Hexe KlaKlax (eBook)
100 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-8741-1 (ISBN)
Reinhard Poglitsch ist seit über dreißig Jahren in internationalen Konzernen im Management tätig. Zuletzt bei einem skandinavischen Anlagenbauer mit über zwei Milliarden Euro Umsatz und knapp 15.000 Technikern. Reinhard ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Seine vier Enkelkinder bewogen ihn, ein Kinderbuch zu schreiben.
Warum muss gerade beim letzten Reisekoffer der Reißverschluss klemmen, dachte sich Pfarrer Hanz. Die anderen fünf Koffer ließen sich ohne Probleme schließen.
Er verpackte noch eilig seine wichtigsten Gegenstände. Den Kelch, die Hostienschale und das Altarkreuz. Das sind für gewöhnlich die persönlichen Gegenstände eines Pfarrers, welche er selbst besitzt und auch immer mitnimmt, wenn er verzieht.
„Tüt-Tüt. Tüüüüt-Tüüüüt“, schallte es von draußen herein. Das war wohl der Fahrer des kleinen Transportwagens der Pfarrer Hanz zu seiner neuen Pfarre nach Voldavia Stadt bringen sollte. Ein kurzer Blick aus dem Fenster gab Gewissheit. Ja, es war der Fahrer im Transportwagen. Pfarrer Hanz schnappte den letzten Koffer, quälte sich vom ersten Stock die Treppen hinunter und verließ den Pfarrhof. Ohne zu verschließen, ließ er die Tür ins Schloss fallen.
Irgendwie war es Pfarrer Hanz schwergefallen, die neue Stelle als Pfarrer in Voldavia anzunehmen. Es war der Wunsch des Bischofs. Deshalb hatte er zugestimmt. Pfarrer Hanz hatte sich hier schon so gut eingelebt, aber es ist nun mal so im Leben eines Pfarrers…alle acht Jahre wird man einer neuen Pfarre zugeteilt.
Der Fahrer war einer der mürrischen Sorte. Kurz geschorenes Haar, Dreitagesbart und lässige Freizeitkleidung. Pfarrer Hanz musterte ihn von oben bis unten. Er hoffte, dass er ihn gut nach Voldavia Stadt bringen werde. Die Strecke war doch dreihundert Kilometer und sollte in etwa vier Stunden in Anspruch nehmen. Nur ein kurzer Teil der Strecke war als Autobahn ausgebaut.
Der Fahrer wollte wissen, ob Pfarrer Hanz auch einen Zwischenstopp einlegen möchte. Dieser bejahte. Er wollte sich noch bei einem Supermarkt mit dem Allernötigsten eindecken. Brot, Butter, Mineralwasser und zwei Flaschen Wein. Einen Rotwein und einen Weißwein. Ja, das war eine der Macken die Pfarrer Hanz hatte. Er konnte sich nie entscheiden, ob er Rotwein oder Weißwein trinken möchte. Meist hat es dann so geendet, dass er jeweils ein Glas Rotwein und ein Glas Weißwein getrunken hat.
Die Fahrt ging vorbei an kleinen Teichen, einige Hügel hinauf und hinunter und endete schließlich auf der Autobahn, welche direkt nach Voldavia Stadt führte.
Wir schreiben das Jahr 2024. Die Welt hat sich in den letzten zwanzig Jahren rasch verändert. Computer steuern viele Dinge des täglichen Lebens. Menschen haben sich daran gewöhnt. Es gibt aber noch immer Länder, wo diese Entwicklung langsamer voranschreitet. Zum Beispiel in Voldavia…
Voldavia was? Voldavia ist ein Land in Europa. Gleichzeitig heißt die Hauptstadt auch Voldavia. Die Voldavianer nennen ihre Hauptstadt meist Voldavia Stadt und das Land selbst einfach Voldavia. Etwas unglücklich, aber wenn man es weiß, kann man mit diesem Umstand gut umgehen.
Dieses Buch erzählt die Geschichte der Hexe KlaKlax. Sie lebt eben in Voldavia. Genauer gesagt in Voldavia Stadt und noch genauer gesagt am Stadtrand.
