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Eddas zufällige Verstrickung in ein gefährliches Abenteuer -  Katrin Wahl

Eddas zufällige Verstrickung in ein gefährliches Abenteuer (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
196 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-3796-1 (ISBN)
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7,49 inkl. MwSt
(CHF 7,30)
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Wir schreiben das Jahr 1392 an der Nordseeküste im Herzogtum Schleswig. Ein Fremder in der Nacht, eine geheimnisvolle Nachricht und ein sonderbarer Junge katapultieren die dreizehnjährige Edda in ein gefährliches Abenteuer, in der ihr so manche Situation ausweglos erscheint. Doch sie erkennt, dass man fast alles schaffen kann, wenn man nicht aufgibt und Freunde hat, die einem helfen.

Katrin Wahl ist 1977 in Nordfriesland geboren. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihren Tieren in einem kleinen Dorf an der Nordseeküste, wo sie mit großer Leidenschaft Kinder- und Jugendromane mit viel Lokalkolorit schreibt.

5


Zu spät


Die Hütte des Jungen wirkte verlassen. Die Fensterläden waren geschlossen und über dem Dach, auf dem sich gerade zwei laut kreischende Sturmmöwen niedergelassen hatten, stieg kein Rauch mehr auf. Edda beschlich das ungute Gefühl, dass sie zu spät gekommen war.

Sie stieg vom Pferd und klopfte zweimal heftig mit der Faust gegen die Holztür, doch nichts regte sich.

Mit Ventus am Zügel, sah sie sich auf dem Grundstück genauer um. Hinter der Hütte fand sie noch ein kleines, etwas heruntergekommenes Stallgebäude, dessen Tür weit offen stand. Dort wurden bestimmt schon länger keine Tiere mehr gehalten, denn alles im Stall war von einer dicken Staubschicht überzogen und die Balken waren schon ziemlich marode und reparaturbedürftig.

So ein Mist, dachte Edda verärgert, er scheint nicht mehr hier zu sein!

Sie band den Hengst an einem Eisenring fest, der in der hinteren Stallwand verankert war und ließ den Zügel lang genug, damit er noch bequem die Grashalme erreichen konnte. Anschließend lief sie zur Hütte zurück, vielleicht würde sie ja dort irgendeinen Hinweis finden, der ihr bei der Suche nach dem Jungen und Flocke weiterhelfen könnte.

Jaro hüpfte derweilen neugierig auf dem Grundstück herum und beschnüffelte alles, was ihm unter die Nase kam.

Im Inneren der Hütte war es stockdunkel. Erst als Edda die Tür weit öffnete, fiel genug Tageslicht hinein, so dass sie sich umsehen konnte.

Als sie die Feuerstelle entdeckte, ging sie zielstrebig darauf zu. Für nur wenige Sekunden hielt sie ihre Hand dicht über die dunkle Asche. Die Glut war bereits erloschen und die restliche Kohle nur noch lauwarm, er musste also schon vor längerer Zeit aufgebrochen sein und es schien, als hätte er sein ganzes Hab und Gut gleich mitgenommen, denn die Regale an den Lehmwänden waren wie leergefegt. Gegenüber der Matratze, auf der nicht mal mehr eine Decke lag, stand eine große Holztruhe. Vorsichtig öffnete Edda den Deckel und warf einen Blick hinein. Lieblos zusammengeknüllt lag dort ein völlig eingestaubtes Kleidungsstück. Edda nahm es heraus und schüttelte es kräftig aus, bevor sie es dann vor sich über die vordere Kante des geöffneten Deckels hängte.

Es war ein sandfarbener Waffenrock aus Leinen, der an einigen Stellen schon von Motten zerfressen war. Die Vorderseite war mit einem schildförmigen Wappen bestickt, auf dem links die blauen Form einer Burghälfte auf goldenem Grund und rechts ein goldener Bischofsstab auf blauem Grund abgebildet war.

