Wir für immer (eBook)
534 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-0814-5 (ISBN)
Alessandra Schreiner schreibt Fantasy mit Herz, Klinge und Flügeln. Ihre Geschichten sind geprägt von starken Charakteren, emotionaler Tiefe und einer Welt, die genauso leuchtet wie sie zerrt. Magie, Intrigen, alte Mächte und die ewige Frage nach dem eigenen Platz im Universum. All das verwebt sie zu Geschichten, die lange nachhallen. In ihrer Für immer Reihe lässt sie eine epische Liebesgeschichte entstehen, die weit über romantische Klischees hinausgeht. Ihre Figuren kämpfen nicht nur gegen Dämonen, sondern auch gegen ihre Vergangenheit, ihre Ängste und das Schicksal selbst. Wenn sie nicht gerade an neuen Kapiteln tüftelt oder Welten zusammenstürzen lässt, findet man sie mit einem starken Kaffee in der Hand irgendwo zwischen Plot-Twist und Charakterdrama.
Noels Sicht
Es war einer dieser Tage, die sich anfühlten wie ein Versprechen. Die Sonne schien warm auf den weißen Sand, eine sanfte Brise trug den Duft des Meeres zu uns herüber, und das Lachen unserer Söhne hallte über den Strand.
Elias und Julien saßen auf Erinas Schoß und beobachteten mit ernster Faszination, wie Lina, Erik und Jordan an einer gigantischen Sandburg arbeiteten.
Der Anblick ließ ein tiefes, glückliches Lächeln auf meinem Gesicht entstehen – ein Gefühl von Frieden, wie ich es lange nicht mehr gekannt hatte.
Endlich durften wir in Frieden leben.
Seit Monaten war alles still. Keine Angriffe, keine dunklen Mächte, die uns bedrohten.
Anfangs hatte ich diese Ruhe misstrauisch betrachtet und war immer wieder in den Palast zurückgekehrt, um mich zu vergewissern, dass keine Gefahr drohte. Doch allmählich begann ich zu glauben, dass es diesmal wirklich ein anhaltender Frieden sein könnte.
Diana seufzte leise und drehte sich neben mir auf der Decke. Mein Blick folgte der Bewegung ihrer nackten Schultern, und ich konnte nicht anders, als die zarten Linien der Abbildung ihrer Flügel auf ihrem Rücken mit meinen Fingern nachzuzeichnen.
Ihr leises Kichern ließ mich schmunzeln, und als sie sich leicht aufsetzte, strahlten ihre braunen Augen wie flüssige Bernsteinperlen im Sonnenlicht.
„Willst du dich nicht ein wenig zu uns legen, Liebling?“, fragte sie sanft, beinahe verspielt, und ihre liebevolle Stimme löste in mir noch immer ein vertrautes Kribbeln aus.
Der Gedanke, dass ich sie wirklich meine Frau nennen durfte und dass ich Angelo genauso lieben konnte, ließ mein Herz für einen Moment schneller schlagen.
„Ich genieße es einfach, euch beim Entspannen zuzusehen“, erwiderte ich und meine Hand glitt sanft über ihre dunklen Haare, bevor ich mich zu ihr beugte und sie zärtlich küsste. „Außerdem muss doch jemand auf euch aufpassen.“
Angelo, der auf ihrer anderen Seite lag, öffnete ein Auge und schnaubte leise. „Worauf musst du aufpassen? … Dass wir keinen Sonnenbrand bekommen?“ Sein Grinsen war frech, und als der Wind durch sein Haar fuhr, sah er wieder einmal aus, als hätte die Sonne ihn selbst gemalt.
Mein Lachen war leise, aber echt – dieser Mann schaffte es immer wieder, mich zu verzaubern – oder herauszufordern.
„Na ja, wir könnten die Zeit auch nutzen, um noch einmal die Taufe durchzusprechen“, schlug ich vor und ließ meinen Blick zwischen ihnen hin und her wandern.
Angelo drehte sich dramatisch stöhnend auf den Rücken.
„Seit Wochen planen wir diese Taufe, Noel. Was willst du denn noch besprechen?“ Sein Ton war genervt, aber das verschmitzte Lächeln, das seine Lippen umspielte, nahm ihm die Schärfe.
Diana boxte ihn spielerisch gegen den Oberarm, bevor sie nach ihrem bunten Sommerkleid griff.
„Noel hat recht. Lass uns den Ablauf kurz durchgehen, damit wir nichts vergessen.“
Sie zog sich das Kleid über den Kopf, und Angelo strich mit einer zärtlichen Geste über ihren flachen Bauch, der noch eine sanfte Rundung zeigte – das schönste Zeichen dafür, dass sie Elias und Julien das Leben geschenkt hatte.
Ein wundervoller Makel ihres Körpers, der diesen für uns nur noch perfekter machte.
Mein Herz füllte sich mit einer warmen Dankbarkeit, die ich kaum in Worte fassen konnte.
„Und warum ziehst du dich dafür jetzt an?“, fragte Angelo schelmisch, und Dianas breites Grinsen ließ mich leise lachen.
„Weil ihr sonst nur abgelenkt seid und euch nicht konzentrieren könnt“, erwiderte sie trocken, bevor sie sich zu ihm beugte und ihm einen sanften Kuss auf die Lippen drückte.
Ich schüttelte den Kopf und konnte mein Lächeln nicht verbergen. „Wo sie recht hat …“ Angelo seufzte schwer, richtete sich aber auf.
„Na gut. Dann lasst uns die perfekten Eltern sein und ein Fest organisieren, das unsere Kinder nie vergessen werden.“, sagte er sarkastisch, aber das breite Grinsen auf seinem Gesicht verriet, dass er genauso viel Freude daran hatte wie wir.
