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Ferdinand, ein wahrer Angst-Hase, der Mut macht - Max Sievers

Ferdinand, ein wahrer Angst-Hase, der Mut macht (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
114 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-8954-5 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Kann man Angst in Mut verwandeln? Da hat der junge Hase Ferdinand zunächst erhebliche Zweifel. Und dass er, mit seinen außergewöhnlich langen Ohren, ein wahrer Angst-Hase sein könnte, der genau diese Fähigkeit besitzt, mag er anfangs auch nicht so recht glauben. Gemeinsam mit seinen Freunden, der zu Beginn noch ängstlichen Maus Malte, dem plappernden Fledertier Giulia und der cleveren Motte Henriette, begibt sich Ferdinand auf ein Abenteuer voller neuer Erfahrungen, Freundschaft und Selbstfindung. Einfühlsam und wunderbar bebildert erzählt dieses Buch eine Geschichte über die Vorzüge des Andersseins, über Ängste und darüber, wie Ferdinand sie in Stärke und Mut verwandeln kann. Und das alles 100% KI-frei.

Max Sievers, Jahrgang 1961, hat schon immer gerne Geschichten erfunden. Nun hat er eine dieser Geschichten endlich auch zu Papier gebracht. In seinem ersten kreativen Leben hatte er sich der Musik verschrieben und über zwanzig Jahre lang eine Salsaband geleitet. Mit Begeisterung, mit Leidenschaft und mit viel Liebe zum Detail. Unter den gleichen Vorzeichen hat er nun sein erstes Buch veröffentlicht und dabei festgestellt, dass das Aufschreiben von Geschichten noch mehr Spaß macht, als sie sich nur auszudenken.

Glücklich und auch ein bisschen stolz ging Ferdinand an diesem Abend ins Bett. Was heißt „ging“? Natürlich stolperte er zwischendurch immer wieder über seine viel zu langen Ohren. Aber das war er ja gewohnt, und an diesem Abend freute er sich sogar darüber.

Das war allerdings nicht immer so gewesen …

Als Ferdinand geboren wurde, trauten seine Eltern ihren Augen nicht. Seine Ohren waren damals schon so lang wie die Ohren seiner Mutter und sie würden wohl noch weiterwachsen.

„Sehr erstaunlich“, hatte die Großmutter damals bemerkt, „überaus erstaunlich. Allerdings: Er ist, wie er ist, und so, wie er ist, ist er gut. Punkt.“

Eines Tages waren seine Ohren dann aber so lang geworden, dass Ferdinand beim Laufen häufiger über sie stolpern musste. Beim Sport war dies besonders hinderlich, aber Ferdinand war ein gewitztes Kerlchen und band sich die Ohren wie zu einem Pferdeschwanz mit einem roten Tuch zusammen. Ein rotes Stofftuch, auf das ihm seine Großmutter sogar seinen Namen gestickt hatte. Das Tuch hatte er immer dabei, denn man wusste ja nie, wann man mal rennen musste. Wenn er dann rannte (und er konnte richtig schnell rennen), flogen die Ohren hinter ihm her, als würde er während eines Sturms am Strand stehen.

„‚Ferdinand‘ wird übrigens französisch ausgesprochen“, betonte seine Mutter gern und oft. Sie hatte darauf bestanden, „weil ein so besonderes Kind auch einen ganz besonderen Namen verdient hat.“ So pflegte sie zu sagen. Wenn sie versuchte anderen Leuten beizubringen, wie ‚Ferdinand‘ ausgesprochen wurde, hatte sie diesen sehr speziellen, singenden Klang in ihrer Stimme.

„Ferdinand … Ferdinand … mit einem weichen, französischen ‚on‘ und einem stillen, nicht hörbaren ‚d‘ am Ende.“ Man müsse die Lippen ein wenig spitz zusammenführen dabei. (Was allerdings mit Hasenzähnen gar nicht so einfach war.)

Ferdinand selbst war dieses Gehabe stets ein wenig peinlich. Seine Ohren fand er schon ‚besonders‘ genug und dass seine Mutter die ganze Welt immer noch zusätzlich auf alles ‚Besondere‘ an ihm aufmerksam machen musste, fand er eher lästig.

