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Lila Blue -  Smilla Butterblume

Lila Blue (eBook)

Elfenzauber im magischen Garten
eBook Download: EPUB
2025 | 5. Auflage
192 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-1615-2 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
6,99 inkl. MwSt
(CHF 6,80)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Lila Blue glaubt, ganz normal zu sein, bis eine Mücke sie sticht und alles verändert. Plötzlich sieht sie Dinge, die andere nicht sehen: sprechende Pflanzen, Elfenstaub, magische Wesen. Und einen uralten Garten, der in Gefahr ist. Als ein geheimnisvoller Vertrag auftaucht und ein mächtiger Frosch finstere Pläne schmiedet, steht Lila vor ihrer größten Herausforderung: Sie muss beweisen, dass sie unschuldig ist und entdeckt dabei das Geheimnis ihrer Herkunft. Mit Witz, Mut und der Hilfe von Freunden stellt sie sich ihrer Angst, und der Dramaqueen in ihrem Bauch. Ein spannendes, magisches Abenteuer über Selbstvertrauen, Freundschaft und die Kraft, zu sich selbst zu stehen.

Smilla Butterblume ist ein zweiter Name von Hartmut Bieber. Hartmut Bieber ist ein erfahrener Illustrator und Autor.

3
BESUCH VON TANTE BELLATRIX


Am Nachmittag stürmte Tante Bellatrix in unser Haus. Ganz unerwartet. Hatte sie etwa gehört, dass ich krank war?

Sie sah ziemlich aufgewühlt aus.

»Oh nein!«, rief Paps aus der Küche. »Bellatrix Krauskopf kommt – ausgerechnet.«

»Schick sie weg. Paps! … Schick Bellatrix weg!«, rief Vicky und kam gerade zur Tür herein. Sie warf ihre Schultasche wie immer auf die Treppe.

»Das kann ich doch nicht machen«, sagte Paps.

»Lila, wappne dich. Bellatrix ist im Anmarsch!«, rief Vicky. Meine Schwester ließ die Haustür offen stehen und verschwand in ihrem Zimmer. Tante Bellatrix kam in den Hausflur.

»Ich muss mit Lila sprechen!«, sagte sie und schnaufte aus allen Löchern.

Paps schüttelte den Kopf. »Bella, nimm dich in Acht. Treib es nicht zu weit! Ich gebe dir fünf Minuten.«

Tante Bellatrix holte tief Luft und setzte sich zu mir auf das Sofa. Sie öffnete eine Tüte Zwieback, die sie mitgebracht hatte und in der sie ein paar Kartoffelchips mit Peperoni-Pulver versteckt waren. Scharf!

»Lila, hör mal, … «, flüsterte Tante Bellatrix und beugte sich vor, »der magische Garten ist in Gefahr. Du weißt doch, dass die Leute es nicht mögen, wenn sich jemand darin aufhält! – Du riskierst zuviel. Ich werde den Garten und mein schönes Bügeleisenhaus verlieren, wenn du wirklich eine Verräterin bist!«

Tante Bellatrix

»Ja ... nein … wieso?«, stotterte ich. Wieso ich? Ich war totaltotal verwirrt.

»Hää? Ich eine Verräterin? Wer behauptet das?«

Ich hatte in den Sommerferien fast jeden Tag im magischen Garten gespielt und nie hatte es irgendwen gestört.

»Lila Blue, schau mich an! Du warst in den letzten Wochen jeden Tag dort, obwohl es verboten ist. Sag mir genau, was du dort getan hast. Bist du eine Verräterin? Ich kann nicht glauben, was sich die Leute im Dorf erzählen.«

Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wovon Tante Bella sprach.

Paps stand in der Wohnzimmertür und schüttelte den Kopf.

»Bella, hör mit dem Unsinn auf. Es reicht. Lass Lila in Ruhe«, sagte er.

