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Das Funkeln von Sternenstaub (eBook)

Eine berührende Own-Voice-Romance über Body Positivity und die Welt der Castingshows

(Autor)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Aufl. 2024
448 Seiten
ONE (Verlag)
978-3-7517-6168-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Funkeln von Sternenstaub - Larissa Schira
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9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
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Mel ist genervt von ihrem eintönigen Alltag und ihrem Freund Max, der sich nur noch für Partys und Fußball interessiert. Kurzerhand bewirbt sie sich deshalb bei der Castingshow 'Misfit Models'. Mel freut sich riesig, als sie dort angenommen wird, lernt jedoch schnell die Schattenseiten des Showbiz kennen. Nichts läuft so, wie sie es sich erhofft hat. Gut, dass Kameramann-Azubi Luke da ist, der immer ein offenes Ohr für sie hat. Mit seiner humorvollen und schlagfertigen Art schleicht er sich schneller in ihr Herz, als Mel lieb ist. Aber was ist mit Max? Schließlich muss sie sich entscheiden: Ist sie bereit, sich ihren größten Ängsten zu stellen, um ihren Traum vom Modeln zu verwirklichen?



<p><strong>Larissa Schira</strong>, geboren 1995, verfasste während ihres Lehramtsstudiums ihren ersten Roman und entdeckte dabei ihre Liebe für das Schreiben wieder. Bereits im Alter von 5 Jahren schrieb sie ersten Geschichten und hatte mit 10 Jahren sämtlichen Lesestoff aus dem örtlichen Bücherbus verschlungen.Sie liebt Konzertbesuche, Kochen und verwöhnt ihre Meerschweinchen wo sie nur kann. Nach<strong>DIE FARBE VON SCHNEEFLOCKEN</strong> folgt nun ihr nächstes Werk bei ONE!</p>


1
Von Grashalmen und großen Träumen


Ich stützte mich auf den Beckenrand und stemmte mich aus dem Wasser. Es war schon wieder einer dieser Tage, an denen die Sonne so kräftig auf das Pflaster knallte, dass man befürchten musste, Verbrennungen an den Fußsohlen davonzutragen.

Ich biss die Zähne zusammen und huschte, so schnell ich konnte, über die Steine. Endlich erreichte ich die Liegewiese. Das Rascheln der Birkenblätter kündigte einen Windstoß an, der mir vorkam, als würde jemand mit einem riesigen Föhn auf mich zielen.

Jule bemerkte nicht, dass ich näher kam. Sie lag in T-Shirt und Jeans auf ihrer Decke und hatte kleine Kopfhörer in den Ohren. Sie reckte das Kinn in die Sonne, die sich zwischen den Ästen hindurchstahl. Genoss sie diese Höllentemperaturen tatsächlich?

Ich stellte mich neben sie und schüttelte meine nassen Haare aus.

Sie quietschte und fuhr auf. »Was soll das, Mel? Wenn ich hätte nass werden wollen, wäre ich mit ins Wasser gekommen.«

Ich grinste sie an und wickelte mich in mein Handtuch.

»Ist doch nur ein kleines Souvenir, damit du auch ein bisschen Abkühlung und Schwimmbadfeeling abbekommst.«

Nun konnte auch sie sich das Grinsen nicht mehr verkneifen und klopfte einladend neben sich. Ich rubbelte mich schnell trocken und ließ mich zu ihr auf die Decke fallen.

»Und du bist sicher, dass du nicht auch ein paar Bahnen ziehen willst? Hat echt gutgetan. Ich bleib auch hier und pass auf unsere Sachen auf.« Ich schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln.

Statt es zu erwidern, starrte Jule nur auf die Grashalme, die sie aus dem Rasen neben der Decke zupfte. »Heute nicht. Ist mir zu voll im Becken«, murmelte sie.

Ihre Worte versetzten mir einen Stich. Ich wusste genau, dass das nur die halbe Wahrheit war. Ich kannte sie lange genug, um zu wissen, was wirklich in ihr vorging.

Schon die letzten vier Jahre hatte ich sie nicht mehr in einem Bikini oder Badeanzug gesehen. Mir war ein Rätsel, warum sie sich so für ihren Körper schämte. Sie hatte eine tolle Figur, und die zahlreichen Sommersprossen, die ihr Gesicht und ihre Schultern zierten, fand jeder niedlich, nicht nur ich. Früher hatten wir den ganzen Sommer im Freibad verbracht, sogar wenn es geregnet hatte. Wir waren so viel im Wasser gewesen, dass ich mich nicht mal gewundert hätte, wenn uns Schwimmhäute gewachsen wären.

