Thrones and Curses - Zur Königin erwählt (eBook)
Seit Sophronias Ermordung haben die Prinzessinnen Daphne und Beatriz die Wahrheit herausgefunden: Sie sind nichts weiter als zwei Bauernopfer im Spiel ihrer Mutter, die über den gesamten Kontinent Vesteria herrschen will. Beatriz und Daphne sind noch immer durch ganze Länder getrennt und ihre Feinde lauern überall, aber jetzt haben sie Verbündete in Gebieten, die weit über die Grenzen von Vesteria hinausgehen. Doch Gerüchte über eine alte Prophezeiung verfolgen Daphne und Beatriz auf Schritt und Tritt, immer mehr Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit kommen ans Licht und bei jedem Zug, den sie machen, scheint die Kaiserin ihnen einen Schritt voraus zu sein. Wenn es noch Hoffnung für die Prinzessinnen geben soll, müssen die beiden alles einsetzen, was ihre Mutter ihnen beigebracht hat, auf die Magie in ihren Adern vertrauen und dem Schicksal selbst trotzen. Denn wenn sie das nicht können, ist das Volk von Vesteria dem Untergang geweiht …
Das packende Finale der großen Fantasy-Trilogie von New-York-Times-Bestsellerautorin Laura Sebastian!
Die Thrones-and-Curses-Reihe:
Thrones and Curses – Von den Sternen berührt (Band 1)
Thrones and Curses – Für die Krone geboren (Band 2)
Thrones and Curses – Zur Königin erwählt (Band 3)
Laura Sebastian, geboren im südlichen Florida, hat schon immer gern Geschichten erzählt. Nach ihrem Schauspiel-Abschluss am Savannah College of Art and Design hat sie sich in New York niedergelassen. Wenn sie nicht schreibt, liest sie, probiert neue Cookie- oder Cupcake-Rezepte aus, kauft Klamotten, obwohl ihr Schrank aus allen Nähten platzt, oder überredet ihren faulen und sehr wuscheligen Hund Neville, mit ihr spazieren zu gehen. Ihr Debüt »Ash Princess« wurde ein New York Times-Bestseller.
Daphne
Von ihrem Platz in dem selten genutzten Salon im Nordflügel von Schloss Eldevale hat Daphne einen perfekten Blick auf das Haupttor. Den ganzen Morgen über herrscht ein stetes Kommen und Gehen, während sie ihren Tee trinkt. Eine Postkutsche, ein Gemüsehändler, mehrere Dutzend Höflinge zu Pferd, die zum Einkaufen in den Mauerweg oder zur Jagd in den Wäldern aufbrechen. Jedes Mal, wenn jemand auf das Tor zuhält, richtet Daphne sich ein wenig auf, sinkt dann aber auch jedes Mal enttäuscht wieder zurück.
»Irgendetwas stimmt nicht«, sagt sie laut, rührt ihren Tee um und wendet sich gerade lange genug vom Tor ab, um Cliona und Violie einen kurzen Blick zuzuwerfen.
Seit dem Frühstück sitzen sie nun schon zu dritt um den kleinen Tisch, Cliona und Violie unterhalten sich, während Daphne tut, als würde sie zuhören. Wenn sie weniger abgelenkt wäre, würde sie sich womöglich darüber amüsieren, wie schnell sich die beiden angefreundet haben, obwohl sie so unterschiedlich sind – Cliona, die privilegierte frivianische Lady, die im Geheimen für die Rebellion arbeitet, die ihr Vater anführt, und Violie, die Zofe aus dem gemeinen Volk von Bessemia, die im Geheimen als Spionin für Daphnes Mutter tätig war, bis sie die Seiten gewechselt hat. Wenn Daphne weniger abgelenkt wäre, würde sie diese Freundschaft vielleicht sogar beunruhigen. Immerhin hat sie beide Mädchen vor nicht allzu langer Zeit noch als Feindinnen betrachtet.
Jetzt nicht mehr, doch Daphne ist mit Feindschaften weitaus vertrauter als mit Freundschaften, weswegen es eine Weile dauern wird, sich an die neuen Umstände zu gewöhnen.
»Das sage ich schon die ganze Zeit«, antwortet Cliona seufzend. »Aber irgendetwas lässt mich annehmen, dass du nicht König Bartholomews Plan meinst, den Hof einen Monat früher als üblich nach Burg Notch zu verlegen.«
Das lenkt Daphne einen kurzen Moment lang ab, doch dann schüttelt sie den Kopf. »Der Winter war ungewöhnlich warm, soweit ich das mitbekommen habe. Vielleicht möchte er damit das Wetter mehr genießen.«
Sie schaut erneut aus dem Fenster, als zwei gerüstete Wächter durch die Tore reiten. Allein. »Beatriz sollte inzwischen hier sein. Sie hätte schon vor zwei Tagen hier ankommen sollen«, meint Daphne.
