Katze Bärbel beschreibt ihr aufregendes erstes Lebensjahr (eBook)
152 Seiten
Morawa Lesezirkel (Verlag)
978-3-99093-045-8 (ISBN)
Isabella Holzinger, Jahrgang 1983, ist Schriftstellerin und ehemalige Einzelhandelskauffrau. Ihre Liebe zu Büchern entwickelte sie bereits im Kindesalter und diese Leidenschaft lässt sie bis heute nicht mehr los. Es war ein großer Wunsch von ihr, ein Buch über Tiere und deren Gefühle zu schreiben, da sie ein großer Tierfreund ist. Isabella Holzinger lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und drei Katzen in Oberösterreich.
Miau! Guten Morgen! Ich denke zumindest, dass „Morgen“ ist, denn hier im Bauch meiner Mama ist es immer dunkel, nur ab und zu nehme ich aus der Ferne ein schwaches Licht wahr. Es ist mehr so eine Art Schimmer, den ich nur wahrnehme, wenn ich mich ganz darauf konzentriere. Das passiert, wenn meine Mama in der Sonne herumspaziert, oder auf ihrem hellen Lieblingsplatz ein Schläfchen hält. Nämlich immer dann, wenn sie sich dort befindet, wo gerade viel Licht ist. Aber auch wenn es hier drinnen immer hell wäre, würde ich trotzdem nichts sehen können, denn meine Augen bleiben bis ungefähr eine Woche nach meiner Geburt geschlossen. Ach, ich bin so schrecklich aufgeregt! Wie wird die Geburt bloß ablaufen? Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie die Welt da draußen so ist. Miau! Hoffentlich ist es dort so toll wie hier im Bauch meiner Mama.
Ich habe alles, was ich zum Leben brauche. Essen, Trinken und mir ist nie kalt. Wie sich Kälte wohl anfühlt? Will ich das überhaupt wissen? Am meisten interessiert mich aber, wie meine liebe Mama aussieht. Sie ist bestimmt wunderschön und die allerschönste und liebste Mama auf der ganzen Welt. Miau! Will ich sie später überhaupt mit meinen Geschwistern teilen? Hoffentlich sind die beiden keine zu großen Nervensägen. Warum ich weiß, dass ich zwei Geschwister habe? Weil ich so gern in meiner Fruchtblase herumtolle und dabei immer wieder gegen die beiden anderen Fruchtblasen hier stoße. Miau!
Du musst wissen, ich bin eine ganz wilde, verspielte Katze und kann die Geburt kaum erwarten. Habe ich das schon erwähnt? Hoffentlich stört es dich nicht, dass ich „du“ zu dir sage? Für mich fühlt es sich nämlich so an, als ob wir richtig gute Freunde werden könnten. Ich möchte endlich raus hier, auch wenn ich absolut nicht weiß, was mich da draußen erwartet. Mehr Platz zum Toben ganz bestimmt und jede Menge Abenteuer werde ich auch erleben.
Auf meine Geschwisterchen freue ich mich ebenso. Das wird total lustig, wenn ich die beiden so richtig schön ärgern kann. Miau! Ich würde mich unbeschreiblich gerne richtig bei dir vorstellen, aber leider kenne ich meinen Namen noch gar nicht. Das ist auch so eine Sache, die mich brennend interessiert. Wie werde ich bloß heißen?
Hoffentlich ist es kein langweiliger Name, denn ich bin alles andere als langweilig.
Dass ich ein Mädchen bin, habe ich schon herausgefunden. Also hoffe ich auf einen richtig coolen, abgefahrenen Mädchennamen. „Jessy“ würde mir wahnsinnig gut gefallen. Oder wie wäre es mit „Stella“? Jetzt fällt mir der passendste Name überhaupt für mich ein. Nämlich „Frechdachs“, dieser Name passt doch perfekt zu mir. Es wäre einfach genial, wenn ich diesen Namen bekommen würde. Ich wünsche es mir so sehr!
Wie gefällt dir denn dieser Name?
Ich bin mittlerweile schon ziemlich groß und die Geburt wird in den nächsten Tagen losgehen. (Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin natürlich ein kleines Katzenbaby. Aber vor ein paar Wochen war ich noch viel kleiner als jetzt.) Hoffentlich finde ich den Ausgang ganz schnell. Ich werde einfach ein Wettrennen mit meinen Geschwistern veranstalten, aber ob diese beiden Schnarchnasen würdige Gegner sind?
Das bezweifle ich sehr. Sie spielen nicht gerne „in der Fruchtblase herumrollen“ und „gegen die anderen Fruchtblasen stupsen“ mögen die beiden auch nicht.
Sobald wir hier draußen sind und auch etwas sehen und hören können, werde ich so richtig mit ihnen raufen. Das wird einfach nur lustig und wir werden sehr großen Spaß haben, ich kann es kaum erwarten.
Zuerst werfe ich mich ein paar Mal auf die beiden hinauf, das weiß ich jetzt schon.
Danach beginnen wir bestimmt eine tolle Rauferei. Juhu! Das Herumbalgen ist sogar ganz wichtig für uns Kätzchen. Wir lernen so nämlich spielerisch sehr viel darüber, wie unser Gegenüber auf verschiedene Verhaltensweisen reagiert. Außerdem können wir viel über das Jagdverhalten lernen, indem wir uns anpirschen und Fangen spielen. Wir müssen schließlich später alleine zurechtkommen.
Gerade geht meine Mama gemächlich eine Runde spazieren. Weshalb ich das weiß?
