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Auf der Suche nach den Insignien der gefangenen Königin (eBook)

Das Gefüge der 1344 Welten
eBook Download: EPUB
2024 | 2. Auflage
344 Seiten
epubli (Verlag)
978-3-7598-4306-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Auf der Suche nach den Insignien der gefangenen Königin -  Florian Rattinger
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Samson hat zahlreiche Welten vor großen Katastrophen gerettet, während seine eigene Heimat dem Ruin nah ist. Mithilfe des Sterns des Osiris stellt er sich der Bedrohung des purpurnen Raben Caramero in seiner Dimension. Doch seine Siegesgewissheit schwindet, als plötzlich ein neuer Gegner erscheint. Um gegen Caramero zu bestehen, muss Samson die verlorenen Insignien einer gefangenen Königin sammeln. An seiner Seite steht ein mächtiger Verbündeter und ruchloser Kontrahent, der Schakalgott Atemutep. Das Schicksal der Welten liegt allein auf Samsons Schultern.

Florian Rattinger kam 1989 im schönen Deggendorf, am Rande des Bayerischen Walds, zur Welt. Seit er schreiben kann, werkelt er an Geschichten. Bevor er sich daran machte, Kinderbücher zu verfassen, studierte er das Lehramt für Grundschule an der Universität Passau. Er war Lehrer im Landkreis Landshut und in München. Seit fünf Jahren lebt und arbeitet der Autor mit seiner Familie im beschaulichen Ostalbkreis. Florian Rattinger ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Florian Rattinger kam 1989 im schönen Deggendorf, am Rande des Bayerischen Walds, zur Welt. Seit er schreiben kann, werkelt er an Geschichten. Bevor er sich daran machte, Kinderbücher zu verfassen, studierte er das Lehramt für Grundschule an der Universität Passau. Er war Lehrer im Landkreis Landshut und in München. Seit fünf Jahren lebt und arbeitet der Autor mit seiner Familie im beschaulichen Ostalbkreis. Florian Rattinger ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Kapitel 1


 

1001. Welt

 

Im Himmel öffnet sich ein weißer Riss. Ein Mann erscheint und wirbelt durch die Luft. Er zieht ihm Flug eine Fahne zischenden Dampfes hinter sich her. Schließlich landet er grazil wie eine Katze auf der Kuppe eines Hügels. Das Gesicht des Mannes ist von einer rotglühenden Maske verdeckt.

„Aua, aua, heiß, heiß, heiß!!! Verflixt noch eins!“

Der Mann nimmt die Maske ab. Ein kleines Metallteil in seiner Hand saugt die Hitze auf wie ein Schwamm.

Mit den Fingern fährt sich der Mann durch nassgeschwitztes rabenschwarzes Haar. In seinen Obsidianaugen spiegelt sich der flimmernde Feuerschein der Maske.

„Hättest du nicht vorsichtiger sein können?“, bellt der Mann die Maske an. Seine Stimme klingt wie die eines Erwachsenen. Als sich der Mann jedoch mit der Hand vor das Gesicht wischt, löst sich die Illusion auf und ein siebzehnjähriger Bub, der genervt die Stirn runzelt, kommt zum Vorschein.

„Dein Auftrag lautete, dich auf schnellstmöglichem Wege zurück in deine Welt zu bringen. Diesen Wunsch habe ich dir erfüllt“, dröhnt eine Stimme aus der Maske. Das rote Stück Holz ist in der Form eines Schakalkopfs geschnitzt.

„Dass wir auf dem Weg hierher Reibungshitze sammeln, hätte ich dir gleich sagen können. Schließlich haben wir über 200 Welten durchquert.“

„Über eine Warnung beim nächsten Mal würde ich mich freuen!“, gibt der Junge zur Antwort.

„Ein nächstes Mal wird es nicht geben.“

Plötzlich macht sich die Maske selbstständig. Sie schwebt dem Jungen aus der Hand und steuert auf den weißen Riss im Himmel zu.

„HALT! Du bleibst bei mir!“

Der Junge zückt seinen Zauberstab und ruft: „TAJMID!

Aus der Spitze des Zauberstabs schießen Ovale aus blauem Licht. Sie fliegen in Richtung der Maske und ordnen sich zu einer Kette an, die sich eng um die Maske legt.

„Was soll das? Ich habe unseren Teil der Abmachung erfüllt. Nun verlange ich, zu gehen.“

„Tut mir leid“, sagt der Siebzehnjährige. „Aber ich brauche dich noch, Atemutep.“

Trotz ihrer Vereinbarung hat der Junge nicht vor, den altägyptischen Gott frei zu lassen. Viel zu groß ist die zerstörerische Kraft, die er im Gefüge der Welten entfachen kann.

