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Tell me three things (eBook)

Wenn das Glück in deinem Postfach liegt ...

(Autor)

eBook Download: EPUB
2016 | 1. Aufl. 2016
400 Seiten
Baumhaus (Verlag)
978-3-7325-3017-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Tell me three things - Julie Buxbaum
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Jessie hat es satt: Nicht macht sie richtig. So fühlt es sich zumindest in ihrer ersten Woche an der ultraschicken privaten Highschool in Los Angeles für sie an. Gerade als sie überlegt, alles hinzuschmeißen, bekommt sie eine E-Mail von jemandem, der sich selbst 'Somebody Nobody' nennt und seine Hilfe im Highschoolwahn anbietet. Ist das ein fieser Trick? Oder kann sie den Tipps des mysteriösen Unbekannten doch trauen? Und wer verbirgt sich hinter dem Namen? Ein Liebesgeschichte, die einen bis zur letzten Seite fesselt.

Julie Buxbaum, geb. 1977 in Rockland County, New York, studierte u.a. an der Harvard Law School und arbeitete zwei Jahre als Anwältin in einer großen New Yorker Kanzlei, bevor es sie in die Sonne nach Los Angeles zog. Dort hing sie die Juristerei an den Nagel und fing an zu schreiben. Ihr Debütroman wurde in 25 Sprachen übersetzt. Absender: Glück ist ihr erstes Jugendbuch, zu dem sie eine anonyme E-Mail einst inspirierte. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einem unsterblichen Goldfisch in Los Angeles.

Kapitel 2


Ich glaube, ich habe die einzige Sache der Welt gefunden, die man nicht googeln kann: Wer ist SN? Es ist inzwischen eine Woche her, seit ich die mysteriösen E-Mails erhalten habe, und noch immer habe ich keine Ahnung. Das Problem ist, ich hasse es, keine Ahnung zu haben. Ich weiß lieber Bescheid. Am besten vorher, mit genügend Zeit, um mich darauf einzustellen.

Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als Sherlock Holmes zu spielen.

Beginnen wir mit Tag eins, jenem ersten Tag an der neuen Schule, der einfach nur beschissen war, wenn auch wahrscheinlich nicht beschissener als jeder andere Tag, seit meine Mom gestorben ist. Denn die Wahrheit ist, dass meine Mom an jedem Tag seit ihrem Tod tot bleibt. Aus und vorbei. Jeder Tag war und ist beschissen. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, egal, wie viele eilig geschriebene Trauerkarten aus dem Supermarkt dir das vorgaukeln. Doch an jenem ersten Tag in der Schule muss es einen Moment gegeben haben, in dem ich offenbar genug mitleiderregende Hilf-mir-Signale ausgesendet habe, dass SN mich bemerkt hat. Einen Moment, in dem man mir ansah, wie beschissen mein Leben ist.

Wann genau das gewesen sein könnte, ist nicht so einfach herauszufinden, da der Tag von vorne bis hinten peinlich war und die Auswahl an Momenten somit ziemlich groß ist. Es fing schon damit an, dass ich zu spät kam, was Theos Schuld war. Theo ist mein neuer Stiefbruder – der Sohn der neuen Frau meines Dads, der, juhu, ebenfalls in meiner Stufe ist und dem ganzen Patchworkfamiliending mit der Einstellung begegnet, so zu tun, als gäbe es mich nicht. Aus irgendeinem Grund war ich so blöd davon auszugehen, dass wir, weil wir im selben Haus leben und in dieselbe Schule gehen, zusammen fahren würden. Dem war nicht so, wie sich herausstellen sollte. Theos GO-GREEN-T-Shirt war nur Show, und natürlich muss er sich seinen hübschen Kopf nicht über so profane Dinge wie Benzingeld zerbrechen. Seine Mutter leitet irgendeine große Filmmarketingfirma, und ihr Haus (auch wenn ich jetzt ebenfalls hier wohne, ist es auf keinen Fall mein Haus) hat eine eigene Bibliothek. Allerdings besteht sie aus Filmen anstelle von Büchern, schließlich sind wir in Los Angeles. Letztendlich bin ich dann mit meinem eigenen Auto zur Schule gefahren und in dem irren Verkehr stecken geblieben.

