerei. Dramenstruktur und Inszenierungspraxis 364
c) Formale Anleihen an die szenischen Kunst: Bühnenstaffagen, Flugmaschinen, Schauspielergebärden 374
d) Architektur- und bildimmanente Regieanweisungen. Die Rolle des Betrachters 381
e) Die Freskenschaubühne im Dienst gegenreformatorischer propaganda fidei. Das Triumphspiel des römisch-katholischen Glaubens in Oberaltaich 388
f) Die Gewölbe-Inszenierung und ihr Herrscherbild: Ein »an den bayerischen Herzog adressiertes Staatsdrama mit Fürstenspiegelambitionen« 399
g) Die Vermischung fiktiver Schaubühnenillusion und historischer Realität. Zum typologischen Geschichtsverständnis des 18. Jahrhunderts 407
h) Die Gewölbe-Schaubühne als glaubensdidaktisches Medium 416
2. Gewölbe und Fresko im Kontext liturgiegebundener Inszenierungen 422
a) Das liturgische Brauchtum der Himmelfahrts-Inszenierung 424
b) Die handelnden Bilder: Himmelfahrts-Christus und Engel 434
c) Die Hintergrundkulisse: Zur Gestaltung des Himmellochs 438
V. DER KIRCHENRAUM ALS SIMULTANSCHAUBÜHNE. DIE INSZENIERUNG WEITERER LITURGISCHER HANDLUNGSSCHAUPLÄTZE 450
1. Der Orgelprospekt 451
2. Die Kanzel. Aktionsbühne des Predigers 455
3. Der Beichtstuhl. Bühnenpodium für eine Bekehrungsszene 463
4. Die Kreuzwegstationen: Die Passion Christi als Stationendrama 468
5. Das Chorgestühl: Schaubühne der Ordensgeschichte 474
C. DIE THEATRALISIERUNG KATHOLISCHER SAKRALRÄUME DES 18. JAHRHUNDERTS IN IHREM ZEREMONIELLEN UND LITURGISCHEN KONTEXT 486
I. EIN EINBLICK IN DIE DRAMATISIERTE GEBETSPRAXIS UND DAS LITURGIEVERSTÄNDNIS DER BAROCKZEIT 486
1. Die Heilige Messe als dramatischer Nachvollzug der Passion Christi. Zur Meßallegorese der Frühen Neuzeit 487
2. Jesuitische Gebetstechnik: Meditative Andacht als mentales Schauspiel.Der Einsatz von Heilig Grab-Kulissen und Altarbühnenals Imaginationshilfe 494
3. Dramatische Liturgieeinschübe und geistliche Spiele. Die Verfestigung ephemerer Dekorationen zur dauerhaften Ausstattung 515
4. Der Part von Priester und Gemeinde. Der Sakralraum als Monumentalkulisse für ein realitätstranszendierendes Rollenspiel 520
II. DIE ZEREMONIELLE INSZENIERUNG GOTTES UND DES WELTLICHEN HERRSCHERS. VERHOFUNG DES KIRCHENRAUMS – SAKRALISIERUNG DES FÜRSTEN 526
1. Der Sakralraum als irdischer Thronsaal Gottes. Liturgie als Gottes-Dienst und Herrscher-Zeremoniell 526
2. Der Sakralraum als Schauplatz fürstlicher Repräsentation 540
a) Die Inszenierung des Fürsten als imago Dei, Heiliger, triumphierender Kämpfer und gottgleicher Herrscher 540
b) Theatrum sacrum und theatrum mundi. Der Auftritt des Herrschers im Gottesdienst 552
3. Der Sakralraum als Festkulisse des Welttheaters. Die Rolle des Kirchenbesuchers 561
III. DAS THEATER ALS MEDIUM ZUR INSZENIERUNG DES SAKRALEN 572
1. Sakrales Illusionstheater zur Apotheose des Königs der Könige 572
2. Realitätstranszendierendes Rollenspiel im Simultanschauplatz Kirche 576
D. SCHLUSS. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE 580
E. AUSBLICK: DAS ENDE DES KIRCHLICHEN ILLUSIONISMUS IM AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERT 590
I. DIE ALLGEMEINE OBSOLESZENZ ZEREMONIELLER FORMEN UND KÜNSTLICHER INSZENIERUNG VON MACHT IM AUFGEKLÄRTEN ABSOLUTISMUS 590
II. LITURGIEREFORMEN, SPIELVERBOTE UND KIRCHENBAUVORSCHRIFTEN DER AUFKLÄRUNGSZEIT. DIE GOTTESDIENSTLICHE VERSAMMLUNG ALS AUFKLÄRUNGS- UND SITTLICHKEITSSCHULE IM DIENSTE DES STAATES 599
III. DAS VERÄNDERTE THEATERVERSTÄNDNIS DER AUFKLÄRUNG. ABSCHAFFUNG DER GEISTLICHEN SPIELE – ETABLIERUNG DES NATIONALTHEATERS ALS ›MORALISCHE ANSTALT‹ 611
LITERATURVERZEICHNIS 624
I. Quellen 624
II. Sekundärliteratur 632
ABBILDUNGSNACHWEIS 672
I. Originalaufnahmen 672
II. Reproduktionen aus der Sekundärliteratur 673
ABBILDUNGSBAND 
676 

Erscheint lt. Verlag 1.1.2002
Sprache deutsch
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Kunstgeschichte / Kunststile
Geisteswissenschaften Geschichte
Schlagworte Barockkirchen • Sakralbauten
ISBN-10 3-95899-160-2 / 3958991602
ISBN-13 978-3-95899-160-6 / 9783958991606
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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