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Die Abenteuer von Ritter Rübchen und seinem Esel 'Rühr mich nicht an' -  Wolfgang Kulla

Die Abenteuer von Ritter Rübchen und seinem Esel 'Rühr mich nicht an' (eBook)

Das Vorlesebuch mit Geschichten für Kinder ab 5 Jahren und für Erstleserinnen und Erstleser.
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
156 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7526-0076-6 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
4,49 inkl. MwSt
(CHF 4,35)
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Damals, in der Zeit, als noch Könige, Fürsten und kühne Ritter das Land beherrschten, lebte in einem Wald der Ritter Rübchen mit seiner Frau Raimunde und seinem treuen Gefährten, dem Esel "Rühr mich nicht an". Fantasievolle, abenteuerliche Geschichten für Kinder ab 5 Jahren zum Vorlesen und für Erstleserinnen und Erstleser. Durch eine lebendige und anschauliche Sprache können sich die Zuhörer/Erstleser schnell in die Handlungen hineinversetzen. Die Abenteuer sind spannend und lustig, aber nicht beängstigend beschrieben. Witzige Dialoge und einfältige Handlungen der Hauptfigur laden die Kinder zum Mitdenken und Mitfiebern ein und sind vergnüglich zu lesen. Dabei spielt die Thematik "Freundschaft" eine große Rolle, denn alle Geschichten spiegeln wider, wie wichtig der Zusammenhalt und die Hilfe eines Freundes sind. Bestens geeignet zur Sprachförderung im Kindergarten, in der Schule und Familie.

Der Autor lebt in Potsdam und ist Vater von drei Kindern. "Die Abenteuer des Ritters Rübchen" ist das siebente veröffentlichte Kinderbuch.

DAS SEEUNGEHEUER


Ein Sonnenstrahl kitzelte den schlafenden Rübchen an der Nase, die daraufhin zuckte und bebte. Er war kurz davor, kräftig zu niesen, als ein angenehmer Honigkuchenduft durch sein kleines Zimmer schwebte. Sofort war Rübchen hellwach und setzte sich in seinem Bett auf. Aber das Kribbeln in der Nase nahm dermaßen zu, dass er letztlich mit einem lauten „Hatschi!“ zusammenzuckte und das letzte Brett, welches seine Matratze hielt, auseinanderbrach. Mit einem tosenden Krach fiel Rübchen auf den Fußboden.

„Rübchen, nach dem Gepolter zu urteilen, bist du wohl aufgewacht?“, vernahm Rübchen eine Stimme aus der Küche.

„Aufgewacht, aufgewacht, mir tut alles weh!“, flüsterte Rübchen vor sich hin. „Mein schönes Bett, alles ist kaputt. Aber ich werde mir ein Neues bauen. Am besten eine Hängematte, da können sich keine Bretter in Kleinholz verwandeln. Irgendwo habe ich noch zwei Nägel, die schlage ich in die Wand und hake mein Bettlaken ein.“

Schnell stieg er aus seiner Bettruine, denn der Duft wurde immer stärker und das Frühstück wollte er nach diesem Reinfall auf keinen Fall versäumen.

Er warf einen Blick in die Küche und rief Raimunde zu: „Ich gebe dem Esel noch schnell eine dicke Mohrrübe, dann komme ich!“

Ritter Rübchen lief geschwind in den Stall.

„Hallo, ‚Rühr mich nicht an’, ausgeschlafen? Was für ein schöner Morgen! Raimunde ist in der Küche, das heißt, wir brauchen sie heute nicht suchen. Heute ist Ruhetag für uns! Ich baue mir dann eine Hängematte, mein Bett ist nämlich kaputt.“

Der Esel blickte seinen Herrn ungläubig an und bemerkte nur kurz: „Schlafe lieber auf Stroh, so wie ich, da kannst du nicht tief fallen.“

„Ach was, ich schaffe das schon, schließlich bin ich ein Meisterhandwerker. Denke nur mal an meine gefürchteten Schwerter. Aber nun will ich schnell zu Raimunde, sie wartet schon! Hier hast du etwas zum Fressen.“

Während sich Rübchen beeilte, in die Küche zu kommen, beschäftigte sich ‚Rühr mich nicht an’ genüsslich mit einer der Mohrrübe.

