Carla: Skandal im Schwimmbad (eBook)
192 Seiten
Brunnen Verlag Gießen
978-3-7655-7871-7 (ISBN)
Ariane Vaßen wurde 1980 geboren, ist Buchhändlerin und hat bereits Geschichten für Kinder veröffentlicht. Sie lebte lange Zeit in Lörrach bevor sie mit ihrem Mann und den drei Kindern nach Nordrhein-Westfalen zog.
Ariane Vaßen wurde 1980 geboren, ist Buchhändlerin und hat bereits Geschichten für Kinder veröffentlicht. Sie lebte lange Zeit in Lörrach bevor sie mit ihrem Mann und den drei Kindern nach Nordrhein-Westfalen zog.
Kapitel 2
Carla packt die Tasche in den Korb. Rasch steckt sie sich noch ein Kaugummi in den Mund, atmet kurz die frische Abendluft ein und radelt los. Das darf echt nicht wahr sein! Wer schreibt denn so was? In ihrem Kopf ist Chaos. Tausend Fragen schwirren herum und sie muss sich konzentrieren, damit sie nicht vom Weg abkommt, sondern einfach schnell zu Hause ankommt. Sie versucht, ruhig zu bleiben, aber der Zettel hat ihr einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Vor allem ist die große Frage: Wie ist er in ihre Tasche gekommen? War jemand an ihren Sachen, als sie noch geschwommen ist? Es kann nur eines der Mädchen gewesen sein. Sonst darf eigentlich keiner die Mädchenumkleide betreten. Oder ist etwa jemand eingebrochen? Das Haupttor ist immer auf. Aber da sind Kameras. Ein wildes Kopfkino startet … Wer könnte das gewesen sein? Wer will ihr Angst einjagen und was hat der- oder diejenige als Nächstes vor?
Ach, sie wollte Elli noch kurz schreiben, jetzt hat sie nur Mama Bescheid gegeben, denn die hatte sich ein zweites Mal gemeldet. Na ja, jetzt ist sie gleich zu Hause, dann kann sie Elli anrufen. Eigentlich weiß Elli doch, dass sie heute lange Training hat, denkt Carla. Was sie wohl Dringendes zu besprechen hat? Wahrscheinlich muss sie irgendetwas von ihrem Reittraining berichten.
Als sie zu Hause ankommt, macht ihr Bruder Lasse die Tür auf.
„Na, nicht untergegangen?“ Er grinst und geht zurück Richtung Küche.
„Haha“, sagt Carla zu ihrem Bruder. Lasse macht jedes Mal den gleichen Witz. „Hallo“, ruft Carla. „Sorry, bin zu spät. Ich komme gleich.“ Die Familie sitzt am Tisch und isst das Abendbrot. „Hallo“, rufen Mama und Papa. Sie eilt nach oben in ihr Zimmer, damit ihre Mutter nicht die nassen Haare sieht. Dort schreibt sie schnell eine Nachricht an Elli, dass sie später anruft. Sie föhnt die Haare leicht, flechtet sich einen kurzen Zopf und geht zum Essen.
„Na, war das Training heute gut?“, fragt Papa und schaut Carla mit einem Lächeln an. Die zögert kurz und denkt an den Zettel. Was soll sie jetzt sagen? Soll sie von der Drohung erzählen? Eigentlich erzählt sie ihren Eltern alles. Na ja, fast alles. Elli weiß noch ein bisschen mehr als ihre Eltern. Als sie in der vierten Klasse in Tom verliebt war, da hat sie es nur Elli erzählt. Weil das einfach zu peinlich war. Aber ansonsten hat sie keine Geheimnisse vor ihren Eltern.
Als sie nach einer Weile immer noch nicht antwortet, hebt auch Mama fragend den Kopf und zieht die Augebrauen hoch.
