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Pferdesommer mit Lara (eBook)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
287 Seiten
Saga Egmont (Verlag)
978-87-11-89705-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Pferdesommer mit Lara -  Ursula Isbel-Dotzler
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Zwei spannende Pferdegeschichten in einem: Rikke ist am Boden zerstört, nachdem ihre Schwester Ronja tragisch gestorben ist. Nichts kann sie aufheitern - bis sie Arne kennenlernt, den netten Jungen von Hof Eulenbrook, und er ihr von er schönen, scheuen Stute Lara erzählt. Und mit einem Mal hat Rikke wieder ein Ziel: Lara nach Eulenbrook zu bringen! Nach sie Lara endlich gemeinsam auf den Hof geholt haben und sich das schöne Pferd langsam erholt, kommen sich Arne und Rikke immer näher. Einziger Wermutstropfen: die arrogante Lily hat ebenfalls ihr Auge auf Arne geworfen...

Ursula Isbel wurde 1942 in München geboren und lebt heute als freie Schriftstellerin in Sulzburg. Sie schreibt hauptsächlich Jugendliteratur für ein überwiegend weibliches Publikum, darunter mehrere Reihen über Reiterhöfe und das Leben mit Pferden. nUnter dem Pseudonym Ursula Dotzler übersetzte sie außerdem viele Jugendbücher aus dem Englischen und dem Schwedischen.

Ursula Isbel wurde 1942 in München geboren und lebt heute als freie Schriftstellerin in Sulzburg. Sie schreibt hauptsächlich Jugendliteratur für ein überwiegend weibliches Publikum, darunter mehrere Reihen über Reiterhöfe und das Leben mit Pferden. nUnter dem Pseudonym Ursula Dotzler übersetzte sie außerdem viele Jugendbücher aus dem Englischen und dem Schwedischen.

5


»Sie haben Pferde nach Eulenbrook gebracht«, sagte meine Mutter beim Abendessen. »Frau Pfefferle hat es mir erzählt.«

Frau Pfefferle war die Inhaberin unseres Supermarkts, bei der alle Fäden zusammenliefen. Wenn etwas Neues in unserem Städtchen passierte, wusste sie es sofort, und die Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Ronja hatte sie immer »die Urwaldtrommel« genannt.

Ich sagte nicht, dass ich das mit den Pferden bereits wusste. Stumm schob ich die Fischstäbchen auf meinem Teller hin und her. »Sie haben das Anwesen übrigens geerbt, nicht gekauft«, fügte meine Mutter hinzu.

Mein Vater hob den Kopf. »Geerbt? Für eine solche Erbschaft würde ich mich aber bedanken! Sie müssen jede Menge Geld aufbringen, um das Haus einigermaßen bewohnbar zu machen.«

»Das haben sie sicher auch. Jemand, der drei Pferde hält, ist bestimmt kein armer Schlucker.«

»Nicht alle Leute, die Pferde haben, sind reich.«

Meine Eltern sahen mich überrascht an. Sie waren inzwischen so an mein Schweigen gewöhnt, dass sie es kaum glauben konnten, wenn ich mich in ihre Gespräche einmischte.

»Pferde kosten Geld, besonders ihr Unterhalt«, sagte mein Vater. »Aber vielleicht wollen sie eine Reitschule eröffnen.«

Eine Reitschule! Daran hatte ich noch nicht gedacht.

»Mit drei Pferden?«, fragte Mama zweifelnd.

»Vielleicht kommen ja noch mehr Pferde nach. Hättest du nicht Lust, Reitunterricht zu nehmen, Rikke?«

Als Ronja noch lebte, hätten wir beide unheimlich gern Reiten gelernt. Ronjas größter Wunsch war ein eigenes Pferd gewesen, doch damals mussten unsere Eltern das Haus und den Fotoladen abbezahlen und sparten an allen Ecken und Enden. Heute hätte ich ihnen vielleicht einen Gefallen getan, wenn ich wieder für irgendetwas Begeisterung gezeigt hätte.

»Nein danke«, sagte ich. »Kein Bedarf.«

Sie wechselten einen Blick. Mama unterdrückte einen Seufzer.

»Weiß man schon etwas über diese Leute?«, fragte mein Vater hastig.

»Es ist ein Mann, der Theisen heißt, mit seinem Sohn und seiner Tochter. Eine Mutter scheint es in dieser Familie nicht zu geben.«

»Vielleicht sind sie geschieden.«

Ob ich wollte oder nicht, ich stieß immer wieder auf die neuen Besitzer von Eulenbrook. Mama beobachtete mich.

