Musik ohne Musiker - Music without musicians
Circuit-Art (Verlag)
978-3-00-046493-5 (ISBN)
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Dazu gehen Kitty Zijlmans (Universität Leiden) und Leon van Noorden (Universität Gent) der Frage der Abwesenheit von Musikern bei der Produktion von Musik nach. Klanginstallationen und Klangskulpturen eröffnen Wege, überkommene Wahrnehmungsgewohnheiten und Vorstellungen von Musik zu überdenken. Daneben enthält das Buch Texte der sechs Künstler, in denen sie sich mit der Rolle von Musik und Klang in ihrer Arbeit auseinandersetzen.
Harald Kubiczak (Mainz, 1957) studierte Design/Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Mainz. Daran schlossen sich Studien im Bereich Theater an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt und der Goethe-Universität in Frankfurt an. Von 1983 bis 1985 war er Fulbright-Stipendiat, u.a. am College for Visual and Performing Arts, Syracuse University, USA. Seine künstlerischen Arbeiten schließen Photographie, Fundobjekte und Rauminstallationen ein, seit 1991 arbeitet er außerdem mit Klang. Ausstellungen u. a.: ’FU’ Mainzer Kunstverein und Het Apollohuis Eindhoven (1988), ’Conserved Artists’ Het Apollohuis (1991), ’Bücherwand’ Stadsgalerij Heerlen (1993), ’Tremolo Blues’ Galerie Het Hermetisch Zwart Nijmegen (1994), ’Tremolo’ Künstlerhaus Dortmund (1994), ’Slow as a snail – fast as a snail’ Experimental Intermedia Foundation Gent (1995), ’Tremolo Blues’ Croxapox Gent (1996), ’Lied von der Stange’ Het Apollohuis Eindhoven (1996), ’1 RPM’ De Overslag Eindhoven (2000), ’Ende’ De Voorkamer Lier (2008). 1990 gründete Harald Kubiczak ’Kästrich’, ein unabhängiges Forum für Kunst in Mainz, das er bis ins Jahr 2000 leitete. 2008 gründete er den Verlag ’Circuit-Art’. Harald Kubiczak arbeitet als selbständiger Designer und Kommunikationsberater.
Paul Panhuysen (Borgharen, 1934/gest. Eindhoven, 2015) studierte von 1954 bis 1959 an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht und von 1957 bis 1961 an der Universität Utrecht. Von 1962 bis 1964 war er Direktor der Kunstschule Vredeman de Vries in Leeuwarden. 1966 wurde er Mitarbeiter des pädagogischen Teams des Municipal Museums Den Haag und von 1966 bis 1967 arbeitete er im Bereich Pädagogik und Öffentlichkeitsarbeit des Van Abbemuseums in Eindhoven. Ab 1964 begann er unabhängige Foren der Interaktion zwischen Kunst und Gesellschaft zu entwickeln, wie der ’Bende van de Blauwe Hand’ (Leeuwarden 1964–1967) und der ’Free Community of the Global City of Peace and Pleasure’ (1967–1968). Im Jahr 1968 gründete er das Maciunas Ensemble. Von dieser Zeit an bis 1984 hat er daneben auch an Plänen für die Entwicklung urbaner Lebensräume gearbeitet und war als beratender Künstler in Stadtplanungsgremien verschiedener niederländischer Städte tätig.
Nina Woodson (Falls Church, Virginia, 1964; lebt in Los Angeles), schloss 1987 mit einem B.A. in Englisch an der UCLA ab. 2002 erhielt sie eine Zertifizierung der American Translators Association. Von 1990–2002 hat sie in Eindhoven gelebt und als Übersetzerin vom Niederländischen ins Englische gearbeitet. Seit mehr als 25 Jahren ist sie als Herausgeberin im akademischen und künstlerischen Bereich tätig, u.a. für Niederländische und Belgische Verlage und Universitäten.
Kitty Zijlmans (Den Haag, 1955) studierte Kunstgeschichte an der Universität Leiden, wo sie 1989 promovierte (Dissertation über Kunstgeschichte und Systemtheorie). Seit 2000 lehrt sie als Professorin Zeitgenössische Kunstgeschichte und Theorie/World Art Studies in Leiden. Sie war Mitglied des Leitungsgremiums der ESF (European Science Foundation) und deren Netzwerk ‘Discourses of the Visible: National and International Perspectives’ (2003–2007). Sie ist Mitglied und seit 2007 Vorsitzende des Steuerungsausschusses des Research-Programms ’Transformationen in Kunst und Kultur’, gefördert durch die Niederländische Organisation für Wissenschaftliche Recherche (NWO/Geisteswissenschaften). Von 2006–2010 war sie zudem Mitglied der Kommission BKV (Kunst und Design) des Raad voor Cultuur des Niederländischen Kultusministeriums. Seit 2006 ist sie daneben Beraterin für das Niederländische Institut für fortgeschrittene Studien in den Geistes- und Sozialwissenschaften. 2010 wurde sie in die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Heute ist Kitty Zijlmans Direktorin von LUCAS, Leiden University Centre for the Arts in Society. Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen zeitgenössische Kunst, Kunsttheorie und Methodik. Insbesondere ist sie interessiert an den fortschreitenden interkulturellen Prozessen und der Globalisierung der (Kunst-)Welt, wobei sie zunehmend mit Künstlern in Research-Projekten zusammen arbeitet.