„Wer bist du?“, fragte sich Edda laut. Der unbekannte Junge kam ihr immer geheimnisvoller vor.

Plötzlich hörte sie fernes Hufgetrappel, dass schnell näher kam, bis es schließlich direkt vor der Hütte abrupt verstummte.

Edda ergriff Panik, sie war nicht mehr allein. Doch um noch nach draußen zu verschwinden, war es jetzt zu spät. Hektisch sah sie sich in der Hütte nach einem guten Versteck um. Ihr erster Gedanke war, in die Truhe zu steigen, aber das fand sie dann doch zu riskant, denn würde man sie dort finden, säße sie in der Falle.

Es blieb ihr nur noch die Nische hinter der Tür. Schnell huschte sie dorthin. Kurz darauf näherten sich schwere Schritte und schon im nächsten Moment verdunkelte der Schatten eines unbekannten Mannes den Raum.

Edda presste ihren Körper ganz fest an die kalte Wand.

Ihr Herz schlug schnell und kräftig, wie das einer kleinen Maus, die einen Jäger gewittert hatte.

Ein paar Sekunden verharrte die Gestalt in der offenen Tür, dann trat sie auf die Feuerstelle zu, zog einen der schwarzen Lederhandschuhe aus und hielt die Hand dicht über die Kohlen, genau, wie Edda es getan hatte.

Voller Zorn schlug der Fremde gegen den kleinen Topf neben der lauwarmen Asche, der scheppernd zu Boden fiel. Dabei stieß er laut irgendwelche Flüche in dänischer Sprache aus.

Erschrocken fuhr Edda in ihrem Versteck zusammen.

Als der Unbekannte dann vor der geöffneten Truhe stand und sich das Waffenkleid genauer ansah, dass noch über dem Truhendeckel hing, konnte sie durch ein kleines Astloch in einem der Türbretter einen heimlichen Blick auf ihn erhaschen. Es handelte sich um einen großen, gut gekleideten Mann. Über seinen Hosen und einem rot eingefärbtem Leinenrock, den er mit einem Gürtel aus Leder in der Taille zusammengebunden hatte, trug er einen schweren Wollmantel mit aufgezogener Kapuze, so dass Edda sein Gesicht nicht richtig sehen konnte. Seine Füße zierten spitz zulaufende dunkle Lederstiefel, die fast bis zu seinen Knien reichten. Unter dem Saum seines Mantels schaute die metallene Spitze einer aus Leder gefertigten Schwertscheide hervor. Der tiefen Stimme und der Art seines Ganges nach zu urteilen war der Mann schon etwas älter.

Ein echter Ritter, dachte sie ehrfürchtig. Ihr Großvater hatte ihr viele Geschichten über die ehrenhaften Krieger erzählt und fast genau so hatte Edda sie sich auch immer vorgestellt, nur die schwere, eiserne Rüstung fehlte noch. Aber was sucht der hier?

Jaros lautes Gebell riss sie aus ihren Gedanken.

Oh nein, Jaro, den hatte sie ja völlig vergessen. Im nächsten Moment trabte der junge Windhund auch schon fröhlich hechelnd durch die Tür. Bevor Edda bewusst wurde, was gerade passierte, hatte er sie bereits aufgespürt und sich schwanzwedelnd vor sie hingesetzt.

Natürlich hatte auch der Ritter sie jetzt sofort bemerkt.

Mit großen energischen Schritten kam er auf sie zu, die großen Hände schon nach ihr ausgestreckt, um sie zu packen.

Ohne lange zu überlegen, duckte Edda sich unter seinen Armen hindurch und rannte hinaus, dabei stieß sie, geblendet vom grellen Sonnenlicht, fast mit einem jungen Burschen zusammen, den sie bis dahin noch gar nicht bemerkt hatte.

So schnell sie konnte, lief sie hinter dem Haus entlang zu Ventus, den die Männer zum Glück noch nicht entdeckt hatten.