Vicky kam aus ihrem Zimmer und zwängte sich an Tante Bellatrix vorbei. »Was ist denn hier los? War Lila wieder in deinem verwunschenen Garten?«

»An den Gerüchten ist hoffentlich nichts dran«, hauchte Tante Bella in mein Ohr.

»Jetzt reicht es aber«, sagte Paps und schob unsere merkwürdige Tante zur Tür. Samson jaulte und sprang zu mir auf das Sofa. Tante Bellatrix verließ unser Haus.

Sie war nicht wirklich unsere Tante – ich meine, nicht die Tante von Vicky und mir. Ab und zu kam sie vorbei und brachte etwas für Samson mit. Das mit Samson war damals eine große Sache. Sie hatte den Bernhardiner von einer Nachbarin übernommen, die im Krankenhaus gestorben war und hätte den Hund gern selbst behalten, aber in dem winzigen Bügeleisenhaus in dem sie wohnte, war das nicht erlaubt.

Das Haus gehörte der Gemeinde, hatte nur zwei Zimmer – eins unten und eines oben – das Badezimmer – und Samson konnte schlecht in der Badewanne leben! Und in den Garten hinter dem Haus durfte er nicht, wegen der wilden Blumen. Tante Bellatrix behauptete sogar, Hunde und Kinder würden die Elfen stören, wenn sie im magischen Garten spielen.

So kam es, dass Samson zu uns kam. Paps war zuerst gar nicht begeistert und stöhnte:

»Soviel wie dieses Tier fressen wird, müssen wir auf einiges verzichten. Zuerst auf Gummibärchen.«

Das war uns recht, wenn wir nur Samson behalten durften! Schon ein ganzes Jahr lebte er jetzt bei uns und gehörte vom ersten Tag an zur Familie. Paps war längst sein größter Fan und gab ihm immer viel zu viel Futter.

Samson jaulte auf. Es hörte sich wieder an wie Oh-Nein! Ganz furchtbar schrecklich.

Jaulte er jetzt wegen mir oder wegen Tante Bellatrix oder wegen der Leute im Dorf? Was hatte Tante Bellatrix gemeint, als sie mich Verräterin nannte.

Was sollte ich denn verraten haben?

Samson jaulte noch mal auf.

Oh nein, dachte ich. Hab ich was verbrochen?

Die Dramaqueen in meinem Bauch hatte große Freude an diesen zwei kleinen Worten. Sie tat so, als ob sie ihr gehörten und nervte mich gewaltig. Das blöde war nur, dass die Dramaqueen für Vicky und Paps unsichtbar war.

Ich sprang vom Sofa auf und lief auf die Terrasse. Es war Anfang September, und es war immer noch richtig heiß. Samson trottete hinter mir her und legte sich unter die Hortensien in den kühlen Schatten.

»Tante Bellatrix?«, rief ich. »Bist du noch da? Ich muss dir was sagen!«

Zu spät. Eben verschwand sie auf ihrem klappernden Fahrrad hinter unserer Hecke.

»Lila! Du sollst dich ausruhen!«, rief Paps mit dem Wäschekorb unterm Arm, als er mich im Vorgarten sah.

Bellatrix war längst weg. Ich legte mich, Paps Anweisung folgend, auf die Gartenliege. Er hängte die Wäsche zwischen den Obstbäumen auf. Ich wusste, er würde mir nicht erlauben, Tante Bella nachzulaufen.

Ich blieb auf der Liege und chillte bis kurz nach drei. Total langweilig …

Soll ich warten, bis Paps in den Keller geht? Oder abwarten, bis er Fußball guckt?

Paps nahm den leeren Wäschekorb unter den Arm und verschwand über die Außentreppe in den Keller.

Meine Chance!

Ich setzte mich – wartete einen Moment ab. Im Schlafanzug wollte ich nicht durchs Dorf laufen. Dann schlich ich in mein Zimmer, stülpte meinen Lieblingshoody über und schlüpfte in meine Sneakers.