Rübchen setzte sich an den Tisch, der in der Mitte der Küche stand. Von dort aus hatte er einen wunderbaren Blick zum Fenster und zu Raimunde, die gerade das Fenster öffnete, um die frische Morgenluft in das Zimmer zu lassen.

„Heute ist ein herrlicher Tag, Raimunde. Ich freue mich schon auf das Frühstück“, sagte Rübchen frohgelaunt.

Plötzlich schlängelte sich ein Riesenarm, der sich durch das Fenster geschoben hatte, um die Hüfte von Raimunde und hob sie hoch.

„Hey, hey, Raimunde, wo willst du hin?“, rief Rübchen verwundert und machte große Augen.

„Ich will nirgendwo hin. Ich werde durch eine geheimnisvolle Kraft nach oben gehoben. Nun hilf mir doch endlich!“

Vor Angst bekam Raimunde knallrote Wangen und auf ihrer Stirn bildeten sich kleine Schweißperlen. Laut rief sie: „Hilfe! Hilfe!“

Diesen Hilferuf hörte auch der Esel ‚Rühr mich nicht an’ und lief schnell ins Haus. Als er in der Küche ankam, sah er einen verdatterten Ritter Rübchen, der mit großen Augen und offenem Mund wie gelähmt in Richtung des Fensters schaute. Raimunde wurde durch das Fenster gezogen und verschwand.

„Raimunde, Raimunde, schon wieder hat man dich entführt“, wimmerte Rübchen und hielt sich vor Schreck beide Hände vor das Gesicht. Als die beiden aus dem Fenster schauten, sahen sie nur den friedlich dahin plätschernden Bach, der direkt unter dem Fenster vorbeiführte. Von Raimunde fehlte jede Spur.

„Mit dem Ruhetag ist es wohl vorbei, was?“ Der Esel blickte fragend Rübchen an.

Dieser nickte nur und kleinlaut sagte er: „Ich hole nur noch mein Schwert aus Baumrinde, dann ziehen wir los. Stell dich schon mal auf den Hof.“

Der Esel stellte sich an den Platz, wo Rübchen gewöhnlich auf seinen Rücken springt.

Plötzlich bemerkte der Esel am rechten Vorderhuf etwas Ungewöhnliches. Eine Maus, die auf den Namen Nasenspitz hört und, obwohl sie ein Mäusemädchen ist, stets Hosen trägt, klopfte mit ihrer Pfote an den Huf des Esels und schimpfte: „He, du Trampel, kannst du nicht etwas beiseite gehen? Du stehst genau auf dem Loch zu meinem Haus.“

„Geht nicht, Nasenspitz! Mein Ritter springt gleich auf mich und da muss ich genau hier stehen“, antwortete der Esel.

Inzwischen kam auch Ritter Rübchen aus dem Haus, in voller Rüstung und mit seinem neu gebastelten Schwert.

Mit lauter Stimme rief er: „Ho, ho, Grauer, ich bin zum Kampf gegen den Unhold bereit! Ich werde meine Raimunde befreien. Steh still, ich springe!“

„Hörst du, Nasenspitz? Ich kann jetzt keinen Schritt gehen, sonst passiert ein Unglück.“

„Ach, was!“, piepste die Maus. „Einen Schritt brauchst du doch nur beiseite gehen und ich bin im Loch verschwunden.“

Der Esel schaute nach seinem Herrn und dachte, dieser sei noch weit weg und machte einen Schritt nach vorn. Aber gerade in diesem Augenblick startete der Ritter. Nasenspitz huschte in das Loch und Rübchen fiel krachend genau darauf.

Erschrocken schaute der Esel auf den liegenden Ritter und fragte mit schlechtem Gewissen: „Liegst du auch bequem?“

Ritter Rübchen trommelte mit den Fäusten auf den Boden, sodass Staub aufgewirbelt wurde.

