SPQR - Töversche und Malefica (eBook)
298 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-8533-5 (ISBN)
Ich wurde 1953 in Salzbergen geboren. Nach dem Studium der Elektrotechnik arbeitete ich in der Elektronikentwicklung. Neben der Entwicklung war ich gleichzeitig als technischer Redakteur für die neuen Produkte zuständig. Seit meiner Kindheit habe ich sehr viel gelesen und gezeichnet. Einer vor vielen Jahren erhaltenen Anregung meiner Tochter folgend, nutze ich jetzt meine Zeit zum Schreiben von Romanen.
Ich wurde 1953 in Salzbergen geboren. Nach dem Studium der Elektrotechnik arbeitete ich in der Elektronikentwicklung. Neben der Entwicklung war ich gleichzeitig als technischer Redakteur für die neuen Produkte zuständig. Seit meiner Kindheit habe ich sehr viel gelesen und gezeichnet. Einer vor vielen Jahren erhaltenen Anregung meiner Tochter folgend, nutze ich jetzt meine Zeit zum Schreiben von Romanen.
Besprechung
Ein Huhn und ein Hahn – die Geschichte fängt an
Janus terBeek ist Kommissariatsleiter in Wismar. Er blickt in die Gesichter der versammelten Kriminalbeamten, die er kurzfristig zusammengerufen hat. Er ist ein altgedienter Kriminalkommissar und ihnen ein fairer Vorgesetzter. Warum er heute derart geladen und grimmig ausschaut, ahnen sie alle. Die Bestätigung erhalten sie, als er das aktuelle Exemplar der Ostseezeitung entfaltet und in die Höhe hält. Die Schlagzeile der heutigen Ausgabe haben die meisten gelesen, genauso wie den entsprechenden Artikel.
»Meine lieben Kolleginnen und Kollegen.« Er hat noch zwei Dienstjahre vor sich, bevor er in Pension geht. Dass er ein Kind alter Schule ist, zeigt sich auch in Ansprachen wie dieser, weil er stets darauf achtet, nach dem Prinzip »Ladys first« zu agieren. »Unser Polizeidirektor hat mich heute Morgen auf Weisung des Innenministeriums angerufen und um etwas gebeten.« Er hüstelt mehrfach. Die Kripobeamten schlussfolgern sofort, dass der für sein cholerisches Temperament bekannte Referatsleiter wohl eher eine unerfüllbare Forderung ins Telefon gebrüllt hat, die der Leiter der Polizeiinspektion Wismar vermutlich entschärft hat. Sie bekommen von ihrem Chef somit eine geschönte Version zu hören. »Ja nun. Ihm ist bewusst, dass unsere Personalstärke zu wünschen übriglässt. Doch das, so stellt er fest, ist keine Entschuldigung dafür, dass die Urheber für die Brandstiftungen der letzten Monate noch immer nicht ermittelt und aus dem Verkehr gezogen wurden. Allein in Wismars nächster Umgebung sind es inzwischen drei Fälle. Und in dem gesamten Gebiet, für das wir zuständig sind, ergeben es mit dem Großfeuer von vergangener Nacht bereits sieben. Das sind fast doppelt so viele, wie in allen anderen Dienststellen. Ein Referatsleiter der Abteilung vier des Ministeriums für Inneres fordert, alle Kräfte auf die Ergreifung der Täter zu konzentrieren, natürlich abgesehen von den Beamten, die mit Mord- und Tötungsdelikten beauftragt sind. Er kündigt ernste Konsequenzen an, sollten die in der Zeitung verharmlosend als Feuerteufel bezeichneten Kriminellen nicht innerhalb der nächsten vier Wochen dingfest gemacht werden.«
Ein lauter werdendes Murmeln erklingt.
»Fordern kann er viel!«
»Das spricht dafür, dass er keine Ahnung hat, wie überlastet wir sind.«
»Hat dieser Sesselpu…, ich meine damit den Referatsleiter, nur eine kleine Vorstellung davon, wie schwierig und langwierig derartige Ermittlungen sein können?«
»Ihm ist nur wichtig, in der Öffentlichkeit gut dazustehen.«
»Eine ultimative Drohung an Untergebene ist kein wirksames Mittel, um schneller voranzukommen.«
Das zustimmende Gemurmel beweist, dass viele der Anwesenden den geäußerten Meinungen beipflichten.
