Das Spukschloss (eBook)
114 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-3525-5 (ISBN)
Das Aussehen unserer Kobolde.
Das erste, übernatürlichen Wesen, kann man
sehen, es ist deshalb erkennbar.
Lange, wehende Schleier in weiß, unterbrochen
von blutroten und grünen Längsstreifen, umwehen die geisterhafte Erscheinung.
Das Wesen ist so fein und zart wie eine Fee, aber
nicht ertastbar. Beim berühren greift man durch
es hindurch, ohne was zu fühlen.
Darum kann es durch Hindernisse, wie Wände,
bequem durch schweben.
Vor hunderten von Jahren wurde es von seinem
Schöpfergeist Quentchen benannt. Auch mal Feinchen.
Ein rechter Name für den schönen Anschein des
Kobold.
(im Mittelalter war das Quent ein besonders
leichtes Gewichtsmaß, entspricht etwa für … ein
kleines bisschen).
Der zweite Kobold ist für Mensch und Tier unsichtbar.
Den Körper kann man aber fühlen, ergreifen.
Er ist groß und von runder, fülliger Figur.
Kleine und kurze Beinchen unter dem beleibten
Rumpf geben ihm ein witziges Aussehen, ja wenn
er nur sichtbar wäre.
Oben auf dem Körper ist noch ein kleiner Kopf
mit riesigen, neugierig blickenden Augen und
großer Nase. Die ragt weit aus dem Gesicht.
Die Ohren sind übergroß und die Ohrlappen
hängen bis zur Schulter herab.
Könnte ein Mensch ihn so sehen, würde der sich
erheblich erschrecken.
Zumal der ganze Körper des Dämons ohne Haare
und braun ist.
Entsprechend ist für ihn der derbe Name,
Klafter.
(Der Name kommt von seiner Abstammung im
Mittelalter. Da galt Klafter als ein Längenmaß
und auch für ein großes Volumen, also wurde er
von dem Geistervater Klafter benahmt).
Auch Menschlein, werden mit der Spukgeschichte
zu tun haben.
Es war einmal…
aber halt, so fangen viele Geschichten an, auch die
von den Abenteuern der zwei lustigen und immer
zu Streichen aufgelegten Kobolde,
... es geschah vor nicht so langer Zeit, da schwebte
das sanfte Wesen Quentchen durch die ihr seit
Jahrhunderten vertrauten Säle des Schlosses.
Friedlich gleitet sie durch die Wände der Räume.
Leider gibt es für sie seit letzter Zeit nichts mehr
zum geistern.
Die neuen Besitzer vom Schloss kommen selten
und hatten noch nie Gäste eingeladen.
Da gab es nichts zum Spuken.
Das war bei den früheren Eigentümern anders.
Da wurde oft freundliche Bekannte eingeladen.
Dann schwebte Quentchen, zum Ergötzen der
Gäste und seiner Bewohner, leise und elegant mit
wehenden Schleiern durch die Räume.
Doch es kamen auch unsympathische Gäste, die
erschreckte sie des Nachts.
Mit Geheul fegte sie durch ihre Schlafzimmer,
sodass sie am Morgen in der Frühe, ohne
Frühstück, eiligst sich verabschiedeten und
abreisten.
Die jeweiligen Schlossherren waren dann
erleichtert. Sie wussten um ihren Kobold und ließen
es walten. Denn wenn unangenehme Besucher
eingeladen werden mussten, konnten so die
Gastgeber die auf feine Art loswerden.
So hatte das Quentchen viele Generationen lang
Spaß mit ihrem Schabernack.
Bis auf einmal...
Da erblickt das Quentchen plötzlich im Thronsaal
einen massigen, großen Körper, mit kleinem Kopf
und langen Ohren, die schlaff herab hängen.
Neugierig umfliegt es den fremden Leib.
Seine kurzen, viel zu kleinen Füße verschwinden
fast ganz unter dem Rumpf. Seine große Nase
sticht aus dem wulstigen Gesicht. Die riesigen
Augen glotzten wie Teller unwillig im Raum umher.
Alles daran passte an dem Körper nicht so recht
zusammen.
„Ho, ho, wer fliegt da an mir vorbei?“, tief dröhnt ein
Ton aus dem massigen Kerl. Er hat sie gesehen.
„Huch, wer bist du? Was suchst du hier in meinem
Schloss?“, wispert erschreckt ihre zarte Stimme.
„Keine Menschenseele weit und breit, nur ein
großer Klumpen besucht mich und schwatzt mich
so laut an. Was willst du hier und bist du
eingeladen?“.
„Ich bin kein Klumpen, ich bin Klafter, ein Geist“,
hallt die tiefe Bassstimme beleidigt durch den Saal,
sodass die Vorhänge der Fenster sich heftig
bewegen.
Der Geist ist verdutzt, dass der schwebende Spuk
ihn sehen kann.
„Wieso kannst du mich sehen! Ich bin doch
unsichtbar!“, dröhnt es wieder durch den Saal.
