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Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt (eBook)

Ein magisch lustiges Kinderbuch zum Selberlesen und Vorlesen ab 8
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
200 Seiten
Arena Verlag
978-3-401-81032-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt -  Stefanie Dahle
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Das magische Kinderbuchdebüt der Bestseller-Illustratorin Stefanie Dahle. Skurril, liebenswert und einfach bezaubernd! Luna ist ein ganz normales Menschenmädchen ... na ja, fast. Immerhin lebt sie bei einer Vampirfamilie in einem alten Schloss mitten in Liebengrün. Klar, dass davon niemand etwas wissen darf! Vor lauter Geheimniskrämerei fühlt Luna sich richtig einsam. Doch dann zieht die gleichaltrige Annemie ins Haus gegenüber. Und die beiden Mädchen schließen sofort Freundschaft. Aber wie verheimlicht man seiner besten Freundin einen vorlauten Hausgeist, einen wuseligen Skeletthund und Eltern, die sich in Fledermäuse verwandeln? Eine ganz besondere Freundschaftsgeschichte - mit zauberhaften, zweifarbigen Illustrationen auf jeder Seite. Opulent und liebevoll gestaltet von Stefanie Dahle. Zum Vorlesen und Selberlesen.

Stefanie Dahle wurde 1981 in Schwerin geboren und hat schon als Kind viele Stunden damit verbracht, Bilderbücher anzuschauen oder Zimmerwände zu bemalen. An der HAW Hamburg hat sie dann Illustration studiert - und gestaltet heute selbst fantasievolle und wunderschöne Bilderbuchwelten, in die man sich stundenlang hineinträumen kann. Seit 2007 arbeitet sie exklusiv für den Arena Verlag.

Stefanie Dahle wurde 1981 in Schwerin geboren und hat schon als Kind viele Stunden damit verbracht, Bilderbücher anzuschauen oder Zimmerwände zu bemalen. An der HAW Hamburg hat sie dann Illustration studiert – und gestaltet heute selbst fantasievolle und wunderschöne Bilderbuchwelten, in die man sich stundenlang hineinträumen kann. Seit 2007 arbeitet sie exklusiv für den Arena Verlag.

Kapitel 1


Zwischen Tag und Nacht


Die Dämmerung legte sich sanft wie ein Schleier über den Schlosspark und erinnerte Luna daran, dass sie nicht dazugehörte.

Letzte Sonnenstrahlen berührten den Deich. Die Sumpf biber raschelten am Teichufer und erste Fledermäuse flatterten zwischen den Buchen umher. Luna streifte durch das hüfthohe Gras, das nie gemäht wurde. Sie konnte nicht anders, als die Häuser der Tagwelt zu beobachten, deren Fenster draußen vor der Schlossmauer so heimelig leuchteten.

Im Kastanienweg Nummer 4 hob Frau Kröse gerade ihren Kater vom Küchentisch, Ehepaar Dittmer aus Nummer 6 hatte es sich vor dem Fernseher gemütlich gemacht, Nummer 8 stand leer und in Nummer 10 aß Familie Meyer zu Abend.

Luna seufzte. Wie gerne würde auch sie jetzt mit ihrer Familie zusammensitzen. Sogar ein gemeinsamer Abwasch würde ihr Spaß machen. Aber es ging eben nicht.

Wie auch, wenn alle in ihrer Familie Vampire waren. Alle, bis auf Luna. Während Mama, Papa und ihr Bruder Ruben schliefen, durchlebte sie ihre Tage allein. Sie ging zur Schule, aß normale Menschensachen wie Spaghetti oder Kekse und liebte Sonnenlicht wie ein normales Menschenkind. Am Abend ging sie meist allein zu Bett, während ihre Eltern und Ruben sich für eine neue aufregende Vampirnacht bereit machten.

Die kostbarste Zeit des Tages waren für Luna deshalb die wenigen Stunden zwischen Dämmerung und Schlafenszeit, wenn sie mit ihnen zusammen sein konnte.

In Liebengrün wusste natürlich niemand, dass fast alle in der Familie Süßmann aus dem Elbschloss in Wahrheit Vampire waren. Damit es so blieb, war Luna seit Jahren Mamas oberstes Geheimhaltungsgebot eingeschärft worden: »Keine Freunde im Schloss, hörst du, Schatz?«

Luna ließ sich auf einen Baumstumpf plumpsen. Ständig aufpassen. Nichts erzählen. Andere Kinder machten um Luna sowieso lieber einen Bogen. Jeder wusste, dass Sofia Hartmeier die komische Luna mit den kürbisfarbenen Locken nicht ausstehen konnte. Luna, die ständig in ihr Skizzenbuch kritzelte und deswegen oft ganz verschmierte Finger hatte. Die niemals zum Geburtstag einlud und irgendwie immer nach angekokelten Streichhölzern roch. Und Sofia kam man besser nicht in die Quere. Immerhin war ihr Vater der Bürgermeister von Liebengrün.