„Alles okay, Carla? Was ist denn? Ist was passiert?“
„Nein, nein, alles gut.“ Jetzt schauen alle sie an, und selbst Lasse unterbricht sein Essen. Dabei war das gar nicht ihre Absicht, so im Mittelpunkt zu stehen. „Ich … also … nein … ja, das Training war okay. Ich war nicht so schnell, wie ich wollte, aber ich hab ja noch ein bisschen Zeit bis zur Meisterschaft.“ Puh, gerettet. Irgendetwas hält sie davon ab, von dem Zettel zu erzählen. Sie möchte lieber erst mal mit Elli darüber reden.
„Mach dir nicht so einen Druck, mein Schatz. Du schaffst das bestimmt. Du musst einfach immer weiter üben, dann funktioniert das schon.“ Mama streichelt Carla über den Rücken. „Ich weiß noch, wie du immer als Letzte aus dem Schwimmbecken gekrochen bist. Ich musste dich fast zwingen oder mit etwas Süßem locken, dass du aus dem Wasser gekommen bist. Das hat sich wirklich schon damals gezeigt, dass du das Schwimmen liebst!“
„Und du warst schon immer so ehrgeizig“, sagt ihr Vater stolz. „Du schaffst das ganz sicher bei den Meisterschaften, unsere kleine Wasserratte!“
Carla verdreht die Augen.
„Das klingt irgendwie nicht so schön. Ich mochte immer lieber …“
„Meerjungfrau, ja, das wissen wir“, ergänzt ihre Mutter und lächelt.
Lasse macht peinliche Schwimmbewegungen und grinst. Carla versucht ihn geschickt zu ignorieren, aber muss lachen. Lasse kann mit dem Schwimmen nichts anfangen. Er hängt immer vor dem Computer und programmiert. Wenn er in zwei Jahren mit der Schule fertig ist, will er Informatik studieren. Nebenher ist er auch noch im Leichtathletik-Verein, aber das macht er nur, damit seine Eltern ihn in Ruhe lassen. Das meint zumindest Carla, da Lasse kaum an Wettkämpfen teilnimmt. Seine eigentliche Leidenschaft ist das Programmieren.
Für einen Moment scheint die Nachricht vergessen, doch da brummt das Handy ihres Vaters und sie zuckt kurz zusammen. Sie ist wieder im Hier und Jetzt und die Nachricht ist real. Will ihr jemand aus dem Schwimmverein schaden? Sie hat doch keine Feinde. Also klar, die Konkurrenz ist immer groß, aber eigentlich kommen sie alle gut miteinander aus. Die aus dem Nachbardorf sind in ständiger Konkurrenz mit ihrem Team, aber die können ihr doch nicht … Obwohl, heute war eine andere Gruppe im Schwimmbad. Jetzt fällt es ihr wieder ein. Ein anderes Team hatte heute vor ihnen trainiert. Waren es die aus dem Nachbarort? Aber wie kommt dann ein Zettel in ihre Tasche? Das ist doch Quatsch. Sie hängt den Gedanken nach und Mama muss sie ein paarmal daran erinnern, weiterzuessen.
„Keine Handys am Tisch …“, hänselt Lasse und grinst Papa an.
„Ich muss da kurz … sorry“, flüstert er und dreht sich weg. „Doktor von Stein?“, meldet er sich mit ernster Miene.
„Jaja, immer diese Klinik. Die kennen auch keine Privatsphäre“, murmelt Mama genervt. Sie arbeitet in der Praxis und kennt die Erwartungen der Patienten.
„Was ist denn wieder? Hat er einen kritischen Fall?“, fragt Carla und ist froh, etwas von sich abzulenken. Manchmal müssen die Patienten aus der Praxis ins Krankenhaus und dann rufen die Kollegen von dort an. Noch dazu hat er auch Notfalldienste im Krankenhaus.
„Ja, es geht um eine Patientin, die … na ja, da ist es etwas kritisch.“ Ihr Vater kommt nach einer Weile wieder und wirkt ärgerlich.
