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Jumelage de villes (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
81 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9888-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Jumelage de villes -  Christian Ruf
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Christoph ist sechzehn Jahre alt und fährt bei einem einwöchigen Schüleraustausch nach Frankreich mit. Er bemüht sich mit seinem französischen Austauschpartner eine Freundschaft aufzubauen, muss aber leider feststellen, dass sie kaum gemeinsame Hobbys haben und dieser sich nur wenig für ihn interessiert. Von völlig unerwarteter Seite erhält er jedoch die ersehnte Annahme. Michelle, die jüngere Schwester von Lucas, kümmert sich ersatzweise ganz unbefangen um diesen fremden Gast. Ihr gelingt es letztendlich, dass Christoph sich in ihrer Familie angenommen fühlt. Die Zuneigung, die er dabei ihr gegenüber entwickelt, fordert ihn zu einer Entscheidung heraus... Übrigens: ein paar der Dialoge sind selbstverständlich in einem (einfachen) Französisch geschrieben - diese kleine Herausforderung erwartet einen, wenn man sich einer bilingualen Geschichte über einen Frankreichaustausch widmet.

Christian Ruf ist in der christlichen Jugendarbeit aufgewachsen und war schon als Kind von 'Lagerfeuergeschichten' bei Kerzenschein begeistert, die er dann später selbst mit Leidenschaft erzählen durfte. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er hauptberuflich eigentlich als Ingenieur... Christian ist Jahrgang 1973, Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie bei Koblenz.

Christian Ruf ist in der christlichen Jugendarbeit aufgewachsen und war schon als Kind von "Lagerfeuergeschichten" bei Kerzenschein begeistert, die er dann später selbst mit Leidenschaft erzählen durfte. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er hauptberuflich eigentlich als Ingenieur... Christian ist Jahrgang 1973, Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie bei Koblenz.

Dimanche - Sonntag



Es war schon etwas ungewöhnlich morgens früh an einem Sonntag um halb sieben an den Bushaltestellen der Realschule von Brückburg zu stehen. Da es schon April war, ging gerade erst die Sonne auf und die Helligkeit erfüllte das Tal. Frisch war es, aber dabei auch irgendwie angenehm.


„Deine Badesachen hattest du auch eingepackt? Nur für den Fall...“

„Ja, habe ich.“

„Und das Gastgeschenk ist oben im Koffer - damit du es auch gleich findest?“

Christoph nickte: „Ja.“

„Na, dann kann es ja bald losgehen.“

„Mach dir keine Sorgen Mutter. Wird schon alles klappen!“

Frau Timme lächelte ihren Sohn liebevoll an. Mit seinen sechzehn Jahren war er doch schon ziemlich selbstbewusst geworden.


Gespannt wartet die Menge der Eltern, Schülern und ihre beiden Lehrer auf das Eintreffen des Busses. Jedes Jahr fand abwechselnd ein Schüleraustausch mit dem Collège von Pré-sur-Rivière statt, der französischen Partnergemeinde in der Bretagne. Dieses Mal waren es die Schüler aus Deutschland, welche sich auf die Reise machten.


Christoph schaute sich um - von seiner Französischklasse waren es nur fünf weitere Mitschüler, alle aus der Parallelklasse, und ansonsten nur jüngere. Seine Französischlehrerin Frau Heck war eifrig dabei die Liste der Teilnehmer abzuhacken und die letzten Fragen der Eltern zu beantworten während Herr Thomas sich als zweite Begleitperson eher im Hintergrund hielt, denn eigentlich war er normalerweise Sportlehrer und der Konrektor der Schule. Er dürfte so ziemlich der gemütlichste Sportlehrer des ganzen Kreises gewesen sein - was man ihm auch von seinem Körperbau her ansah.


„Da kommt der Bus!“ rief jemand, was sofort ein instinktives Geschiebe und Gedränge in Richtung Straße auslöste. Völlig unnötig trugen einige Ihre Taschen etwas dichter an den Bordstein, obwohl niemand wusste an welcher Haltestelle der Bus stehenbleiben würde. Es herrschte eine erwartungsvolle Anspannung bei den Schülern.


