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Pott 1 und Pott 2

Kommentierte Bestandskataloge des Pott-Archivs im Deutschen Klingenmuseum Solingen

Lutz Hoffmeister (Fotograf)

Buch | Hardcover
535 Seiten
2014
Pagina Verlag
978-3-944146-35-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Pott 1 und Pott 2 -
CHF 137,20 inkl. MwSt
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Antoinette Lepper-Binnewerg
C. Hugo Pott – Bestecke und Tafelgeräte (1904 – 2005)
Ein Beitrag zur Designgeschichte des 20. Jahrhunderts
Kommentierter Bestandskatalog des Pott-Archivs im
Deutschen Klingenmuseum Solingen
C. Hugo Pott – Cutlery and tableware (1904 – 2005)
A contribution to design history of the 20th century
Inventory catalogue of the Pott Archive in the
Deutsches Klingenmuseum Solingen

Inhalt Band 1 Content volume 1
Vorwort Foreword
Hannspeter Pott 6
Das Pott-Archiv im Deutschen Klingenmuseum
The Pott Archive in the Deutsches Klingenmuseum
Barbara Grotkamp-Schepers 11
C. Hugo Pott (1904 – 2005) Eine Besteckfabrik in Solingen
A cutlery factory in Solingen 15
Bestecke Cutlery 69
Rostfrei, versilbert, Silber Stainless, silver-plated, silver 76
Versilbert, Silber Silvered, silver 159
Sondereditionen Special Editions 207
Zwischen Handwerk und Industrie – Herstellungsverfahren
Between craftsmanship and industry – manufacturing process 233

Inhalt Band 2 Content volume 2
Accessoires Accessories 7
Neutrale Besteckteile Neutral cutlery pieces 14
Neutrale Vorlegeteile Neutral serving pieces 26
Messer Knives 52
Hohl- und Korpuswaren Hollowware
Tabletts, Teller und Untersetzer
Trays, plates and coasters 65
Trinkgefäße, Schalen und Kannen
Drinking vessels, bowls and jugs 78
Vasen und Kerzenhalter
Vases and candle holders 98
Sonstige Tisch- und Wohnaccessoires
Other table and home accessories 106
Frühe Arbeiten Carl Potts Early works by Carl Pott 125
Unikate und nicht realisierte Entwürfe
Unique and unrealised designs 135
Der grafi sche Auftritt The graphic appearance 149
Entwicklung des Firmenzeichens
Development of the company logo 158
Entwürfe von Fritz Helmuth Ehmcke
Designs by Fritz Helmuth Ehmcke 166
Prospekte, Broschüren und Kataloge Bestecke
Leafl ets, brochures and catalogues Cutlery 190
Prospekte, Broschüren und Kataloge Accessoires
Leafl ets, brochures and catalogues Accessories 208
Gesamtkataloge für Kunden
General catalogue for customers 218
Flug- und Informationsschriften
Pamphlets and information sheets 224
Briefköpfe und Geschäftskarten
Letterheads and business cards 230
Verpackungen Packaging 236
Weihnachts- und Neujahrsgrüße
Christmas and New Year’s greetings 244
Übersicht über die verwendeten Stempel
Overview of the stamps used 261
Kurzbiografi en der künstlerischen Mitarbeiter
Short biographies of the artistic employees 268
Auszeichnungen
Awards 290
Namensregister
Index of proper names 296

