Split (eBook)
520 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-97490-6 (ISBN)
Elisa Schön wurde 2005 geboren und lebt mit ihrer Familie in Niedersachsen. Schon im Alter von acht Jahren schrieb sie mit Begeisterung einzelne Geschichten. Das führte sie fort, und so wurden aus den Drei-Seiten-Geschichten von damals immer längere, ausführlichere und geplantere Geschichten, in denen teilweise komplett neue Welten entstanden. In der Grundschule schrieb sie eine Geschichtenreihe, die aus insgesamt vier einzelnen Geschichten bestand. Ab der fünften Klasse trat sie in die AG "Kreatives Schreiben" ein, in der Geschichten komplett ohne Bedingungen geschrieben und freiwillig auch vorgelesen werden. Diese AG begleitete sie durchgehend. "Paula und die Pferde - Schicksalhafte Wendung" wurde am 24.7.2019 als ihr Debütroman veröffentlicht, womit sich ihr Traum vom Bücherschreiben verwirklicht hat. Nachdem sie die Kinderbuch-Trilogie im August 2021 abgeschlossen hat, schrieb sie begeistert weiter und veröffentlicht ihre zweite Reihe "Split", dieses Mal eine Dilogie für Jugendliche und junge Erwachsene. Der zweite Band "In den Tiefen von Luminaris" erscheint 2023.
Elisa Schön wurde 2005 geboren und lebt mit ihrer Familie in Niedersachsen. Schon im Alter von acht Jahren schrieb sie mit Begeisterung einzelne Geschichten. Das führte sie fort, und so wurden aus den Drei-Seiten-Geschichten von damals immer längere, ausführlichere und geplantere Geschichten, in denen teilweise komplett neue Welten entstanden. In der Grundschule schrieb sie eine Geschichtenreihe, die aus insgesamt vier einzelnen Geschichten bestand. Ab der fünften Klasse trat sie in die AG "Kreatives Schreiben" ein, in der Geschichten komplett ohne Bedingungen geschrieben und freiwillig auch vorgelesen werden. Diese AG begleitete sie durchgehend. "Paula und die Pferde - Schicksalhafte Wendung" wurde am 24.7.2019 als ihr Debütroman veröffentlicht, womit sich ihr Traum vom Bücherschreiben verwirklicht hat. Nachdem sie die Kinderbuch-Trilogie im August 2021 abgeschlossen hat, schrieb sie begeistert weiter und veröffentlicht ihre zweite Reihe "Split", dieses Mal eine Dilogie für Jugendliche und junge Erwachsene. Der zweite Band "In den Tiefen von Luminaris" erscheint 2023.
Kapitel 1
„Meine Güte, jetzt hab dich doch nicht so!“, tadelte Merle kopfschüttelnd und stemmte streng die Hände in die Hüften.
Für die Kritik meiner besten Freundin hatte ich aber gerade herzlich wenig Aufmerksamkeit, denn ich hatte alle Hände voll zu tun, und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Ich hoffe, du meinst nicht mich, sondern diesen zappelnden Flohpelz“, keuchte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, als besagter Flohpelz, eher bekannt als Yorkshire-Terrier Joey aus dem Tierheim, in dem Merle immer aushalf, zu einer erneuten Strampelattacke ansetzte und mir mit den kleinen Hinterpfötchen kräftig den Bauch bearbeitete.
„Natürlich mein ich dich! Halt Joey doch nicht so weit von dir, als wäre er ein bissiges Monster. Sonst musst du ihn adoptieren, weil mit solch einem Bild niemand anders auch nur auf die Idee kommt“, ordnete Merle erbarmungslos an.
Sie hatte gut reden, schließlich hatte sie bloß eine faustgroße Kamera in den Händen, die deutlich weniger strampelte. „Scheinbar gefällt es Joey aber, als bissiges Monster aufzutreten. In Kuschellaune scheint er jedenfalls nicht zu sein“, murrte ich und unternahm dennoch, Merle zuliebe, einen weiteren Versuch, Joey näher an meine Brust zu bringen. Dafür wurde ich mit weiteren Tritten belohnt.
„Wäre ich Joey, würde ich auch nicht mit jemandem kuscheln wollen, der mir so skeptisch gegenübersteht. Das spürt er“, stellte sich Merle allen Ernstes auf die Seite dieses unkooperativen Hundes.
„Von Solidarität deiner besten Freundin gegenüber hast du also auch noch nichts gehört, ja?“, klagte ich scherzhaft, nach wie vor bemüht, den quengelnden Joey irgendwie an mich zu bekommen.