„Und war es wegen Frau Mayer?“
„Nein, es war Frau Willer. Warum ruft die mich jetzt noch an? Die Menschen denken immer, ihr Anliegen sei das Wichtigste.“
Mama schaut mitfühlend zu Papa und zuckt mit den Schultern. Carla ist währenddessen mit den Gedanken schon wieder woanders.
Als sie nach dem Essen oben im Zimmer ist, brummt ihr Handy. „Passt es jetzt?“, fragt Elli – und Carla ruft sofort zurück.
„Hey, du brauchst aber lange heute!“, sagt Elli und wundert sich über Carlas späten Anruf.
„Ich hatte doch Training und hab irgendwie getrödelt und dann …“, Carla stockt.
„Was ist?“, fragt Elli sofort.
„Ach nichts. Was wolltest du denn erzählen?“ Jetzt soll Elli erst mal berichten und sie muss noch darüber nachdenken, ob sie über den Zettel redet.
„Alles okay, Carla? Du klingst so komisch.“
„Ja, alles … na ja, da ist was, aber jetzt erzähl du erst mal. Du hast doch bestimmt was auf dem Herzen, meine Süße.“
„Okay, also …“ Und schon erzählt Elli wie ein Wasserfall von ihrem Wahnsinnssprung mit Sky, ihrem geliebten Hengst, und wie sie alle am Ende beim Wettspringen abgehängt hat.
„Und als wir später in den Stall kamen, haben wir gesehen, dass Ginger Junge bekommen hat. Auf einmal lagen da fünf kleine Kätzchen im Heu. Das war so süß.“ Ellis Stimme macht auf einmal einen ganz hohen Ton. „Dann kam Frida und hat gesagt, dass wir sie aber nicht anfassen sollen. Als ob ich das nicht wüsste. Wenn sich jemand mit Tieren auskennt …“
Carla bekommt nur die Hälfte der Geschichte mit. In Gedanken ist sie weiterhin mit dem Rätsel um den Zettel und die Drohung beschäftigt.
„Carla, bist du noch da?“
Ups, jetzt hat es Elli gemerkt. „Äh, klar … voll super. Toll, dass du das geschafft hast.“
„Ja, danke.“ Elli klingt gekränkt und hört auf zu erzählen.
„Sorry, Elli, ich … da ist was ganz Komisches heute passiert und ich weiß nicht …“
„Jetzt erzähl schon!“
„Also, da lag ein Zettel in meiner Tasche …“, beginnt sie und merkt plötzlich, wie die ganze Last sie übermannt. Sie stockt und beginnt zu zittern. In ihrem Kopf spielen sich verrückte Sachen ab, was alles passieren könnte. Sie schluchzt auf.
„Was ist denn, Carla? Ist es sehr schlimm?“, fragt Elli mitfühlend.
Carla erzählt vom Training, und dass sie danach plötzlich ganz allein war. Sie erzählt von den Schritten und dem Zettel in ihrer Tasche.
„Was könnte das zu bedeuten haben? Was meinst du?“
„Krass, das hört sich nach … ich weiß nicht … nach einem schlechten Witz an. Also entweder erlaubt sich jemand mit dir einen gemeinen Scherz oder …“
„Was...
| Erscheint lt. Verlag | 5.7.2024 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Blackforest Friends |
| Verlagsort | Giessen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Jugendbücher ab 12 Jahre |
| Schlagworte | ab 12 • Christliche Bücher für Mädchen • Christliche Geschichten für Jugendliche • Christlicher Krimi für Jugendliche • Christliches Jugendbuch • Jugendbuch • Jugendbuch ab 12 • jugendbuch ab 12 jungen • jugendbuch ab 12 mädchen • Jugendbuch Schwimmen • Jugendkrimi • Jugend-Roman ab 12 • Spannende Geschichte für Jugendliche • spannendes Jugendbuch |
| ISBN-10 | 3-7655-7871-1 / 3765578711 |
| ISBN-13 | 978-3-7655-7871-7 / 9783765578717 |
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