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See you on Venus (eBook)

Eine bewegende Liebesgeschichte, ein unvergesslicher Roadtrip und ganz große Gefühle
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
400 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-5535-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

See you on Venus -  Victoria Vinuesa
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Ein wunderschöner Roman über die großen Fragen im Leben, über das Im-Jetzt-Sein und eine unglaublich berührende Liebesgeschichte, die mit einem Roadtrip in Spanien beginnt

Die 17-jährige Mia wurde mit einem Herzfehler geboren. Angst vorm Tod hat sie nicht - aber zu sterben, bevor sie ihre leibliche Mutter ausfindig machen konnte, kommt für sie nicht infrage. Deswegen beschließt sie kurz vor ihrer nächsten OP, nach Spanien zu reisen, um die Frau zu treffen, die sie als Baby weggegeben hat.

Kyles Leben nahm vor einem Monat eine drastische Wendung, als er einen Autounfall verursacht hat, bei dem sein bester Freund ums Leben kam. Seitdem wird er von Schuldgefühlen zerfressen. Als er kurz davor ist, von einer Klippe zu springen, ist es Mia, die ihn davon abhält. Sie bittet ihn, sie nach Spanien zu begleiten - auf eine Reise, die für beide alles verändern wird ...

Der Roman wurde nicht nur in zahlreiche Länder verkauft sondern auch verfilmt. Die deutsche Fassung ist im Streaming zu sehen.



<strong>Victoria Vinuesa</strong>, gebürtig aus Spanien, lebt und arbeitet in den USA. Sie ist Drehbuchautorin, Schriftstellerin und Globetrotterin mit einer großen Leidenschaft: Geschichten zu schreiben, die ans Herz gehen. <strong>SEE YOU ON VENUS</strong> ist ihr Debütroman und wurde verfilmt.

MIA


Ich wurde mit einem erschreckend kurzen Verfallsdatum geboren. Vermutlich ist das auch der Grund, warum meine Mutter mich nur zwei Tage nach meiner Geburt verlassen hat. Aber es kommt absolut nicht infrage, dass ich sterbe, bevor ich mehr über sie in Erfahrung gebracht habe, daher bleibt mir nichts anderes übrig, als sie ausfindig zu machen – auch wenn das bedeutet, dass ich dafür von Zuhause abhauen und den Atlantischen Ozean überqueren muss.

Ich warte, bis meine Pflegemutter Katelynn mit klackernden High Heels den Flur hinunterläuft und durch die quietschende Eingangstür verschwindet, dann gehe ich schnell in mein Zimmer und schaue unter das Bett. Jepp, er ist noch da: der Vintage-Koffer, den ich vor einem Jahr auf einem Hinterhofflohmarkt gekauft habe. Aufgenähte Flaggen übersäen das abgenutzte grüne Leder und erzählen mir von beeindruckenden Reisezielen, deren Namen ich nicht einmal aussprechen kann. Von Orten, die ich nie werde besuchen können.

Ich lege den Koffer aufs Bett und packe alle Klamotten ein, die ich aus meiner Seite des Schranks gewühlt habe: zwei Paar Hosen, drei T-Shirts, meinen Glückscardigan und zwei Pullover, dazu noch Unterwäsche, meine drei Tagebücher, die Filzstifte und meinen wertvollsten Besitz – meine Kamera. Dann greife ich nach dem rosafarbenen Wollschal, der wie eine Weihnachtsgirlande hinter meiner Tür hängt, und schmiege meine Wange an den weichen Stoff. Obwohl ich weiß, dass es bereits Frühling ist und ich den Schal nicht tragen werde, bringe ich es einfach nicht über mich, ihn hier ganz allein zurückzulassen.

Als ich ihn von der Tür nehme, huscht ein Schatten durch das Zimmer. Ich wirbele herum und blicke geradewegs in mein erschrockenes Spiegelbild, das mir vom Fenster entgegenstarrt. Kurz kreische ich auf und breche dann in Lachen aus. Wie man merkt, ist diese ganze Sache mit dem Abhauen echt neu für mich.