„Also,“ begann Diana. „Die Erzengel bereiten alles für die Zeremonie vor und werden diese gemeinsam leiten… die Taufe an sich, findet unter Ausschluss des Hofstaates statt und nur geladene Gäste dürfen daran teilnehmen…“ Ich nickte. „Alena ist schon seit Tagen mit dem Schmuck für die Kapelle beschäftigt“, ergänzte ich.
Diana und Angelo schauten mich an.
„Wie geht es Alena denn?“, fragte Angelo leise und ich senkte etwas den Blick.
„Ich denke, es geht ihr ganz gut. Ihr kennt sie doch… sie ist stark und lässt sich nicht unterkriegen. Und außerdem möchte sie unbedingt eine Soldatin werden.“
Ich seufzte tief.
Alena war wirklich ein tapferes junges Mädchen und hatte die Entführung durch Ravenna und die Qualen, die sie hatte erleiden müssen, ganz gut verarbeitet.
Aber ich wollte sie mir wirklich nicht kämpfend auf einem Schlachtfeld vorstellen.
Diana griff nach meiner Hand und drückte sie leicht. „Ist sie nicht noch ein wenig zu jung dafür?“
Ich nickte erneut. „Ja, aber sie lässt sich nicht von dieser Idee abbringen und verbringt fast den ganzen Tag damit, zu trainieren und sich alte Strategiepläne von mir anzusehen.“
„Na, dann ist es ja gut, dass sie grade noch eine andere Aufgabe hat und sich mit um die Vorbereitungen für die Taufe kümmert.“, lächelte mich Angelo aufmunternd an und Diana ergänzte: „Sie wird ihren Weg gehen und wir sollten versuchen, sie dabei so gut wir können zu unterstützen.“
Ihre Stimme war einfühlsam und ich schaute ihr einen Moment lang nachdenklich in die Augen.
„Sagst du dir das auch selbst, um dich darauf vorzubereiten unsere Söhne auf ihrem Weg zu begleiten?“,
fragte ich schließlich und sie lachte. „Glücklicherweise haben wir dafür noch ein wenig Zeit. Aber ja, … auch Elias und Julien werden unsere Unterstützung brauchen, wenn sie alt genug sind, um ihr Schicksal anzunehmen.“
Eine beklemmende Stille legte sich über uns, während wir zu unseren Kindern schauten, die mit großen Augen, die Elementis bei ihrem Projekt beobachteten.
„Du hast recht, Diana… glücklicherweise habe wir noch etwas Zeit.“, sagte Angelo leise.
„Okay, … zurück zur Planung“, holte er uns schließlich aus unseren schweren Gedanken.
„Für die Feierlichkeiten im Anschluss, habe ich die Sicherheitsvorkehrungen überprüft und würde sie noch mit Erik besprechen. Vielleicht erhöhen wir sie auch noch ein wenig.“, erklärte ich und Diana zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Noel, glaubst du wirklich, dass das nötig ist? Seit Monaten ist alles friedlich und du überprüfts noch immer wöchentlich die Berichte über eventuelle Hinweise auf neue Aktivitäten der dunklen Mächte.“
„Ich finde, Noel hat recht. Wir sollten uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Nur weil es aktuell keine Bedrohung gibt, heißt das nicht, dass die dunklen Mächte nicht doch noch einen erneuten Angriff auf uns und die Zwillinge planen.“, pflichtete Angelo mir bei und ich warf ihm einen dankbaren Blick zu.
Dianas Gesicht wurde traurig und ich legte einen Arm um sie.
„Wird das immer so weitergehen?“, fragte sie leise und schaute zu mir auf. Ich konnte ihr keine Antwort auf diese Frage geben, aber ich wusste, dass die Zwillinge so lange in Gefahr waren, bis sie ihre Fähigkeiten einsetzen und sich selbst verteidigen konnten. Und vermutlich würden wir sie auch dann noch beschützen.
„Lass uns einfach die Zeit der Ruhe, die wir jetzt haben, genießen und trotzdem wachsam bleiben.“, flüsterte ich und küsste sie auf ihren Haarschopf.
Sie lächelte leicht und sprach dann mit fester Stimme weiter.
„Vielleicht sollten wir uns auch überlegen, ob wir uns während der Feierlichkeiten nicht endlich dem Hofstaat offiziell offenbaren wollen.“, schlug sie vor.
Angelo lachte laut auf. „Glaubst du wirklich, dass es noch irgendjemandem im Schloss gibt, der noch nicht von unserer Heirat erfahren hat?“
Ich stimmte in sein lachen ein.
Die Gerüchteküche brodelte bereits seit langem, sowohl bei den Bediensteten im Palast als auch bei den Soldaten.
Diana lachte nun ebenfalls ein wenig.
„Wäre das dann nicht noch ein Grund mehr, es endlich zu verkünden?“
Ich verstand ihren Einwand und war es allmählich auch satt, dass die anderen Engel ständig hinter vorgehaltener Hand über uns tuschelten.
Und Angelo schien es ähnlich zu gehen, denn er stimmte Dianas Idee zu.
„Du hast recht, wenn sich die Möglichkeit ergibt, werden wir es dort offiziell machen.“
Er nahm ihre Hand und küsste ihren Handrücken sanft.
„Dann müssen wir also nur noch die außerwählten Pateneltern...
| Erscheint lt. Verlag | 10.10.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | "Für immer..." |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch |
| Schlagworte | Engel • Erzengel • Himmel • Liebe • Schicksal |
| ISBN-10 | 3-6951-0814-2 / 3695108142 |
| ISBN-13 | 978-3-6951-0814-5 / 9783695108145 |
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