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Lilo auf Löwenstein – Nichts für Feiglinge (eBook)

Band 3

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
224 Seiten
Baumhaus (Verlag)
978-3-7325-5743-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Lilo auf Löwenstein – Nichts für Feiglinge - Mara Andeck
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Band 3 der Reihe Lilo auf Löwenstein. Die Kinder von Löwenstein sind Freunde geworden und haben eine Bande gegründet. Als Löwen von Löwenstein meistern sie eine ziemlich gruselige Aufnahmeprüfung, sprechen gemeinsam den Bandenschwur und bereiten alles vor für eine Zeltnacht im Wald. Doch dort überrascht sie ein heftiges Gewitter. Nur mit Glück schaffen sie es zurück ins sichere Schloss.
Am nächsten Morgen der Schreck: Das Schlossdach wurde beschädigt - und die Reparatur ist ungeheuer teuer. Doch was ist, wenn der Graf das nötige Geld nicht auftreibt? Muss er das Schloss dann verkaufen? Womöglich sogar an den merkwürdigen Dachdecker, der auf dem Gelände herumschleicht und sich sehr verdächtig benimmt.
Ein Plan muss her! Kann der Schatz auf dem Dachboden die Lösung all ihrer Probleme sein? Die Kinder setzen alles daran, endlich die Tür zum Geheimzimmer zu öffnen. Denn eins ist klar: Löwenstein muss gerettet werden!

Kapitel 1


A wie Anfang

Der Schlüssel knackte. Dann brach er ab. Was richtig blöd war, denn jetzt war er futsch. Die eine Hälfte hatte ich in der Hand, die andere steckte im Schloss, und leider ließ sie sich nicht herausziehen, egal, wie sehr ich es versuchte.

Wer den Schaden hat, braucht eigentlich nicht auch noch so was wie Ben. Das ist dann echt ein bisschen viel Pech. Aber ausgerechnet in diesem Moment stand Ben direkt neben mir, und jetzt legte er los. »Hä?«, fragte er und starrte erst mich, dann das Schlüsselloch an. »Hast du gerade den Schlüssel abgebrochen?« Dann sagte er, schon etwas lauter: »Du hast doch jetzt nicht den Schlüssel abgebrochen, oder?« Und zuletzt brüllte er: »Lilo, ich fass es nicht, du hast wirklich und wahrhaftig den Schlüssel …?«

»JA, VERDAMMT!«, brüllte ich zurück. »Ich. Hab. Den. Schlüssel. Abgebrochen.« Ich drehte mich um und starrte die anderen wütend an, die hinter mir standen. David. Helli. Anni. Golo. Ben. »Noch irgendwer hier, der das nicht kapiert hat?«

David hob beschwichtigend die Hände. »Gaaaanz ruhig!«, sagte er. »Wir regen uns jetzt alle wieder ab, okay?«

Ben und ich atmeten tief durch. Aber ich wandte lieber schnell den Blick von meinem Bruder ab. Mir war nämlich klar: eine falsche Bewegung, und ich würde ihn anfallen und zerfleischen. Und Ben ging es vermutlich genauso. Wir waren alle ein klitzekleines bisschen gereizt an diesem Tag.

Aber das war auch kein Wunder. Auf dem Dachboden war es heiß. Stickig. Und staubig war es auch. Wir probierten seit Stunden alle Schlüssel aus, die wir im ganzen Schloss gefunden hatten, aber keiner passte zu der Geheimtür. Alle waren zu groß oder zu klein, zu dick oder zu dünn. Unsere Haut juckte, unsere Augen tränten, und wir waren total verschwitzt.

David wählte seine nächsten Worte ganz vorsichtig. »Du, Lilo, bevor der Schlüssel abge…«

»Was?«, knurrte ich.

»Bevor es … geknackt hat«, sagte David noch vorsichtiger. »Hattest du da das Gefühl, dass er der richtige war? Also, dass er passte?«

»Nein!«, fauchte ich. »Der war vorne viel zu lang, und insgesamt war er viel zu dünn. Ich musste ihn schräg in das Schlüsselloch einfädeln, sonst wäre er nicht mal reingegangen.«

Ben raufte sich aus lauter Verzweiflung mit beiden Händen die Haare. »Oh Mann!«, schimpfte er. »Und da dachtest du, na, wo er schon nicht reinpasst, warum dreh ich ihn nicht einfach so lange mit Gewalt rum, bis er abbricht, oder was? Wie doof kann man eigentlich sein?«

Eigentlich wäre jetzt die Sache mit dem Anfallen und Zerfleischen dran gewesen. Aber ich konnte nicht. Ich war plötzlich ganz kraftlos und schlapp. Stattdessen ließ ich mich auf ein paar alte Klamotten fallen, die am Boden lagen, und seufzte abgrundtief. »Ich hab nur so fest gedreht, weil das der letzte Schlüssel war, den wir hatten«, sagte ich. »Und weil ich dachte, vielleicht funktioniert er ja doch. Gerade weil er so lang und dünn war, hätte das doch sein können. Ich hab darin einfach unsere letzte Chance gesehen.«

Mutlos starrte ich das Schlüsselloch in der Rückwand des Schrankes an. Das jetzt verstopft war.