Ich musste schnell sein. Samson döste in der Sonne und Paps war beschäftigt. Er würde gar nicht merken, wenn ich ...

»Lila! Bleib hier. Wo willst du hin!«, rief Paps hinter mir her, als ich über den Gartenzaun kletterte.

»Samson, lauf und pass auf Lila auf!«

Doch Samson blieb im Schatten und döste weiter.

Während ich zum Bügeleisenhaus lief, kreisten zwei Worte in meinem Kopf. Oh nein!

OH NEIN – hört sich echt schlimm an – wenn ich gemeint bin. Dramaqueen sei still, du nervst gewaltig!

Ich rannte schneller und bald brannten meine Oberschenkel. Aber es machte mir nichts aus – obwohl es sich anfühlte, als würden hundert kleine Messer hineingestochen. Ich rannte weiter, denn dieses Oh Nein in meinem Kopf war viel schlimmer als das Brennen in meinen Beinen.

Ich musste die ganze Zeit daran denken, wie bleich Tante Bella ausgesehen hatte, als sie mich Verräterin genannt hatte.

Glaubte sie das wirklich?

Als ob ich je etwas verraten würde. Auf so eine Gemeinheit hatte ich keine Lust.

Aber so eine schwere Anschuldigung wollte ich nicht einfach auf mir sitzen lassen.

Ich rannte noch ein bisschen schneller.

Was ist denn so schlimm daran, wenn ich im magischen Garten bin? Was reden die Leute im Dorf über mich?

Ich dachte immer, Kindern sei erlaubt, im Garten hinter dem Bügeleisenhaus zu spielen. Es ist so schön dort. Am schönsten ist der mächtige Baum.

Ich liebe diesen Garten. Ich spiele so gern im Schatten der alten Eiche. Manchmal sprach ich sogar mit den Blumen.

Soll das jetzt Alles vorbei sein?

Ich stellte mir oft vor, dass mir die Blumen zuhören. Ja – dass der ganze Garten mir zuhörte, wenn ich ihnen etwas erzählte oder für sie sang. Eine Königin in einem prachtvollen Schloss konnte sich nicht besser fühlen – nicht besser als ich im magischen Garten, wenn ich dort alle Zeit vergaß.

Einmal hatte ich Tante Bella gefragt, wem der magische Garten gehört.

»Dieser Ort gehört niemandem außer sich selbst!«, hatte sie geantwortet.

So richtig verstanden hatte ich das nicht.

Wenn er doch niemandem gehört, dann kann ich doch auch darin spielen, oder? Warum solle dann irgendwer etwas dagegen haben?

Paps meinte, als ich ihn einmal danach fragte: » Die Eigentümer des Grundstücks sind seit Urzeiten unbekannt. Man kann keine Erben mehr finden. Deshalb gehören der Garten und das Bügeleisenhaus der Dorfgemeinde.«

Damit war die Sache für mich eigentlich geklärt:

Der Garten gehört der Dorfgemeinde – also auch mir. Und den Schmetterlingen. Den Bienen. Den Blumen. Und dem uralten Eichenbaum sowieso.

Und natürlich – den Elfen.

Ob es sie wirklich gibt? dachte ich.

Bisher hatte ich noch keine einzige entdeckt.

Atemlos erreichte ich das Bügeleisenhaus, in dem Tante Bella wohnte. Ich traute mich nicht zu klingeln. Ihr Klapper-Fahrrad lehnte an der Hauswand. Efeu wucherte über die Sandsteinmauer.

Die kleine Holztür, die in den Garten führte, ließ sich leicht öffnen. Ich kroch hinter die zwei Mülltonnen, schob das Efeu beiseite – und war drin.

Ich wollte wissen, ob alles in Ordnung war.

Vielleicht wusste der alte Eichbaum, warum Tante...

Erscheint lt. Verlag 17.7.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch
ISBN-10 3-8192-1615-4 / 3819216154
ISBN-13 978-3-8192-1615-2 / 9783819216152
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