„Hey, das sind wertvolle Ratschläge, die du hier von mir erhältst. Das ist Solidarität vom Feinsten.“
„Ich erinnere dich daran, wenn ich irgendwann am Zug bin“, drohte ich.
Joey begann zu fiepen und wand sich in meinen Händen, die Hinterpfoten entschieden in meinen Bauch gestemmt. „Lass ihn runter, dann machen wir eben Bilder auf dem Boden“, seufzte Merle theatralisch und ließ die Kamera sinken.
Zutiefst erleichtert leistete ich ihrem Befehl Folge und setzte Joey auf das kurze Gras des Hundeauslaufs, auf dem wir uns befanden. Ich könnte schwören, dass er mindestens genau so froh über die gewonnene Distanz war, denn er sauste direkt los und drehte hechelnd Kreise auf der Wiese.
Erleichtert blies ich die Luft aus meinen Lungen und entspannte meinen Bauch, der nun endlich von der Zwangsmassage befreit war. Joeys Tritte waren nicht fest gewesen, aber angenehm war etwas anderes. Allerdings konnte ich Merle dafür nicht verantwortlich machen. Sie war es zwar gewesen, die mich überzeugt hatte, heute mitzukommen, aber ich hatte mich bereitwillig darauf eingelassen, mit ihr eine Runde durch die Hundehallen zu spazieren und die Neuzugänge des Tierheims zu fotografieren. Die Bilder waren zum einen für die Homepage des Tierheims, zum anderen sollten zwei bis drei in der städtischen Zeitung landen, um schnell neue Besitzer für die Tiere zu finden. Aber als ich zugestimmt hatte, Merle zu helfen, war mir nicht bewusst gewesen, dass ich mich mit so stürmischen Hunden wie Joey rumschlagen musste, während Merle seelenruhig die Fotografin spielte. Jetzt stand sie mit vor der hellblauen Bluse verschränkten Armen da und folgte mit den Augen nachdenklich Joey, der nun begann, an einem Ast zu nagen. „Ich glaube, in Aktion macht sic1h Joey sowieso besser“, tröstete ich sie und fügte trocken hinzu, „auf dem Arm sieht er so aus wie ein Kuschelhündchen, und das ist der keineswegs.
Zumindest nicht bei mir.“
„Aber wir haben bisher jedes Bild auf dem Boden gemacht. Lino im Körbchen liegend, Fritz mit dem Ball im Maul, Josefa und Justus übereinanderrollend…“, zählte Merle auf und zog eine unzufriedene Schnute, „wir brauchen mal etwas Abwechslung von diesem ganzen Gras! Die Fotos müssen so individuell sein wie die Tiere selbst. Darin liegt doch die Kunst der Fotografie!“ Fotografie war eines der vielen Interessengebiete von Merle. Ihre Erfahrung und ihr geübter Umgang mit der Kamera waren wohl das Einzige, was mich davon abhielt, einen Rollentausch vorzuschlagen und selbst zu fotografieren, während sie die Hunde in Position brachte. Schulterzuckend antwortete ich: „Dann machen wir halt von einem anderen Hund ein Foto auf dem Arm.“
Merle blickte mich mit einem schelmischen Funkeln in ihren hellbraunen Augen an. „Klar, wenn du einen Hund auf dem Arm haben willst, der stehend halb so groß ist wie du selbst, bitte.“
„Oh nein, vergiss es“, kündigte ich vehement an und hob abwehrend die Hände, „haben wir etwa nur noch große Hunde in der Warteschlange?“
„Ja, die beiden Schäferhunde und Socke“, meinte Merle, nach wie vor grinsend.
Kopfschüttelnd fragte ich mich zum wiederholten Mal heute, wie der Rottweiler-Mix, der meiner Meinung nach aussah, als würde er dich gleich quer über die Wiese jagen wollen, zu dem Namen „Socke“ gekommen war. Socken und Fetzen waren es maximal, die durch die Gegend fliegen würden, würde er ein wenig Gas geben.
„Dann ist halt dieses Mal kein Hund auf dem Arm dabei“, beschloss ich, „davon geht die Welt auch nicht unter.
