Oldenbourg Geschichte Lehrbuch / Neueste Zeit
De Gruyter Oldenbourg (Verlag)
978-3-486-58830-9 (ISBN)
Oldenbourg Geschichte Lehrbuch – kurz OGL – ist ein neuartiger Wegbegleiter durch das Geschichtsstudium. Jeder einzelne Band behandelt eine der großen Epochen der Geschichte: Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Neueste Geschichte. Weitere Informationen, Leseproben und Autoreninterviews finden Sie unter www.geschichte-lehrbuch.de
Andreas Wirsching, geboren 1959, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte.
Schlagwörter: - Industrialisierung - Totaler Krieg - Massenvernichtung - Moderne - Diktatur - Konsumgesellschaft - Kalter Krieg - Atomzeitalter - Postmoderne - Oral History - Zeitgeschichte
"Die Anschaffung des Bandes kann nachdrücklich empfohlen werden. Das für Geschichtsstudenten bestimmte Lehrbuch verwirklicht ein Konzept, von dem der Geschichtsunterricht in der Oberstufe unmittelbar profitieren kann." Folkert Meyer in: Geschichte heute, 2. Jg. 2009 "Studenten, Lehrer und alle, die sich mit Zeitgeschichte befassen, werden an diesem Band nicht vorbeikommen." Schwäbische Zeitung, 15.4.2006 "Durch eine Fülle kurzer und guter Artikel bietet das Lehrbuch eine zeitgemäße Einführung in das Studium der Neuesten Geschichte." Christian Jostmann, Süddeutsche Zeitung, 11.12.2006 "Der Band ,Neueste Zeit' [...] qualifiziert sich durch sein vielseitiges Angebot an textlichen und bildlichen Elementen." Burkhart Lauterbach, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2007
Staaten, Nationen und Internationale Beziehungen als Bezugspunkte historischer Forschung (S. 177-179)
Große Politik und deutscher Nationalstaat. Seit ihren Anfängen beschäftigt sich die moderne Geschichtsschreibung in starkem Maß mit der Entwicklung staatlicher Politik. Die traditionelle Historiographie von Herrscherhäusern fand zwar auch im 19. Jahrhundert noch Beachtung, sofern sie sich damit verknüpfen ließ. Die einzelnen Staaten Europas, ihre Entstehung und Entwicklung, wurden nun jedoch zu den Hauptgegenständen historischer Forschung. Leopold von Ranke (1795– 1886), mit dessen Namen die Etablierung der Geschichtswissenschaft im deutschen Sprachraum verbunden ist wie mit keinem anderen, kleidete seine Staatsauffassung 1836 in die Form eines "Politischen Gesprächs": "Friedrich: Alle die Staaten, die in der Welt zählen und etwas bedeuten, sind erfüllt von besonderen, ihnen eigenen Tendenzen. [...] Jeder selbständige Staat hat sein eigenes ursprüngliches Leben, das auch seine Stadien hat und zu Grunde gehen kann, wie alles, was lebt, aber zunächst seinen ganzen Umkreis erfüllt und beherrscht und mit keinem anderen gleich ist. Carl: In diesem Sinne verstehst du es, daß die Staaten Individuen seien. Friedrich: Individualitäten, eine der anderen analog, – aber wesentlich unabhängig von einander. Statt jener flüchtigen Konglomerate, die sich dir aus der Lehre vom Vertrag erheben wie Wolkengebilde, sehe ich geistige Wesenheiten, originale Schöpfungen des Menschengeistes, – man darf sagen, Gedanken Gottes." [Ranke, 95]
Neben den Staat trat zunehmend die Nation als entscheidender Bezugspunkt der Geschichtsschreibung. Die zwischenstaatliche Politik erschien dadurch in einem anderen Licht. Ranke würdigte die grundlegende Veränderung, die die Französische Revolution mit sich gebracht hatte, 1833 in seinem Aufsatz über die "Großen Mächte" Europas: "Wenn es das Ereignis der letzten hundert Jahre vor der französischen Revolution war, daß die großen Staaten sich erhoben um die Unabhängigkeit von Europa zu verfechten, so ist es das Ereignis der seitdem verflossenen Periode daß die Nationalitäten selbst sich verjüngt, erfrischt und neu entwickelt haben. Sie sind in den Staat mit dem Bewußtsein eingetreten, er würde ohne sie nicht bestehen können." [Ranke,63] In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blieb es einer Minderheit überlassen, Nationalbewusstsein und die bestehende Staatenordnung in Europa gegeneinander auszuspielen. Für Ranke war es noch selbstverständlich, nicht eine einzelne Nationalgeschichte in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu rücken, sondern neben Deutschland auch West- und Südeuropa in die Themenpalette einzubeziehen. Den individuellen Entwicklungsgang jedes einzelnen Staates zu würdigen, war eng mit der positiven Bewertung des Selbstbehauptungswillens der Staaten als Garanten der Freiheit Europas verbunden. Staatenvielfalt und ein diese Vielfalt bewahrendes Mächtesystem besaßen nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft den Charakter einer Norm.
Die Auflösung der 1814/15 geschaffenen "Wiener Ordnung" [Doering-Manteuffel 1991, 10–13, 327–329] und die Hinwendung zur "Realpolitik" in den 1850er Jahren leitete in Deutschland die machtstaatliche Lösung der "Deutschen Frage" durch Preußen ein. Historiker leisteten seit der Revolution von 1848/49 wichtige Beiträge zur öffentlichen Debatte um einen deutschen Nationalstaat. Engagierte Befürworter einer kleindeutschen Lösung aus den Reihen der Geschichtswissenschaftler bemühten sich vor der Reichsgrü
| Erscheint lt. Verlag | 15.9.2008 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Oldenbourg Geschichte Lehrbuch |
| Zusatzinfo | 58 b/w ill., 4 Karten, 8 Graphiken |
| Verlagsort | Berlin/München/Boston |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 173 x 250 mm |
| Gewicht | 1058 g |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► 1918 bis 1945 |
| Schlagworte | 19. Jahrhundert • 20. Jahrhundert • Geschichte • Geschichtsstudium • Geschichtswissenschaft; Einführung • Geschichtswissenschaft; Handbuch/Lehrbuch • Geschichtswissenschaft / Historik; Einführung • Geschichtswissenschaft / Historik; Handbuch/Lehrbuch • Lehrbuch • Neuere Geschichte • Neueste Geschichte • OGL • Studienbuch • Zeitgeschichte • Zeitgeschichte allgemein |
| ISBN-10 | 3-486-58830-3 / 3486588303 |
| ISBN-13 | 978-3-486-58830-9 / 9783486588309 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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