David nieste. Kein Wunder, bei dem ganzen Staub. Nachdenklich rieb er sich die Nase. »Ist ja nicht schlimm«, sagte er. »War bestimmt kein wichtiger Schlüssel. Wir müssen das Ding da nur irgendwie wieder rauskriegen.«

»Aber wie?«, fragte Golo.

»Mit Hellis Krallen«, sagte Anni.

Helli fauchte wie eine Katze, aber dann drängelte sie sich doch an mir vorbei und versuchte, den Schlüssel mit ihren langen lila Fingernägeln herauszuknibbeln. Leider hatte sie keinen Erfolg.

»Dann mit einem Draht!«, überlegte Anni laut und schob ihre Brille höher, die bei der Hitze dauernd nach unten rutschte. »Wir formen ihn zu einer Art Häkelnadel, fummeln den Haken irgendwie drunter und hebeln das Ding raus.«

Ich nickte erleichtert. Das klang eigentlich ganz einfach.

War es aber nicht. Wir brauchten ewig, bis wir einen Draht gefunden hatten, der dünn genug war. Und dann dauerte es noch mal genauso lange, bis ich den kaputten Schlüssel damit heraushebeln konnte. Doch irgendwann fiel das abgebrochene Ende klirrend auf den Schrankboden, und ich atmete erleichtert auf. »Ich probier mal, ob ich mit dem Draht auch gleich das Türschloss aufkriege«, sagte ich, meine Stimme klang ganz dumpf, weil ich in dem muffigen Schrank hockte. »In Filmen klappt das manchmal.«

Von den anderen kam nur ein Brummen. Trotzdem kratzte ich mit dem Draht in dem Schlüsselloch herum und versuchte, darin irgendetwas zu ertasten, was ich aufhebeln konnte.

»Gib lieber auf«, hörte ich irgendwann Bens Stimme. »Bevor du noch mehr kaputtmachst. Es funktioniert ja doch nicht.« Das reichte. Ich feuerte den Draht auf den Boden und kletterte so schnell es ging aus dem Schrank. Mit einer wütenden Handbewegung wischte ich mir den Schweiß von der Stirn. Ich rechnete fest damit, dass Ben noch was Fieses sagen würde, er holte schon Luft.

Aber ich wollte jetzt nichts hören. »Ja, ich weiß«, sagte ich deswegen. »Ich war’s. Ich hab den Schlüssel abgebrochen. Aber krieg dich endlich wieder ein, jetzt ist er ja draußen. Und es war sowieso nur ein alter von uns, aus Mamas Schlüsseldose. Den brauchte keiner mehr.«

»Ich wollte was ganz anderes sagen.« Ben grinste mich schief an. »Und zwar: Tut mir leid, Lilo. Also, ich meine, dass ich eben so unfreundlich war. So langsam macht mich diese Tür einfach fertig.«

Ich sah überrascht auf. Ben wirkte echt zerknirscht. Der meinte das wirklich so.

»Schon okay«, sagte ich und rempelte ihn freundschaftlich an. »Mir geht’s genauso. Allein der Gedanke, dass ein paar Zentimeter von uns entfernt vielleicht Gold und Edelsteine liegen und wir nicht drankommen, weil diese doofe Tür den Weg versperrt, macht mich sauer.« Ich gab dem Schrank einen Fußtritt. »Autsch!« Tja, jetzt hatte ich auch noch einen blauen Zeh. Aber offenbar hatte ich Ben damit auf eine Idee gebracht.

»Wir könnten die Tür eintreten«, meinte er. »Wie Polizisten im Fernsehen. Zack. Bumm. Wusch. Offen.«

»Warum eigentlich nicht«, sagte Anni langsam. »Klingt doch nach einem Plan.«

Kurz war es so still, dass wir über uns auf dem Dach die Tauben gurren hörten.

»Macht allerdings Lärm«, gab David zu bedenken.

Auch Golo war von dieser Idee nicht gerade begeistert. »Hmmm«, brummte er. »Guckt mal, da oben.« Er zeigte auf die Umrandung des Schrankes. »Da ist diese Zahl eingeschnitzt. 1901. Der Schrank ist also mehr als hundert Jahre alt. Und er hat eine Geheimtür. Irgendwie hab ich den Verdacht, dass der selbst wertvoll sein könnte.«

Ben nickte zögernd. »So was gibt es in alten Schlössern bestimmt nicht oft.« Er dachte kurz nach. »Vielleicht sollten wir ihn doch lieber nicht kaputtmachen. Außerdem könnte was Zerbrechliches hinter der Tür stehen, und wenn wir sie auftreten, fällt es um.«

»Hast recht.« Anni seufzte. »Und wir könnten die Tür dann auch nicht mehr abschließen. Aber das müssen wir ja vielleicht. Denn wenn da wirklich was Wertvolles drin ist, sollten wir es vor dem Grafen verstecken können.«

Auch wahr. Sonst war der plötzlich reich. Dann würde er uns alle rausschmeißen, weil er das Geld aus der Miete nicht mehr brauchte. Bestimmt war er froh, wenn er uns loswerden konnte. Er mochte uns ja sowieso nicht. »Aber was machen wir dann?«, fragte ich.