Leider gab es auch jene, die sich wegen seiner überlangen Ohren über Ferdinand lustig machten. Sie nannten ihn „Stolper-Ferdi“ oder fragten gern auch mal kichernd, ob er denn mit seinen großen Ohren ganz besonders gut hören könne.

Das machte Ferdinand dann traurig und ab und an fragte er sich, warum nun gerade er mit dieser besonderen Eigenheit gesegnet war. Niemand konnte ihm darauf eine Antwort geben, nicht einmal seine Großmutter, die sonst doch so, so viele Dinge wusste.

„Lass dich nicht ärgern, Ferdinand“, tröstete sie ihn, wenn die anderen wieder mal über ihn gelacht hatten. „Du bist eben …“

„Ja, ja“, murmelte Ferdinand dann und hörte schon gar nicht mehr hin, „… etwas ganz Besonderes … Toll!“

Wer hatte bloß an diesem schönen Frühlingstag sein rotes Tuch verlegt? Es war einfach nicht zu finden und dabei hatte er gerade heute so viel Lust aufs Rennen. So richtig rennen … durch den Garten, die Straße entlang, den Hügel hinauf und wieder zurück. Aber verflixt, das rote Tuch war nicht da. Nicht in der Hosentasche, wo es eigentlich immer war, und auch nicht in der Wäsche, wo es manchmal war, wenn es eben nicht in der Hosentasche steckte. Es war einfach verschwunden. Wie sollte er denn jetzt rennen? Er musste unbedingt das Tuch finden und suchte überall. Sogar im Keller, obwohl es dort unmöglich sein konnte. Das ganze Haus durchsuchte er, schaute in den hintersten Ecken nach und war mittlerweile schon auf dem Dachboden angekommen.

Eigentlich fühlte er sich hier oben gar nicht wohl. Auf dem Dachboden roch es immer ein bisschen muffig und es gab nur ein schummriges Licht, wodurch sich Ferdinand hier noch öfter auf die Ohren trat als üblicherweise. Also stolperte er eher über die alten Holzdielen, was der Suche nach seinem Tuch nicht wirklich dienlich war.

Ganz hinten, in einer kleinen Nische, stieß er hinter einer alten Kiste auf ein sehr merkwürdiges, anscheinend überaus altes Buch. Völlig verstaubt war es, mit einem Einband aus Leder, in den etwas eingeprägt war.

Seit vielen Generationen war dieses Buch schon im Besitz der Familie, war aber seit sehr langer Zeit nicht mehr in Erscheinung getreten.

Im Dunkel der Nische war nicht zu erkennen, was auf dem Buch genau abgebildet war. Ein Gesicht? Ferdinand musste das Buch ins Licht bringen, um zu erkennen, was es damit auf sich hatte.

Plötzlich war das rote Tuch ganz aus seinen Gedanken verschwunden, denn im Licht zeigte sich nun die Abbildung eines Hasen. Ein Hase, der exakt die gleichen, sehr langen Ohren hatte wie Ferdinand.

Das war schon ein bisschen unheimlich, aber Ferdinand verspürte keine Angst. Das war auch etwas, was ihn von allen anderen Hasen schon immer unterschieden hatte. Angst kannte er kaum. Eigentlich nur, wenn er befürchten musste, wieder einmal über seine Ohren zu stolpern, und die anderen ihn dafür auslachen würden.

Mutig schlug er das Buch auf und begann zu lesen.

Er las laut vor. Nicht richtig laut, aber eben so, wie er seiner kleinen Schwester jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorlas. Er liebte es, vorzulesen, und wenn es nur für ihn selbst war. Außer ihm war ja sonst niemand hier.

In dem Buch stand nun Folgendes:

Dieses Buch ist nur für Angst-Hasen und nur ein wahrer Angst-Hase kann dieses Buch finden und lesen. Anderen bleibt dieses Buch verborgen. Also, mein Freund, wirst du wohl ein echter Angst-Hase sein.

Ferdinand stutzte. Meinte das Buch etwa ihn? Er sei ein Angst-Hase?