Als ich schließlich durch das imposante Tor der Wood-Valley-Highschool gefahren war, mein Auto auf dem riesigen Parkplatz zwischen all den Luxuskarossen abgestellt hatte und den Weg zum Schulgebäude hinaufgestiefelt war, verwies mich die Sekretärin an eine Gruppe Schüler, die im Kreis auf einer Wiese saß. Zwischen ihnen lagen einige Gitarrenkästen, als befänden wir uns auf einem Kirchenlager, so voll Kumbaya, my Lord. In L. A. ist so etwas anscheinend möglich: Unterricht im September draußen auf einem unglaublich grünen Rasen, an blühende Bäume gelehnt. Ich fühlte mich bereits unwohl und schwitzte in meiner dunklen Jeans, während ich versuchte, sowohl meine Nervosität als auch die noch vom Verkehr herrührende Aggressivität abzuschütteln. Als hätte es eine entsprechende Info zum ersten Schultag gegeben, trugen alle Mädchen leichte, helle Sommerkleider mit schmalen Trägern, die ihre ebenfalls schmalen Schultern wunderschön zur Geltung brachten.

Bislang ist das der auffälligste Unterschied zwischen L. A. und Chicago: Hier sind alle Mädchen dünn und laufen halb nackt herum.

Der Unterricht war bereits in vollem Gang, und ich wusste nicht, wie ich in den Kreis hineinkommen sollte. Offenbar erzählte im Uhrzeigersinn einer nach dem anderen, wie er die Sommerferien verbracht hatte. Ich ließ mich schließlich hinter zwei groß gewachsenen Typen nieder, in der Hoffnung, dass sie bereits dran gewesen waren und ich nicht bemerkt würde.

Natürlich ging die Rechnung nicht auf.

»Hallo, alle zusammen. Caleb«, begann der Typ vor mir so selbstverständlich, als könne er davon ausgehen, dass ohnehin jeder wusste, wer er war. Ich mochte seine Stimme: Sie klang fest, und man hörte ihr an, dass sich ihr Besitzer so wohl in seiner Haut fühlte wie ich mich unwohl.

»Ich war in Tansania, und es war voll cool. Zuerst habe ich mit meiner Familie den Kilimandscharo bestiegen. Meine Oberschenkel habe ich noch Wochen später gespürt. Danach habe ich mit anderen zusammen geholfen, eine Schule in einem abgelegenen Dorf zu bauen. Ein bisschen Engagement kann ja nicht schaden. Insgesamt war es ein super Sommer, aber jetzt bin ich auch froh, wieder hier zu sein. Ich habe das mexikanische Essen echt vermisst.« Als er fertig war, begann ich zu klatschen – er war auf den Kilimandscharo geklettert und hatte eine Schule gebaut –, hörte aber sofort wieder auf, als ich merkte, dass ich die Einzige war. Caleb trug ein schlichtes, graues T-Shirt und Designerjeans. Er sah gut aus, aber nicht einschüchternd gut, gerade normal genug, um jemand zu sein, bei dem ich mir möglicherweise vorstellen könnte, ihn eines Tages, vielleicht, okay, vielleicht auch nicht, zu daten. Nicht wirklich realistisch, nein, sicher nicht, dafür war er viel zu cool, aber es erschien mir nicht allzu vermessen, es mir wenigstens einen Moment lang auszumalen.

Als Nächstes war der Typ mit dem verwuschelten Haar direkt vor mir dran – der sah echt süß aus und konnte es mit seinem Kumpel auf jeden Fall aufnehmen.

Hmm. Vielleicht würde ich mich selbst überraschen, und es gefiele mir hier am Ende doch noch. Wenn nicht im realen Leben, dann zumindest in meiner Fantasie.

»Ich bin Liam, wie ihr wisst. Im ersten Monat habe ich ein Praktikum bei Google gemacht, draußen in South Bay, was mega war. Allein für die Cafeteria lohnt es sich. Und dann bin ich fast den ganzen August als Backpacker in Indien unterwegs gewesen.« Auch seine Stimme gefiel mir. So melodisch.

»Als Backpacker, von wegen«, rief Caleb – der Typ mit dem grauen T-Shirt und dem Kilimandscharo – und der Rest der Gruppe, der Lehrer eingeschlossen, lachte. Ich nicht, denn wie immer war ich einen Moment zu spät dran, da ich mich noch darüber wunderte, wie man als Schüler an ein Praktikum bei Google kam, und mir bewusst wurde, dass ich niemals an einem College angenommen werden würde, wenn ich mit solchen Leuten konkurrieren musste. Und ich geb’s zu, die beiden Jungs beschäftigten mich, ich fragte mich, was sie wohl für Typen waren. Caleb, jetzt mal unabhängig von der Kilimandscharo-Besteigung, wirkte im Vergleich fast ein bisschen brav und spießig, während Liam eher der Hipster war. Ein interessantes Yin und Yang.