Clas Hinnerk macht ein Handzeichen und fügt in die sofort einkehrenden Stille seine Bewertung hinzu.
»Das verschafft seinem Chef, dem Minister, kurzfristig Luft, um dem Kreuzfeuer aus verschiedenen Richtungen mit Forderungen nach seinem Rücktritt zu entkommen. Damit zeigt er jedoch gleichzeitig, dass seine Führungsqualitäten nicht so sind, wie sie sein müssten.«
Diese Äußerungen hätte keiner dem Hauptkommissar zugetraut. Er ist dafür bekannt, nicht nur in Kriminalfällen zuerst alle Fakten zu sammeln, um sie nach längerem Überlegen zu bewerten. Dass er derart heftig reagiert, kann nur bedeuten, dass er über Hintergrundwissen zu dem genannten Telefonat verfügt. Sollte der Chef ihm mitgeteilt haben, wie die angedrohten Konsequenzen aussehen könnten? Doch weder Janus terBeek noch Clas Hinnerk reagieren auf entsprechende Nachfragen.
»Ich bitte um Ruhe«, beginnt der Kommissariatsleiter. »Auch wenn ich dem Referatsleiter nicht zustimme, müssen wir versuchen, die Verantwortlichen schnellstens zu fassen. Deshalb …« Er macht eine kleine Pause und blickt die Versammelten nacheinander an. »… ernenne ich Hauptkommissar Clas Hinnerk zum Leiter der »Sonderkommission Feuer«. Da er besonders gut mit Inge Husmann zusammenarbeitet, wird sie zu seinem Team gehören und seine Stellvertreterin sein. Die anderen Teammitglieder werden von ihnen ausgewählt. Ich hoffe, nein, bin überzeugt, dass ihr alle euer Bestes geben werdet, die Übeltäter zu fassen. Je schneller, desto besser, natürlich. Also, an die Arbeit!« Janus hüstelt kurz und legt dem Kommissar eine Hand auf die Schulter. »Ich verlasse mich auf dich und Kollegin Husmann«, sagt er bedeutungsvoll. Das ist nur für diesen hörbar. Sofort darauf verlässt der Chef den Konferenzraum.
»Es geht um seinen Kopf!«, stellt Inge mit leisen Worten fest. Sie schaut Clas an, neben den sie getreten ist. »Soll er womöglich vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden, falls er die Forderung des Ministeriums nicht erfüllen kann? – Aha, das ist es also! –Wenn du mich fragst, ist das unterste Schublade! Der Chef hat es nicht verdient, aus Publicitygründen frühzeitig in Pension geschickt zu werden. Zumal das nichts daran ändern würde, dass die Brandstiftungen fortdauern könnten. Und das sollen wir doch verhindern!«
»Du sagst es«, stellt Clas fest. »Trotzdem ist dieser Politiker kraft seines Amtes der Vorgesetzte von uns allen. Obwohl sich sein Referatsleiter als inkompetent zeigt, würde das nichts an den Auswirkungen ändern. – Wir müssen jetzt überlegen, wer in unser Team gehören soll. Komm mit in mein Büro, da herrscht mehr Ruhe.«
Auch wenn die kurzfristig anberaumte Versammlung ohne Beamer und weiteres technisches Gerät ausgekommen ist, waren einige der zur freien Verfügung bereitstehenden Flaschen mit Saft, Wasser und anderen alkoholfreien Getränken geöffnet und geleert worden. Diese werden bereits von dem dafür zuständigen Personal ausgetauscht, damit der Raum für die nächste Besprechung vorbereitet ist. Das hat den Vorteil, den Raum innerhalb kürzester Zeit auch für ungeplante Konferenzen in größerem Rahmen nutzen zu können.
Auf dem Weg in das Büro von Clas Hinnerk überlegen die Kommissare, wen von den Kollegen sie im Team haben möchten. Für Inge steht fest, dass mehrere der Streifenpolizisten eingebunden werden müssen. Die sorgen mit ihrer Präsenz vor Ort hoffentlich dafür, dass keine weiteren Brände gelegt werden.