Leon van Noorden (Maastricht, 1945) schloss 1970 sein Studium in technischer Physik ab und promovierte 1975 an der technischen Universität Eindhoven mit einer Arbeit über Hörwahrnehmung. Darauf arbeitete er langjährig im Bereich Research Management in Usability Engineering. Seit 2005 ist er Research-Professor für Music and Movement am Institut für Psychoakustik und Elektronische Musik der Universität Gent. Daneben ist er assoziiert mit der Research-Abteilung für Kognitive Neurowissenschaft an der Université Libre de Bruxelles. Leon van Noorden hat zwischen dem achten und achtzehnten Lebensjahr eine musikalische Ausbildung in Solfège und Violoncello gemacht. Seit 1972 ist er Mitglied der experimentellen Musikgruppe ’Maciunas Ensemble’ und hat eine Reihe von computergesteuerten Klanginstallationen gemacht wie zum Beispiel ’The Rainpipe Marimba’ und ’Tremblement’.
Trimpin (Istein, 1951) studierte in Berlin Sozial-Pädagogik, Musik und Kunst. 1979 siedelte er nach Seattle in den USA um und begann als unabhängiger Künstler und Komponist zu arbeiten. Von 1985 bis 1987 gehörte er daneben zum Lehrkörper des Sweelinck Konservatoriums in Amsterdam. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, u. a. durch das Goethe-Institut, ein Guggenheim Fellowship und ein MacArthur ’Genius’ Stipendium. 2004 war er Composer in Residence am Mills College in Oakland. Im Jahr 2010 erhielt er den Titel Doctor of the Arts Honoris Causa des California Institute of the Arts. Seine Klangskulpturen verbinden Kinetik, Akustik und musikalische Komposition mit Computer-Technologie. Zu den vielen Auftragsarbeiten zählen mehrere Kooperationen mit The Merce Cunningham Dance Company (New York) und dem Kronos Quartett (San Francisco). Performances und Installationen u.a. im Shaffy Theater (Amsterdam 1985), Stedelijk Museum (Amsterdam 1986), New Music America (1989), Exploratorium (San Francisco 1990), Walker Art Center (Minneapolis 1991, 1993), Portland Art Museum (1992), Tacoma Art Museum (1993, 2006), Sonambiente (Berlin 1996), Het Apollohuis (Eindhoven 1996), Donaueschinger Musiktage (1998, 2007), Soundculture Festival (Auckland, Neuseeland), Jack Straw Media Gallery (Seattle 2003, 2006), Seattle Art Museum (2006), Electronic Music Festival (San Francisco 2010), Southbank Centre London (2012), Berkeley Art Museum (2012).
Frédéric Le Junter (Dünkirchen, 1956) arbeitete in der Industrie bevor er anfing, Klanginstallationen zu schaffen. 1984 begann er mit gefundenen Gegenständen Saiten-, Blas- und Schlaginstrumente zu konstruieren. Sein unmittelbares Interesse dabei war es, mit diesen Instrumenten auch selbst aufzutreten, wodurch er allmählich ein eigenes Vokabular der Klänge aufbaute. In Ausstellungen zeigt er automatisch arbeitende Klangmaschinen, mit denen er in seinen Konzerten als Duo zusammenspielt. Seit 1989 tritt er darüber hinaus auch im Duo mit Pierre Berthet auf. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen und Festivals zu sehen, u. a. Biennale de Lyon (2001), Festival MIMI in Marseille (2000), Donaueschinger Musiktage, Podewil Berlin, Het Apollohuis (1995), Festival Sons d’Hiver Paris, Festival de Victoriaville (Kanada), FRAC Île-de-France/Le Plateau.
Ulrich Eller (Leverkusen, 1953) studierte von 1977 bis 1983 als Meisterschüler bei Prof. Herbert Kaufmann an der Hochschule der Künste in Berlin. 1994 wurde er zum Professor am Fachbereich Bildende Kunst der Fachhochschule Hannover berufen. 2001 folgte eine Professur für das Fach Klangskulptur/Klanginstallation am Kurt-Schwitters-Forum der Fachhochschule Hannover, 2004 wechselte er im gleichen Fach als Professor an die Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig.
