Der innere Pilgerweg (eBook)
344 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-6957-3880-9 (ISBN)
Wer ich genau bin, ist unwichtig. Hier geht es nicht um den Mann hinter der Entdeckung, sondern um die Entdeckung hinter dem Mann.
Einleitung
Hör mir zu, hör mir bitte genau zu: Überlege Dir gut, ob du dieses Buch weiterliest. Du stehst jetzt vor zwei Wegen. Gehst du den Ersten, legst du das Buch wieder weg. Dann bleibt dein bisheriges Wissen unangetastet und nichts verändert sich in deinem Leben. Aber dafür behält auch dein Glück die gewohnte Tiefe.
Wählst du jedoch den zweiten Weg und liest weiter, wird vieles anders. Eine Menge deines Wissens wird auf den Kopf gestellt. Deine Wünsche und Gedanken unterziehen sich einer harten Prüfung. Nach dem Lesen wird deine Welt, mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht mehr die Gleiche sein wie vorher. Aber ich verspreche dir auch eins: Dafür entdeckst du etwas, das dir den Atem rauben wird.
Ein Geheimnis verrate ich dir jetzt schon: Im Buddhismus heißt es, die „Erleuchtung“ sei der Gipfel des Glücks. Aber was ich entdeckte: Nach der Erleuchtung geht es weiter. Sie hat eine Steigerung. Jedoch fand sie bisher keiner, weil die Menschen, die sie erlangten, nicht weitergingen.
Ich lernte, dass die Erleuchtung eine andere Aufgabe besitzt. Sie zu finden, ist nur der erste Schritt. Ihr eigentlicher Sinn liegt darin, dass wir in ihrem Lichtkegel etwas Unglaubliches erblicken sollen. Wenn die Erleuchtung ein Freudensprung ist, entspricht meine Entdeckung der Fähigkeit zu fliegen.
Dahin führte mich ein unentdeckter Pilgerweg. Das Überraschende: Ich fand ihn dort, wo ich ihn nie vermutet hätte. In einem Buch, was ich niemals lesen wollte: Im Koran.
Aber diesen Weg kennen nicht mal die Muslime. Dieser neue spirituelle Pfad öffnet sich jetzt auch nicht nur ihnen. Sondern uns allen; denen, die sich trauen, den Islam neu zu entdecken. Denn spirituelle Wege gibt es nicht nur in fernöstlichen Weisheiten, sondern auch dort, wo man sie nicht vermutet hätte.
Um diesen Weg zu finden, musste ich mich jedoch erst als würdig erweisen. Ich reiste um die Welt, denn die Weisheiten dafür lagen überall auf der Erde verstreut. Wie ein Puzzle setzte ich sie zusammen. Dafür löste ich mystische Rätsel und bestand schwierige Prüfungen. Meine Suche führte mich zu Bergklostern, die abgeschottet von der Außenweltlagen. Ich durfte uralte Bücher lesen, für die ich mich erst beweisen musste. Die Weisheiten darin waren an Schönheit nicht zu übertreffen. Ich sprach mit Menschen, deren Erleuchtung so hell schien, dass sich selbst wilde Tiere vor ihnen verbeugten. Diese Meister erzählten mir ihre Geheimnisse, die noch in keinem Buch standen; bis jetzt.
Und am Ende dieses Pilgerweges wartete etwas Episches auf mich. Es stellte das Licht der Erleuchtung in den Schatten.
Entscheide dich nun, ob du dieses Buch lesen möchtest.
Respekt, du liest also weiter? Dann lass uns loslegen.
Mein Name ist Arcanus und ich komme aus Deutschland. Der Rest ergibt sich später. Denn wer ich genau bin, ist unwichtig. Wichtiger ist, was ich fand. Hier geht es nicht um den Mann hinter der Entdeckung, sondern um die Entdeckung hinter dem Mann.