Ich würde gern daran glauben, dass mein Herz sich bewusst dazu entschieden hat, anders zu sein, einzigartig eben, und dass ich genau deshalb mit nicht weniger als drei Herzfehlern geboren wurde. Eigentlich war mir das alles egal, denn ich hatte einen Plan, den perfekten Plan sogar: In genau einem Jahr und zwei Tagen, an meinem achtzehnten Geburtstag, wollte ich nach Spanien fliegen, um nach meiner Mutter zu suchen. Noah, ein Freund aus meinem Fotografiekurs, wäre auch mitgekommen. Tja, aber diesen Plan kann ich jetzt vergessen. Als ich letztens wieder mal zwei Wochen im Krankenhaus gelegen habe, haben die Ärzte mir gesagt, dass wir die Operation nicht länger verschieben können.

Ich habe keine Angst, zu sterben. Ganz einfach. So ist das wohl, wenn man ein Verfallsdatum hat, das schnell näher rückt. Wovor ich allerdings sehr wohl Angst habe, ist die Operation. Davor, dass mein Herz aufgeschnitten wird. Davor, dass es niemanden gibt, den mein kaputtes Herz überhaupt interessiert. Sorry, aber da bin ich raus.

Die Rothwells haben mich nie viel reisen lassen, daher werden sie sicher nicht erlauben, dass ich auf einen anderen Kontinent fliege. Sobald ich also in das Flugzeug nach Spanien steige, werde ich offiziell eine Ausreißerin sein. So eine, von der in den Medien berichtet wird. Mir bleiben jetzt noch genau zwei Tage, um jemanden zu finden, der mich begleiten will und kann. Bei dem Gedanken hämmert mein Herz heftig gegen meine Rippen. Und obwohl die Ärzte gesagt haben, dass die neuen Tabletten nur für Notfälle sind, nehme ich schnell eine. Auf keinen Fall riskiere ich einen weiteren Rückfall, nicht jetzt.

Während ich den Koffer schließe, gehe ich im Kopf die Dokumente durch, die ich für die Reise brauche. Meine gefälschte elterliche Reisegenehmigung – check. Geburtsurkunde – check. Falscher Reisepass – check. Mein richtiger Reisepass – ups, fast vergessen. Ich klettere auf den Schreibtischstuhl, dann auf den winzigen Tisch und bete dabei, dass er nicht unter mir zusammenbricht. Mit der ausgestreckten Hand taste ich den Schrank ab. Mein Freund Noah, der mich eigentlich hätte begleiten sollen, hat meinen Pass da oben versteckt, damit meine Pflegefamilie ihn mir nicht wegnehmen kann. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und greife weiter nach hinten ... nichts, abgesehen von gigantischen Staubmäusen.

Also knie ich mich hin und stapele jede Menge Schulbücher aus dem letzten Highschooljahr übereinander. Die brauche ich ohnehin nicht mehr. Dann steige ich vorsichtig auf den Stapel und taste bis zum hinteren Ende des Schranks. Als meine Fingerspitzen endlich die raue Oberfläche des Reisepasses berühren, höre ich, wie die Haustür quietschend aufgeht und wieder zuschlägt. Oh, oh. Ich schnappe mir den Pass und klettere dann in umgekehrter Reihenfolge zurück: Bücher, Tisch, Stuhl, Boden.

Laute Schritte hallen durch den Flur, doch ich kann nicht einschätzen, zu wem sie gehören. Schnell werfe ich den Koffer auf den Boden. Meine Tür wird genau in dem Moment aufgestoßen, in dem ich ihn mit dem Fuß unter das Bett schiebe.

»Mia, Mia, du wirst nicht glauben, was in der Schule passiert ist!«, ruft Becca, die wie eine Windböe hineingefegt kommt. Becca ist meine jüngere Pflegeschwester und teilt sich das Zimmer mit mir. Außerdem ist sie mein Lieblingsmensch auf der ganzen Welt.

Ich keuche erleichtert. »Becca, du hast mich fast zu Tode erschreckt.«

Sie wirft ihren Rucksack auf den Boden, schließt die Tür und kommt zu mir gelaufen. »Ich habe den Förderunterricht geschwänzt, weil ich dir unbedingt was erzählen muss. Erinnerst du dich noch an das Mädchen, das mich in der dritten Klasse als Idiotin beschimpft hat? Also, heute hat sie den Englischtest total in den Sand gesetzt. Und ...« Sie hält abrupt inne, als sie den Reisepass in meiner Hand entdeckt. Entsetzt starrt sie ihn an, dann sieht sie mit flehendem Blick zu mir auf. »Du gehst?«

»Darüber haben wir doch geredet«, sage ich so besänftigend, wie ich kann. »Erinnerst du dich?«

Sie schüttelt den Kopf, und ihre feuchten Augen verraten mir, dass sie es wirklich nicht mehr weiß. Becca wurde mit einer kognitiven Störung geboren und vergisst manche Dinge einfach. Vermutlich teilen wir uns deshalb auch dieses Zimmer im Haus einer Familie, die nicht unsere ist. Ihre Eltern haben beschlossen, sie loszuwerden, als ihr Problem zu auffällig wurde. Da war sie fünf.