Die Glocke der Kirchturmuhr riss Luna aus ihren Gedanken. Endlich!, dachte Luna. Aufstehzeit.

Gerade als sie sich auf den Heimweg machen wollte, wieselte ein Schatten durch die Böschung auf sie zu. Es war ein recht merkwürdiger Schatten.

»Sprotte!«, begrüßte Luna ihren Hund und kraulte ihm die Knochen. Denn Sprotte war ein Skelett.

»Wo hast du dein Tarnfell gelassen, du Räuber? Was, wenn dich jemand sieht?«

Sprotte wedelte aufgeregt mit den Schwanzknochen, schlug einen Haken und schoss voraus zum Schloss, sodass einige Sumpf biber vor Schreck zurück in ihre Löcher sprangen.

Voller Vorfreude auf ihre Familie, lief Luna über die Brücke am Teich und rannte die Schlosstreppe hinauf. Als sich das schwere Eichenportal hinter ihr schloss, entflammten die Wandlüster in der Eingangshalle.

»Sieh an, das junge Fräulein!«, sagte eine Stimme.

Sie gehörte zu dem Gemälde des alten Totengräbers. Der Abgebildete, ein Mann mit Schlapphut und Schaufel, deutete eine Verbeugung an. Luna wollte ihm eben einen guten Abend wünschen, als ein ohrenbetäubendes Scheppern die Wände erzittern ließ. Eine perlweiße Gestalt schwebte durch die Wand direkt über ihrem Kopf. Es war Schnittchen, das Schlossgespenst. Es war kaum größer als Sprotte und vollführte in der Luft einen Purzelbaum.

»Da kommt sie, die kleine Luni Puni«, gackerte Schnittchen. »Kunststück gefällig?«

»Nein danke«, erwiderte Luna, die seine Scherze zur Genüge kannte.

»Was denn jetzt? Nein oder danke?«, johlte Schnittchen.

Ohne zu antworten, warf Luna einen Blick in die Gewölbeküche. Edith, die Haushälterin, hatte längst Feierabend gemacht, doch auf der Anrichte blubberte noch immer der Blux. Der Blux war eine Küchenmaschine und Erfindung der Süßmanns. Lunas Familie betrieb nämlich einen Feinkosthandel. Die köstlichen Pralinen stellten sie mithilfe des Blux selbst in ihrer Küche her. Nur er konnte die geheime Zutat, die in allen ihren Leckereien enthalten war, auf wundersame Weise vermehren. Luna schüttelte sich.

Dank des Blux wurde für jede Praline nur ein einziger Tropfen benötigt, doch auch daran wollte Luna gar nicht denken. Denn die geheime Zutat war Menschenblut. Ihre Familie ernährte sich sozusagen von den Stadtbewohnern Liebengrüns. Doch zum Glück zapften sie ihren Mitmenschen in Gestalt von Fledermäusen nur winzige Mengen Blut ab und verarbeiteten dieses dann zu Hause zu harmlos aussehendem Konfekt. Die Pralinen verkauften die Süßmanns an Vampire im ganzen Land.

Luna schwang sich um den steinernen Otter am Fuße der Treppe und lief nach oben.

Zwei Nachtfalter lösten sich aus einem Landschaftsgemälde und flatterten um ihren Kopf.

Im zweiten Stock blieb sie vor dem Schlafzimmer ihres Bruders stehen und lauschte. Dumpfe Schnarchgeräusche drangen durch die Tür und das Schlüsselloch fletschte die Zähne. Auch die Särge ihrer Eltern waren fest verschlossen. Lunas Vorfreude wich einer Welle der Enttäuschung. Alle schliefen noch.

»War ja klar«, seufzte sie und trottete in ihr Zimmer. Niedergeschlagen ließ sie sich auf ihre Bettdecke aus Werwolffell fallen. Sie gehörte eben nicht dazu. Eine Weile kritzelte sie in ihrem Skizzenbuch, dann drehte sie sich auf den Rücken und musterte die verblichene Deckenmalerei. Sie gähnte. Von draußen drangen die letzten Geräusche der Tagwelt herein. Ich muss wach bleiben, dachte Luna und begann, die goldenen Spinnen auf dem Wandteppich zu zählen. Bald stehen sie auf.