Als der Junge statt eines Anderen die Abmachung mit dem Wächter des Tors der Welten eingegangen war, hat er sich gleichzeitig geschworen, ihn an der Leine zu halten.

„DAS LASS ICH MIR NICHT BIETEN! ICH BIN SCHLIESSLICH EIN GOTT.“

„Ja, einer, der in einer Maske gefangen ist und nicht einmal dem Zauber eines Siebzehnjährigen entkommt.“

„WEISST DU, MIT WEM DU REDEST?“, dröhnt es aus der Maske. „ICH KÖNNTE DEINE EXISTENZ MIT MEINEM KLEINEN FINGER AUSRADIEREN!“

„Versuch’s doch“, antwortet der Junge keck. „Aber gerade sieht es danach aus, als würdest du festsitzen. Entweder du fügst dich deinem Schicksal oder dir stehen harte Zeiten bevor.“

DUUUUU!“, knurrt der eingesperrte Gott in der Maske.

„Du darfst mich gerne Samson nennen“, antwortet der Junge.

Das ist zwar nicht sein richtiger Name, aber besser als sein alter, der ihn an die schmerzhafteste Niederlage seines Lebens erinnert. „Du musst wissen: Um dich zu finden, habe ich einiges in Kauf genommen. Ich brauche deine Hilfe, um meine Welt zurückzuerobern.“

Samson bewegt die Kette aus blauem Licht mit seinem Zauberstab. Er bindet sie sich an seinen Gürtel.

Atemutep, Wächter des Tors der Welten, schimpft weiter. Er macht das in einer Lautstärke, die Samson nicht tolerieren kann.

„Sei jetzt endlich ruhig oder es gibt keine Leckerlis!“, sagt der schwarzhaarige Junge. Sein freches Grinsen ist zu viel für den Gott. Als Samson seinen Zauberstab auf die Maske richtet, hält Atemutep es doch für angebracht, still zu sein und auf die richtige Gelegenheit zu warten, den Jungen zu überwältigen.

 

Der Junge schreitet den Hügel hinab bis zum Rand einer Anhöhe. Von dort aus hat er einen vollständigen Überblick über die Stadt. Das Bild, das sich Samson bietet, ist vernichtend.

Der Ort, an dem er aufgewachsen ist und die sorglosen Tage seiner Kindheit verbracht hat, liegt in Trümmern.

Von der Schule für Kinder mit besonderen Begabungen ist bloß eine Ruine übrig.

Die Substanz, aus der das über 500 Jahre alte Schloss besteht, löst sich in seine subatomaren Bestandteile auf.

Seit Caramero hier sein Unwesen treibt, geht Samsons Welt den Bach runter. Alles nahm seinen Anfang mit dem Stern des Osiris und der Kraft, die er in sich trug.

Nun ist Samson im Besitz des Steins. Seine tiefschwarze Farbe ist zu einem milchigen Weiß ausgebleicht. Dennoch hat das Juwel für ihn noch einen Nutzen. Das Vakuum im Innern des Steins, das beim Öffnen des Tors der Welten entstanden war, lässt sich neu füllen. Samson weiß schon genau, womit. Über den Ursprung des Artefakts konnte er in der Bibliothek einer renommierten Akademie einiges erfahren. Nebenbei war er auf einen der mächtigsten Zauberstäbe sämtlicher Welten gestoßen. Leider befindet er sich nun in den Händen einer befreundeten, aber sich außer Reichweite befindlichen Hexe.

„Diese Welt steht kurz vor dem Untergang“, meldet sich die Stimme in Samsons roter Maske zu Wort. „Bald wird der Raum außerhalb der Welten über sie hereinbrechen und alles ausradieren, was von ihr übrig ist.“

„Das werde ich verhindern“, sagt Samson. Er blickt in den Himmel. Obwohl die Sonne scheint, sind im Hintergrund Millionen bunt leuchtender Sterne zu erkennen. Sie schwirren umher wie Glühwürmchen. In Wirklichkeit sind es uralte Wesen, die einst in Welten existierten, die dasselbe Schicksal ereilte, das nun Samsons bevorsteht.

„Du könntest natürlich meine Kraft benutzen und die Zeit dieser Welt zurückdrehen“, meint Atemutep. Seine Stimme klingt geschmeidig und weich. Der Wächter der Welten spricht mit dem Singsang eines Händlers, der schon zig Nichtsahnenden einen teuflischen Vertrag angedreht hat.

