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Das Spukschloss (eBook)

eBook Download: EPUB
2025
114 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-3525-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Spukschloss - Peter W.J. Licht
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(CHF 5,35)
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Kobolde spuken zu ihrer Freude seit Jahrhunderten in einem Schloss.

Das Aussehen unserer Kobolde.
Das erste, übernatürlichen Wesen, kann man
sehen, es ist deshalb erkennbar.

Lange, wehende Schleier in weiß, unterbrochen
von blutroten und grünen Längsstreifen, umwehen die geisterhafte Erscheinung.

Das Wesen ist so fein und zart wie eine Fee, aber
nicht ertastbar. Beim berühren greift man durch
es hindurch, ohne was zu fühlen.

Darum kann es durch Hindernisse, wie Wände,
bequem durch schweben.

Vor hunderten von Jahren wurde es von seinem
Schöpfergeist Quentchen benannt. Auch mal Feinchen.

Ein rechter Name für den schönen Anschein des
Kobold.

(im Mittelalter war das Quent ein besonders
leichtes Gewichtsmaß, entspricht etwa für … ein
kleines bisschen).

Der zweite Kobold ist für Mensch und Tier unsichtbar.

Den Körper kann man aber fühlen, ergreifen.

Er ist groß und von runder, fülliger Figur.

Kleine und kurze Beinchen unter dem beleibten

Rumpf geben ihm ein witziges Aussehen, ja wenn

er nur sichtbar wäre.

Oben auf dem Körper ist noch ein kleiner Kopf

mit riesigen, neugierig blickenden Augen und

großer Nase. Die ragt weit aus dem Gesicht.

Die Ohren sind übergroß und die Ohrlappen

hängen bis zur Schulter herab.

Könnte ein Mensch ihn so sehen, würde der sich

erheblich erschrecken.

Zumal der ganze Körper des Dämons ohne Haare

und braun ist.

Entsprechend ist für ihn der derbe Name,

Klafter.

(Der Name kommt von seiner Abstammung im
Mittelalter. Da galt Klafter als ein Längenmaß
und auch für ein großes Volumen, also wurde er
von dem Geistervater Klafter benahmt).

Auch Menschlein, werden mit der Spukgeschichte

zu tun haben.

Es war einmal…

aber halt, so fangen viele Geschichten an, auch die

von den Abenteuern der zwei lustigen und immer

zu Streichen aufgelegten Kobolde,

... es geschah vor nicht so langer Zeit, da schwebte

das sanfte Wesen Quentchen durch die ihr seit

Jahrhunderten vertrauten Säle des Schlosses.

Friedlich gleitet sie durch die Wände der Räume.

Leider gibt es für sie seit letzter Zeit nichts mehr

zum geistern.

Die neuen Besitzer vom Schloss kommen selten

und hatten noch nie Gäste eingeladen.

Da gab es nichts zum Spuken.

Das war bei den früheren Eigentümern anders.

Da wurde oft freundliche Bekannte eingeladen.

Dann schwebte Quentchen, zum Ergötzen der

Gäste und seiner Bewohner, leise und elegant mit

wehenden Schleiern durch die Räume.

Doch es kamen auch unsympathische Gäste, die

erschreckte sie des Nachts.

Mit Geheul fegte sie durch ihre Schlafzimmer,

sodass sie am Morgen in der Frühe, ohne

Frühstück, eiligst sich verabschiedeten und

abreisten.

Die jeweiligen Schlossherren waren dann

erleichtert. Sie wussten um ihren Kobold und ließen

es walten. Denn wenn unangenehme Besucher

eingeladen werden mussten, konnten so die

Gastgeber die auf feine Art loswerden.

So hatte das Quentchen viele Generationen lang

Spaß mit ihrem Schabernack.

Bis auf einmal...

Da erblickt das Quentchen plötzlich im Thronsaal

einen massigen, großen Körper, mit kleinem Kopf

und langen Ohren, die schlaff herab hängen.

Neugierig umfliegt es den fremden Leib.

Seine kurzen, viel zu kleinen Füße verschwinden

fast ganz unter dem Rumpf. Seine große Nase

sticht aus dem wulstigen Gesicht. Die riesigen

Augen glotzten wie Teller unwillig im Raum umher.

Alles daran passte an dem Körper nicht so recht

zusammen.

„Ho, ho, wer fliegt da an mir vorbei?“, tief dröhnt ein

Ton aus dem massigen Kerl. Er hat sie gesehen.

„Huch, wer bist du? Was suchst du hier in meinem

Schloss?“, wispert erschreckt ihre zarte Stimme.

„Keine Menschenseele weit und breit, nur ein

großer Klumpen besucht mich und schwatzt mich

so laut an. Was willst du hier und bist du

eingeladen?“.

„Ich bin kein Klumpen, ich bin Klafter, ein Geist“,

hallt die tiefe Bassstimme beleidigt durch den Saal,

sodass die Vorhänge der Fenster sich heftig

bewegen.

Der Geist ist verdutzt, dass der schwebende Spuk

ihn sehen kann.

„Wieso kannst du mich sehen! Ich bin doch

unsichtbar!“, dröhnt es wieder durch den Saal.

