Ömers Team (eBook)
256 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-4643-5 (ISBN)
Stefan Lehrner, geboren 1975, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Ursprünglich gelernter Koch und Restaurantfachmann, entdeckte er später seine Leidenschaft für die Wissenschaften und absolvierte ein Studium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und promovierte in Politikwissenschaften. Im dritten Bildungsweg erwarb er zusätzlich die Lehrbefähigung für die Fächer Deutsch und Geographie. Heute unterrichtet er an der HTL Wien 10, wo er seine vielfältigen beruflichen und akademischen Erfahrungen in die Ausbildung der nächsten Generation einbringt.
I
Die Sonne brannte bereits vom Himmel, obwohl es noch früh am Morgen war. Ömer stand mit verschränkten Armen vor der Schule und schaute auf die großen Glastüren, durch die er nun seit fast einem Jahr ein und ausgegangen war. Oliver lehnte entspannt an einer der Säulen daneben, während Kimberly an ihrem Handgelenk herumzupfte, wo sie gerade ihr neues Armband befestigt hatte.
„Nur noch eine Woche bis zum Zeugnis“, sagte Ömer mit einem breiten Grinsen. „Das Finale von Street-Soccer 3S haben wir gewonnen, die Prüfungen sind durch und …“ – er ließ eine kleine Pause, damit die beiden ihn erwartungsvoll ansahen – „ich habe Sara geküsst.“
Oliver verzog das Gesicht und stieß ihn leicht mit der Schulter an. „Das musst du nicht jedes Mal erwähnen, weißt du? Langsam reicht’s!“
„Neidisch?“ Ömer grinste nur breiter.
„Neidisch? Pff, ich?“ Oliver verdrehte die Augen. „Bitte, das wäre ja, als wäre ich neidisch, dass du besser Fußball spielst als ich. Und das passiert nicht.“
Kimberly lachte. „Olli, du bist vielleicht der Technik-Crack, aber beim Fußball bleibt Ömer der Boss.“
„Danke, Kimmy.“ Ömer tippte sich an die Stirn, als würde er einen imaginären Hut ziehen. „Ich wusste, dass du Geschmack hast.“
„Ich meine nur die Wahrheit. Aber um ehrlich zu sein …“ Kimberly drehte sich zu Oliver und zog eine Augenbraue hoch. „… bei Technik bist du tatsächlich unschlagbar. Ohne dich hätten wir nie den Zufallsgenerator enttarnt.“
„Danke.“ Oliver nickte theatralisch. „Ich bin eben das Genie der Gruppe.“
Ömer schnaubte. „Genie oder nicht, ich werde in den Ferien trotzdem besser im Technik-Kram als du.“
„Oh, echt?“ Oliver lachte laut. „Ich würde sagen, ich bringe dir ein paar Basics bei. Aber lass uns mal sehen, ob du überhaupt die Geduld dafür hast.“
Kimberly grinste. „Das will ich sehen. Ömer vor einem Computer, statt auf dem Spielfeld? Das wird ein Spektakel.“
„Sehr witzig.“ Ömer verschränkte die Arme, tat aber so, als würde er beleidigt sein. „Wisst ihr, worauf ich mich wirklich freue? Die ersten zwei Wochen Ferien mit euch.“
Kimberly nickte, ihre Augen funkelten. „Ich auch. Zwei Wochen im Ferienlager – ohne Schule, ohne Verpflichtungen. Einfach nur Sonne, Spaß und … naja, vielleicht ein paar Abenteuer.“
Oliver zog eine Augenbraue hoch. „Abenteuer? Ich dachte, wir machen Urlaub, Kimmy, nicht irgendeine Mission Impossible.“
„Ach, Olli.“ Kimberly winkte ab. „Mit euch beiden weiß man nie, was passiert. Es könnte sein, dass wir einfach nur entspannte Tage am See haben. Oder … vielleicht stolpern wir wieder über irgendwas Mysteriöses.“
„Ich hoffe mal, ersteres.“ Oliver schüttelte den Kopf. „Ich brauche keine weiteren nächtlichen Einbrüche in komische Räume, versteckte Datenbanken oder – Gott bewahre – Zufallsgeneratoren, die doch keine sind.“
„Komm schon, das war doch spannend!“ Ömer klatschte ihm auf den Rücken. „Außerdem: Du liebst es, den Helden zu spielen.“
„Na gut, vielleicht ein bisschen.“ Oliver grinste, bevor er die Augen verdrehte. „Aber ich hoffe trotzdem, dass dieses Ferienlager einfach nur chillig wird.“
Kimberly stemmte die Hände in die Hüften. „Sicher. Denn wir alle wissen, wie entspannt ihr zwei euch benehmt, wenn euch langweilig wird.“
Ömer zuckte mit den Schultern. „Wir werden schon etwas finden, keine Sorge. Und wenn es nur der Wettkampf ist, wer länger vom Sprungbrett tauchen kann.“
„Oder wer mehr Marshmallows ins Lagerfeuer fallen lässt“, fügte Oliver trocken hinzu.