„Und welches Opfer wäre dafür notwendig?“, entgegnet Samson mit einer Gegenfrage.

„Um das Schicksal einer ganzen Welt zu ändern? Ach nur, ein kleines. Deine unsterbliche Seele.“ Der Geist in der Schakalmaske lacht böse.

„Sorry, dann muss ich dein Angebot leider ausschlagen“, antwortet Samson. Auch wenn er sein Leben für das seiner Freunde und Familie geben würde, ist der Haken im Angebot des Schakalgottes nicht zu übersehen.

Sollte er wirklich die Zeit zurückdrehen können, würde sich am Lauf der Dinge nichts ändern. Samson und seine Freunde würden sich wieder dem purpurnen Raben geschlagen geben müssen. Das Tor der Welten öffnet sich. Caramero kommt heraus.

Ohne zusätzliche Unterstützung sind sie gegen den Raben chancenlos.

Samson hatte zwar in anderen Welten starke Verbündete gefunden, aber selbst, wenn er sie hierher brächte, würden sie im Fluss der Zeit verloren gehen und er würde erneut alleine dastehen.

An der Vergangenheit lässt sich nichts ändern. Diese Lektion musste Samson auf die harte Tour lernen. Allerdings ist die Zukunft formbar. Und er wird verhindern, dass auch sie zu Grunde geht.

 

 

 

Kapitel 2


 

Samson lässt die Stadt hinter sich. Er sucht den Weg nach draußen, zu einem friedlichen Örtchen in der Nähe eines kleinen Flusses. Einst hatten sein Vater Melefer und er hier einen fast zwei Meter großen Barsch an Land gezogen. Samsons Großmutter hatte ihn gegart und dazu die besten Bratkartoffeln seines Lebens gemacht.

Am Ort einer seiner schönsten Kindheitserinnerungen befindet sich heute das Grab von Samsons Eltern.

Eine kleine farbenfrohe Vogel-Figur, die Samsons Mutter Opal getöpfert hat, dient als Grabstein. Der Verfall der Welt hat der Statuette bisher nichts anhaben können. Das liegt daran, dass Samson sie mit jedem erdenklichen Schutzzauber belegt hat.

Die Figur hat einen rein symbolischen Charakter. Als sich das Tor der Welten öffnete und Caramero Samsons Heimat überfiel, waren Samsons Eltern – wie viele hundert andere – in einen transdimensionellen Strudel gesaugt worden. Auch seine Freunde traf wenig später dasselbe Schicksal. Was danach mit ihnen geschah, ist dem Zauberer bis heute ein Rätsel.

„Ich bin zurück“, sagt Samson und legt Opals Lieblingsblume – eine weiße Gerbera – auf den Boden.

Momente später wird sie vom Zerfall zerfressen. Die atomare Struktur der Blüte löst sich auf und wird zu molekularem Staub.

„Es tut mir leid“, sagt Samson. Er wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Im Anschluss zückt er seinen Zauberstab und ruft: „Disappear!

Die Erde öffnet sich. Sie fördert eine kleine Kiste zutage, die von dicken Tauen umschlungen ist. Auf dem Deckel befindet sich eine krude Kritzelei. Samsons bester Freund hat sie angefertigt. Sie zeigt das Dreiergespann. Ihn – Samson –, einen talentierten Zauberer mit Strahlemanngrinsen. Sheri, die begnadete Wissenschaftlerin, die sicher noch den einen oder anderen Nobelpreis gewonnen hätte und schließlich den Künstler selbst: Gino, einen Weltklasse-Dompteur aus einer langen Linie von Zirkusartisten. Gino hatte die Kiste als gutes Omen bemalt. Gebracht hat das leider nichts.

Samson hievt die Kiste aus dem Loch. Die Taue durchtrennt er mit seinem Zauberstab.

„Haaaaa“, säuselt Samson.

Samson hatte diesem Moment lange Zeit mit Schrecken entgegengefiebert. In der Kiste liegen zwei Gegenstände: ein kleines brillant weißes Ei, sowie eine Sprühdose, auf dessen Etikett die Worte „Invisi-MAX ∞“ geschrieben...

Erscheint lt. Verlag 19.7.2024
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Kinderbücher bis 11 Jahre
Schlagworte Fantasy • Jugendbuch • Magie • Mystery • Schule für Kinder mit besonderen Begabungen • Spannung • Zauberer
ISBN-10 3-7598-4306-9 / 3759843069
ISBN-13 978-3-7598-4306-7 / 9783759843067
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