Der Bus hupte und fuhr nun extra langsam in die Bushaltestelle ein. Dann stieg der Fahrer auf seiner Seite aus, lies aber die Türen noch geschlossen. Er grüßte kurz die Lehrerin und wandte sich dann an die Menge der Schüler:


„Kommt bitte nacheinander mit euren Taschen zu mir. Ich werde dann die Sachen erstmal gleichmäßig verstauen, OK?“


Als das letzte Gepäckstück eingeladen war, wurden endlich die beiden Seitentüren geöffnet. Jeder versuchte sofort einen guten Sitzplatz zu ergattern an dem er die nächsten zwölf Stunden verbringen sollte. Christoph hatte Glück, denn niemand wollte ganz vorne an der großen Frontscheibe sitzen. Stattdessen drängelten sich alle ganz hinten zur breiten Rückbank.


„Wow, ganz schön nobel dieser Bus - Polstersitze und Teppichboden!“ rief eines der älteren Mädchen beim Betreten des Inneren direkt hinter ihm.

Und alles musste natürlich sofort ausprobiert werden:

„Cool, ein Klapptisch.“

„Eine Lüftung mit Licht überm Platz.“

„Und die Sitze kann man hinten verstellen - schau mal.“

„Autsch! Lass das! Ich habe jetzt gar keinen Platz mehr…“ beschwerte sich der Jung, der dahinter saß.


„Eigentlich sitzen wir Lehrer ganz vorne.“ sprach Herr Thomas Christoph an „Dann können wir uns besser mit dem Busfahrer unterhalten.“

Christoph überlegte wie er darauf antworten sollte ohne sich zu blamieren.

„Ich bin mir nicht sicher ob mir das Busfahren ohne Ausblick auf die Straße so bekommt…“

„Ach so?“ brummte Herr Thomas „Na, dann bleib mal lieber hier vorne. Ich denke es wird auch so gehen, wenn wir die Sitze hinter dir nehmen.“

„Vielen Dank.“ antwortete Christoph erleichtert.


Der Busfahrer startete den Motor und schloss die Türen als der letzte eingestiegen war. Alle drängten sich an die Fenster auf der rechten Seite um noch einmal ihren Eltern zu zu winken. Im großen Bogen fuhr der Bus nun in die Straße ein und machte sich auf die Reise - in ein paar Stunden schon würden sie in Frankreich sein…


„Hallo nochmal zusammen!“ dröhnte es plötzlich durch die Lautsprecher, die scheinbar überall im Bus unsichtbar verteilt waren.

„Also, ich bin Hubert euer Busfahrer und möchte euch an Bord herzlich begrüßen. Zu allererst gibt es ein paar Regeln: Erstens - da ich den Bus reinigen muss, möchte ich keine Kaugummis irgendwo im Polster kleben sehen. Und zweitens - hier vorne und in der Mitte gibt es je einen Mülleimer für die Kaugummis oder was sonst noch anfällt. Ich denke, wenn ihr euch daran haltet können wir noch die besten Freunde werden. Danke!“


Spontan erscholl ein johlender Applaus für den sympathischen Busfahrer, so dass die daran anschließende Begrüßung von Frau Heck fast unterging.


Alle waren total aufgeregt - zumindest die ersten zwei Stunden der Fahrt. Dann wurde es allmählich immer monotoner. Doch Christoph hatte sich gut vorbereitet und seinen Kassettenabspieler mit ein paar Kassetten eingepackt. Gerade als er die Kopfhörer aufsetzen wollte, sprach ihn das Mädchen hinter ihm an:


„Hey, was hast du für Musik dabei?“

Christoph war kurz überrascht, dass er angesprochen wurde:

„Das sind hauptsächlich Kassetten die meinem großen Bruder gehören. Die meisten hat er vom Radio aufgenommen.“

„Ja, und welche Songs?“

„Tja - hier steht drauf … a-ha, New Order, Michael Jackson, Alphaville, Bruce Springsteen, The Police, Queen - sowas halt.“

„Also ich habe Modern Talking, Falco und die Die Ärzte. Wenn du möchtest kann ich dir die auch mal ausleihen.“


Christoph lächelte freundlich bemüht zurück, war aber froh erstmal seine eigene Musikauswahl anzuhören. Er blickte dabei um sich und den Gang des Busses entlang, um in aller Ruhe die anderen Mitschüler zu betrachten. Am lebhaftesten war Armin aus der Parallelklasse - ein echter Clown, der die ganze Zeit die volle Aufmerksamkeit der um ihn herumsitzenden auf sich ziehen konnte.