Lächelnd lege ich meine Hände an ihr weiches, sommersprossiges Gesicht. Das beruhigt sie jedes Mal. »Ich möchte die Nordlichter fotografieren, weißt du noch?«, flüstere ich. »Aber das ist unser Geheimnis, du darfst es niemals jemandem erzählen.« Ich kreuze die Finger, presse sie auf meine Lippen und nicke. Das ist unser Geheimzeichen. Ich habe es im St. Jerome aufgeschnappt, dem Heim, in dem ich aufgewachsen bin.

Becca grinst und sieht dabei so aufgeregt aus, dass mir meine Lüge selbst wehtut. Aber ich habe schon vor einigen Jahren gelernt, dass manche Dinge besser unausgesprochen bleiben. Wie soll ich ihr denn erklären, dass ich nicht wieder zurückkommen werde? Spielt wohl auch keine große Rolle, denn Becca blickt bereits konzentriert auf die Straße vor dem Haus.

»Sieh mal«, meint sie, während sie durchs Fenster späht. »Da ist der Typ vom Footballteam. Der, der Noah umgebracht hat.«

Ihre Worte jagen einen Schluchzer durch meinen Körper, den ich gerade noch zurückhalten kann.

»Becca, sag das nicht so.« Ich runzele die Stirn. Es ist weniger Noahs Tod, der mich traurig macht, als vielmehr das Leid derjenigen, die ihn niemals vergessen werden. »Es war ein Unfall.« Ich stelle mich neben sie und sehe, wie der Junge das Haus auf der anderen Straßenseite verlässt. »Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie er sich fühlen muss.« Eigentlich stimmt das nicht, ich habe nämlich schon unzählige Male darüber nachgedacht. Wie wird er damit leben können?

Sein Name ist Kyle, und obwohl er Noahs bester Freund war, sind wir einander nie begegnet. Meine Pflegeeltern lassen mich nicht aus dem Haus, außer für Arzttermine, den Sonntagsgottesdienst, meinen Fotografiekurs und den gelegentlichen Morgenspaziergang. Josh, der Typ, der im Haus gegenüber wohnt, saß an diesem Tag ebenfalls im Auto. Er soll wohl ziemlich schwer verletzt worden sein.

Kyle steht einfach nur da, in unserer schmalen Straße, und starrt regungslos in die Leere, als würde nur für ihn die Zeit stillstehen. Ich sehe ihn an und versuche mir vorzustellen, worüber er mit Josh gesprochen hat. Was zwischen ihnen passiert sein könnte.

»Was macht er denn?«, fragt Becca und zieht an meinem Ärmel. »Warum steht er da nur rum?«

Aus der Ferne ist das schlecht zu sagen, doch auf mich wirkt es, als wäre er den Tränen nah. Zuerst blickt er nach rechts, Richtung Stadt, und dann nach links zum Wald. Wie in Trance dreht er sich langsam nach links und setzt sich leicht humpelnd in Bewegung. Sein Blick ist nach vorn gerichtet, und sein Rucksack hängt ihm von der Schulter.

»Wo geht er denn hin, Mia? Was hat er vor? Was soll das?«

Noch bevor mir eine überzeugende Antwort darauf einfällt, fährt ein Bus an unserem Haus vorbei und hält genau vor...

Erscheint lt. Verlag 27.10.2023
Übersetzer Bianca Dyck
Sprache deutsch
Original-Titel See you on Venus
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte Aktion KulturpassRomance • Autounfall • Film • forced proximity • Friends to Lovers • Gefühle zeigen • Herzfehler • Herz-OP • Identität • Junge Erwachsene • kulturpass • Liebesgeschichte für Jugendliche • Mental Health • Operation • Roadtrip • Road Trip • Romance • Sad/emotional • Schuldgefühle • Selbstfindung,Verfilmung • Slow Burn • Spanien • Streamingfilm
ISBN-10 3-7517-5535-7 / 3751755357
ISBN-13 978-3-7517-5535-1 / 9783751755351
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