Ausdruckstanz
Künstlerbuch (Hersteller)
978-3-943939-58-3 (ISBN)
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Gilbert & Georg in einer Person, Karl-Ludwig Sauer: Künstlervideo aus dem Jahr 2011 [CD-ROM]. Nachfolgender Text ist für mein Video zu: "Gilbert & George in einer Person" bestimmt, paßt aber auch zu dem hier vorliegenden Video. Einziger, nicht unwesentlicher Unterschied zur Ausgabe Gilbert & Georg in einer Person, ISBN: 978-3943939590 , ist der, daß für das vorliegende Werk, die Kulturstiftung des Bundes einen Förderbeitrag von 125 000 € gesleistet hat. Der Künstler, also icke dankt. Dieses Video spricht für sich und für viele meiner Videografien. Für Menschen, Verbraucher, die gerne Lesen und Zeit für "so was" haben, gebe ich den nachfolgenden Text. Ein Malerbuch mit Zeichnungen begleitet die Ausstellung von Karl- Ludwig Sauer in der Kunsthalle Düsseldorf, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil seines künstlerischen Schaffens und eröffnet nur einen geringen Einblick in die Bildwelt seiner großformatigen Papierarbeiten und Gemälde. Aus seiner Auseinandersetzung mit der Kultur und Geschichte der indianischen Völker, ihrer Beziehung zu den Lebensformen der Naturvölker entstehen Werke, die den Betrachter die Diskontinuität der Entwicklung zwischen menschlicher Zivilisationsform und dem Umgang mit der Natur erfahren lassen und die auf die Zerstörung eines Lebensgefühls hinweisen, das heute nicht nur regressiv betrachtet in objektiven Überlegungen sublimiert werden sollte. Gerade in der Anlehnung an die rituelle Zeichensprache der Indianer zeigen seine Bildgeschichten, daß überkommene Bedeutungszeichen in einem durch künstlerische Setzung veränderten Zusammenhang an Aussagekraft gewinnen, die über die individuelle Verbundenheit zum Gegenstand hinausgehen. Seine Arbeiten und Zeichnungen sind narrativ, sie erzählen von der Entfremdung des Menschen von der Natur, die sich übergreifend auch in der Beziehung der Menschen untereinander widerspiegelt. In der freien Übertragung der geheimnisvollen Bildsprache einer ethnischen und kulturellen Minderheit offenbart sich in besonderem Maße die Vergesellschaftung emotionaler Werte in unserer Zeit. Archaische Formen als Inhaltsträger vergangener Ereignisse oder rituelle Symbole werden mit Darstellungen menschlicher Körper verbunden, die sich in die naturhafte, künstlerisch gesetzte Wirklichkeit einbetten. Aus der Erzählweise und Sprache seiner Arbeiten bildet sich eine additive Struktur heraus, die dem Bildraum eine hermetische Verdichtung und Abgeschlossenheit entzieht. Aber gerade die Offenheit der Bildstruktur ermöglicht dem Betrachter den Einstieg in die Bildwelt. Von verschiedenen Aspekten aus kann er sich ihr nähern und die Aussage des Bildganzen erschließen. Eine Identifikation menschlicher Wesen mit Pflanzen und Tieren umschreibt eine Integrationsfähigkeit, die in unserer Gesellschaft weitgehend verloren gegangen ist. In diesem Sinne bilden die Arbeiten von Karl-Ludwig Sauer auch eine Antithese zu unserer Wirklichkeit, obgleich sie gerade durch den Zusammenhalt ihrer formalen Kunstsprache und der ausdrucksvollen Farbigkeit eine Romantisierung der Natur in unserem hochindustriellen Zeitalter vermeidet. Pflanzen, Tiere oder Menschen werden der mythologischen Bedeutung einer rituellen Zeichensprache enthoben und machen auf einen realen Verlust aufmerksam, den die Menschen leichtfertig und zum Teil unerkannt erlitten haben. Dem bedenkenlosen Fortschrittsglauben