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Herzglitzern und Mistelzweige (eBook)

Friends-to-Lovers & Slow-Burn in einem verschneiten schwedischen Bed & Breakfast - perfekt für gemütliche Lesestunden

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
304 Seiten
ONE (Verlag)
978-3-7517-8376-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Herzglitzern und Mistelzweige - Corinna Wieja
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
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In Lins Leben läuft gerade alles schief: Ihre Beziehung ist in die Brüche gegangen, ihre Ausbildungspraxis schließt, und ihr engster Freund Jona ist nach dem Abi weggezogen. Da kommt Jonas Vorschlag, ihn in dem kleinen Bed & Breakfast seiner Mutter in Schweden zu besuchen, gerade richtig. Kurzerhand macht sich Lin auf den Weg und träumt von weißer Weihnacht, schillernden Nordlichtern und gemütlichen Filmabenden zu zweit. Doch die Realität sieht leider anders aus, denn Jona hat Sorgen, die er Lin nicht anvertrauen kann, und ist obendrein mit den Gästen ziemlich eingespannt. Dabei hatte er gehofft, Lin nach all den Jahren endlich zu gestehen, dass er sich in sie verliebt hat ...



<p><strong>Corinna Wieja</strong> ist schon immer gern in Bücherwelten versunken. Nach einem kurzen Irrweg als Industriekauffrau hat sie ihre Leidenschaften Schreiben, Lesen und Übersetzen zum Beruf gemacht. Sie übersetzt audiovisuelle Medien, Werbetexte und Bücher. Als Autorin schreibt sie am liebsten unterhaltsame und spannende Geschichten für YA- Leser:innen und Kinder.</p>

Prolog
Last Christmas – Technik schlägt Romantik


Ein Jahr zuvor im Advent, an einem Freitag

Wenn Erinnerungen an Gerüche gekoppelt sind, dann liegt dieses Weihnachten in der Kategorie Z wie Zwiebel. Nicht nur, weil ich einen ganzen Berg davon für den Zwiebelkuchen geschält und gehackt habe, der nun im Ofen backt. Sondern auch, weil ich mir manchmal selbst wie eine Zwiebel vorkomme, die nur ihre äußere Hülle zeigt und den inneren, wenn auch nicht unbedingt tränenreichen Kern versteckt. Oh ja, im Verbergen von Gefühlen bin ich ein wahrer Meister. Und bevor das Ganze in die Sentimentalität abdriftet, nehme ich die Schwimmbrille ab und reibe mir über die brennenden Augen, die vermutlich so rot sind wie die Weihnachtsmannmütze, die auf Lins Kopf thront.

»Gehen wir noch eine Waffel essen?« Ich muss unbedingt den Zwiebelgeruch loswerden, und zwar aus der Nase und von den Fingern.

»Aber unbedingt!«, antwortet sie und hakt sich bei mir unter.

Der Himmel zeigt sich in schmuddeligem Pulvergrau, als wir unsere Schicht auf dem Adventsmarkt des Tierheims beenden. Lin und ich machen dort öfter Gassigänge mit den Hunden, und als sie vorschlug, den Samstag zu opfern und am Zwiebelkuchenstand auszuhelfen, konnte ich ihr den Wunsch mal wieder nicht abschlagen. Schließlich kann Danies Tierheim jeden Cent für wohltätige Zwecke gebrauchen.

Gemeinsam schlendern wir über die Anlage. Mit Lichterketten und Girlanden geschmückte Buden, an denen man Spiele machen oder Leckereien und Tier-Accessoires kaufen kann, laden zum Bummeln ein. An einer geschmückten Tanne hängen Zettel mit Weihnachtswünschen für die Tiere. Menschen spazieren umher oder sitzen an den bereitgestellten Tischen, holen sich einen Snack oder Getränke und lernen die Tiere kennen, die sie mit ein bisschen Glück später vielleicht sogar adoptieren. Der Geruch nach gebrannten Mandeln weht zu uns rüber. Auf der Bühne findet gerade die Bingo-Tombola für die Tiertafel statt. Tierheimleiterin Danie verkündet immer wieder gezogene Zahlen durch ein Mikrofon. Im Hintergrund singt Elvis mit säuselnder Stimme Blue Christmas.

Lins Handy klingelt, sie zieht es heraus und runzelt die Stirn. »Das ist Mama. Entschuldige, da muss ich ran.«

»Alles klar.« Ich lasse sie allein und gehe zur nächsten Bude, um uns etwas zu trinken zu holen.