Na, weil ich so toll gewiegt werde. Immer wenn meine Mama herumgeht, werde ich sanft geschaukelt. Ich liebe es! Auf die Zeit da draußen, in dieser Welt, in der meine liebe Mama bereits unterwegs ist, freue ich mich so sehr! Habe ich das schon einmal erwähnt?
Wie könnte auch etwas auf mich warten, das nicht absolut traumhaft ist? Das Leben meint es nur gut mit uns, jedoch müssen wir das Gute auch erkennen können.
Der Spaziergang meiner Mama ist so unbeschreiblich beruhigend. Ich fühle mich richtig wohl. Aber ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Geburt bald beginnt.
Doch ich bin hier noch ein paar Tage untergebracht, das heißt, ich muss noch ein wenig warten, bis ich geboren werde. Meine Organe sind schon so gut wie fertig, aber wachsen darf ich noch ein bisschen und meine Sinne werden noch geschärft. Ja, auch mein Sehsinn, selbst wenn die Augen noch zu sind. Mein Körper arbeitet ununterbrochen. Wo wir gerade beim Thema sind, ich will endlich sehen können! Hören würde ich auch so gerne schon etwas, doch das kann ich leider auch erst einige Zeit später. Das dauert noch länger als das Sehen. So ein Mist! Jetzt werde ich aber wirklich ungeduldig!
Ganz oft stelle ich mir vor, wie es wohl sein wird, endlich etwas hören zu können.
Irgendwie dauert das hier alles so lange. Es wäre sehr schön, wenn ich den Herzschlag meiner Mama hören könnte, ich bin doch so neugierig. Zumindest kann ich ihn spüren.
Er vibriert ganz leicht und ich konzentriere mich so gerne darauf. Mein Gefühl sagt mir, dass es ein wunderbarer, beruhigender Ton sein muss. Aber ich möchte ihn doch so gerne tatsächlich hören.
Wie sich das Miauen meiner Mama anhört, würde mich auch sehr interessieren. Es klingt bestimmt wunderbar. Meine Mama ist schließlich die beste Mama auf der ganzen Welt und ihr Miauen wird sich deshalb auch besonders schön anhören. Ich liebe einfach alles an ihr, obwohl ich sie noch nie gesehen habe.
Das muss ich auch nicht, immerhin kann ich sie ganz deutlich spüren. Wir gehören einfach zusammen. Auch meine beiden Geschwister hab ich jetzt schon sehr lieb.
Hier drinnen wird es von Tag zu Tag enger. Ich vermute, weil ich immer noch wachse.
Am Anfang hatte ich jedenfalls deutlich mehr Platz. Schade, dass man im Bauch nicht übersiedeln kann, dann würde ich auf jeden Fall eine größere Wohnung bevorzugen.
Oh, ich werde plötzlich ganz müde. Miau! Bevor ich einschlafe, will ich noch ganz kurz „in der Fruchtblase herumrollen“ spielen. Das macht Spaß! Juhu! Ich werde immer schläfriger, dazu habe ich aber gar keine Lust. Ich mag spielen und nicht schlafen. Mist! Warum fallen mir genau jetzt die Augen zu, wo ich doch so großen Spaß habe?
Während ich noch darüber nachdenke, welch großer Glückspilz ich doch bin, schlafe ich komplett zufrieden ein.
Wo bin ich? Was ist da los? Miau! Ich bin verwirrt und habe ein bisschen Angst. Hilfe! Mama? Was passiert denn nur mit mir? Ich bin noch völlig verschlafen und brauche ein paar Sekunden, bis ich merke, was hier vor sich geht. Das muss die Geburt sein. Es geht los! Es geht endlich los!
Ich spüre, dass meine Mama ein wenig nervös ist und ich selber werde nach unten geschoben und kann gar nichts dagegen tun. Eines meiner Geschwisterchen ist schon draußen, wir sind nur noch zu zweit hier drin. Wie unfair das doch ist! Ich wollte doch zuerst raus! So eine Gemeinheit aber auch! Die Stelle, an der immer eine Fruchtblase war, die ich so gerne angestupst habe, ist jetzt leer. Während ich mich noch grün und blau darüber ärgere, hat mein zweites Geschwisterchen den Ausgang auch schon gefunden. Plötzlich ist die andere Fruchtblase nämlich ebenso verschwunden. Kapieren die nicht, dass ICH zuerst draußen sein wollte? Vor ihnen? Eine Frechheit! Das werde ich meinen Geschwistern heimzahlen! Ich werde ihnen später kräftig in den Schwanz beißen! Jawohl! Miau!
Oh, ich rutsche immer tiefer nach unten und es wird von Zentimeter zu Zentimeter enger hier drin.
Bald muss es soweit sein und ich werde endlich geboren. Wie aufregend! Das wird der schönste Tag meines Lebens! Hui, es wird jetzt noch ein kleines bisschen enger und ich hoffe nur, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Hier ist aber auch rein gar nichts beschriftet. Ja, ich weiß, ich würde die Schilder ohnehin nicht sehen können, weil meine Augen noch zu sind. Aber trotzdem! Hier geht es ums Prinzip! Ein bisschen Hilfe für ein Katzenbaby im Mutterleib muss sein!
Ich habe es geschafft! Ich bin draußen! Mit einem lauten Platsch lande ich auf etwas Weichem und werde sofort von einer rauen, aber unendlich...
| Erscheint lt. Verlag | 19.8.2019 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch |
| ISBN-10 | 3-99093-045-1 / 3990930451 |
| ISBN-13 | 978-3-99093-045-8 / 9783990930458 |
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