»Rikke, du isst ja wieder nichts!«, sagte sie. »Und wie du aussiehst! Wie ist das eigentlich passiert, dass du vom Rad gestürzt bist?«

Ich sagte, ich hätte nicht aufgepasst und wäre im Wald über eine Wurzel gefahren.

»Du solltest nicht so allein durch die Gegend radeln. Hast du die Wunden desinfiziert?«

Ich nickte. Sie fragte nach Isabell.

»Isabell fliegt morgen nach Mallorca«, sagte ich, erzählte aber nicht, dass wir schon seit einigen Monaten einfach nichts mehr miteinander anfangen konnten. Früher waren wir mit Isabell befreundet gewesen, Ronja und ich, doch sie hatte sich verändert. Ich fand sie oberflächlich und schrill. Umgekehrt hielt sie mich wahrscheinlich für einen schnarchlangweiligen Trauerkloß. Damit war sie nicht die Einzige in unserer Schule.

»Ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch kochen soll!«

Meine Mutter sah so verzweifelt aus, dass sie mir leidtat. Um ihr einen Gefallen zu tun, würgte ich zwei Fischstäbchen hinunter und kaute ein paar Salatblätter. Später hatte ich Magenschmerzen und hätte mich am liebsten übergeben, um die Fischstäbchen wieder loszuwerden.

Jetzt wo ich nicht mehr nach Eulenbrook konnte, wusste ich nicht, wohin, so als gäbe es für mich keinen anderen Ort auf der Welt. Unser eigener Garten war winzig und aufgeräumt, mit ein paar künstlich wirkenden Nadelbäumen im Miniaturformat und einer rechteckigen Rasenfläche – pflegeleicht, wie meine Eltern sagten.

Ins Schwimmbad mochte ich nicht. Da saßen sie alle in Cliquen beisammen, rauchten und machten hämische Bemerkungen über jeden, der nicht dazugehörte. Es war wie Spießrutenlaufen, im Badeanzug zum Becken zu gehen.

»Sie denkt, sie ist schön, wenn sie ihr klapperndes Gebein durch die Gegend schiebt.« Das hörte ich besonders oft von den Mädchen. Sie begriffen nichts, wussten nicht, dass es mir nicht darum ging, besonders schlank zu sein, dass ich seit der Sache mit Ronja einfach keinen Appetit mehr hatte und mich zu jedem Bissen, den ich schlucken sollte, zwingen musste.

Ungefähr eine halbe Fahrradstunde vom Städtchen entfernt gab es einen kleinen See, aber auch der war im Sommer total überlaufen. Ich wünschte, wir wären in Urlaub gefahren. Aber meine Eltern hatten einen Fotoladen und wollten sich das Geschäft mit den Touristen, die jetzt in unser altes Städtchen kamen, nicht entgehen lassen.

In der folgenden Woche unternahm ich lange Radtouren über die Hügel und durch die Felder. Dabei musste ich immer an dem Waldstück vorbei, hinter dem Eulenbrook verborgen lag.

Einmal sah ich den schwarzen Wagen aus der Zufahrt kommen, machte rasch einen Schlenker und fuhr über die Böschung zwischen die Büsche. Dort blieb ich stehen und wartete, bis sie verschwunden waren.

Inzwischen glaube ich daran, dass das Schicksal bestimmte Begegnungen für uns vorgesehen hat und dass wir ihnen nicht ausweichen können, ganz gleich, was wir auch tun. So war es mit mir und Arne Theisen.

Einige Tage später, an einem ungewöhnlich heißen Julimorgen, machte ich mich mit dem Rad auf den Weg zum Waldsee. Der frühe Morgen war die einzige Tageszeit, zu der ich den See, der eigentlich mehr ein Weiher war, für mich hatte und ein paar Runden in Ruhe schwimmen konnte.

Es war noch nicht einmal sieben Uhr, als ich über den Kiesweg radelte und das Ufer mit dem dichten Schilfgürtel erreichte. Teichrohrsänger flöteten leise irgendwo in den Binsen und eine türkisfarbene Libelle düste im Zickzackflug vor mir her.

Die Morgensonne lag mit sanftem Schimmer auf der Wasseroberfläche, in der sich die Tannen und der Himmel schwarz und golden spiegelten. Sofort umkreisten mich die ersten Mücken mit raubgierigem Sirren.

Noch während ich aus meiner Jeans schlüpfte, hörte ich gedämpftes Hufgetrappel aus der Ferne. Obwohl ich meinen Bikini bereits anhatte, zog ich die Jeans wieder hoch. Keiner sollte meine erbärmlich dünnen Oberschenkel sehen, die spitzen Knie und die schaufelartigen Hüftknochen.

