Die Eichhörnchen retten den Wald (eBook)
272 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-3767-6 (ISBN)
Nach langer Tätigkeit in vorrangig technischen Berufen bin ich nun Rentner und Großvater. Mein Leben verlief hauptsächlich im Erzgebirge. Ich liebe Wanderungen in der Natur.D
Die Eichhörnchen und das Schaf
Inmitten eines großen Waldes lebten seit langen Zeiten auf einer schönen Lichtung viele kleine lustige Eichhörnchen. Ihr Leben richtete sich nach der jeweiligen Jahreszeit. Wichtig war ihnen, dass es immer ausreichend Futter zu finden gab und dass sie für den kalten Winter ausreichend vorsorgen konnten. Jetzt im Herbst gab es ausreichend Haselnüsse und Eicheln. Also waren viele der kleinen Kletterer damit beschäftigt, ihre Kobel, so heißen ihre Nester, für die bevorstehende Winterzeit fit zu machen. Auch die vielen Bäume rings um die Eichhörnchenkolonie bereiteten sich auf die kalte und dunkle Jahreszeit vor. Aus dem frischen Grün wurde im Laufe von Tagen ein wunderschönes Gelb, Rot oder Braun, je nach Baumart. Wenn dann noch auf diese Farbpalette die Sonne warm vom dunkelblauen Himmel schien, dann erfreute das alle auf der Lichtung lebenden Tiere.
Aber heute war alles anders. Die Sonne versteckte sich bereits mehrere Tage hinter dicken Wolken und diese versorgten den Wald und die Lichtung mit mehr als ausreichendem Wasser. An diesem düsteren Herbsttag saß eine Eichhörnchenfamilie zusammengekuschelt in ihrem Nest. Draußen zogen dicke Nebelschwaden über die Waldwiese und reichten bis tief in den Wald hinein. Nur dann, wenn sich wieder ein Regenschauer über den Wald ergoss, löste sich der Nebel etwas auf, um sich aber sofort wieder auszubreiten, sobald der Regen weniger wurde. Es war rundherum ein Tag, an dem sich niemand freiwillig von einem gut geschützten Platz wegbewegt. Die Eichhörnchenmutti gab sich große Mühe alle erdenklichen Ritzen und Spalten an der Hülle des Kobels mit Gras, Laub und Moos abzudichten, aber das viele Wasser fand immer wieder einen Weg und fiel in Form von etlichen kleinen Tropfen auf das Fell der ausharrenden kleinen Nager. Aber wenigstens konnte der kräftig blasende Wind nicht durch das Eichhörnchennest pusten. So war es bei aller Feuchtigkeit deutlich wärmer als draußen. Wenn die Mutter nicht gerade das Dach des Kobels reparierte, kuschelte sie sich dicht an ihre Kinder. Dann lagen Vater Eichhörnchen und Mutter Eichhörnchen auf dem Boden des Kobels und zwischen ihnen ihre inzwischen schon recht großen Kinder. Alle fünf schmiegten sich eng aneinander, deckten sich mit ihren Wuschelschwänzen zu und wärmten sich so gegenseitig. Die Familie war zufrieden und konnte locker den kommenden Tagen entgegenblicken. Der Vater hatte an den letzten schönen und sonnigen Tagen des Herbstes viele Haselnüsse, Eicheln und Kastanien an vielen Stellen im Waldboden versteckt und auch im Kobel war ein beachtlicher Vorrat deponiert.
Viele Tiere des Waldes taten es der Eichhörnchenfamilie gleich. Nur wer sich unbedingt in der freien Natur auf die Futtersuche begeben musste, verließ seinen Unterschlupf. Die Rehfamilie, die unter dem Baum mit dem Eichhörnchennest ihr Versteck und Unterstand im dichten Gebüsch gewählt hatte, war dem heftigen Wind und Regen schutzlos ausgeliefert. Sie konnten nur dicht auf den Waldboden geschmiegt das Ende des Herbststurmes abwarten. Das war aber für die Rehe nicht schlimm, ihr Fell schützte sie vor Wind, Kälte und Regen. Hin und wieder passierte es, dass aus dem Eichhörnchennest mal eine Nuss oder eine Eichel herunterfiel. Diese purzelten dann den Rehen direkt vor die Nase und die Rehe konnten daran herum knabbern.
Nach zwei oder drei Tagen ließen dann endlich der Wind und der Regen nach. Die Wolken lösten sich auf, und der Herbst zeigte sich von seiner schönsten Seite. Über Mittag wurde es noch einmal richtig schön warm, besonders an den Stellen, die von den Sonnenstrahlen erreicht wurden. Bei den Eichhörnchen herrschte reges Treiben. Die Mutter und die beiden Eichhörnchenmädchen sammelten auf der Waldwiese Gras und Moos und schleppten alles in ihr Nest. Die vergangenen Tage hatten ihnen gezeigt, dass es im Kobel auch schnell ungemütlich werden kann und wie gut es dann war, genügend Material zum Polstern und Abdichten in Reichweite zu haben. Papa und Sohnemann sammelten von der großen Eiche am Rand der Waldwiese die letzten noch am Baum hängenden Eicheln ein und brachten sie ins Nest. Als dort dann kein Platz mehr war, begannen sie unter ihrem Baum weitere kleine Löcher zu graben und füllten diese mit den Früchten der Eiche. Sie mussten sich beeilen, denn alle anderen Eichhörnchenpapas, die um die Waldwiese herum ihre Nester hatten, trugen ebenfalls ihren Wintervorrat zusammen. Es entwickelte sich fast ein Wettrennen um die letzten Eicheln, jeder wollte einen ausreichenden Wintervorrat anlegen. Es ging aber fair zu, keiner nahm dem Anderen etwas weg. Als dann keine Eicheln mehr an den Ästen zu finden waren, setzten sich alle unter die Eiche und knabberten an den heruntergefallenen Eicheln und erzählten sich gegenseitig allerlei Geschichten und Begebenheiten aus dem vergangenen Sommer.