Eine Woche ist vergangen, seit Daphne Sternenstaub benutzt hat, um mit ihrer Schwester in Bessemia zu sprechen, und da sagte Beatriz ihr, dass sie sich auf dem Weg nach Friv befindet. Sie hat eine längere Route gewählt als die, auf der Daphne nach Friv gereist ist – das war notwendig, um ihrer Mutter zu entkommen, die sicher nach ihr suchen wird –, doch selbst wenn sie unterwegs aufgehalten wurde, sollte sie mittlerweile in Friv sein.
»Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum sie länger braucht«, sagt Violie und stellt ihre Teetasse ab.
Nein, denkt Daphne. Nicht Violie. Selbst in ihrem eigenen Kopf sollte Daphne den Decknamen verwenden, unter dem sie nun lebt, denn ein Großteil der Menschen in Friv geht davon aus, dass das Mädchen, das ihr gerade gegenübersitzt, nicht Violie ist. Sie ist Sophronia – Daphnes andere Schwester, die von einem Mob in Temarin ermordet wurde.
Daphne muss sich daran gewöhnen, ihren neuen Namen zu benutzen – oder sie wenigstens mit Sternchen anzusprechen, dem Spitznamen aus Violies Kindheit, der keinen Verdacht erregen wird, wenn Daphne sie so nennt –, doch das fällt ihr schwerer, als sie gedacht hätte. Der Gedanke an das doppelte Spiel lässt immer noch Übelkeit in Daphne aufsteigen, weil jemand anderes Sophronias Leben lebt, aber es war die einzige Möglichkeit, Violie vor einer Hinrichtung für den Mordversuch an Königinmutter Eugenia zu bewahren – ein Mord, den schlussendlich Daphne selbst begangen hat.
Daphne schüttelt den Kopf. »Nein, ich … ich spüre es einfach. Etwas stimmt nicht.«
»Überlegst du, noch einmal Sternenstaub zu benutzen, um mit ihr zu reden?«, fragt Cliona stirnrunzelnd. »Ich kann meinen Vater um eine weitere Phiole bitten, aber ich glaube, er wird langsam misstrauisch.«
Das lässt sich Daphne einen Moment lang durch den Kopf gehen. »Nein«, antwortet sie schließlich. »Es wird nur das Gleiche passieren wie in den letzten Tagen und ich bin nicht scharf darauf, die Folgen wieder auszubaden.«
Jedes Mal, wenn Daphne versucht hat, ihre Schwester mittels Sternenstaub zu erreichen, bekam sie nur gähnende Stille zu hören, die ihr Kopfschmerzen verursachte, als hätte sie ein Glas Ale zu viel getrunken.
Obwohl sie sich die Frage nicht stellen will, denkt Daphne doch immer wieder darüber nach, ob das wohl auch passiert, wenn sie versuchen würde, mit Sophronia zu sprechen. Ob Beatriz nun ihrer beider Schwester Gesellschaft leistet. Bei der Vorstellung wird ihr speiübel.
Nein. Beatriz ist nicht tot. Das kann nicht sein. Das wüsste Daphne doch.
Oder nicht?
Daphne verdrängt den Gedanken aus ihrem Kopf. Beatriz konnte schon immer auf sich aufpassen – wo auch immer sie ist, was auch immer sie aufhält, sie kommt zurecht. Tatsächlich empfindet Daphne durchaus Mitleid mit allen, die dumm genug sind, sich ihrer Schwester in den Weg zu stellen.
Sie zwingt sich, den Blick vom Fenster abzuwenden, und richtet ihre Aufmerksamkeit auf Cliona.
»Warum ist es beunruhigend, dass der Hof früher nach Burg Notch umzieht?«, fragt sie und klammert sich dankbar an die Ablenkung, die sich ihr damit bietet.
»Weil«, sagt Cliona und gibt noch einen Löffel Zucker in ihren Tee, »nur Burg Notch in der Geschichte der jahrhundertelangen Clankriege nie eingenommen wurde. Ihre Lage in den Bergen sorgt für eine natürliche Verteidigungsposition und alles an der Burg unterstützt das noch. Wenn Bartholomew einen Angriff erwartet, wäre das der klügste Aufenthaltsort.«
Darüber denkt Daphne einen Moment lang nach. Bartholomew ginge recht in der Annahme eines Angriffs, sei es nun seitens ihrer Mutter oder durch Clionas Vater und seine Rebellen. Daphne vermutet Ersteres, aber sie weiß, dass Cliona sich mehr Sorgen um Letzteres macht. Sie mögen ja Freundinnen sein, aber Cliona erzählt ihr nicht alles, was die Rebellen planen.
In diesem Fall kann Daphne jedoch ihre eigenen Schlüsse ziehen. Durch die Heirat von ihr und Bairre und die große Unterstützung der breiten Öffentlichkeit zu ihren Gunsten haben die Rebellen allen Grund, König Bartholomew seiner Macht zu berauben und den Weg für Daphne und Bairre zu ebnen, die die Monarchie komplett abschaffen sollen, sobald sie selbst auf dem Thron sitzen.