Wie alles begann
Mein Psychiater holte tief Luft, um das Unaussprechliche auszusprechen. Doch er konnte es nicht. Ich starrte ihn an und wagte nicht einmal zu atmen. Nach einigen Sekunden öffnete er wieder seinen Mund. Sagt er es jetzt? Doch er schloss ihn wieder und seufzte. Dann musste es aber raus: „Burnout!“
Als ich das hörte, rieben Eiswürfel auf meinem Rücken. Ich konnte für eine Sekunde nicht atmen – wieder mal. Mein Leidensweg der letzten Monate bekam endlich einen Namen: Burnout.
Und das mit nur 31 Jahren. Klar, mein Job als Architekt war anstrengend, besonders seit der Beförderung. Aber ich hatte doch ein tolles Privatleben als Ausgleich; oder doch nicht? Ich meine, ich machte viel Sport, kümmerte mich liebevoll um meine Katze Ismena und traf mich häufig mit Freunden. Sie luden mich zu jeder Party ein. Wegen meiner Lebensfreude stand ich dort oft sogar im Mittelpunkt. Ich war ständig umringt von Männern und Frauen, die mir begeistert zuhörten. Bei meinen Witzen lachten sie am lautesten und meine Gesellschaft war am begehrtesten. Wobei mir erst jetzt auffiel, dass die letzte Einladung schon lange her war.
Der Psychiater holte mich aus meinen Gedanken. „Ich kann Ihnen nur raten, nehmen Sie sich mehr Zeit für sich, gehen sie zur Kur, machen Sie Entspannungsübungen, treten sie kürzer. Ich schreibe Ihnen zusätzlich ein paar Medikamente auf.“
Ich streckte meine Hand aus und blickte durch ihn hindurch. Mir fiel nicht auf, dass ich meinen Arm nur einige Zentimeter nach vorn hielt. Er musste sich über den Schreibtisch lehnen, um mir das Rezept in die Hand zu legen. In Gedanken verloren stand ich auf und ging dann.
„Auf Wiedersehen und gute Besserung“, sagte der Psychiater zum Abschied.
Abwesend und verloren in mir selbst stammelte ich: „Ja, das wünsche ich Ihnen auch.“
Draußen zerknüllte ich das Rezept und schmiss es in den nächsten Mülleimer. Ich nehme auf keinen Fall Psychopharmaka. Und außerdem kann ich jetzt nicht zur Kur oder kürzertreten. Was soll aus meiner Arbeit werden und was werden die Kollegen wohl dazu sagen? Einige würden sich sicherlich freuen, wenn ich mental am Boden läge.
Aber so schlimm kann doch mein Zustand nicht sein, oder doch? Ich stieg ins Auto und fuhr nach Hause. Währenddessen dachte ich die ganze Zeit über das Wort „Burnout“ nach. Und jedes Mal saugte es mein Leben etwas mehr aus. An der Ampel hupte plötzlich mein Hintermann.
„Was, schon grün?“ Ich bekam nichts mit. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal Burnout bekomme.
Zuhause stampfte ich die Treppen hoch in meine Wohnung. Ich ging rein und meine Katze Ismena kam langsam auf mich zu. Sie war schon eine Diva. Bei ihrer Gangart wusste man sofort, warum Models auf einem „Catwalk“ gehen. Ich hob sie hoch und streichelte sie. Doch länger als drei Sekunden ließ sie das nie zu. Ismena verhandelte nicht über Streicheleinheiten. Sie sprang von meinem Arm runter und machte es sich wieder auf der Fensterbank gemütlich, ihrem Stammplatz.
Ich kochte mir einen Tee und setzte mich an meinen Schreibtisch, der vor dem Fenster stand. Der Ausblick auf die große Kastanie beruhigte mich schon oft. Ich liebe die Natur. Darum war auch die Platte meines Schreibtisches ein hochkant geschnittener Baumstamm. Ich genoss es, die raue Oberfläche zu berühren, wenn ich nachdachte oder mich unsicher fühlte. Doch das Highlight des Raumes war die rechte Wand. Sie bestand komplett aus Moos. Man hatte hier schnell den Eindruck, in einem Hotel auf Bali zu sein, woher auch die restlichen Möbel kamen.