Schon tauchte ein sahnefarbener Pferdekopf mit silbriger Mähne zwischen den Tannen auf. Dann sah ich den Oberkörper des Reiters. Es war der Junge aus Eulenbrook. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich beobachtete, wie er das Pferd zügelte und aus dem Sattel glitt. Jetzt kam auch sein Hund angerast, mit fliegenden Schlappohren und hängender Zunge.

Der Junge führte das Pferd über den schmalen Pfad zwischen den Schilfhalmen. Der Schimmel ging langsam ins seichte Wasser, senkte die Nase und trank. Ich sah mich nach meinem Fahrrad um, das an einem Baum lehnte. Wenn ich leise war, konnte ich vielleicht unbemerkt verschwinden.

Eine Bewegung oder ein leises Knirschen meiner Sandalen auf den Steinen verriet mich. Plötzlich bellte Bonnie, der Labrador-Mischling. Das Pferd hob den Kopf. Wasser tropfte von seinen Lippen und Nüstern.

Auch der Junge sah auf. Über die Schilfhalme hinweg trafen sich unsere Blicke.

Trotzig dachte ich: Wieso soll ich eigentlich schon wieder abhauen? Ich habe das gleiche Recht wie er, hier zu sein! Der See gehört ihm nicht …

Vielleicht erkannte er mich nicht sofort. Er wandte sich ab und redete leise mit dem Hund. Dann watete er durchs seichte Wasser zu seinem Pferd und streichelte ihm den Hals.

Ich war schon beim Rad und wollte es zu einer Uferstelle auf der anderen Seite des Sees schieben, aber als ich die Hände auf die Lenkstange legte, hörte ich hinter mir ein Hecheln.

Bonnie kam auf mich zugelaufen. Der Junge folgte ihr.

Er war barfuß und trug ausgefranste Jeansshorts.

»Warum läufst du vor mir weg?«, fragte er.

Ich spürte, dass ich rot wurde. »Vielleicht möchte ich meine Ruhe haben.«

Jetzt stand er vor mir. Bonnie beschnupperte mich und drückte die Stirn gegen meine Knie. Unwillkürlich ließ ich die Hand sinken und berührte ihre Ohren. Sie waren weich wie Samt. Im Hintergrund prustete das Pferd.

»Ich will dich nicht stören, aber warte einen Augenblick. Ich hab etwas gefunden, einen Ohrring. Er hing in den Brombeerranken. Gehört er dir?«

Ich starrte ihn an. Er hatte sandfarbene, fast weiße Augenbrauen und auf seinem Nasenrücken schälte sich die Haut. Auf seinem Kinn war eine winzige halbmondförmige Narbe. Seine gebräunten Arme waren mit silbrigem Flaum bedeckt.

»Ja!«, sagte ich atemlos. »Das ist meiner! Was hast du mit ihm gemacht?«

Eine Falte erschien zwischen seinen Brauen. »Ich hab ihn weder weggeworfen noch verkauft, auch wenn du mir das offenbar zutraust. Er liegt bei meinen Sachen im Wohnwagen. Du kannst ihn dir holen.«

Ich schüttelte den Kopf. Bonnie stupste meine Hand mit der Nase an, bis ich sie streichelte. »Warum nicht?«, fragte er. »Du warst doch sicher nicht zum ersten Mal in Eulenbrook.«

Wenigstens sagte er nicht: auf unserem Grundstück. Das war ein Pluspunkt für ihn.

»Ich möchte nicht.«

»Aha. Soll ich dir den Ohrring bringen? Ich weiß allerdings nicht, wie du heißt und wo du wohnst.«

Ich murmelte: »Das brauchst du nicht. Wir können uns treffen.«

Kaum war es heraus, kamen mir schon Zweifel, ob er mich vielleicht falsch verstehen würde und dachte, ich wollte ihn anmachen. Doch er nickte und erwiderte nur: »Okay. Wann und wo?«

Ich überlegte. »Morgen um diese Zeit an der gleichen Stelle?«

»Gut. Ich hab den See erst gestern entdeckt. Bist du jeden Morgen hier?«

»Nur ab und zu....

Erscheint lt. Verlag 20.2.2018
Verlagsort Copenhagen
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Bilderbücher Erzählerische Bilderbücher
Kinder- / Jugendbuch Vorlesebücher / Märchen
Schlagworte Pferde • Pferdebuch • Pferdesommer • Ponyhof • Ponys
ISBN-10 87-11-89705-8 / 8711897058
ISBN-13 978-87-11-89705-8 / 9788711897058
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