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Leg dich nicht mit einem Highlander an! (eBook)

Ein Lea-und-Maik-Krimi
eBook Download: EPUB
2025 | 2. Auflage
334 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-5366-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Leg dich nicht mit einem Highlander an! - Karin Dörnhofer-Neumann
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Ein entflohener Gewaltverbrecher, ein einsam gelegenes Schloss in Schottland und der kühnste aller Highland-Kämpfer. Die 16-jährige Lea Winterberg wird noch einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie kehrt zusammen mit ihrem Vormund, dem britischen Adeligen Sir Mortimer, und ihrem Freund Maik Mamba in ihre Heimatstadt Bad Steinach zurück, um gegen ihren ehemaligen Peiniger Jonas Bratzinger vor Gericht auszusagen. Nach ihrer Ankunft dort erfährt Maik, dass seine Mutter im Sterben liegt. Er muss Lea für ein paar Tage verlassen. Kaum hat diese die Gerichtsverhandlung überstanden, geht die Schocknachricht durch die Medien: Bratzinger ist auf dem Weg in die Haftanstalt die Flucht gelungen, Lea ist in großer Gefahr. Mortimers Bruder Charles organisiert die heimliche Reise von Lea und Mortimer zu seinem alten Studienfreund Alastair MacMurphy, der ein abgelegenes Schloss in den schottischen Highlands besitzt. Dort sind die beiden vorerst in Sicherheit. Oder doch nicht?

Karin Dörnhofer-Neumann ist 1960 in München geboren und in einer hessischen Kleinstadt aufgewachsen. Sie lebt seit 1994 in Rheinhessen. Die gelernte Industriekauffrau kam erst in den 1980er Jahren zum Schreiben und veröffentlichte ein Sachbuch mit dem Titel "Sekretariat". Nach einem umfassenden Schreibstudium kam im Jahr 2021 ihr erstes Kinderbuch im Selfpublishing auf den Markt, es folgten die beiden ersten Bände der Jugendkrimi-Reihe um Lea und Maik. Ihre Lieblingsautoren als Kind waren Erich Kästner und Enyd Blyton, später verschlang sie die romantischen Abenteuerromane von Victoria Holt, um sich seitdem vorwiegend der Lektüre von Krimis und Thrillern zu widmen.

1


Die Fahrt über den Kanal als stürmisch zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Die stahlgraue See um das Fährschiff herum kocht, und noch ist Calais verdammt weit weg. Ein Blick von der windumtosten Reling auf die tanzenden Wellen überzeugt mich davon, den Rückzug ins Innere der Fähre anzutreten. Mortimer hält mir mit einem Grinsen die Tür auf.

Ich bin nicht der Typ, der seekrank wird, und der Bug des Schiffes pflügt unerschütterlich durch die See. Außerdem: Sollte wirklich ein Orkan im Anmarsch sein, würde der Fährverkehr vorsorglich eingestellt werden. Für die Mutigen unter den Reisenden, die alles hautnah erleben wollen, gibt es auf Deck genügend Verstrebungen und Halterungen, um sich festzuhalten. Es ist bloß ... ich fürchte mich vor dem Ziel unserer Reise.

„Möchtest du etwas essen?“ Mortimer macht eine Kopfbewegung zum Eingang des Restaurants. „Noch können wir einen Tisch ergattern.“

Ich grinse. „Nö. Kein Appetit.“

Wie schon auf meiner ersten Überfahrt habe ich das Gefühl, dass die meisten der lärmenden Passagiere nur an Bord sind, um sich die Bäuche vollzuschlagen. Kinder bekommen eine Gratis-Mahlzeit. Die übrigen Fahrgäste strömen in die hell erleuchteten Läden und Duty-Free-Shops der Passage. Es herrscht so etwas wie Partystimmung.

Mortimer deutet auf zwei freie Sitzplätze neben einer Reihe knallbunter Snack- und Getränkeautomaten. „Etwas zu trinken?“

„Mhm, ja, eine Cola wäre prima.“

Er zieht zwei Dosen. Ich lenke mich von meinen trüben Gedanken ab, indem ich dem vielsprachigen Stimmengewirr um uns herum lausche. Die einschmeichelnde Stimme von Ed Sheeran perlt aus den Lautsprechern. Durch Schnuppern versuche ich zu ergründen, welche Speisen im Restaurant angeboten werden. Die von der Gischt besprühten Fenster bieten lediglich einen Ausblick auf schmutzig-graue Wolken.