„’Rühr mich nicht an’, wie oft habe ich dir gesagt, du sollst still stehen bleiben? Es ist nicht zu fassen, schon wieder bin ich daneben gesprungen“, erboste sich Rübchen.

Da vernahm der Ritter ein lautes Piepsen, welches offensichtlich vom Erdboden her kam. Rübchen räkelte sich hoch und sah ein Mäuseköpfchen, welches aus einem Loch schaute.

„Hey, sieh zu, dass du wieder verschwindest!“, schimpfte Nasenspitz. „In meiner Wohnung ist es sonst dunkel, es kommt kein Licht rein.“

Verärgert brummte der Ritter etwas vor sich hin, winkte mit einer Hand abfällig zu Nasenspitz, nahm sein Baumrindenschwert und stieg auf den Esel.

„Los, Grauer, wir haben genug Zeit verschwendet. Raimunde, wir kommen!“

„Und in welche Richtung wollen wir jetzt gehen?“, fragte ‚Rühr mich nicht an’.

„Tja?“ Rübchen zog seine Stirn in Falten. „Das weiß ich auch nicht.“

Schließlich einigten sie sich darauf, dort die Suche zu beginnen, wo Raimunde verschwunden war. Nämlich genau am Küchenfenster. Unter dem Fenster verlief ein Bach, der, so wusste Rübchen, in den großen See fließt.

„Ganz einfach!“, sagte der Esel. „Wir verfolgen die Spur entlang des Baches bis zum See.“

„Natürlich, ‚Rühr mich nicht an’, so machen wir es!“, erwiderte Rübchen schnell. Aber insgeheim dachte er: „Spuren kann ich beim besten Willen nicht erkennen, aber mein Esel wird schon wissen, warum er zum See will.“

Die Sonne stieg immer höher und die Hitze war unerträglich. Nach geraumer Zeit rief Rübchen: „Halt, wir machen eine Pause! Ich muss unbedingt etwas trinken.“

Dem Esel war das ganz recht. Er warf seine Hinterhufe nach oben, und Ritter Rübchen flog im hohen Bogen ins Moos.

„Mist!“, maulte der Ritter. „So schnell wollte ich nun auch nicht absteigen.“

Doch ‚Rühr mich nicht an’ kümmerte sich nicht darum, sondern lief schnurstracks zum Bach, um zu saufen.

Rübchen lief ihm hinterher und beugte sich über das Wasser, um einen kräftigen Schluck zu sich zu nehmen. Da zwackte ein Flusskrebs, der vom See den Bach heraufgelaufen war, mit seinen Scheren in die Nase des Ritters und hielt sich daran fest.

„Au, was ist denn das für ein Ungetüm? Oh, tut das weh! Das Ungeheuer wird noch meine Nase abbeißen!“

Vor Schmerz schüttelte Rübchen den Kopf hin und her. Dabei löste der Flusskrebs seine Scheren, flog im hohen Bogen zum Esel und verfing sich in dessen Schwanz. Jetzt war es der Esel, der laut „'I. A.', 'I. A.'!“ brüllte und in schnellen Schritten davon galoppierte.

„Wo willst du denn hin? Nimm mich doch mit!“, rief Rübchen und rannte dem Esel hinterher.

Rübchen lief so schnell, dass er gar nicht merkte, dass ‚Rühr mich nicht an’ plötzlich stehen geblieben war. Mit voller Wucht prallte er an das Hinterteil des Esels.

„Meine Güte, warum bleibst du stehen?“, murrte Rübchen und rieb sich vor Schmerz die Stirn.

„Hier geht es nicht weiter, wir haben den See erreicht“, antwortete der Esel, der offensichtlich schon vergessen hatte, dass in seinem Schwanz ein Flusskrebs hängt.

„Tatsächlich, der See! Und von Raimunde ist nichts zu sehen und zu hören.“ Rübchens Stimme klang entmutigt.

„Aber hörst du nicht den Gesang? Das kann nur Raimunde sein“,...

Erscheint lt. Verlag 14.12.2020
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch
ISBN-10 3-7526-0076-4 / 3752600764
ISBN-13 978-3-7526-0076-6 / 9783752600766
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