Außer, du möchtest dich mit Joey versuchen.“
Kurz schien sie das ernsthaft in Erwägung zu ziehen, obwohl der Terrier gerade über die Wiese fetzte und ausgelassen bellend Luftsprünge einbaute. Aber dann schien der realistische Teil in ihr den idealistischen zu überwiegen. Seufzend ergab sie sich: „Gut, dann lass uns versuchen, einen Schnappschuss beim Rennen hinzubekommen.“
Nach einigen Versuchen hatten wir tatsächlich ein paar schöne Momentaufnahmen von Renn-Joey ergattert und gaben uns damit zufrieden. Die letzten drei Hunde waren weniger stürmisch, sondern ziemlich gelassen, sodass wir mit diesen keine Probleme hatten. Nachdem alle drei nacheinander Model spielen durften, führten wir auch den letzten, Socke, zurück in seinen Zwinger.
Merle gab die Kamera im Büro ab und wir beschlossen aufgrund des strahlenden Sonnenscheins, Merles Liebling Rowsy, einen alten Bernhardiner, zu einem Spaziergang zu bewegen. Zwar herrschten winterliche Temperaturen im einstelligen Bereich, aber nach den letzten verregneten und durchgehend grauen Novembertagen waren wir uns einig, dass man die paar Sonnenstunden ausnutzen musste. Lange würden diese laut Wettervorhersage nämlich nicht bleiben.
Wir entschieden uns, unsere übliche Feldrunde einzuschlagen und schlenderten gemächlich nebeneinander her, im Einklang mit Rowsy, der entspannt zwischen uns trottete und immer mal die Schnauze in die Höhe reckte. „Hast du schon für Bio gelernt?“, fragte Merle fröhlich, um ein Gespräch zu beginnen.
„Och, hör mir auf mit Bio“, klagte ich mit theatralischem Seufzer, „da genießt man einmal das Wochenende und schon wird man so unsanft daran erinnert, dass die Klausurenphase vor der Tür steht.“
„Hey, du solltest mir danken. Ohne mich würdest du sicher keinen Gedanken daran verschwenden, bis du am Ende schwitzend und zitternd vor Angst im Unterricht sitzt, weil du nicht gelernt hast“, prophezeite Merle, dabei stimmte das nicht einmal.
Gekränkt verschränkte ich die Arme vor der Brust und erwiderte: „Das würdest du vielleicht tun. Aber wenn ich nicht lerne, dann stehe ich aufrecht dazu.“
„Ja, weil dir deine Noten völlig schnuppe sind“, rügte mich Merle kopfschüttelnd und blieb stehen, als Rowsys Aufmerksamkeit an einem Grashalm hängenblieb.
Ich zuckte mit den Schultern. Unrecht hatte sie nicht. Ehrlich gesagt hatte ich nie sonderlich großen Wert auf gute Noten gelegt. Solange ich durchkam, war mir alles weitestgehend recht. Und nach dem diesjährigen Sommer hatte sich das den Umständen entsprechend natürlich nicht gebessert. Meine Gedanken schweiften davon, zu den vielen Ereignissen der letzten Monate. Erst hatte ich durch den Tod meines Opas und meiner Eltern das Interesse an allem verloren, und dann zu allem Überfluss… mit einem heftigen Ruck zwang ich mich, meinen Gedankenfluss zu unterbrechen und mich wieder auf die Gegenwart zu fokussieren. „Tut mir leid, ich wollte dir damit nicht zu nahetreten“, entschuldigte sich Merle sofort, die meinen verzerrten Gesichtsausdruck scheinbar auf ihren Kommentar bezogen hatte, und trat einen Schritt auf mich zu.
Ich schüttelte schnell den Kopf und wich ihr aus: „Nein, nein, alles gut.“
„Sicher?“, hakte sie natürlich nach, und ich erwiderte eine Spur heftiger als geplant: „Ja, sagte ich doch.“ Etwas versöhnlicher fügte ich schnell hinzu: „Lass uns einfach über etwas anderes reden, ja?“
Schließlich war es unfair, die...
| Erscheint lt. Verlag | 5.7.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Split | Split |
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Vorlesebücher / Märchen |
| Schlagworte | Abenteuer • Beziehung • Eltern • Fabelwesen • Familie • Fantasiewesen • Fantasy • Freundschaft • Geheimnis • Hoffnung • humorvoll • Liebe • Luminaris • Magie • Magische Fähigkeiten • Merle • Nico • Nicolas • Oma Lieselotte • Opa Hermann • Parallelwelt • Quicks • Rachel • Reise • Schicksalsschlag • Seele • Seelen • Seelensehen • Spannung • Tod • Verlust • WiSpy |
| ISBN-10 | 3-347-97490-5 / 3347974905 |
| ISBN-13 | 978-3-347-97490-6 / 9783347974906 |
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