In der vorliegenden Inszenierung treffen Zwei aufeinander, die schon früher bewiesen haben, dass sie dem Leben eine Menge abgeschaut haben: Luc Bondy und Gert Voss, Granden des Regie- und Schauspieltheaters, Übriggebliebene des letzten, des großen Theaterjahrhunderts. Auf der Bühne des Burgtheaters zu Wien feiern sie ihren "Lear". Umtanzt von einem Narren mit Berliner Rotze am Kittel, Birgit Minichmayr als kongenialem humorvollen Dichterfisch, holt Voss aus zum letzten Gefecht, spielt das große, das tastenreiche Instrument seiner Schauspielkunst aus und gewinnt das Spiel, in dem er vorführt, verlieren zu müssen, wie wir kleinen Menschen in den Publikumssesseln es auch alle tun werden: Wir verlieren das Leben, wenn wir die Liebe verlieren.
"König Lear" widmet sich die Theateredition nach zwei Theaterfilmen wieder der Aufnahme einer Bühneninszenierung, die 2007 im Wiener Burgtheater in der Fernsehregie von Peter Schönhofer entstanden ist: die dichte, hoch aufgelöste Beobachtung einer fein gewirkten Inszenierung. Bonus: Abgeschminkt: Gert Voss im Interview
William Shakespeare (1564-1616) gilt als einer der größten Dichter und Dramatiker der Weltgeschichte. Er verfasste zahlreiche Dramen, Tragödien, Komödien und Gedichte, mit denen er schon zu Lebzeiten Anerkennung und Wohlstand errang. Aber erst in den folgenden Jahrhunderten wurde er zum Prototypen des literarischen Genies, ohne den die Entwicklung der neueren Literatur von Goethe über Brecht bis in die Gegenwart hinein undenkbar ist.
Luc Bondy wurde 1948 in Zürich geboren und wuchs in Südfrankreich auf. Ausbildung in Paris an der Schauspielschule des Pantomimen Jacques Lecoq. Er gilt als einer der führenden Bühnenregisseure der Welt und arbeitet an allen großen Häusern sowohl im Schauspiel als auch in der Oper. Seit 1998 in der Leitung, seit 2002 alleiniger Intendant der Wiener Festwochen.
Gert Voss, geboren 1941 in Shanghai, studierte Germanistik und Anglistik. Danach nahm er Schauspielunterricht und darauf folgten erste Engagements in Konstanz, Braunschweig, München und Stuttgart. Ab 1995 verkörperte er vier Sommer lang die Titelrolle im "Jedermann" bei den Festspielen in Salzburg. Mit Peymann wechselte Voss 1986 ans Burgtheater in Wien und wurde im selben Jahr als "Richard III." gefeiert. Die Inszenierung wurde 1987 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zusammen mit dem Bernhard-Stück, in welchem Gert Voss sogar im Stücktitel vorkommt: Gert Voss überzeugte offenbar auch den Schauspielern gegenüber äußerst kritischen Thomas Bernhard, der ihm und zwei Schauspielerinnen ein eigenes Stück schrieb, das immer noch in der Originalinszenierung gespielt wird: "Ritter, Dene, Voss". Bernhard hatte wie bei "Minetti" die Namen der gewünschten Uraufführungs-Schauspieler in den Titel geschrieben, da er wiederholt erlebt hatte, dass seine Stücke nicht mit seinen Wunschkandidaten besetzt worden waren. Er bekam 1988 den Gertrud Eysoldt Ring, 1988 die Kainz Medaille, 1989 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1992 den Fritz-Kortner-Preis, 1997 Preis des Internationalen Theaterinstituts ITI, 1998 Ernennung zum Kammerschauspieler und im Jahr 2000 bekam er den Nestroy-Theaterpreis, drei weitere Male (2001, 2002 und 2007) wurde er dafür nominiert. Er wurde insgesamt sechsmal von der Jury der Zeitschrift "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres gewählt. Für den Hörverlag las er Thomas Bernhard und Siegfried Unselds "Der Briedwechsel" (2008). Gert Voss stand bis kurz vor seinem Tod im Juli 2014 noch auf der Bühne.
Dr. Andrea Clausen ist Dozentin für Unternehmensethik an der FH Mainz und Dozentin für Praktische Philosophie an der European Business School.
Caroline Peters, geboren 1971 in Mainz, ist Mitglied am Burgtheater in Wien, zweifache Grimme-Preisträgerin und im Fernsehen Spezialistin für komplexe Rollen. Zudem ist sie erfolgreich als Sprecherin tätig.
Klaus Pohl, Jg. 1952, arbeitet als Autor, Schauspieler und Regisseur. Er hat über 40 Theaterstücke und mehrere sehr erfolgreiche Filmdrehbücher geschrieben. Pohl wurde für seine Arbeit als Dramatiker mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit dem Schriftsteller Thomas Brasch drehte er mehrere Filme. Klaus Pohl ist mit der Sängerin Sanda Weigl verheiratet, zwei Töchter: die Autorin Marie Pohl und die Schauspielerin Lucie Pohl. Er lebt mit seiner Familie in New York und in Wien.
Birgit Minichmayr, geboren 1977 in Linz, ist derzeit als freischaffende Theaterschauspielerin für das Wiener Burgtheater, das Münchner Residenztheater, die Berliner Volksbühne und das Hamburger Schauspielhaus tätig. Sie ist aber auch in der Filmwelt zuhause: Sie hatte Rollen in der Bestseller-Adaption Das Parfüm , in Kirschblüten-Hanami von Doris Dörrie, in "Gnade" von Matthias Glasner und in "Das weiße Band" von Michael Haneke. 2009 wurde Minichmayr der Darstellerpreis der Berlinale für ihren Part in Maren Ades Alle Anderen verliehen, 2013 erhielt sie den Kurt-Meisel-Preis. Im Hörverlag ist sie zu hören in den Hörspieladaptionen von Die Blendung von Elias Canetti und Ulysses von James Joyce, sowie als Zelda Fitzgerald in Wir waren furchtbar gute Schauspieler.
| Erscheint lt. Verlag | 23.4.2014 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Theateredition |
| Darsteller | Gert Voss, Andrea Clausen, Caroline Peters, Adina Vetter, Martin Schwab, Klaus Pohl, Birgit Minichmayr |
| Mitarbeit |
Regisseur: Luc Bondy |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 135 x 188 mm |
| Gewicht | 114 g |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Film / TV |
| Kunst / Musik / Theater ► Theater / Ballett | |
| Schlagworte | Bel Air • Bel AirTheater • Belvedere • Film • Klassiker • Lear • Schauspiel • Shakespeare • Theater Edition • Theaterfilm • Wiener Burgtheater |
| Zustand | Neuware |
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