Ich nehme einen Schluck von meiner Cola. Dann entdecke ich Maiks Kopf hinter einer der Glastüren zum Deck. Er sucht uns. Als unsere Blicke sich treffen, stapft er herein und winkt uns ausgelassen zu.

„Was ist los mit euch? Ist echt super da draußen! Wie in dem Film Der Sturm.“

Ich winke ab. „Du kannst dich ja durchpusten lassen. Wir bleiben lieber hier drin.“

Maik keckert und macht sich breitbeinig wie ein alter Seebär wieder auf den Weg zurück an Deck. Offenbar findet auch Charles es reizvoll, die raue Überfahrt hautnah zu erleben.

„Er und dein Bruder haben sich gesucht und gefunden“, kommentiere ich.

Mortimer lächelt. „Charles war schon immer der Verwegenere von uns beiden. Ich freue mich, dass er und Maik so gut miteinander klar kommen.“

Charles hat sich spontan dazu entschlossen, mit uns nach Deutschland zu fahren. Seine Frau Diane verbringt ein paar Wochen bei einer alten Schulfreundin in Wales, und es hatte ihm nicht gefallen, als Strohwitwer zurückzubleiben. Anfangs hatte ich echte Bedenken, ob das mit ihm und uns gutgehen würde, aber entgegen seiner sonst etwas herrischen Art hält er sich bislang sehr zurück.

Ich fühle Mortimers warmen Blick auf mir ruhen. „Geht es dir gut?“

„Nö. Nicht besonders. Aber es ist schon okay. Je eher ich das alles hinter mich bringe, umso besser. Und danach geht es ab nach Mailand.“

Das ist mein einziger Lichtblick. Die Gerichtsverhandlung gegen Jonas Bratzinger hat begonnen, und ich hatte mich bereit erklärt, vor Ort gegen ihn auszusagen. Solange wir zuhause auf Mortimers Hofgut Cabot Green in West Sussex waren, war ich mutig gewesen. Aber je näher wir meiner früheren Heimatstadt Bad Steinach in Mittelhessen kommen, umso mehr verdunkelt sich mein Blick auf die Dinge. Erinnerungen, die ich erfolgreich verdrängt habe, fahren in meinem Kopf Karussell.

„Du musst ihm nicht allein gegenübertreten“, versichert Mortimer und drückt meine Hand. „Dein Anwalt, Herr Bock, wird alles unternehmen, um dich zu schützen. Außerdem sind auch Maik und ich da.“

„Und Charles.“ Ich recke den Daumen.

„Und Charles. Mit ihm sollte man sich auf jeden Fall nicht anlegen.“

Ich stimme in Mortimers Lachen ein und atme tief durch. Wahrscheinlich mache ich mir unnötig Gedanken. Mein Auftritt im Frankfurter Gerichtssaal übermorgen wird nach Auskunft von Herrn Bock maximal zwei Stunden dauern, danach bin ich entlassen. Dennoch ... Ich gestehe mir ein, dass die Aussicht auf die bevorstehende Begegnung mit Jonas meinen Magen in einen Klumpen verwandelt.

Ich verscheuche diese Vorstellung und denke an den Bulli, Maiks geliebten rosa Oldtimer, der unten im Frachtraum steht. Wir werden mit ihm nach Bad Steinach fahren und danach direkt nach Mailand. Mein Schuljahr auf der Privatschule Highcliffe ist bereits zu Ende. Ich habe den gesamten Stoff durch und das Klassenziel erreicht, sodass ich im September in die nächste Klassenstufe aufsteige. Meine Freundin Larissa Peabody informiert mich im 60-Minuten-Rhythmus über alles, was in der Highcliffe und in Long Nick abgeht. Sie hatte ernsthaft in Erwägung gezogen, heimlich mit uns zu fahren, aber ihre Eltern hatten Lunte gerochen und ihr das ausgeredet. Schade. Ihre quirlige Art und ihr aufbrausendes Temperament hätten mich abgelenkt.