Inge schwebt besonders Polizeimeister Otto Krauski und sein Kollege vor Augen, die sich bei einem vermeintlichen Handtaschenraub vor einigen Wochen als sachliche Beamte mit detektivischen Fähigkeiten gezeigt hatten. Bei dem Gedanken an die damalige Situation wirft sie einen prüfenden Blick auf den kleinen Finger ihrer rechten Hand. Sie war auf dem Weg zu dem Tatort mit ihrem Rennrad gestürzt und hatte sich diesen ausgerenkt. Als Folge davon hatte sie über zwanzig Tage zu dessen Schutz eine Schiene getragen, die das Fingergelenk ruhigstellte. In der Zeit durfte sie lediglich Innendienst verrichten. Obwohl sie die Gründe akzeptieren musste, möchte sie das nicht noch einmal durchmachen müssen. Sie liebt ihren Beruf, bei dem auch Schreibtischarbeit erforderlich ist. Doch dauernd dazu verdonnert zu sein, liegt ihr nicht.
In Clas‘ Büro benennt sie Otto Krauski und seinen Kollegen zu Teammitgliedern. Der Kommissar stimmt sofort zu.
»Wenn du von ihren Qualitäten überzeugt bist, spricht nichts dagegen. Die beiden sollen vorsichtshalber an abseits liegenden Gehöften patrouillieren. Da die Größe des Gebietes, für das wir zuständig sind, mindestens sechs oder mehr Streifenwagen erfordert, müssen wir uns mit dem Leiter der Schutzpolizei abstimmen. Dessen Mitarbeiter werden, abgesehen von einer Abordnung zu unserer Sonderkommission, noch für weitere Aufgaben eingesetzt. Daran ändert auch eine Anweisung aus dem Ministerium nichts.« Er grinst. »Ich möchte auf jeden Fall zusätzlich Polizeimeister Emil Krausow und seinen Kollegen ins Team nehmen. Die beiden habe ich kennengelernt, als Annegret Heil dann tatsächlich ihre Handtasche im alten Hafen geraubt wurde.«
Die Beamten denken kurz an die keifende, ältere Frau, die kein gutes Wort für die Polizei kannte, obwohl sie die Tasche durch deren Überlegungen und Tatkraft noch am gleichen Tag zurückbekommen hatte.
Weitere Kriminalbeamte werden die Kommissare je nach Bedarf hinzuziehen. Zuerst wollen sie die bisher bekannten Fakten sichten, mit der Spurensicherung sprechen und alle Informationen bewerten. Dazu ziehen sie auch die Zeitungsberichte heran. Die kennen die meisten Sachverhalte zwar nur aus zweiter Hand, doch die Reporter nutzen oftmals Quellen, die den Beamten gegenüber keine Angaben machen.
Inge und Clas rufen im Polizei-Intranet die Fallakten auf und tragen diese in einer neuen Akte mit der Bezeichnung »Soko Feuer« zusammen. Die Artikel der Ostseezeitung gehören natürlich auch dazu. Niemand kann sagen, ob darin nicht wichtige Details enthalten sind, die nur dem jeweiligen Reporter bekannt geworden sind. Die Kommissare wissen, dass Journalisten nützliche Helfer der Polizei sein können. Ihre Recherchen sind oftmals gründlicher, als die der mit knappen zeitlichen Mitteln ausgestatteten Polizisten. Wenn die Streifenpolizisten vor Ort Fragen stellen, können sie diese mit den erhaltenen Antworten manchmal kaum für den späteren Bericht notieren, weil sie bereits zu einem nächsten Geschehen gerufen werden. Abhängig von der Dringlichkeit des neuen Falls müssen sie dann sofort aufbrechen. Es liegt auf der Hand, dass dadurch ungewollt wichtige Informationen verloren gehen können.
Clas‘ Blick fällt auf den Namen des Reporters, von dem der aktuelle Zeitungsbericht stammt.
»So, so. Mit Herrn Quint sollten wir zuerst ein paar Worte wechseln. Ich versuche, einen Termin mit ihm zu vereinbaren. Mit etwas Glück befindet er...
| Erscheint lt. Verlag | 30.11.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | SPQR | SPQR |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Vorlesebücher / Märchen |
| Schlagworte | Freundschaft • Jugendroman • Rabe • Regionalabenteuer • Spannung • Wismar |
| ISBN-10 | 3-7549-8533-7 / 3754985337 |
| ISBN-13 | 978-3-7549-8533-5 / 9783754985335 |
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