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Das Leben ist (k)ein Ponyhof -  Annika Schmid

Das Leben ist (k)ein Ponyhof (eBook)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
228 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7597-6282-5 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
7,99 inkl. MwSt
(CHF 7,80)
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Das Leben ist kein Ponyhof, das bekommt Frieda oft genug von ihren Eltern zu hören. Doch wenn sie ihre Sommerferien bei ihrer besten Freundin Lina auf dem Land verbringt, ist Frieda sich sicher, dass ihre Eltern nicht den blassesten Schimmer haben. Denn für Frieda sind lange Ausritte über goldene Felder, geheime Fahrradtouren in der Nacht und Baumhäuser bauen das Beste, was man sich nur vorstellen kann. Und somit ist Friedas Leben wortwörtlich ein Ponyhof! Nur diese Ferien soll alles anders kommen als sonst. Mysteriöse Briefe halten Frieda, Lina und ihre Freunde auf Trapp. Doch wer könnte der Absender sein? Was sollen die geheimnisvollen Hinweise bedeuten? Und warum ist auf einmal von Kidnapping die Rede? Ehe sich die vier Freunde versehen, stecken sie mittendrin in einer brandgefährlichen Entführung. Als zu allem Überfluss auch noch die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters auftaucht und droht das idyllische Dorf in eine riesige Hotellandschaft zu verwandeln, liegt es an Frieda und ihren Freunden das Geheimnis der Briefe zu lüften. Wird es den Freunden gelingen, nicht nur das Entführungsopfer, sondern ihr gesamtes Dorf zu retten?

Annika Schmid wurde 1997 in Mannheim geboren. Schon als Kind schrieb sie seitenlang selbsterfundene Geschichten. Nach mehreren Studiengängen und Jobs in den verschiedensten Bereichen, hat sie letztendlich ihre Berufung beim Film im Kostümbild gefunden, wo sie bis heute tätig ist. Jedoch fehlte ihr das Schreiben all die Jahre. Nun hat sie sich endlich ihren Traum erfüllt und mit ihrem Debütroman "Das Leben ist (k)ein Ponyhof" das Schreiben für sich neuentdeckt. Es werden mit Sicherheit weitere Bücher folgen.

Kapitel 1

Die Bilder, die in rasender Geschwindigkeit an ihrem Fenster vorbeizogen, wurden immer ländlicher. Langsam verschwanden die viel zu dicht gebauten Häuser und nur noch alle hundert Meter tauchte ein Bauernhof am Horizont auf. Tiefgrüner Wald wechselte sich mit goldenen Feldern ab, auf denen sich wild verstreute Strohballen tummelten, wie die Überreste einer ausgelassenen Party. Ab und zu zogen Weiden mit großen Kuhherden an ihnen vorbei.

Frieda fuhr geradewegs ihren Freunden auf dem Land und den Sommerferien entgegen. Sechs Wochen lang ausreiten, im See schwimmen, Baumhäuser bauen und den Duft von Pferden, frisch gemähtem Gras und Landluft auf der Zunge schmecken.

Frieda konnte sich keinen besseren Zeitvertreib vorstellen. Für sie war der Bauernhof ihrer besten Freundin der mit Abstand schönste Ort auf dieser Welt! Er war in den letzten Jahren so viel mehr zu einem Zuhause für sie geworden als die große Wohnung ihrer Eltern, die ihr oft kalt und leer vorkam.

Friedas Eltern hingegen liebten die Wohnung genauso sehr wie die große Stadt, den Autolärm und ihre Arbeit.

Gerade stritten sie sich, ob es wohl besser wäre an der ersten oder an der zweiten Kreuzung abzubiegen. Aber das war ohnehin nichts Neues. Zu Hause bekamen sich die Beiden ständig wegen den klitzekleinsten Kleinigkeiten in die Haare. Doch bei zwei Dingen waren sie sich immer einig: „Zeit ist Geld!“ und „Friederike, das Leben ist nun mal kein Ponyhof!“.

Frieda zupfte ein loses Haar von ihrem viel zu großen Pullover und freute sich bei diesem Gedanken noch ein bisschen mehr auf die sechs Wochen Landurlaub, die ihr bevorstanden.