Am nächsten Morgen war der Himmel trüb und grau. Luna streckte sich und stieß gegen das silberne Frühstückstablett auf ihrem Nachttisch. Kalter Tee schwappte über einen Klebezettel, der am Tassenrand befestigt war.

»Guten Morgen, kleiner Mond. Viel Spaß in der Schule! Bis später! Kuss, Mama.«

Luna stöhnte. Na großartig! Wieder hatte sie ihre Familie verpennt.

Sie schloss einen Moment die Augen und spürte Mamas Kuss wie ein Versprechen. Ihre Zeichensachen lagen nicht mehr am Fußende des Himmelbetts, sondern waren ordentlich auf den Schreibtisch gelegt. War sie noch mal aufgestanden? Komisch. Daran erinnerte sie sich gar nicht. War sie etwa wieder …?

Im Treppenhaus roch es nach Äpfeln, Schokolade und dem metallischen Geruch, der stets aus dem Blux waberte. Luna packte ihre Brotdose ein, auf der ein weiterer Klebezettel pappte. »Bis später, Papa!«, stand darauf, darunter ein Smiley.

Auf dem Weg zur Schule kämpfte Luna immer noch mit ihrer Enttäuschung. Das einzig Gute an der Schule war, dass Luna dem einsamen Schloss für ein paar Stunden entkommen konnte. Wäre da nur nicht Sofia Hartmeier gewesen.

Sofia hatte es auf Luna abgesehen. Jede noch so winzige Kleinigkeit nutzte sie, um Luna vor der gesamten Klasse bloßzustellen – am liebsten natürlich in den Pausen, wenn kein Lehrer dabei war. Luna hatte eben ihre Brotdose geöffnet und der Geruch von Bratfisch verteilte sich im Klassenraum. Eine einzelne Himbeere fiel heraus und kullerte – wie konnte es anders sein – direkt vor Sofias Füße. Sofia baute sich vor Luna auf. Ihre Nase war spitz und jedes Haar auf ihrem Kopf war in einen frostblonden Pferdeschwanz gezwungen. Begleitet wurde sie wie immer von Antonia und Jule.

»Igitt, was hast du denn wieder dabei?«, schnarrte sie verächtlich und feixte über das ganze Gesicht. Antonia und Jule kicherten dümmlich.

Eine weitere Himbeere rutschte aus der Brotdose und der Rest der Klasse lachte. Luna konnte ihnen kaum einen Vorwurf machen – Fischstäbchen und Himbeeren hatten einfach nichts auf demselben Brot verloren.

Auf dem Heimweg zerrte Luna ihre Brotdose aus der Tasche. Ob Edith ihr etwas zum Abendessen kochen würde?, dachte sie frustriert und wollte das Pausenbrot über die Schlossmauer verschwinden lassen. Da bemerkte sie einen Umzugswagen vor dem leer stehenden Haus mit der Nummer 8. Eine Gruppe von Leuten wuselte um die offene Ladefläche und lud Sachen aus. Luna war inzwischen nah genug, um Fetzen ihrer Unterhaltung aufzuschnappen.

»… den Stuhl bitte ins Esszimmer, den Wurmfarn auf die Terrasse«, wies eine gertenschlanke Frau die Umzugshelfer an. Sie stand inmitten dreier Kinder, die allesamt sommersprossig und braunhaarig waren.

»Mama, ich wollte doch das Zimmer mit dem Balkon«, beschwerte sich das älteste, ein Mädchen.

»Jetzt nicht, Marie. Wessen Kiste ist das noch...

Erscheint lt. Verlag 17.11.2023
Illustrationen Stefanie Dahle
Verlagsort Würzburg
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Kinderbücher bis 11 Jahre
Schlagworte Charme • die kleine Elbenprinzessin • die kleine Waldhexe • Dritte Klasse Bücher • Erdbeerinchen Erdbeerfee • Fantasy • Frida • Geschenk für Mädchen ab 6 • Gruselspaß • Humor • Kinderbuch Freundschaft • Kinderbuch Geister • Kinderbuch Spannung • Kinderbuch Vampire • Lilia • Magie • Mortina • Spannende Bücher für Kinder ab 8 • Vampirschwestern • Vierte Klasse Bücher
ISBN-10 3-401-81032-4 / 3401810324
ISBN-13 978-3-401-81032-4 / 9783401810324
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