Vorwort Solingen, die international bekannte Stadt für Metall- und Schneidwaren. Hier machte sich mein Großvater Hugo Pott (1879 –1968) 1904 mit einem Lohnbetrieb als Damaszierer selbständig. Seine Tätigkeit bestand darin, Rasiermesser, Taschenmesser, Dolche, Säbel und Tischmesserklingen mit Ornamenten und Schriftzügen zu verschönern. Bestecke zählten damals noch nicht zum Herstellungsprogramm. Sein Sohn und mein Vater Carl Pott (1906 –1985) absolvierte in der elterlichen Firma eine Ausbildung als Damaszierer und Galvaniseur. Er besuchte über einen langen Zeitraum hinweg die in Solingen beheimatete Fachschule für Metallgestaltung und schloss die Ausbildung mit einem Meistertitel ab. Dort kam er auch über seinen Lehrer Professor Woenne mit dem Deutschen Werkbund und seinen Maximen in Kontakt. Zusätzlich zum Damaszieren wurden seit Ende der 1920er Jahre auch Bestecke in Lohnarbeit geschliffen und versilbert. Mein Vater erkannte recht schnell, dass mit der Lohnarbeit keine zwei Familien ernährt werden konnten. In den Wintermonaten kam man mit der Arbeit nicht nach und im Sommer mangelte es an Aufträgen. Aus dieser Erkenntnis heraus beschloss er eigene Bestecke zu entwerfen, ganz im Stil des Werkbundes. Die künstlerischen und fachlichen Fähigkeiten dazu hatte er sich auf der Fachschule angeeignet. Die Rohware wurde in Lohnarbeit außerhalb gefertigt und dann im eigenen Betrieb veredelt. Somit konnte man im Sommer auf Lager arbeiten und war in der Hochsaison lieferfähig. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gelang ihm mit dem Modell 2716 ein erster großer Wurf. Ein Besteck ganz ohne Dekor, die Funktion und die Schönheit des Metalls kamen voll zur Geltung. Schon während des Krieges hatte mein Vater Kontakt aufgenommen zum bekannten Designer Hermann Gretsch, der u. a. für Arzberg arbeitete. In Gemeinschaftsarbeit wurde das Modell 781 entworfen. Es sollte nach dem Krieg das erste Besteck werden, welches komplett im eigenen Betrieb auf eigenen Maschinen gefertigt wurde. Das Firmengebäude auf der Ritterstraße wurde in den letzten Kriegsmonaten durch britische Brandbomben fast völlig zerstört, aber nach Kriegsende wieder zügig aufgebaut. Carl Pott zählte zu den Gründungsmitgliedern des nach dem Krieg wieder neu gegründeten Deutschen Werkbundes. In Solingen selbst wurde er von seinen Mitbewerbern wegen des ungewöhnlichen Designs seiner Bestecke belächelt. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man: „Er pottet wieder.“ Es war ein beschwerlicher Anfang, aber die im Werkbund organisierten Architekten unterstützten ihn. Er arbeitete auch mit zahlreichen externen Designern zusammen. Das Firmenzeichen wurde gemäß dem Image der Firma von Professor Fritz Helmuth Ehmcke neu gestaltet. Mit dem Modell 2720 kam das erste Besteck mit kurzen Gabelzinken und einem löffelförmig ausgeprägten Gabelschiff auf den Markt. Die Messerklingen wurden kürzer und die Hefte länger, die Löffelkellen runder. 1975 schuf mein Vater mit dem Modell 2733 die erste Gabel mit fünf Zinken. Man kann mit Stolz behaupten, Carl Pott hat nach dem Krieg Besteckgeschichte geschrieben. Unzählige Auszeichnungen und Diplome krönten seine Arbeit. Wir waren die erste Firma, die nach dem Krieg den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler sowie die wieder neu gegründete Lufthansa belieferten. 7 Ich, Hannspeter Pott (geb. 1943), trat 1967 in die Firma ein und durchlief während meiner Lehrzeit als Galvaniseur die gesamte Besteckfertigung. Nach dem Tod meines Vaters im Mai 1985 übernahm ich das Familienunternehmen. Zusammen mit meiner Lebensgefährtin Stefanie Georg modernisierten und rationalisierten wir das Unternehmen. Wir arbeiteten verstärkt mit externen Designern zusammen, vornehmlich mit Ralph Krämer. Zahlreiche neue Besteckmodelle und Accessoires ergänzten das bestehende Sortiment. Auch unter unserer Regie wurde Pott mit zahlreichen Auszeichnungen und Diplomen geehrt. Besondere Highlights waren das Parmesanmesser PICADO und der Spaghettitester AL DENTE. In Ermangelung eines geeigneten Nachfolgers entschloss ich mich 2001, die Firma zu verkaufen. Ein süddeutsches Unternehmen war bis 2006 Eigentümer, bis dieses Pott dann weiter verkaufte an den Besteckhersteller mono in Mettmann, wo ein Teil des Sortiments weiter unter der Marke Pott gefertigt wird. Die Fertigungsstätte auf der Ritterstraße wurde abgerissen und auf dem ehemaligen Firmengelände entstand eine kleine Wohnsiedlung. Der Name der dortigen Stichstraße „Carl-Hugo-Pott-Weg“ erinnert an den ehemaligen Standort der ruhmreichen und weltbekannten Besteckfabrik. Glücklicherweise habe ich altes Archivmaterial nicht vernichtet. Beim Fortzug der Firma nach Mettmann ergab sich die Gelegenheit, das bis weit vor die Zeit des Zweiten Weltkrieges reichende Pott-Archiv dem Deutschen Klingenmuseum zu vermachen. Dort ist ein Teil der Sammlung in einem separaten Ausstellungsraum den Museumsbesuchern zugänglich, der Rest ist in den Depoträumen des Museums untergebracht. In den zwei vorliegenden Bänden ist die komplette Sammlung in Text und zum Teil auch in Bildern aufgelistet – ein Zeugnis kreativen Schaffens der Nachkriegsgeneration. Ich danke dem Museum, insbesondere der Direktorin Dr. Barbara Grotkamp-Schepers, und wünsche mir, dass die Dauerausstellung auch unter zukünftiger Leitung in der jetzigen Form bestehen bleibt und allzeit an das Solinger Vorzeigeunternehmen C. Hugo Pott erinnert. Hannspeter Pott Solingen, Juli 2013

Erscheint lt. Verlag 18.7.2014
Mitarbeit Anpassung von: Antoinette Lepper-Binnewerg
Mitglied der Redaktion: Antoinette Lepper-Binnewerg, Barbara Grotkamp-Schepers
Übersetzer Karen Kühnel
Sprache englisch; deutsch
Maße 200 x 260 mm
Gewicht 2570 g
Einbandart Leinen
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Antiquitäten
Kunst / Musik / Theater Design / Innenarchitektur / Mode
Schlagworte Bestecke • Besteckfabrik • Besteckteile • Carl Pott • Klingenmuseum • Messer • Vorlegeteile
ISBN-10 3-944146-35-2 / 3944146352
ISBN-13 978-3-944146-35-5 / 9783944146355
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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