Sie wurde jedoch abrupt aus ihren Träumereien gerissen, als ihr Vater eine scharfe Vollbremsung hinlegte. Sofort begann er wie ein Presslufthammer auf die Hupe einzuhämmern, welche bereitwillig ohrenbetäubende Warnsignale von sich gab. Aber dadurch löste sich der alte Traktor, der vor ihnen hertuckerte, auch nicht in Luft auf. Frieda wollte sich gerade über den rasanten Fahrstil ihres Vaters beschweren, als dieser ein waghalsiges Überholungsmanöver startete.

„Hab‘ schließlich nicht den ganzen Tag Zeit.“, brummte er und warf dem Bauern im Vorbeifahren einen vernichtenden Blick zu.

Seine schlechte Laune konnte wirklich niemand übersehen. Nur Friedas Mutter schien für diese Fälle eine besondere Begabung entwickelt zu haben. Sie kniff lediglich ihre Lippen zu einem schmalen, rot bemalten Strich zusammen, krallte ihre langen Fingernägel noch ein bisschen tiefer in die teuren Ledersitze und sagte, wie immer, gar nichts.

Vor lauter Bemühungen, möglichst schnell das Land mit all seinen langsamen Fahrzeugen und verwirrenden Straßenführungen hinter sich zu lassen, verpassten sie die erste Kreuzung und nahmen, weil ihnen nichts Anderes übrigblieb, die Zweite.

Als sie nach einer gefühlten Ewigkeit endlich an ihrem Ziel ankamen, sprang Frieda mit einem Satz aus dem Auto, verabschiedete sich kurz und knapp von ihren Eltern, schnappte ihr Gepäck und lief auf das Haus zu.

Es war ein schönes Bauernhaus. Wie in einem Märchen. Efeu wuchs an der Hauswand entlang, von den alten Holzläden vor den Fenstern blätterte die Farbe ab und entlang des schmal gepflasterten Wegs wucherten alle denkbaren Sorten an Blumen, Gräsern und Kräutern. Alles sah aus wie immer.

Als Frieda sich noch einmal umdrehte, checkte ihre Mutter gerade ihr Make-Up im Seitenspiegel. Ihr Vater hupte noch zweimal und fuhr mit quietschenden Reifen vom Hof. Zurück blieb lediglich eine beachtliche Staubwolke.

Endlich!

Frieda wäre gestorben, wenn ihre Eltern darauf bestanden hätten länger zu bleiben. Sie waren die schlimmsten Gäste, die man sich nur vorstellen konnte. Sie hatten an allem etwas auszusetzen und hätten sicherlich hunderte Regeln für die Zeit ihrer Abwesenheit aufgestellt. Anderen Vorschriften aufzulegen, gehörte nämlich zu einem der wenigen Dinge, die sie leidenschaftlich gerne machten. Eine äußerst merkwürdige Leidenschaft, wie Frieda fand. Aber die Beiden mussten sowieso so schnell wie möglich wieder nach Hause. Irgendwo gab es bestimmt eine wichtige Konferenz oder ein Seminar, bei dem sie unter keinen Umständen fehlen durften.

„Stopp!“, murmelte Frieda und schwor sich alle Gedanken an die Arbeit ihrer Eltern, Schule oder andere Dinge, die eigentlich verboten werden sollten, aus ihrem Kopf zu verbannen. Zumindest für die nächsten sechs Wochen.

Stattdessen schloss sie die Augen und atmete tief ein. „Riecht das gut! Ganz anders als in der Stadt. So und nicht anders müssen Ferien riechen! Nach Pferdestall, Kuhmist und frisch gemähtem Gras.“, dachte Frieda gerade, als Lina über den Hof gerannt kam.

Ihr blondes, strubbeliges Haar wippte im Takt ihrer Schritte. Sie hatte sich kaum verändert: Sommersprossen, blaue Augen und ein breites Grinsen im Gesicht, bei dem man nie genau wusste, was sie als nächstes aushecken würde. Lina ist Friedas allerbeste Freundin. Die beiden sind unzertrennlich, obwohl sie so ziemlich genau 572 Kilometer und fünfeinhalb Stunden Autofahrt trennen.

Frieda erinnerte sich noch ganz genau daran, wie sie Lina vor vier Jahren kennengelernt hatte. Eigentlich hatten die Beiden ihre Freundschaft dem Zufall zu verdanken. Man könnte es auch einfach als Glück im Unglück bezeichnen.