Fast unauffällig war dagegen das Mädchen, welche neben ihm auf den benachbarten Doppelsitzen saß. Er kannte sie aus der Nachbarschaft. Sie dürfte ungefähr so zwölf oder dreizehn Jahre alt gewesen sein und vom Französischunterricht gerade mal das erste halbe Jahr hinter sich gebracht haben. Ganz schön mutig sich bei dem Austausch anzumelden. Christoph sprach sie an während er sich die Kopfhörer wieder runterzog und um den Hals hängte:


„Entschuldige, aber wohnst du nicht bei uns in der Parallelstraße?“

„Ich glaube schon. Jedenfalls habe ich dich schon mal gesehen.“ lächelte sie freundlich.

„Ich bin Christoph. Und wie heißt du?“

„Anika. Fährst du auch zum ersten Mal nach Frankreich?“

„Frankreich schon, aber ich war schon zweimal in England mit. Meinst du, dass du überhaupt etwas verstehen wirst?“

„Warum nicht?“ fragte Anika ganz selbstverständlich zurück.

„Naja, Französisch ist halt etwas anders als Englisch. Also mir fällt es ziemlich schwer.“

„Ach, das wird schon.“ zwinkerte sie ihm zu.


Christoph war verblüfft wie sich Anika so ganz ohne Scheu auf den Austausch in Frankreich und die damit verbundene Sprachbarriere einließ. Vielleicht war sie ja ein Naturtalent…?


„Wie heißt denn dein Austauschpartner?“ riss sie ihn aus den Gedanken.

„Lucas Arnaud. Warte, ich habe hier seinen Steckbrief bei mir.“


Christoph öffnete das vordere Fach seines Rucksacks und kramte einen Briefumschlag heraus. Jeder, der am Austausch teilnehmen wollte, hatte einen solchen Steckbrief auf Französisch verfasst, Hobbys, Interessen und sonstige Beschreibungen zu seinem Charakter angegeben. Das selbe hatten auch die Schüler in Frankreich - auf Deutsch natürlich - geschrieben. So konnten dann die Lehrer möglichst ähnliche Schüler zueinander zuordnen.


„Er ist ein Jahr jünger als ich, mag irgendeine französische Fernsehsendung, Handball und Skateboard fahren…“ las Christoph daraus hervor.

„Genau wie Armin!“

„Armin? Wie jetzt?“ Christoph war etwas verwirrt wen Anika damit meinte.

„Ja, Armin. Aber ich meine den anderen Armin da in der Mitte. Ich kenne ihn vom Handballverein.“

„Es gibt hier zwei? Verrückt! Na, das wird ja was!“

„Schau, da hinten sitzt er. Und sein Skateboard hat er immer bei sich.“


Christoph runzelte die Stirn. Seine Hobbys waren Gitarre und Zeichnen. Mit Sport und Skateboard fahren hatte er echt nichts am Hut. Was die Lehrer sich dabei nur gedacht haben mögen?


Anika las noch den Steckbrief ihrer Austauschpartnerin vor. Christoph hörte nur mit halben Ohr zu, beobachtet aber dennoch aufmerksam die Art wie sie sich ausdrückte. Sie klang sehr nett, intelligent und selbstbewusst. Komisch, dass keiner von den Älteren sie so richtig ernst nahm. Aber warum eigentlich, fragte er sich? Nur weil sie noch so jung war?


- - -


Die Stunden vergingen, bis plötzlich jemand aufgeregt bemerkte:


„Da vorne steht was von Douane auf den Schildern!“

„Bestimmt kommt bald die Grenze?!“


Alle reckten die Köpfe um noch mehr Hinweise auf den Grenzübergang nach Frankreich zu...

Erscheint lt. Verlag 14.9.2022
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Vorlesebücher / Märchen
Schlagworte Bilingual • Frankreich • Jugendliche • Liebesgeschichte • Wertschätzung
ISBN-10 3-7541-9888-2 / 3754198882
ISBN-13 978-3-7541-9888-9 / 9783754198889
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