„Das ist ja unerhört“, dachte er bei sich und wollte das Buch schon wieder zuschlagen. „Ich werde mich ja wohl von einem Buch nicht beleidigen lassen!“ Er wollte sich eigentlich nicht einmal mit einem Buch unterhalten, schon gar nicht, wenn es so alt und verstaubt war, wie dieses hier.

Doch seine Neugier war – zum Glück! – größer als seine Verärgerung und er las weiter:

Alle zweihundertdreiundvierzigeinhalb Jahre kann es geschehen, dass ein Angst-Hase geboren wird. Hierfür müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Seit der Geburt des letzten Angst-Hasen müssen exakt diese zweihundertdreiundvierzigeinhalb Jahre verstrichen sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
  • Es muss nach dem ersten Sonnenstrahl, aber vor dem Läuten der Turmuhr um 08:00 in der Frühe passieren.
  • Regen ist zu diesem Zeitpunkt unerwünscht.
  • Der Hahn von nebenan sollte den Sonnenaufgang verschlafen haben.
  • Ein warmer Wind aus Süd-Ost muss über die Wiesen streichen.

Ein wahrer Angst-Hase ist übrigens nicht irgendein Hase und schon gar kein ängstlicher Angsthase.

„Na gut, Buch“, dachte Ferdinand, „da hast du ja noch mal Glück gehabt. Sonst hätte ich dich wohl auch in die hinterste Ecke zurückgelegt und dort versauern lassen.“

Weiter hieß es:

Einen wahren Angst-Hasen erkennen wir an den besonders schönen und besonders langen Ohren. Sie sind ausgesprochen weich und benötigen eine Menge Pflege.

Das konnte Ferdinand bestätigen. Die Ohrenpflege dauerte bei ihm viel länger als bei seinen Geschwistern, seinen Eltern oder bei seiner Großmutter. Auch das hatte ihn immer schon gestört. Wenn er noch dabei war, sich das Fell an den Ohren schön flauschig zu bürsten, saßen die anderen schon beim Abendessen und ließen es sich gut gehen. Noch so ein Ärgernis, das er als ‚besonders‘ überflüssig empfand.

Weiter stand zu lesen:

Diese Ohren können weit mehr als nur Geräusche wahrnehmen oder wunderbar im Wind wehen oder beim Rennen im Weg sein.

Hast du dich schon mal gefragt, warum es manchmal an deiner rechten Ohrenspitze kribbelt?

Jetzt ging das schon wieder los mit dieser komischen ‚Unterhaltung‘, wunderte sich Ferdinand. „Wieso weiß dieses Buch davon, dass mein rechtes Ohr ab und an kribbelt?“

Ein wahrer Angst-Hase kann mit seinen Ohren Angst aufsaugen, hieß es nun weiter. Es ist die Angst der anderen. Angst vor allen möglichen Dingen. Ganz einfache Sachen wie die Angst, dass das Essen nicht schmecken könnte. Nicht unbegründete Ängste, zum Beispiel vor einer Spritze beim Arzt, Höhenangst, Tiefenangst und Angst vor fremden Tieren. Kleine Ängste, große Ängste und die Angst im Dunkeln …

So ging es nun endlos weiter und Ferdinand übersprang heimlich die weiteren Beschreibungen. Zum Glück, ohne dass das Buch dies bemerkte.

„Was für ein Unsinn!“, dachte er. Er war allerdings erstaunt, wie viele Ängste es wohl offensichtlich gab. Für ihn spielte Angst ja keine große Rolle in seinem Leben.

Allerdings musste er auch feststellen, dass er das Buch zwar...

Erscheint lt. Verlag 25.6.2025
Illustrationen Filip Lazurowicz
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Erstlesealter / Vorschulalter
Schlagworte anders sein, besonders sein • Bilderbuch Buch mit Bildern Illustriert ohne KI • Mut Angst mutig sein Angsthase • Selbstbewusstsein Freundschaft Miteinander Mitgefühl Helfen Innere Stärke • Selbstwertgefühl
ISBN-10 3-8192-8954-2 / 3819289542
ISBN-13 978-3-8192-8954-5 / 9783819289545
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