Helli hatte lange gar nichts gesagt. Jetzt warf sie ihre langen schwarzen Haare schwungvoll nach hinten. »Pause!«, schlug sie vor und fächerte sich mit einem alten Hut Luft zu. »Mir wird es hier oben echt zu heiß. Wir könnten zur Abwechslung mal wieder in den Fluss hüpfen, find ich. Hier kommen wir sowieso nicht weiter.«

»Jaaa«, sagte Ben. »Ich bin schon verdorrt wie eine Mumie. Bald zerfalle ich zu Staub.«

Eigentlich keine schlechte Idee. »Okay«, stimmte ich zu. »Dann lasst uns die Sachen mal wieder einräumen.« Ich bückte mich nach einem der Schrankbretter.

Doch Ben zog sein Handy aus der Tasche und tippte etwas ein. »Fangt schon mal an«, sagte er. »Ich guck vorher kurz im Internet, ob ich da Tipps finde. Schloss. Schrank. 1901. Geheimtür. Öffnen. Vielleicht gibt es solche Schränke ja doch öfter. Dann finden wir bestimmt Hinweise, wie man die aufkriegt.«

Ich verdrehte die Augen. Typisch Ben. Der war doch nur zu faul zum Helfen. Außerdem wollte er mal wieder mit seinem Handy angeben. Aber ich hatte keine Lust auf einen neuen Streit, deswegen sagte ich nichts. Seufzend schob ich das Brett zurück in den Schrank.

»So, hier«, sagte Ben. »Da steht was. Geheimtür. Wikipedia.« Er überflog ein paar Zeilen. »Also: Eine Geheimtür ist ein verborgener und nicht sofort als Tür erkennbarer Wanddurchgang, der nur einem kleinen Kreis eingeweihter Personen bekannt ist.«

Anni zuckte mit den Schultern. »Ganz was Neues!« Sie nahm ein weiteres Brett und wuchtete es in den Schrank. Helli, David und Golo taten dasselbe.

Nur Ben nicht, der las weiter vor. »Schon lange bevor es Tresore gab, waren Geheimtüren eine Möglichkeit, Wertvolles zu schützen und vor unberechtigtem Zugriff zu verbergen.«

»Nicht zu fassen!«, sagte ich spöttisch. »Da kann ich ja echt noch was lernen.«

Ben ließ sich...

Erscheint lt. Verlag 23.2.2018
Reihe/Serie Lilo auf Löwenstein
Lilo auf Löwenstein
Lilo auf Löwenstein
Illustrationen Eleni Livanios
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel Lilo auf Löwenstein
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Kinderbücher bis 11 Jahre
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Abenteuer • Abenteuerbuch für Mädchen • alte Freunde • Astrid Lindgren • Bande • Basteln • blaue Augen • Brille • Bücher ab 8 Jahre • Bücher für Mädchen • Buchgeschenk für Mädchen • Buch schreiben • Bullerbü • Der zauberhafte Wunschbuchladen • Deutschland • Die Händlerin der Worte • Einschlafen • Einschulung • Erstleser • Fantasy • Ferien • Ferienspaß • Freche Mädchen • Freunde • Freundinnen • Freundschaft • Geburtstag • Geheimnis • Geschenk • Geschenke • Geschenkidee • Geschenkideen • Geschichte • Geschwister • Greg • Jugendbuch • Jugendbücher • Kids • Kinder • Kinderband • Kinderbuch • Kinderbücher • Kinderbuchheldin • Kinderbuch mit weiblicher Heldin • Kinderbuchreihe für Mächen • Kinderbuchreihe für Mädchen • Kinder / Eltern • Kindergeburtstag • Konfirmation • Leseanfänger • Lilo auf Löwenstein • Mädchenreihe • Malen • Mara Andeck • Nina Weger Club der Heldinnen • Penelop und der funkenrote Zauber • Pippi Langstrumpf • Quatschgeschichten • Schatz • Schatzsuche • Schloss • SchuleKindergarten • Schwarze Katze • selber Lesen • Sommerferien • Treppenhaus • Umzug • Vorlesebuch • Vorlesegeschichte • Vorlesen • Wenn das Leben dich nervt streu Glitzer drauf • Wohnung • Zelten
ISBN-10 3-7325-5743-X / 373255743X
ISBN-13 978-3-7325-5743-1 / 9783732557431
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