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Gesellschaft im Bad - Pius Kaufmann

Gesellschaft im Bad

Die Entwicklung der Badefahrten und der "Naturbäder" im Gebiet der Schweiz und im angrenzenden südwestdeutschen Raum (1300-1610)

(Autor)

Buch | Hardcover
458 Seiten
2009
Chronos (Verlag)
978-3-0340-0953-9 (ISBN)
CHF 57,95 inkl. MwSt
Im Spätmittelalter war die Kur in einem Heilbad eine wichtige Methode zur Behandlung von Krankheiten und zur Pflege der Gesundheit. Dies machte das Heilbad zu einem Treffpunkt aller Gesellschaftsschichten. Die damalige Zeit nimmt Verhaltensmuster der heutigen 'Wellness-Bewegung' vorweg.
Der wachsende Zulauf zu den Natur- und Heilbädern in der Zeit vom 14. bis 16. Jahrhundert ist bekannt. Zahlreiche Heilquellen im Gebiet der Schweiz wurden entdeckt und als Bäder erschlossen. Diesen Erschliessungsprozess untersuchte die bisherige Forschung vorwiegend auf der Ebene der Ereignis- und Sozialgeschichte. Die vorliegende Studie versucht den Erfolg der Bäder aus medizinischen, sozioökonomischen und herrschaftsbezogenen Faktoren zu erklären: Was war im Mittelalter an Wissen über die Gesundheitspflege im Bad vorhanden? Wer verbreitete das balneotherapeutische Wissen? Welche Erwartungen hatten die Menschen an die Heilbäder? Wie war das Konsum- und Kommunikationsverhalten der Badegäste? Wie viel Geld gaben die Badenden verschiedener sozialer Schichten für Badefahrten aus? Schliesslich interessieren die wirtschaftliche Bedeutung eines Bades und die Rolle der Territorialherrschaft bei der Erschliessung, Nutzung und Konfliktregelung im Zusammenhang mit dem Bad. Die Entwicklungen werden exemplarisch am Beispiel von Bad Pfäfers gezeigt und mit anderen Bädern verglichen.
Die vorliegende Untersuchung liegt auf der Schnittstelle der Medizin-, Sozial-, Kultur- und Territorialgeschichte. Die Auswertung von bis anhin unerschlossenem Quellenmaterial sowie veränderte methodische Ansätze und Fragestellungen geben neue Einblicke in ein Thema, das die Aufmerksamkeit der Menschen immer wieder von Neuem auf sich zieht.

TEIL I: GESUNDHEITSPFLEGE IM BAD: WISSEN UND PRAXIS

1. Einführung

2. Anfänge des Pfäferser Bades
Auffindung der Heilquelle von Pfäfers
Interesse der Gelehrten an den Thermen

3. Rolle der Ärzte bei der Nutzung der Badetherapien im Allgemeinen und bei der Erschliessung der Pfäferser Therme im Besonderen
Motive für eine Badetherapie aus Patientensicht
Wasserbäder zu medizinischen Zwecken – ein historischer Überblick
Praxis der künstlich hergestellten Wasserbäder im 16. Jahrhundert
Ärztliche Consilia zum Besuch der Pfäferser Therme

4. Verbreitung des balneotherapeutischen Wissens zum Pfäferser Bad
Rezeption der Monografie Hemmerlis zu Pfäfers
Rezeption der Monografie des Paracelsus zu Pfäfers

5. Wunderglaube und Heilkulte

6. Zusammenfassung

TEIL II. RAHMENSTRUKTUREN UND MÖGLICHKEITEN FÜR BADEFAHRTEN

1. Einführung

2. Kanoniker an Domkapiteln und an weltlichen Kollegiatstiften
Badeurlaub in den Statuten: Entwicklung der normativen Strukturen
Probleme bei der Umsetzung der Bäderstatute im Alltag

3. Klosterangehörige

4. Herrschaftsträger
Bäder im diplomatischen Kontext
Badegeschenke und Netzwerke

5. Arme Leute
Stellenwert der Badefahrten im Fürsorgewesen
Probleme bei der Realisierung von Badefahrten

6. Zusammenfassung

TEIL III: DURCHFÜHRUNG DER BADEFAHRT, AUFENTHALT IM NATURBAD

1. Einführung

2. Aufbruch und Reise zum Naturbad
Badewünsche: ‹feliciter laves›
Unterwegs zum Bad

3. Aufenthalt im Naturbad
Unterkunft
Verpflegung
Badegesellschaften
Heilquelle als Quelle des Heils: Gottesdienst im Naturbad
Konsum im Bad, Kosten der Badefahrten

4. Rückkehr aus dem Bad
Betrachtungen zum Bad im Rückblick
‹Personen von Stand lassen ihre Wappen zurück›: Memorisierung des Badeaufenthaltes
Rückkehr unter schwierigen und erfreulichen Vorzeichen

5. Zusammenfassung

TEIL IV: NATURBAD ALS WIRTSCHAFTLICHER UND HERRSCHAFTSBEZOGENER FAKTOR IM TERRITORIALSTAAT

1. Einführung

2. Zugriff der Territorialherrschaft auf die Heilquellen
Rechtliche Grundlagen
Untersuchung und Bewertung einer Heilquelle durch die Territorialherrschaft
Stellenwert der Naturbäder als Wirtschaftsfaktor

3.Verwaltung der Bäder durch die Territorialherrschaft
Einbindung lokaler Akteure durch Ressourcenübertragung
Badeordnungen und Rechtsprechung im Bad
Mandate bei Seuchen

4. Konflikte bei der Durchsetzung territorialer Staatlichkeit in den Naturbädern
Gegensätzliche Standpunkte bei der Erhebung des Badegeldes in Pfäfers
Streit um Qualität und Preise des Weines im Bad
Bruch des Land- und Religionsfriedens im Bad

5. Zusammenfassung

SCHLUSSFOLGERUNGEN: GESELLSCHAFT IM BAD (1300–1610)

Erscheint lt. Verlag 20.3.2009
Verlagsort Zürich
Sprache deutsch
Maße 155 x 225 mm
Einbandart gebunden
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Mittelalter
Schlagworte Hardcover, Softcover / Geschichte/Mittelalter • HC/Geschichte/Mittelalter • Heilbad • Medizin • Naturbad
ISBN-10 3-0340-0953-4 / 3034009534
ISBN-13 978-3-0340-0953-9 / 9783034009539
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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