Leise seufzend wickelte ich mich fester in mein Handtuch. Wie ich diese Zeiten vermisste. Jedes Mal wieder versuchte ich, sie zum Schwimmen zu überreden. Doch meine Bemühungen führten stets ins Leere.

Ich suchte nach den richtigen Worten, um ihr die Angst zu nehmen.

Doch bevor ich sie gefunden hatte, ging ein Ruck durch Jules Körper, und sie sah mich mit leuchtenden Augen an. »Fast hätte ich es vergessen. Ich hab da gerade was gelesen, das du unbedingt sehen musst.« Sie ließ die ausgerupften Grashalme fallen, griff nach ihrer Tasche und kramte eine Modezeitschrift hervor. »Es ist einfach perfekt für dich.«

Skeptisch beobachtete ich, wie sie durch das Magazin blätterte.

Als sie gefunden hatte, was sie suchte, strich sie die Seite glatt und schob mir die Zeitschrift rüber.

Ich verstand sofort, warum sie bei dem Anblick an mich gedacht hatte. Die junge Frau auf der Anzeige hatte, genau wie ich, bunt gefärbte Haare, außerdem unzählige Piercings und Tattoos. Darüber prangte in großen Lettern der Schriftzug Misfit Models. Schnell überflog ich den Text.

Egal wohin du gehst, du stichst immer aus der Masse heraus? Du bekommst oft schräge Blicke von Fremden? Du bist attraktiv, aber entsprichst nicht der Norm? Du wolltest schon immer vor der Kamera stehen oder dein Talent auf dem Laufsteg beweisen? Dann werde Teil unserer großen Beauty-Revolution! GNTM war gestern. Wir suchen authentische, ausgefallene Charaktere, die wir auf ihrem Weg zum ersten Misfit Model begleiten können! Du hast eine einzigartige Ausstrahlung? Du hast Tattoos, Piercings oder eine ungewöhnliche Frisur? Dann bewirb dich jetzt auf unserer Website für die TV-Show des Jahres und zeige der Welt, wie schön Anderssein ist! Der Gewinnerin winken ein Preisgeld und ein Vertrag bei der renommierten Modelagentur xo-Models!

Mein Herz wechselte in einen schnelleren Takt. Ich war nicht auf den Gedankensturm vorbereitet gewesen, der plötzlich in meinem Kopf losbrach.

Vor meinem inneren Auge flackerten Bilder auf. Ich, auf einem riesigen Laufsteg, umringt von Zuschauenden, geblendet vom Blitzlicht der Kameras. Ein Fotoshooting in einem wallenden, schwarzen Kleid über den Dächern einer Großstadt.

Träume, die ich mir schon vor Jahren verboten hatte. Weil ich wusste, dass ich durch das Raster fiel. Selbst mit Diäten hätte ich es nie auf Größe 32 gebracht.

Doch was, wenn ich das gar nicht musste, um mir diese Träume zu erfüllen? Plötzlich sprang ein kleiner Funke in meiner Brust hin und her.

»Und, was sagst du?«, fragte Jule und rutschte näher zu mir. »Die suchen ja quasi genau dich. Die grünen Haare ... das könnte deine Chance sein!«

Mein Herz überschlug sich beinahe. Doch ich zwang mich, ruhig zu bleiben. Es musste einen Haken an der Sache geben. Meine Eltern würden mir das nie erlauben. Außerdem war es alles andere als vernünftig, an einer Castingshow teilzunehmen. »Na ja. Grüne Haare machen mich noch nicht außergewöhnlich. Und Tattoos, wie sie hier schreiben, habe ich ja noch gar nicht.«

Jule rollte mit den Augen. »Das sind doch nur Beispiele. Wenn sie nicht absolut blind sind, wirst du diese Show locker gewinnen und Topmodel werden. Wäre das nicht aufregend?«

Ich schmunzelte über ihren Enthusiasmus, doch gleichzeitig machten es mir ihre Worte unmöglich, meine Emotionen weiterhin zu verstecken.

Aufregend. Und wie es das wäre. Ob sie wusste, dass sie damit genau den Nagel auf den Kopf traf?