Der Einfachheit halber nennen wir ab jetzt Voldavia Stadt einfach Voldavia. Die Bewohner von Voldavia haben ihren eigenen Kopf und nicht alles, was von anderen Teilen der Erde kommt, wird akzeptiert. Voldavianer denken anders. Voldavianer lassen sich nichts einreden.
Voldavia ist ein sehr kleines Land umringt von anderen Ländern. Am Rand von Voldavia Stadt ist ein kleiner, niedlicher Vulkan. Er ist nicht mehr aktiv. Dennoch steigt immer wieder Rauch aus dem Vulkan auf. Dieser Rauch schaut wie Wasserdampf aus. Ab und zu gibt der Vulkan auch Laute von sich, die nach Pfurze klingen. So ähnlich wie „pffffff, pfffft, pf-pf“. Irgendwie unheimlich. Deshalb haben die Bewohner von Voldavia Respekt vor dem Vulkan.
Voldavia besteht im Stadtzentrum aus einer Kirche, dem Rathaus und einem Gasthaus.
„Endlich angekommen“, dachte sich Pfarrer Hanz als der Fahrer in die Einfahrt des Pfarrhofs in Voldavia einbog. Es war um die Mittagszeit. Die Zufahrt zum Pfarrhof war eng und kurz und hatte am Ende einen kleinen Platz zum Umkehren. Genau dort blieb der Fahrer mit seinem Transportwagen stehen. Dies sollte das Auspacken der Koffer erleichtern.
Pfarrer Hanz stieg aus dem Wagen aus, musterte den Pfarrhof und warf einen Blick auf die Kirchturmspitze – es war ein Zwiebelkirchturm und wurde deshalb so genannt, weil er einer Zwiebel ähnelt.
Nachdem der Fahrer die Koffer vor den Pfarrhof gestellt hatte, verabschiedete sich Pfarrer Hanz von ihm, gab ihm noch ein Trinkgeld und war froh, nun allein zu sein. Er ging zu seiner neuen Kirche auf dem Pfarrplatz und wunderte sich über das leise Knirschgeräusch, welches vom Glockenturm kam. Auf einmal wurde dieses Geräusch immer lauter und klang wie das Zerbrechen eines Holzbaums. Pfarrer Hanz blickte in Richtung Kirchturm und sah, wie sich eine der Glocken löste und genau in seine Richtung herunter viel. Eine solche Glocke hat einige hundert Kilo. Er sah sich außer Stande auszuweichen.
Die Glocke kam immer näher. Wie aus dem Nichts huschte eine weiße Gestalt herbei, fasste die Glocke und stellte sie neben Pfarrer Hanz nieder. Noch ehe sich Hanz fassen konnte, hörte er eine Stimme sagen „Hallo, sind Sie der Neue? Gestatten, mein Name ist KlaKlax“. „KlaKlax wer?“, dachte sich Pfarrer Hanz. Und schon war KlaKlax wieder weg. Aber wer war nun KlaKlax?
Viele Fragen gingen Pfarrer Hanz durch den Kopf. Warum hat sich die Glocke gelöst? War das ein Zufall, oder hatte das ihm gegolten? Wollte jemand gar einen Anschlag auf ihn verüben? Und wer zum Teufel ist KlaKlax. Zugegeben, sie hatte ihm das Leben gerettet. Irgendwie hatte sie auf Ihrem Besen-ähnlichen Flugobjekt wie eine kleine Hexe ausgesehen, aber eine Hexe in einem weißen Kleid und noch dazu am helllichten Tag? „Na, das fängt ja gut an hier in Voldavia“, dachte er. Pfarrer Hanz zückte sein Mobiltelefon und wählte die Nummer der Polizeistation. Er hatte Glück. Erik, der Kommandant selbst, hat den Anruf entgegengenommen.