Hektisch band sie ihn los, doch wie sollte sie so schnell auf seinen Rücken kommen? Verzweifelt sah sie sich nach etwas um, was sie als Aufstiegshilfe verwenden konnte, aber da war nichts. Okay, dann musste es eben ohne gehen, dachte sie. Aber sie wusste, dass ihr nur ein einziger Versuch blieb, sich auf den Pferderücken zu schwingen, denn sicher würden der Ritter und sein vermeintlicher Knappe gleich bei ihr sein.

Mit festem Griff nahm sie einen Büschel von Ventus’ Mähne und versuchte, sich mit einem Satz auf seinen Rücken zu schwingen. Doch sie schaffte es nicht ganz nach oben, nun hing sie seitlich am Pferdekörper und musste sich das letzte Stück an der Mähne hochziehen, während der Hengst unruhig zu tänzeln begann. Als sie dann endlich oben war, kamen auch schon ihre beiden Verfolger um die Ecke gerannt.

In letzter Sekunde ließ Edda die Zügel locker, dabei schnalzte sie laut und gab dem Hengst einen kräftigen Hieb mit ihren Waden. Das temperamentvolle Pferd reagierte ohne zu zögern und stürmte in gestrecktem Galopp davon.

Jaro, dessen Leidenschaft das Rennen war, folgte ihnen auf dem Fuß.

Edda musste sich gut festhalten und die Knie so gut sie konnte an Ventus’ Körper pressen, um bei der Geschwindigkeit nicht das Gleichgewicht zu verlieren, in so einem hohen Tempo war sie mit Flocke noch nie unterwegs gewesen.

Erst als sie sich schon ein ganzes Stück vom Hof entfernt hatten, wagte sie es, noch immer zittrig vor Aufregung, den Hengst anzuhalten, um sich nach den Männern umzusehen. Doch überraschenderweise waren ihr die beiden gar nicht gefolgt.

Erleichtert, aber auch enttäuscht, dass sie Flocke nicht wie erhofft zurückbekommen hatte, trat sie den Heimweg an. Auf dem Ritt drehte sie sich immer mal wieder um, nur um sicherzugehen, dass der Ritter und sein Knappe ihr nicht doch noch hinterher kamen.

„Oh nein, auch das noch“, stöhnte Edda, als sie zwei Männer auf einem Ochsenkarren vor ihrer Hütte entdeckte. An der Kleidung konnte sie schnell erkennen, dass es der Pfarrer und der Nachtwächter waren.

Offensichtlich war genau das eingetreten, was Edda schon befürchtet hatte, der Nachtwächter hatte sie in der letzten Nacht tatsächlich erkannt und nun waren er und der Pfarrer gekommen, um sie wegen des Toten vor dem Kirchentor zur Rede zu stellen.

Edda lenkte Ventus in die entgegengesetzte Richtung und ritt zu dem kleinen, nahegelegenen Wäldchen, von dem aus sie den Hof gut im Blick hatte. Dort wollte sie abwarten, bis die beiden wieder verschwunden waren.

Kurz nach Sonnenuntergang brachen sie dann schließlich unverrichteter Dinge wieder auf.

Das wurde aber auch Zeit, dachte Edda, sie war so müde und durchgefroren, dass sie es kaum noch erwarten konnte, endlich wieder nach Hause zu kommen.

Nachdem sie die Tiere gefüttert hatte, ging sie ins Haus und verriegelte sie sicherheitshalber die Tür, zündete ein wärmendes Feuer an und ließ sich erschöpft mit einer Schale Haferbrei auf ihre Strohmatratze fallen. Jaro kuschelte sich sofort zu ihr.

Was soll ich jetzt bloß machen?, überlegte sie ratlos.

Im...

Erscheint lt. Verlag 29.8.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch
ISBN-10 3-6951-3796-7 / 3695137967
ISBN-13 978-3-6951-3796-1 / 9783695137961
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