»Also meinst du wirklich, ich soll mich da bewerben?«

»Definitiv. Du hast doch nichts zu verlieren, oder?«

Ich zögerte. Brauchte ich eine Unterschrift von meinen Eltern für die Bewerbung? Daran würde es schon scheitern. Eher würden sie mich gegen ein paar Kamele beim örtlichen Zirkus eintauschen, als mich an einer Castingshow teilnehmen zu lassen. Und selbst, wenn es ohne ihre Erlaubnis ginge und ich teilnehmen dürfte ... würde ich Max dann überhaupt noch sehen können? Und wie sollte ich das mit der Schule machen?

Aber vor allem würde ich in fremde Länder reisen müssen. Länder, die ich nicht mit dem Zug oder dem Auto erreichen konnte. Bei dem Gedanken ans Fliegen lief mir ein eisiger Schauer den Rücken hinab.

»Ich kann mir zu Hause ja mal die Website ansehen«, versuchte ich, Jule zu besänftigen.

Ein tiefes Donnergrollen ließ mich zusammenzucken. Ich legte den Kopf in den Nacken. Eine dunkle Wolke hatte sich vor die Sonne geschoben, und Aufbruchsstimmung erfasste die Leute um uns herum.

»Lass uns auch abhauen.«

Das musste ich Jule nicht zweimal sagen. Sie sprang auf, warf alles in ihre Tasche, und ich streifte mir eilig mein Shirt über.

Als wir von unseren Fahrrädern abstiegen, spürte ich den ersten Tropfen auf meiner Nasenspitze. Wir beschleunigten unsere Schritte und schafften es gerade noch, die Räder die drei Stufen hinauf in den Hausflur zu wuchten, bevor die Wolken aufbrachen und der Regen in Sturzbächen auf die Straße prasselte.

Jule folgte mir durchs Treppenhaus des Mehrfamilienhauses zu unserer Wohnung im 2. Stock. Oben angekommen, lief ich direkt in mein Zimmer und griff nach meinem Handy, das ich vorsorglich hiergelassen hatte, damit es nicht geklaut wurde. Dann setzte ich mich an den Schreibtisch.

Jule warf ihre Tasche aufs Bett. »Eine Nachricht von Max?«, fragte sie und wackelte mit den Augenbrauen.

»Wenn ich eine hätte, würde ich mir Sorgen machen.«

Jule schüttelte den Kopf. »Du solltest echt mal mit ihm reden.«

»Worüber? Ist doch alles gut«, antwortete ich, und es gelang mir tatsächlich, dabei locker zu klingen. Offensichtlich aber nicht locker genug, um Jule zu täuschen.

»Das glaubst du doch selbst nicht, oder?«

»Hm.« Ich legte das Handy wieder vor mir auf den Schreibtisch und verschränkte die Arme vor der Brust. »Wir haben ja nicht gestritten oder so.«

Jule zog nur die Brauen hoch und schwieg.

Ich seufzte. »Klar würde ich mir wünschen, dass er sich mehr Zeit nimmt. Aber ich will auch, dass es von ihm kommt. Wenn ich ihm das sage und er es nur macht, weil er sich gezwungen fühlt, ist es nicht das Gleiche, verstehst du?«

»Ja ... aber er weiß bestimmt gar nicht, dass es dich stört, wenn er sich so selten meldet. Er will sicher auch nicht, dass es dir damit schlecht geht. Jungs ticken meistens eben anders. Manchmal brauchen die mehr als einen Wink mit dem Zaunpfahl, und man muss sie regelrecht damit erschlagen, damit sie checken, was man will.«

Schmunzelnd zog ich meinen Rucksack zu mir. »Ich denk mal drüber nach.«

»Genau wie über...

Erscheint lt. Verlag 27.9.2024
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte ab 14 • Aktion Kulturpass • Blick hinter die Kulissen • Castingshow • Emanzipation • female empowerment • Feminism • Feminismus • Freundschaft • Gefühle • GNTM • Good Guy • Herzklopfen • Junge Erwachsene • Junge Liebe • Köln • kulturpass • Leistungsdruck • Liebesgeschichte • Love Triangle • meet cute • Mental Health • Model • Podcast • Reality TV • Schönheitsideal • strangers to lovers • Stuttgart • Victim gets Revenge • YA • Young Adult
ISBN-10 3-7517-6168-3 / 3751761683
ISBN-13 978-3-7517-6168-0 / 9783751761680
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