wird über Farben und Formen einfühlsam eine sinnliche Erfahrung gegenübergestellt, in der Natur und Mensch sich als einander bedingende soziale Elemente verbinden. Die Dynamik der beiderseitigen Wachstumsprozesse, ihre Entwicklungen und Veränderungen werden in ihrer Vereinzelung sichtbar, doch in der Komposition verschmelzen sie zu einer Aussage. Dabei wird der individuelle Gebrauch einer für uns entlegenen Zeichensprache nicht nur an der Funktionalität für unser Leben gemessen, doch schafft Karl-Ludwig Sauer in seinen Arbeiten eine Transparenz und Bedeutungsdichte, die unmittelbar auf den Betrachter zurückwirkt. Fische, Vögel, Tiere, Pflanzen und Menschen versinnbildlichen die mythologische Dreiteilung in Erde, Luft und Wasser, deren emblematische Funktionen in der Dualität Individuum - Gruppe, Natur - Gesellschaft aufgehen. Nun ist die Naturbezogenheit nicht nur ein Merkmal und Ausdruck von Stammesvölkern. Doch gerade in der sensibilisierten Bildsprache läßt sich die Frage an unser eigenes Verhalten der Natur gegenüber und deren Bedeutung zur Entwicklung unserer Gesellschaft stellen. In den Zeichnungen gerinnt die Natur nicht zu einem Objekt der Neugierde und erfährt den Ausdruck ästhetischer Bewunderung, sondern sie wird Wesenselement menschlicher Existenz. Die weichen Formen, die lebendigen Farben umhüllen die Gegenstände, die den Menschen auf dem Wege nach natürlicher Erfüllung begleiten. In diesem Sinne leben die Arbeiten von der Utopie, heute eine Einheit zwischen Mensch, Natur und Gesellschaft herzustellen, auf der anderen Seite tragen sie aber dazu bei, gerade über die Realität dieses Verhältnisses nachzudenken. So verweist die Bildsprache einer Minderheit auf die Probleme einer Minderheit unserer Zeit, und der künstlerische Ausdruck vermittelt eindringlich seine Zeitgebundenheit. Nicht die naturverhaftete Harmonie steht im Zentrum der Überlegungen, sondern die individuelle Haltung zu unserer Gegenwart. Denn die Struktur der Bilder und ihre Ereignisse verbinden materielle und spirituelle Welten, während die Farben und Formen zu einer erneuten Bewußtwerdung menschlicher Werte hinführen. Die sinnliche Erfahrung des künstlerischen Schaffensprozesses läßt Grenzsituationen erleben, deren Wahrnehmung von der individuellen Öffnung des Einzelnen abhängt. Aber gerade diese Zeichnungen, die großen farbigen Papierarbeiten und auch die Objekte und Gemälde leben von der möglichen Emotionalisierung des Betrachters, von seiner Erlebnisfähigkeit, die gegebenenfalls in eine rationale Auseinandersetzung mündet. Klaus Schrenk Geringfügig überarbeitet von K.-L. Sauer
Was hat Marina Abramowic berühmter „Schinken“...- the-artist-is-present mit meinem Werk gemein... Das erkläre ich, wenn auch nur am Rande in meinem Vortrag, der im Link Vortragskunst zu hören ist.
| Reihe/Serie | Künstlerbuch |
|---|---|
| Darsteller | Karl-Ludwig Sauer |
| Mitarbeit |
Darsteller: Karl-Ludwig Sauer Assistent: Kulturstiftung d. Bundes Cover Design: Karl-Ludwig Sauer Tänzer: Karl-Ludwig Sauer Regisseur: Karl-Ludwig Sauer Produzent: Karl-Ludwig Sauer Kameramann: Karl-Ludwig Sauer |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Theater / Ballett |
| Schlagworte | Antikunst • Bewegung • Documentary-Video • Dokumentarfilm-Video • kunst-video-verlag.eu • Natur • Tanz • Videografie |
| ISBN-10 | 3-943939-58-8 / 3943939588 |
| ISBN-13 | 978-3-943939-58-3 / 9783943939583 |
| Zustand | Neuware |
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