»Hey, Jona«, grüßt mich das Mädchen hinter der Theke.

»Hey, Tabea. Cool, dass du auch hier aushilfst.« Wir kennen uns von dem Aushilfsjob in einem Supermarkt. Bis vor einem Monat habe ich einmal in der Woche mit ihr Getränkekisten gestapelt und Lebensmittel in Regale einsortiert. Ich gebe meine Bestellung auf, und sie schiebt mir zwei Becher hin.

»Wenn du Lust hast, könnten wir nachher noch auf den Weihnachtsmarkt gehen. Ich hab in einer halben Stunde Feierabend.« Sie schenkt mir ein flirtiges Lächeln, und ich spüre, wie ich rot werde.

»Äh, danke. Tut mir leid, aber ich hab schon was vor. Man sieht sich!« Ich nehme die beiden Tassen und gehe. Auf weitere Komplikationen habe ich so kurz vor meiner Abreise in drei Wochen definitiv keine Lust.

»Wunschpunsch?« Ich strecke Lin einen Becher mit heißem rotem Punsch hin, auf dem essbare Blattgoldflocken glitzern. Das Handy hat sie inzwischen wieder eingesteckt.

»Danke!« Sie nimmt den Becher vorsichtig mit behandschuhten Händen entgegen, auf denen Rentiere tanzen. Leicht bläst sie auf die Flüssigkeit. »Wenn sich die Wünsche, die wir dem Punsch zuflüstern, erfüllen würden, dann würdest du also hierbleiben und kein Auslandsjahr machen.«

Ich seufze. »Lin ...« Das Thema hat sie in den letzten Wochen gefühlt hundertmal angesprochen.

»Ja, ich weiß«, antwortet sie. »Es ist wichtig, du willst deiner Mutter helfen, und ich verstehe das auch, aber ich werde dich vermissen.« Meine Mutter hat mich gefragt, ob ich ihr in ihrer Pension aushelfen kann, da sie in letzter Zeit ein paar gesundheitliche Probleme hat. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, warum ich ihr Angebot annehme.

»Ich dich auch«, sage ich und verschweige, dass auch mein Wunsch sich nicht erfüllen wird. Den kann ich ihr aber unmöglich verraten, obwohl wir uns schon ewig kennen.

Wir trainieren zusammen im Einradhockeyteam, lieben beide Actionfilme und engagieren uns im Verein für Natur- und Tierschutz. Sie ließ mich früher immer in Mathe abschreiben, ich sie in Französisch. Bei der Frage, ob süßes oder salziges Popcorn besser schmeckt, bin ich Team süß und sie Team salzig. Bei den Gummibärchen überlässt sie mir freiwillig die gelben und ich ihr die roten. Und obwohl ich ihre Vorliebe für krümelig trockenen Christstollen absolut nicht nachvollziehen kann, verbindet uns die Liebe zu Weihnachten. Unsere alljährlichen Jolinischen Spiele, bei denen wir uns in der Weihnachtszeit ein Battle der besonderen Art liefern, sind längst Tradition. Jedes Jahr losen wir neue Kategorien aus, in denen wir uns beweisen müssen, wie Keks-Pong-Quiz, Scharade oder Wortspielduelle. Mitsamt Wetteinsatz, wie zum Beispiel einen ganzen Tag mit einem Kaktus herumlaufen, zufälligen Passanten an Weihnachten bunt gefärbte Eier schenken oder das Tragen eines hässlichen Weihnachtspullis. Manchmal ist die Strafe auch eine Kinoeinladung oder dem anderen ein selbst gekochtes Essen zu servieren.

»Warum starrt uns das Mädchen vom Glühweinstand so finster an?«, fragt Lin.

Ich drehe mich um und entdecke Tabea, die uns mit verschränkten Armen beobachtet. Verlegen huste ich. »Vielleicht, weil wir uns kennen und sie herauszufinden versucht, ob du meine Schwester bist oder ... mehr.« Das letzte Wort krächze ich eher und nehme schnell einen Schluck Punsch. Autsch, heiß! Meine Zunge prickelt und wird taub. Lin scheint zum Glück nichts zu bemerken.