Hi Ratefüchse:
Was meint ihr? Warum hat sich die Glocke am Kirchturm gelöst?
a) Glocken können sich von Zeit zu Zeit lösen
b) Der Holzbaum, an dem die Glocke befestigt war, wurde mutwillig angesägt
c) Der Holzbaum ist gebrochen, weil er schon so alt ist
Erik war einige Minuten später zur Stelle. Hanz stellte sich ihm als der neue Pfarrer vor. „Ich habe schon gehört, dass ein Neuer kommt“, war die Reaktion von Erik. Dann begann er Pfarrer Hanz mit Fragen zu durchlöchern. Hanz erzählte bereitwillig von dem Vorfall und als er zu seiner Rettung durch KlaKlax kam, wurde es ihm peinlich, denn diese Geschichte war ja komplett unglaublich. Nicht für den Polizeikommandanten. „Ah, Hexe KlaKlax“, sagte er. Ab und an mache sie auch was Nützliches, meinte Erik. „Moment“, fauchte Hanz, „Hexe was? Sie sagen aber nicht, dass es hier in Voldavia eine Hexe gibt“. Erik bejahte. „Es gibt eine Hexe. Die gute Nachricht ist, dass sie am Stadtrand wohnt. Die schlechte, dass es sich um eine ganze Hexenfamilie handelt“. „Himmel Herrgott“, dachte sich Pfarrer Hanz, „Warum tust Du mir das an?“.
Erik begann Hanz über unlogische Vorfälle der letzten vier Wochen zu erzählen und meinte, dass sich dieser Vorfall in eine Reihe andere Geschehen einordnen ließe. Erik war völlig mit dieser Situation überfordert und verließ den Kirchplatz. Man konnte ihm ansehen, dass er sehr nachdenklich war und nach Zusammenhängen suchte.
Hexe KlaKlax flog direkt vom Kirchplatz zurück nach Hause, zum Vulkan. Ihr erinnert euch bestimmt noch, die Bewohner von Voldavia haben großen Respekt vor dem Vulkan.
Nicht so Hexe KlaKlax. KlaKlax liebt den Vulkan. Sie freut sich immer, wenn der Vulkan das nächste Mal zu pfurzen und grunzen beginnt.
Normalerweise stehen Hexenhäuser im Wald oder zumindest nahe am Wald. Das gilt aber nicht für das Haus von Hexe KlaKlax. Es steht – ob ihr es glaubt oder nicht – am Rand des kleinen Vulkans. Ja genau!
Wer glaubt, dass Hexe KlaKlax in einem gewöhnlichen Hexenhaus wohnt der irrt. Sie wohnt in einem schicken Haus …und ratet mal, welche Farbe ihr Haus hat…ja, weiß. Es hat auch kein normales Dach, sondern ein Flachdach. Ziemlich großartig wie es so dasteht.
Hexe KlaKlax ist anders als all die anderen Hexen. Es missfiel ihr als Hexe erkannt zu werden und deshalb versuchte sie alles um nicht wie eine Hexe auszusehen. Hexe KlaKlax hat vier Geschwister. Drei Brüder und eine Schwester. Als alle Kinder noch bei den Eltern wohnten, hatte Hexe KlaKlax nie Probleme mit ihren drei Brüdern. Nachdem KlaKlax das jüngste Kind war, wurde sie von ihnen sehr verwöhnt. Ja, sie fühlten sich verpflichtet, sich besonders um die jüngste Schwester zu kümmern.
Ach, wie schön wäre die Kindheit von KlaKlax gelaufen, wäre da nicht Revel gewesen. Revel ist die Schwester von KlaKlax. Sie ist auch jünger als die drei Brüder aber älter als KlaKlax. Revel hatte sich immer über KlaKlax gestellt und gemeint, mehr Rechte in der Familie als KlaKlax zu haben....
| Erscheint lt. Verlag | 13.5.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Kinderbücher bis 11 Jahre |
| Schlagworte | Ehrlichkeit • Fantasyroman • Freundschaft • Gutes tun • Hilfsbereitschaft |
| ISBN-10 | 3-8192-8741-8 / 3819287418 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-8741-1 / 9783819287411 |
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