»Ja, schon gut, nicht als Backpacker. Meine Eltern hätten mich nicht fahren lassen, wenn ich ihnen nicht versprochen hätte, in vernünftigen Hotels zu übernachten, ihr wisst schon, wegen der Krankheiten, Delhi-Bauch und so. Aber ich habe trotzdem das Gefühl, einen echt guten Eindruck von der Kultur bekommen zu haben. Das kommt sicher gut in meiner Bewerbung fürs College, und das war ja schließlich Sinn und Zweck des Ganzen«, erklärte Liam, und inzwischen wusste natürlich auch ich, dass man jetzt nicht klatschte.

»Und du? Wer bist du?«, fragte der Lehrer, bei dem es sich, wie sich später herausstellte, um Mr Shackleman handelte, den Sportlehrer, vor dem SN mich gewarnt hatte, weil er den Mädchen auf den Hintern starrte. »Dich kenne ich nicht vom letzten Jahr.« Ich hatte keine Ahnung, warum er dabei mit dem Finger auf mich zeigen musste, sodass die ganze Klasse zu mir sah, aber es war egal, versuchte ich mich zu beruhigen. Das war eine Aufgabe für Erstklässler: Was habe ich in den Sommerferien gemacht? Es gab keinen Grund für zitternde Hände und einen rasenden Puls; keinen Grund mich zu fühlen, als wäre ich kurz vor dem Infarkt. Ich kannte die Anzeichen. Wie im Film. Alle Augen waren auf mich gerichtet, auch Calebs und Liams, die mich beide amüsiert und misstrauisch zugleich ansahen. Vielleicht war es auch Neugier. Schwer zu sagen.

»Ähm, hi, ich bin Jessie. Ich bin neu hier. Ich habe in den Ferien eigentlich nichts Spannendes gemacht. Na ja, ich … ich bin aus Chicago hergezogen, und vorher habe ich gearbeitet, ähm ja, bei Smoothie King in der Fußgängerzone.« Niemand war so unhöflich, laut loszulachen, doch dieses Mal waren die Blicke leicht zu lesen. Unverhohlenes Mitleid. Sie hatten Schulen gebaut, waren in weit entfernte Regionen gereist und hatten Praktika in milliardenschweren Unternehmen gemacht.

Ich hingegen hatte zwei Monate damit verbracht, Sirup mit Milchprodukten zu mixen.

Später fiel mir ein, dass es geschickter gewesen wäre zu lügen und zu behaupten, ich hätte gelähmten Waisen in Madagaskar geholfen. Niemand hätte auch nur mit der Wimper gezuckt.

Oder geklatscht.

»Moment, du stehst gar nicht auf meiner Liste«, stellte Mr Shackleman fest. »Bist du überhaupt im Abschlussjahrgang?«

»Ähm, nein«, antwortete ich und merkte, wie ein dicker Schweißtropfen seitlich an meinem Gesicht hinunterlief. Kurz abwägen: Würde Abwischen mehr oder weniger darauf aufmerksam machen, dass meine Poren gerade eine riesige Menge Flüssigkeit abgaben? Ich entschied mich dafür.

»Dann bist du hier falsch. Das hier ist der Abschlussjahrgang«, teilte er mir mit. »Oder sehe ich etwa aus wie Mrs Murray?« Lautes Gelächter brach aus, obwohl der Witz höchstens ansatzweise komisch war, und dann wandten sich mir abermals fünfundzwanzig Gesichter zu und sahen mich prüfend an, als würden sie Maß nehmen. »Dein Jahrgang ist drinnen.«

Mr Shackleman deutete auf das...

Erscheint lt. Verlag 12.8.2016
Übersetzer Anja Malich
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel Tell Me Three Things
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • ab 12 • Abenteuer • Adoleszenzroman • All Age • All Age Literatur • Bücher ab 11 Jahre • Bücher ab 12 Jahre • Bücher für Kinder ab 12 • Bücher für Mädchen • Bücher für Teenager • Cassandra Clare • Cornelia Funke • E-Mails • Fitzpatrick • Freundin • Freundschaft • für Jugendliche • Geschenke für Jugendliche • Geschenke für Kinder • Gregs Tagebuch • Handy • Huntley Fitzpatrick • Jodi Picoult • Jugenbuch • Jugendbuch • Jugendbuch ab 11 • Jugendbuch ab 12 • Jugendbücher • Jugenromane • Junge Belletristik • Liebe • Liebe / Beziehung • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Mein Sommer nebenan • New Adult • One • Picoult • Romane für Jugendliche • Smartphone • spannende Liebesgeschichte • Spannung • Starke Mädchen • Teenager • Teenie • Teenies • Teens • Teeny • Tintenwelt • tribute von panem • Twilight • unbekannte Liebe • USA • YA • Young Adult
ISBN-10 3-7325-3017-5 / 3732530175
ISBN-13 978-3-7325-3017-5 / 9783732530175
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