Damals hatten Friedas Eltern sie dazu gezwungen, sie auf eine Konferenz zu begleiten, nachdem ihr Babysitter kurzfristig abgesprungen war. Ausgerechnet an ihrem siebten Geburtstag! Zu allem Überfluss hatten Friedas Eltern sie dazu verdonnert in ihrem Hotelzimmer auf sie zu warten. Hausarrest an ihrem eigenen Geburtstag hatte Frieda natürlich nicht einfach so hinnehmen können. Also war sie heimlich aus dem stickigen und vermutlich viel zu teurem Hotelzimmer geflüchtet. Doch schon bei der Eisdiele an der nächsten Ecke hatte Lina sie fast mit ihrem Fahrrad überfahren. Und der vermeintlich schlimmste Tag ihres Lebens wurde zum schönsten Geburtstag, den sie je hatte. Wenn man einmal von dem Heidenärger absah, den die Beiden bekommen hatten, nachdem ihre Eltern sie endlich wiedergefunden hatten.

„Frieda, endlich! Wir warten schon die ganze Zeit auf dich!“, riss Lina sie aus ihren Gedanken. „Es sind alle da.“ Dann fiel sie Frieda um den Hals.

„Das ist definitiv nicht meine Schuld.“, verteidigte sich Frieda. Dabei grinste sie so breit, dass eine ganze Reihe strahlend weißer und extrem gerader Zähne entblößt wurde – dem überbezahlten Kieferorthopäden ihrer Mutter sei Dank. „Meine Eltern haben mal wieder eine halbe Ewigkeit gebraucht, um den Hof zu finden. Obwohl sie den Weg schon mindestens hundertmal gefahren sind.“

Lina verdrehte die Augen und zog Frieda mit ins Haus. „Ich dachte, dass ihr so ein super modernes Auto mit eingebautem Navi und allem Drum und Dran habt. Damit kann man sich doch gar nicht verfahren.“

„Tja, ich schätze, wenn man es sogar schafft einen Streit mit der Computer-Stimme aus dem Navi anzuzetteln, dann ist wirklich alles möglich.“

„Genau deswegen fahre ich immer noch mit Karte. Die ist wenigstens still.“ Ingo, Linas Vater, war der Erste, der im Türrahmen stand. „Willkommen auf dem Land, du kleine Großstadtgöre.“

Jedes Mal, wenn Frieda Urlaub auf dem Hof machte, kam es ihr so vor, als wäre sie nur kurz weg gewesen. Aber tatsächlich hatte sie die Anderen seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen. Kaum hatte Ingo den Weg freigegeben, fielen ihr auch schon Amy und Leo in die Arme.

„Hey, du wolltest doch schon vor zwei Stunden da sein. Du hast uns echt gefehlt!“ Amy wollte Frieda gar nicht mehr loslassen. Doch es gab Schlimmeres. Amys Afrolocken dufteten wie immer nach frischen Rosenblüten.

„Jetzt lasst sie doch erstmal reinkommen.“ Anita, Linas Mutter, steckte ihren Kopf aus der Küchentür. „Ihr zerdrückt das arme Mädchen noch.“ Doch nur wenige Sekunden später hatte auch Anita ihre Arme um Frieda geschlungen. Frieda atmete tief ein. Sie hatte keine Ahnung, wie Linas Mutter das anstellte, doch sie roch immer nach der perfekten Mischung aus Frühlingsblumen und frisch gebackenem Kuchen.

„Mein Gott, bist du groß geworden.“ Anita drehte Frieda einmal im Kreis. „Als du uns das letzte Mal besucht hast, warst du nur halb so groß. Und jetzt…“ Sie lachte. „Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.“

Anita war eine quirlige und lebensfrohe Frau, da konnte man ganz schnell vergessen, dass sie auch eine andere Seite hatte. Wenn man sich nicht an ihre Regeln hielt, konnte sie ganz schön streng werden. Das wusste Frieda aus eigener Erfahrung. Und Strafarbeiten verteilen war ihre absolute Lieblingsbeschäftigung.

Erst als Frieda sich umdrehte, bemerkte sie Leos großen Bruder Nick. Er stand mit den Augen auf sein Handy geheftet in der hintersten Ecke und schien überhaupt nicht zu bemerken, dass alle ganz aus dem Häuschen waren, als wäre gerade die Königin von England und nicht Frieda durch die...

Erscheint lt. Verlag 12.4.2024
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch
ISBN-10 3-7597-6282-4 / 3759762824
ISBN-13 978-3-7597-6282-5 / 9783759762825
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