»Wenn meine Mutter merkt, dass ich mich gegen sie gewendet habe«, meint Daphne langsam, »gibt es weitaus schlechtere Aufenthaltsorte als Burg Notch.«
Clionas Kiefermuskeln spannen sich an und Daphne sieht geradezu, wie es in ihrem Kopf arbeitet. »Die Rebellion glaubt, dass Friv von Schlimmerem bedroht wird als von einer machthungrigen Möchtegern-Kaiserin«, sagt sie schließlich.
»Du meinst, dein Vater glaubt das«, erwidert Daphne. Clionas Vater Lord Panlington ist König Bartholomews engster Vertrauter, aber er arbeitet auch seit zwei Jahrzehnten daran, ihn zu entthronen. Als Cliona keinen Einspruch erhebt, schaut Daphne Hilfe suchend zu Violie – immerhin wissen nur wenige Menschen besser darüber Bescheid, wozu die Kaiserin fähig ist, als Violie, die bis vor Kurzem als eine ihrer Spioninnen fungiert hat –, doch Violie ist abgelenkt und schaut stirnrunzelnd aus dem Fenster.
Daphnes Puls schießt in die Höhe und sie folgt ihrem Blick, doch genauso schnell rutscht ihr das Herz dann in die Hose und lässt Beklommenheit zurück.
Ein Reiter bringt sein strahlend weißes Pferd vor dem Tor zum Stehen, doch es ist seine Livree, die Daphne stutzen lässt. Er ist von Kopf bis Fuß in bessemianisches Blau gekleidet.
»Schickt deine Mutter einen Brief?«, will Violie wissen.
»Ein Brief käme mit der Post«, entgegnet Daphne, stellt ihre Teetasse ab und erhebt sich. Nur sehr wenige Dinge würden ihre Mutter dazu veranlassen, ihren persönlichen Boten nach Friv zu schicken, und nichts davon ist positiv.
Daphne und Cliona machen sich auf den Weg zur Eingangshalle – ohne Violie, falls der Bote jemand ist, der Sophronia schon einmal gesehen hat und ihre Täuschung durchschaut. Im Erdgeschoss des Schlosses angekommen, treffen sie auf Bairre, der flankiert von zwei Wachen aus der Eingangshalle kommt. Als ihre Blicke sich treffen, weiß Daphne sofort, dass er keine guten Neuigkeiten hat.
»Meine Mutter hat einen Boten geschickt«, sagt sie, um ihm die Vorrede zu ersparen. »Wir haben ihn das Tor passieren sehen.«
Bairre nickt. »Er sagt, dass er nur mit dir und Sophronia sprechen wird«, erklärt er ihr.
Daphne dreht sich der Magen um und sie wirft den Wachen neben ihm einen kurzen Blick zu. »Ich werde ihn empfangen, aber meine Schwester ist unpässlich. Deswegen möchte ich sie lieber nicht behelligen.«
Bairre nickt und versteht offenbar, was sie impliziert. Auf dem Weg den Korridor entlang zur Eingangshalle schielt sie aus den Augenwinkeln zu ihm rüber.
Die Hochzeit war vor einer Woche, aber sie tut sich immer noch schwer damit, ihn als ihren Ehemann zu betrachten, und genauso schwer, von sich selbst als Ehefrau zu denken. Vielleicht liegt es daran, zumindest zum Teil, dass die Ehe noch nicht vollzogen wurde.
Zu dieser Übereinkunft sind sie in der Hochzeitsnacht gekommen, eine Vorsichtsmaßnahme, um die Ehe im Notfall auflösen zu können, sollte die Kaiserin diese als Waffe gegen sie...
| Erscheint lt. Verlag | 26.2.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Thrones-and-Curses-Reihe |
| Übersetzer | Julia Schwenk |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Castles in their Bones #3 von 3 |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Jugendbücher ab 12 Jahre |
| Schlagworte | ab 14 • All Age • Ash Princess • castles in their bones • Court Romance • Das Reich der sieben Höfe • Die rote Königin • Drillinge • eBooks • enemies to lovers • Epic Fantasy • Fantasy • Feministische Fantasy • Geschwister • High Fantasy • Holly Black • Intrigen • Jennifer Benkau • Jugendbuch • Jugendbücher • Kendare Blake • Liebe • Liebesgeschichte • Magie • poison in their hearts deutsch • Pubertät • Romance • Romantasy • Sarah J. Maas • Schwestern • Serien • Slow Burn • stardust in their veins • starke Heldin • Trilogie • Verrat • Victoria Aveyard • Young Adult |
| ISBN-10 | 3-641-28320-5 / 3641283205 |
| ISBN-13 | 978-3-641-28320-9 / 9783641283209 |
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