So ging der vielleicht letzte schöne Herbsttag des Jahres ganz langsam zu Ende. Alle zogen sich dann irgendwann in ihre Nester zurück. Schließlich waren die zu Hause gebliebenen Mütter und Töchter schon ganz neugierig, was es denn so für Neuigkeiten geben wird. Denn, wenn die Väter so lange gesessen und sich unterhalten hatten, musste es doch bestimmt ganz tolle Dinge zu berichten gegeben haben. Jedenfalls wurden auch unser Papa und der Sohnemann gleich ins Verhör genommen. Nur die Antworten der beiden entsprachen nicht so den Vorstellungen der Damen. Die beiden „Männer“ sagten, es wäre nur um die Bäume mit den größten Eicheln und die am besten tragenden Haselnussbüsche gegangen. Ob die beiden da irgendetwas verschwiegen haben? Das wissen nur sie selbst. Der Abend verlief dann wie fast jeder andere auch. Heute Abend gab es zum Abendessen die tagsüber gesammelten Eicheln. Dabei machten sich alle einen Spaß daraus, die geknackten Eichelschalen im hohen Bogen durch das Schlupfloch des Kobels ins Freie zu werfen. Nur Mama Eichhörnchen sah dieses Treiben nicht mit ungeteiltem Vergnügen, denn irgendwer musste ja anschließend alle Schalen, die das Loch nicht getroffen hatten, wieder wegräumen. Sie war ganz verblüfft, als die beiden Mädchen meinten: „Lass mal Mutti, wir machen schon wieder Ordnung. Setze dich noch etwas auf den Kobel und ruhe dich aus.“ Das waren ja ganz neue Töne! Bisher hatten ihre Kinder immer nur an das eigene Spiel gedacht. „Vielleicht werden die drei doch langsam groß und vernünftig.“ Kurz bevor es um die Waldwiese völlig dunkel wurde versammelten sich alle in dem inzwischen wieder sauberen Kobel und verkrochen sich in den mit frischem Moos gepolsterten Schlafecken. Alle Tiere der Waldwiese waren mit dem zu Ende gehenden Tag zufrieden und schliefen sehr schnell in. Der Uhu machte mit seinen lautlosen Flügeln seine abendliche Runde am Waldrand entlang und sah nur den Rotfuchs, der saß noch regungslos vor einem Mauseloch und hoffte, dass eines der Mäuschen sich noch einmal zeigen würde.
„Ha, ha, hatschie!“ Die aufgehende Sonne schien der Eichhörnchenmutti direkt auf die Nase. Und sie musste gleich noch einmal kräftig nießen. Nun waren alle Eichhörnchen im Nest munter. „Ooor, ich bin aber noch sooo müde.“ Meldete sich der Junge aus seiner schön warmen Schlafecke. „Wir haben gar nichts gehört und schlafen noch fest.“, meinten kichernd die beiden Schwestern. „So, so“, sagte dann der Papa und gab seiner Frau einen Guten-Morgen-Kuss. „Ich werde mal frische Luft in unser Nest hereinlassen, sonst werdet ihr ja bis Mittag nicht munter“, mit diesen Worten hüpfte er zum Schlupfloch und schob das Moosbüschel, das den Eingang über Nacht verschlossen hatte, zur Seite. „Muss das sein?“, dachten die drei Sprösslinge mehr oder weniger laut, aber sie kannten ihre Eltern und wussten, dass es zwecklos war, so zu tun, als schliefe man noch ganz fest und tief. Paula, so heißt übrigens die jüngere Schwester, wollte nun wissen: „Mutti, was machen wir heute?“ Ohne die Antwort der Mutter abzuwarten, erwiderte Franzi, die ältere Schwester: „Wir werden bestimmt noch einmal trockenes Gras und Moos sammeln. Ich habe heute Nacht in dem frisch hergerichteten Nest so gut geschlafen, so gut möchte ich auch in den kalten Winternächten schlafen können, die bestimmt bald kommen werden.“ „Aber zuerst wird ordentlich gefrühstückt.“, meldete sich Karl, der große Bruder. Selbstverständlich hat die Mutter in der Zwischenzeit etliche besonders schöne Haselnüsse in der Mitte des Nestes auf den Boden gelegt und der Papa kam gerade mit einem Krug voll klarem Quellwasser zurück ins Nest.
Nach dem Frühstück machten sich die beiden Schwestern gleich auf den Weg, um weiteres Moos zu sammeln. Franzi nahm die kleine Schwester bei der Hand und zog sie fast hinter sich her. Paula wurde nicht fertig, sich über den Eifer der Schwester zu wundern. Sie hüpften über die Waldwiese und verschwanden bald hinter den ersten Bäumen am Waldrand. An einem Felsen wuchs besonders dickes Moos, das wollte Franzi unbedingt haben. Beide Mädchen begannen sofort und zupften das Moos vom Stein und jede legte das von ihr...
| Erscheint lt. Verlag | 12.5.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Kinderbücher bis 11 Jahre |
| Schlagworte | Eichhörnchen • Freundschaft • Hilfsbereitschaft • Lebensweise von Tieren • Natur • Problemlösung • Schlauheit • Tatendrang |
| ISBN-10 | 3-8192-3767-4 / 3819237674 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-3767-6 / 9783819237676 |
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