„Du bist so laut! Bitte sei leiser“, umschwirrt ihn
Quentchen.
„Egal, ich spuke jetzt hier. Du musst mir weichen“.
Aufgeregt flattert das Feinchen hin und her.
„Mein großer Geisterbeschwörer hat mich in dieses
Schloss verbannt, um für ewig die Menschlein zu
erschrecken. Im letzten Jahrhundert war er mit mir
nicht mehr zufrieden. Anderen Lebewesen konnte
ich keine Angst mehr einjagen. Die hatten nur Angst
vor Teufeln und Hexen. Sie verbrannten deswegen
sogar andere Lebewesen“.
Quentchen ist neugierig.
„Das habe ich auch von den bösen Menschlein
gesehen und wäre beinahe ins Feuer geraten“.
„Ohaa“, gähnt Klafter, „ich bin müde vom reden.
Es ist nicht mehr dein Schloss, ab jetzt werde ich
den Menschlein wilden Schrecken einjagen, fertig“
und legt sich zufrieden in die Ecke.
„Hier geistern? Was fällt dir ein! Der Kobold bin ich!
Seit Jahrhunderten spuke ich schon hier“, zirpt
aufgeregt Quentchen.
„Bist du unsichtbar? Nein, aber ich. Gespenster
müssen unsichtbar sein, sonst sind es nur
Zauberverkleidungen“, erwidert er trotzig.
„Was du nicht sagst“ und schwebt um den klotzigen
Körper.
„Fang mich doch“.
Klafter greift nach Quentchen, aber er greift ins
Leere, kann sie nicht fassen.
Sie lacht.
„Wie willst du mich vertreiben, wenn du mich nicht
mal fassen kannst“ und schwebt schnell ein paar
Mal um ihn herum.
Sein kleiner Kopf kann sich nicht so schnell drehen,
wie Quentchen ihn umflirrt und lässt bald das
Haschen sein. Ihm wird schwindlig.
Aufgeregt pendelt sie vor der Nase hin und her.
„Ich bin seit Jahrhunderten hier, niemand kann mir
hier das Spuken streitig machen, habe einen guten
Ruf bei vielen Menschlein die hier wohnten.
Bin immer verlässlich im Herumgeistern und war nie
böse. Nur wenn ungeliebte Gäste hier
übernachteten, machte ich die mit Streichen
verrückt. Nachts habe ich keine Ruhe gelassen.
Sie wollten mich fangen, schlugen mit Händen und
Stöcken nach mir, aber ich huschte durch die
Wände.
Die Schlossherren haben das vor der Abreise am
Morgen erzählt bekommen.
Wie furchtbar ihre Nacht war und sie nicht schlafen
konnten. Ständig war ein leises Hüsteln zu hören
und blutige Schleier wollten sie auch gesehen
haben, der durch die Wände verschwand.
Den Besitzern war zwar von den Spuknächten oft
berichtet worden. Es blieb sie blieben
unbekümmert, nur wenn diese Gäste sich schlecht
benommen und dauernd gemeckert haben, hat
meine Schlossfamilie gelächelt und war über die
Abreise erleichtert.
Klafter döst und brummt Unverständliches.
„Also gut“, Quentchen ist freundlich, „du bist eine
große Erscheinung. Wir sollten uns kennen lernen
und ich will mich mit dir vertragen. Sind wir doch
irgendwie ähnlich“.
Schnell fügt es hinzu,„ ich meine als Gespenster“
und setzt sich auf die Kommode.
„Rufe mich Quentchen. Das kleine Gewichtsmaß.
Mein Großgeist hat mich so benannt, weil ich so
zart und fein in meiner Jugend war“ und klimpert mit
den Augenwimpern.
Feinchen wurde ich manchmal von anderen
Kobolden gerufen. Darf ich dich mal anfühlen und
anschauen“.
Das zarte Wesen fliegt vorsichtig heran, berührt in
gefühlvoll am Kopf.
Klafti erwacht mit großen Augen, seufzt. „Das ist
schön Quent“.
„Quentchen, behalte das du Zausel“.
Er richtet sich auf. „Was ist ein Sausel Quentilein?“.
Es verdreht die schönen Äuglein, schüttelt das
Köpfchen.
„Was kannst du eigentlich? Bestimmt nicht durch
Mauern gehen wie ich. Ich sause einfach hindurch“.
Klafter hat die großen Glotzaugen geschlossen,
genießt noch ihre Berührung.
Er schnauft tief, „ich mache ein Loch durch die
Mauer und gehe hindurch“.
Das Feinchen schaut ihn genau an.
„Du bist wirklich keine Schönheit und zum Gruseln
gut geeignet. Außerdem, warum streiten wir.
Jeder hat seine...
| Erscheint lt. Verlag | 6.1.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Kinderbücher bis 11 Jahre |
| Schlagworte | Alphons Geisterjäger • Der Freund Peterjunge • Kobold Feinchen • Kobold Klafter • Luzifer |
| ISBN-10 | 3-7693-3525-2 / 3769335252 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-3525-5 / 9783769335255 |
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