»Ah ja. Das erklärt einiges.« Sie lacht. »Apropos Schwester ... Emmi ist auf dem Weg hierher, hat Mama gesagt. Stört dich doch nicht, oder?« Lin nimmt einen Schluck von ihrem Punsch. Auf der Tasse steht: Das Glück liegt in Sichtweite, du musst nur danach greifen. Mir fehlt jedoch der Mut, genau das umzusetzen. Und jetzt, wo ich bald weggehe, würde das die Sache ohnehin nur unnötig verkomplizieren.

»Warum sollte mich das stören?«, frage ich und trinke meinen Punsch. Er schmeckt viel zu süß nach Brause.

»Weil sie eine Nervensäge ist und sich an uns dranhängen wird wie eine Klette«, erklärt Lin.

»Ach, komm schon, wo bleibt dein Weihnachtsspirit? Deine Schwester ist okay.« Ich bleibe an einem Stand stehen, um eine Waffel zu kaufen. Lin pflückt mir mehr als die Hälfte der Waffelherzen aus der Hand. »He, du zerrupfst mein Herz, das ist ziemlich unfair geteilt«, meckere ich lächelnd.

»Na gut«, sagt sie, zupft ein Ministück ab und hält es mir vors Gesicht. Ich schnappe es mir mit dem Mund und streife dabei mit den Lippen leicht über ihre Finger.

»Uh, du bist ja verfressener als Toffee.« Sie lacht, als sie ihre kleine Lieblingsziege erwähnt. »Wusstest du eigentlich, dass in Italien eine Hexe die Geschenke bringt?«, fragt sie nun. »Sie heißt Befana und reist durch Schornsteine wie der Weihnachtsmann, aber erst am sechsten Januar.« Herausfordernd schaut sie mich an.

Ah, ein Battle. Dabei kann ich mithalten.

»Ja, aber wusstest du, dass man in Mexiko zu Weihnachten Radieschen schnitzt, weil das Glück bringen soll?«, kontere ich.

»Das kann ich toppen«, erwidert sie. »In Tschechien sagt ein Apfel die Zukunft voraus. Man schneidet ihn auf und hofft, dass das Kerngehäuse wie ein Stern aussieht. Und in der Slowakei schmeißt man Pudding an die Decke; je mehr kleben bleibt, desto mehr Glück hat man.«

»Ernsthaft?«, frage ich. »Das hast du dir doch ausgedacht!«

»Niemals!«, erwidert sie grinsend. »Können diese Augen lügen?« Sie deutet mit einem Zeigefinger auf ihr Gesicht.

Wir bleiben stehen und schauen uns einen Moment lang an. Das Gewusel um uns herum verblasst, und ich habe das Gefühl, in Lins braunen Augen zu versinken. Insgeheim überkommt mich der Wunsch, mir einen Bratapfel zu holen und nachzusehen, was das Kernorakel für uns bereithält. Abrupt reiße ich mich los und konzentriere mich wieder auf die Gegenwart. Sosehr ich in meinem Gedächtnis krame, mir fällt kein weiterer verrückter Brauch ein. Obwohl ... vielleicht der Baumstamm, der Süßigkeiten ausspuckt, aus Spanien ... Ich will gerade ansetzen, da kommt mir jemand zuvor.

»He, wisst ihr, dass ihr unterm Mistelzweig steht?«, ruft Lins jüngere Schwester Emmi, die plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht und ihre Arme über unsere Schultern legt. »Jetzt müsst ihr euch auch küssen. Das ist übrigens ein englischer Brauch.« Ihr Blick schweift zwischen dem grünen Ästchen über dem Torbogen, Lin und mir hin und her. Erwartungsvoll schaut sie uns an.

Ich werde rot bis zu den Haarspitzen. Wer zum Geier hängt hier Misteln auf?

Verstohlen blicke ich zu meiner...

Erscheint lt. Verlag 29.8.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch
Schlagworte ab 14 • Aktion Kulturpass • Bed&Breakfast • best friends to lovers • Childhood Bestfriend • Christmas Romance • cozy vibes • Freundschaft • Friends to Lovers • Gefühle • he falls first • Herzfunkeln&Winterträume • Herzklopfen • Jona • Junge Erwachsene • Junge Liebe • kulturpass • Liebesgeschichte • Lin • Schären • Schnee • Schweden • Schwestern • Selbstfindung • Slow Burn • Stockholm • Weihnachten • Weihnachtswunder • Winter • YA • Young Adult
ISBN-10 3-7517-8376-8 / 3751783768
ISBN-13 978-3-7517-8376-7 / 9783751783767
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