Die Monate Dezember bis März waren deutlich unaufgeregter verlaufen als die beiden vorhergehenden. Virginia und ihr wirklicher Vater, Doc Webster, sind zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Mortimers ehemalige Haushälterin Gertrude Miller kam mit einem vergleichsweise milden Urteil davon. Leider musste sich auch Phil Dexter, ein enger Freund der Peabodys, vor Gericht verantworten. Seine Beteiligung an einer Londoner Jugendgang war zwar als gering eingestuft worden, dennoch musste er eine Bewährungsstrafe einstecken. Die gute Nachricht ist, dass dadurch sein Studienplatz in Cambridge nicht gefährdet ist und er seinem Berufswunsch Grundschullehrer näher kommt.

Nach reiflicher Überlegung haben Mortimer, Maik und ich beschlossen, Marvin als Bereiter auf Cabot Green zu behalten – trotzdem er ein Fiesling ist. Auch er ist für seine Mittäterschaft bei den Anschlägen gegen Mortimer auf Bewährung verurteilt worden. Er hätte sonst nirgendwo mehr eine Anstellung gefunden. Und mit jungen Pferden hat er echt eine gute Hand. Timothy, Mortimers neuer Verwalter, hält ihn am straffen Zügel, wie er bei unserem Abschied heute Morgen mit grimmigem Lachen versicherte.

So weit, so gut. Giorgio und Tonio, Mortimers taffe Mitarbeiter aus Mailand, sind dorthin zurückgekehrt und erwarten uns. Mann! Ich freue mich schon auf die Sommermonate. Mailand ist ein Traum.

Unser zweiwöchiger Ski-Urlaub im US-amerikanischen Vail war grandios. Maik und ich haben es ohne Knochenbrüche überstanden und am Schluss sogar eine kleine Abfahrt gewagt. Und das anschließende Weihnachtsfest in Long Nick entschädigte uns für die Aufregung der vorherigen Monate. Das britische Weihnachten ist völlig anders als das deutsche. Stimmungsvoller. Traditioneller. Und das melodiöse Bimmeln der Kirchenglocken habe ich noch immer in den Ohren.

Jetzt habe ich doch Appetit auf einen Schokoriegel. Ich ziehe für jeden von uns einen an einem der Automaten, und Mortimer und ich vernaschen sie andächtig. Der Riegel schmeckt zwar ein bisschen nach Seife, aber das macht nichts.

Alles wird gut werden.

Vielleicht.

Weil Maik und Charles noch immer an Deck sind, öffne ich die Tür nach draußen. Ich entdecke sie ein Stück entfernt an der Reling. Bei dem Anblick, der sich mir bietet, pruste ich los und winke Mortimer zu mir.

„Das musst du dir ansehen!“, japse ich. Gemeinsam schauen wir den beiden zu, wie sie sich johlend von der Gischt nassspritzen lassen. Wie zwei kleine Jungs auf ihrer ersten Klassenfahrt.

Mortimer lacht leise. „Wer hätte gedacht, dass die beiden so gut miteinander können. Diese Reise wird Charles guttun.“

Die anschließende Autofahrt durch Belgien nach Deutschland machen Maik und ich ja schon zum zweiten Mal, aber diesmal regnet es auf der gesamten Strecke. Daphne Johnson, unsere neue Haushälterin und Köchin auf Cabot Green, hat uns mit reichlich Proviant für unterwegs versorgt. Sie kocht zwar nicht so perfekt wie die Miller, ist aber superlieb und immer blendend gelaunt.

Sie ist eine entfernte Verwandte der Peabodys und lebt nun in Long Nickleby.

Nach knapp sechs Stunden kommen wir am späten Nachmittag in Bad Steinach an. Es ist ein komisches Gefühl, als Besucher in die Kleinstadt zurückzukehren, in der ich von Geburt an lebte. Wir haben für drei Tage Zimmer im alteingesessenen Hotel Mayer gleich neben dem Marktplatz gebucht. Es ist ein aufwändig restaurierter Fachwerkbau. Maik stellt den Bulli auf dem hoteleigenen Parkplatz ab.

Dann sieht er mich grinsend an. „Da wären wir!“

Ich nicke nur.

Charles steigt als Erster aus und sieht sich mit gespitzten Lippen um. „Ganz hübsch. Ich hoffe, es gibt hier ein anständiges Abendessen. Ich sterbe vor Hunger.“

Dabei hat er den größten Teil unseres Reiseproviants verdrückt.

Wir checken ein und...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte Abenteuer • action • Freundschaft • Humor • Mut • Spannung
ISBN-10 3-8192-5366-1 / 3819253661
ISBN-13 978-3-8192-5366-9 / 9783819253669
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