„Du bist so laut! Bitte sei leiser“, umschwirrt ihn

Quentchen.

„Egal, ich spuke jetzt hier. Du musst mir weichen“.

Aufgeregt flattert das Feinchen hin und her.

„Mein großer Geisterbeschwörer hat mich in dieses

Schloss verbannt, um für ewig die Menschlein zu

erschrecken. Im letzten Jahrhundert war er mit mir

nicht mehr zufrieden. Anderen Lebewesen konnte

ich keine Angst mehr einjagen. Die hatten nur Angst

vor Teufeln und Hexen. Sie verbrannten deswegen

sogar andere Lebewesen“.

Quentchen ist neugierig.

„Das habe ich auch von den bösen Menschlein

gesehen und wäre beinahe ins Feuer geraten“.

„Ohaa“, gähnt Klafter, „ich bin müde vom reden.

Es ist nicht mehr dein Schloss, ab jetzt werde ich

den Menschlein wilden Schrecken einjagen, fertig“

und legt sich zufrieden in die Ecke.

„Hier geistern? Was fällt dir ein! Der Kobold bin ich!

Seit Jahrhunderten spuke ich schon hier“, zirpt

aufgeregt Quentchen.

„Bist du unsichtbar? Nein, aber ich. Gespenster

müssen unsichtbar sein, sonst sind es nur

Zauberverkleidungen“, erwidert er trotzig.

„Was du nicht sagst“ und schwebt um den klotzigen

Körper.

„Fang mich doch“.

Klafter greift nach Quentchen, aber er greift ins

Leere, kann sie nicht fassen.

Sie lacht.

„Wie willst du mich vertreiben, wenn du mich nicht

mal fassen kannst“ und schwebt schnell ein paar

Mal um ihn herum.

Sein kleiner Kopf kann sich nicht so schnell drehen,

wie Quentchen ihn umflirrt und lässt bald das

Haschen sein. Ihm wird schwindlig.

Aufgeregt pendelt sie vor der Nase hin und her.

„Ich bin seit Jahrhunderten hier, niemand kann mir

hier das Spuken streitig machen, habe einen guten

Ruf bei vielen Menschlein die hier wohnten.

Bin immer verlässlich im Herumgeistern und war nie

böse. Nur wenn ungeliebte Gäste hier

übernachteten, machte ich die mit Streichen

verrückt. Nachts habe ich keine Ruhe gelassen.

Sie wollten mich fangen, schlugen mit Händen und

Stöcken nach mir, aber ich huschte durch die

Wände.

Die Schlossherren haben das vor der Abreise am

Morgen erzählt bekommen.

Wie furchtbar ihre Nacht war und sie nicht schlafen

konnten. Ständig war ein leises Hüsteln zu hören

und blutige Schleier wollten sie auch gesehen

haben, der durch die Wände verschwand.

Den Besitzern war zwar von den Spuknächten oft

berichtet worden. Es blieb sie blieben

unbekümmert, nur wenn diese Gäste sich schlecht

benommen und dauernd gemeckert haben, hat

meine Schlossfamilie gelächelt und war über die

Abreise erleichtert.

Klafter döst und brummt Unverständliches.

„Also gut“, Quentchen ist freundlich, „du bist eine

große Erscheinung. Wir sollten uns kennen lernen

und ich will mich mit dir vertragen. Sind wir doch

irgendwie ähnlich“.

Schnell fügt es hinzu,„ ich meine als Gespenster“

und setzt sich auf die Kommode.

„Rufe mich Quentchen. Das kleine Gewichtsmaß.

Mein Großgeist hat mich so benannt, weil ich so

zart und fein in meiner Jugend war“ und klimpert mit

den Augenwimpern.

Feinchen wurde ich manchmal von anderen

Kobolden gerufen. Darf ich dich mal anfühlen und

anschauen“.

Das zarte Wesen fliegt vorsichtig heran, berührt in

gefühlvoll am Kopf.

Klafti erwacht mit großen Augen, seufzt. „Das ist

schön Quent“.

„Quentchen, behalte das du Zausel“.

Er richtet sich auf. „Was ist ein Sausel Quentilein?“.

Es verdreht die schönen Äuglein, schüttelt das

Köpfchen.

„Was kannst du eigentlich? Bestimmt nicht durch

Mauern gehen wie ich. Ich sause einfach hindurch“.

Klafter hat die großen Glotzaugen geschlossen,

genießt noch ihre Berührung.

Er schnauft tief, „ich mache ein Loch durch die

Mauer und gehe hindurch“.

Das Feinchen schaut ihn genau an.

„Du bist wirklich keine Schönheit und zum Gruseln

gut geeignet. Außerdem, warum streiten wir.

Jeder hat seine...

Erscheint lt. Verlag 6.1.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Kinderbücher bis 11 Jahre
Schlagworte Alphons Geisterjäger • Der Freund Peterjunge • Kobold Feinchen • Kobold Klafter • Luzifer
ISBN-10 3-7693-3525-2 / 3769335252
ISBN-13 978-3-7693-3525-5 / 9783769335255
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