Kimberly lachte. „Na gut, Jungs. Aber ernsthaft: Ich freue mich riesig auf die Ferien mit euch.“
„Ich auch“, sagte Ömer, diesmal ohne das typische Grinsen. Es war ein Moment der echten Freude. „Es wird großartig.“
Oliver nickte. „Und was das Beste ist: keine Prüfungen, keine Lehrer … und keine Hausaufgaben.“
„Sag das nicht zu laut“, murmelte Kimberly und deutete über die Schulter auf das Schulgebäude. „Sonst fällt Professor Deutsch noch ein, uns am letzten Tag eine Sommerarbeit aufzubrummen. Und übrigens – kommt Professor Lehrner nicht auch mit ins Feriencamp?“
„Oh Mist, stimmt ja!“ Ömer schlug sich mit der Hand an die Stirn. „Das hatte ich komplett vergessen. Na toll, der Typ ist ja fast schlimmer als eine Sommerarbeit.“
„Wieso?“ Oliver grinste schief. „Hast du Angst, dass er uns beim Nachsitzen im Wald erwischt?“
„Haha, sehr witzig.“ Ömer verdrehte die Augen. „Ich habe genug geschuftet. Das wird trotzdem der perfekte Sommer. Und diesmal ohne Ärger. Punkt.“
Die drei lachten, obwohl sie insgeheim wussten, dass ein Sommer ohne Ärger, Abenteuer oder zumindest ein bisschen Chaos mit ihrer Clique kaum möglich war. Aber genau das machte ihre Freundschaft so besonders.
Sebastian saß mit verschränkten Armen am Küchentisch und starrte genervt auf die Holzmaserung. Seine Mutter, die an der Spüle stand und versuchte, ruhig zu bleiben, drehte sich zu ihm um.
„Sebastian, das reicht jetzt! Du hast das ganze Schuljahr nichts gemacht, und als ob das nicht genug wäre, bist du sitzengeblieben. Irgendwann reicht es!“ Ihre Stimme war streng, aber müde.
Sebastian rollte mit den Augen. „Ja, ich weiß, ich bin ein Versager. Danke, dass du es nochmal sagst“, sagte er zynisch und klopfte sarkastisch auf den Tisch.
„Hör auf damit!“ Ihre Stimme wurde lauter. „Ich rede mit dir, weil ich will, dass du endlich Verantwortung übernimmst. Aber offensichtlich muss ich dich zu deinem Glück zwingen.“ Sie hielt kurz inne und atmete tief durch. „Deshalb wirst du in den ersten zwei Wochen der Ferien ins Feriencamp der Maschinenbau-HTL fahren.“
Sebastian riss die Augen auf. „Was?! Auf keinen Fall! Ich fahre nicht in dieses bescheuerte Camp! Mit diesen ganzen Nerds und Strebern? Vergiss es!“
„Das ist keine Diskussion, Sebastian“, sagte sie streng. „Es wird dir guttun, aus diesem Umfeld herauszukommen. Vielleicht lernst du mal, wie man sich ein bisschen zusammenreißt.“
Sebastian sprang auf. „Das ist doch lächerlich! Du willst mich da hinschicken, damit ich mich noch mehr zum Idioten mache? Die werden mich alle verarschen!“
„Sebastian, setz dich hin!“ Sie sah ihm direkt in die Augen, und ihre Stimme hatte diesen Ton, den er kannte: Jetzt gab es kein Zurück mehr. „Ich habe dir so viele Chancen gegeben. Aber du sitzt hier bockig herum, machst nichts, und ich bin es leid. Also pack deine Sachen. Du fährst.“
„Das ist doch nicht dein Ernst …“ Sebastian knallte zurück auf den Stuhl und verschränkte wieder die Arme.
Seine Mutter seufzte und versuchte, ihre Stimme weicher zu machen. „Vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm. Frag doch deinen Freund Nover, ob er mitkommt. Dann seid ihr nicht allein.“
Sebastian schnaubte. „Nover? Ja, klar … Der macht doch, was ich ihm sage.“ Er grinste schief. „Vielleicht könnte ich ihn überreden. Wenigstens habe ich dann jemanden, mit dem ich Spaß haben kann.“
„Dann ruf ihn an.“ Sie warf ihm das Telefon hin. „Und hör auf, dich wie ein Kind aufzuführen.“
Sebastian nahm widerwillig das Telefon und wählte Novers Nummer. Es dauerte ein paar Sekunden, bis Nover ran ging.
„Yo, was geht?“, meldete sich Nover mit seiner typischen lässigen Stimme.
„Hey, Alter“, begann Sebastian und lehnte sich zurück. „Du glaubst nicht, was meine Alte sich ausgedacht hat. Die will mich in irgendein blödes Feriencamp der Maschinenbau-HTL schicken. Zwei Wochen mit diesen Strebern.“
„Haha, echt jetzt? Klingt scheiße“, lachte Nover.
„Ja, genau das sage ich. Aber hör zu, ich hab ’ne Idee. Du kommst einfach mit.“
„Mitkommen? Spinnst du?“ Novers Lachen verstummte. „Warum sollte ich mir das antun?“
Sebastian grinste breit. „Weil wir da zusammen die ganze Zeit Unfug machen können. Überleg mal: Da sind bestimmt diese ganzen Klugscheißer und Sportidioten. Wir könnten die zwei Wochen richtig Spaß haben und die ein bisschen aufmischen.“
Nover zögerte. „Hmm ... Klingt ja ganz witzig. Aber was genau sollen wir da machen?“
„Keine Ahnung, Alter. Irgendwas fällt uns schon ein. Wir können uns die Nerds vornehmen, uns bei irgendwelchen Wettbewerben vordrängeln oder die Regeln brechen. Du weißt schon, das Übliche.“ Sebastian setzte eine übertrieben unschuldige Stimme auf:...
| Erscheint lt. Verlag | 20.1.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Ömers Team |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Jugendbücher ab 12 Jahre |
| Schlagworte | cybercrime • Feriencamp • Fußball • Liebe • Young Adult |
| ISBN-10 | 3-7693-4643-2 / 3769346432 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-4643-5 / 9783769346435 |
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