Ich liebte mein Arbeitszimmer. Es war mein Rückzugsort. Aber nach der Diagnose erkannte ich erst jetzt, dass es eher meine Höhle war, in der ich mich vor der Welt verkroch.
Ich blickte hinaus. Von wegen Bali: Das deutsche, graue Herbstwetter spiegelte meine Gefühle. Die Autos fuhren den ganzen Tag schon mit Licht und die letzten Blätter der Kastanie wurden durch die nasse Straße geweht.
Ich fragte mich: Was wird jetzt aus mir? Wie konnte es zum Burnout kommen? „Burnout.“ Immer wieder sprach ich dieses Wort aus. Und jedes Mal bekam ich Gänsehaut. Ich machte mir einen neuen Tee, der Erste war mittlerweile kalt. Dann setzte ich mich wieder an den Schreibtisch.
In diesem Moment rief mich mein bester Freund Gabriel an. Ich erzählte ihm von der Diagnose. Komisch, er war nicht überrascht.
„Arcanus, was hast du erwartet? Seit du am 1. Januar zum Teamleiter befördert wurdest, haben wir dich kaum noch gesehen. Es hieß immer nur: ‚Sorry, muss arbeiten! Tut mir leid, habe noch was vorzubereiten! Keine Zeit!‘“
„Aber ich wollte aufsteigen, etwas aus mir machen, erfolgreicher werden.“
„Noch erfolgreicher?! Niemand in deinem Unternehmen hatte mit 31 diese Position. Du bist erfolgreich und hast mehr geschafft als wir alle. Wieso willst du mehr?“
„Weißt du, wie schwer es für mich war, so weit zu kommen? Für dich ist das einfach. Du heißt Gabriel, bist groß, blond und blauäugig. Ich habe einen Migrationshintergrund und obwohl ich in Deutschland geboren bin, sehen viele nur den Fremden in mir.“
„Aber du siehst doch gut aus.“
„Hier geht es nicht um gut, sondern darum, anders auszusehen. Schon in der Schule bekam ich allein deshalb schlechte Noten, weil meine Lehrerin nicht wahrhaben wollte, dass ein ‚Ausländer‘ einen besseren Deutschaufsatz schrieb als ein Thomas. Selbst Thomas aus meiner Klasse wunderte sich, dass sein Aufsatz besser benotet wurde. Auch wenn ich eine Wohnung suche, ist sie angeblich schon weg, nachdem ich meinen Namen sage, aber nächste Woche steht sie immer noch im Internet. Und wenn ich mich für einen Job bewarb, dachten viele, ich könnte kaum Deutsch. Diese Stiche sind nicht mal das Schlimmste, sondern dass ich nichts dagegen tun kann und mit dieser Stigmatisierung leben muss.
Dann stellte mich plötzlich meine jetzige Firma ein und gibt mir auch noch die Chance, Karriere zu machen. Kein Wunder, dass ich alles gebe.“
Ich fragte mich jetzt aber leise: Habe ich deshalb niemandem in meiner Firma von meinem Stress erzählt?...
| Erscheint lt. Verlag | 9.1.2026 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Islam |
| Schlagworte | inneren Frieden finden Ratgeber • innerer Pilgerweg Spiritualität • innere Ruhe entdecken Buch • Inner Journey innere Reise • Islam für Nichtmuslime • islamische Mystik modern • Koran spirituell lesen Jahreswechsel • Mystik im Alltag Islam • mystische Einsichten • neues Jahr seelische Klarheit • Neujahr Spiritualität entdecken • Religionsphilosophie Islam • Spiritual Awakening Spirituelles Erwachen • Verborgenes Wissen des Islam • Zeitlose Wahrheiten des Koran |
| ISBN-10 | 3-6957-3880-4 / 3695738804 |
| ISBN-13 | 978-3-6957-3880-9 / 9783695738809 |
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