Ad van Buuren (Breda, 1951, gest. 2014) studierte von 1976 bis 1980 Malerei an der Kunstakademie in s’-Hertogenbosch. In seinen Klanginstallationen entstehen Kompositionen nach dem Zufallsprinzip. Dabei zielt er auf die Erzeugung von Reihen unberechenbarer Rhythmen und Klangkombinationen. Das Ergebnis ist ein unbegrenztes Chaos, das dann nach zuvor festgelegten Standards eingegrenzt wird. Seine Relaisschaltungen aktivieren die Tonquellen dabei sehr anschaulich und direkt, ohne den Einsatz von Computern oder Prozessoren. Ad van Buurens Klangskulpturen waren ausgestellt u.a. bei Het Apollohuis (Eindhoven 1990), De Melkfabriek (’s-Hertogenbosch 1991, 1994, 1998, 2003), Stichting Logos (Gent 1992), Stedelijk Museum (Amsterdam 1992), Center of Contemporary Art (Warschau 1992), De Vleeshal (Middelburg 1992), Donaueschinger Musiktage (1994), De Balie (Amsterdam 1995), Kästrich (Mainz 1998), Festival voor de Nederlandse Elektronische Muziek (Amsterdam 2005), ISCM World Music Days (Vilnius 2008) und Medialab (Enschede 2010).
Pierre Bastien (Paris, 1953) graduierte 1977 an der Sorbonne in Paris mit einer Arbeit über die französische Literatur des 18. Jahrhunderts. Im gleichen Jahr baute er seine erste Musikmaschine. Ab 1977 begann er auch seine ausgedehnte Praxis als Musiker in verschiedenen Musikgruppen und als Komponist für Tanzensembles. Ab 1986 arbeitete er an ’Mecanium’, seinem eigenen Orchester. Installationen u. a. – neben ’Mecanium’ –, ’Phonologie Portative’ (1996), ’Mécanologie’ (1997), ’Paper Organs’ (2000), ’Musique des Emanglons’ (2001) in Kollaboration mit Robert Wyatt, ’Paper Drums’ (2002), ’Rotary Organ’ (2006), ’Paper Snakes’ (2007), ’Somewhere in the Dark’ (2008) mit Robert Wyatt (Sammlung Stedelijk Museum Amsterdam), ’Soul’ (2009) und ’Paper Orchestra’ (2012). Viele Tonaufnahmen der Werke von Pierre Bastien sind auf CD erschienen, darunter ’Mecanoid, ’Pop’ und ’Machinations’ bei Rephlex. Über die Jahre hinweg hat Pierre Bastien kollaboriert mit dem Videokünstler Pierrick Sorin, Filmemacher Karel Doing, dem Modelabel Issey Miyake Inc., Instrumenten-Erfinder Jan Weinfeld, den Tanzkompagnien Dominique Bagouet und Enclave, den Zirkussen Trottola und Jerome Thomas, sowie den Musikern Jac Berrocal, Pascal Comelade, Lukas Simonis, Alexei Aigi, Steve Arguelles und Phonophani.
Paul Panhuysen: Einleitung
Leon van Noorden: Musik ohne Musiker - Was bedeutet das?
Harald Kubiczak: Anwesenheit durch Abwesenheit
Kitty Zijlmans: Musik ohne Musiker - Sechs mechanische Orchester
Musik ohne Musiker: Dokumentation
Einleitungen: Kitty Zijlmans
Trimpin: Liquid Percussion
Frédéric Le Junter: Klokkenspel
Ulrich Eller: Im Kreis der Trommeln
Ad van Buuren: Change Machine
Pierre Bastien: Mecanium
Harald Kubiczak: Singing in the Sun
Trimpin, Frédéric Le Junter, Ulrich Eller, Ad van Buuren, Pierre Bastien, Harald Kubiczak schreiben über Musik und Klang in ihrer Arbeit
Anhang:
Biografische Daten
Rückblende: Het Apollohuis Eindhoven und Muziekcentrum De Ijsbreker Amsterdam
| Erscheint lt. Verlag | 22.10.2016 |
|---|---|
| Co-Autor | Kitty Zijlmans, Leon Van Noorden, Trimpin, Frédéric Le Junter, Ulrich Eller, Ad Van Buuren, Pierre Bastien, Harald Kubiczak, Paul Panhuysen |
| Illustrationen | Harald Kubiczak |
| Mitarbeit |
Stellvertretende Herausgeber: Paul Panhuysen, Hélène Panhuysen Designer: Harald Kubiczak |
| Übersetzer | Nina Woodson, Marja Stienstra |
| Zusatzinfo | Fotografien der sechs Orchester der von Panhuysen ausgewählten Künstler Trimpin, Frédéric Le Junter, Ulrich Eller, Ad van Buuren, Pierre Bastien und Harald Kubiczak im IJsbreker, Amsterdam 1997 |
| Verlagsort | Frankfurt a.M. |
| Sprache | englisch; deutsch |
| Maße | 125 x 200 mm |
| Gewicht | 350 g |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Malerei / Plastik |
| Kunst / Musik / Theater ► Musik ► Pop / Rock | |
| Schlagworte | Apollohuis • Deijsbreker • De Ijsbreker • Klanginstallation • Klangkunst • Klangkusnt • Klangskulptur • Musikrezeption • Panhuysen |
| ISBN-10 | 3-00-046493-X / 300046493X |
| ISBN-13 | 978-3-00-046493-5 / 9783000464935 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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