Meistergeschichten II (eBook)
266 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-3917-0 (ISBN)
Atlan Anaris Koteij (Thomas Nathaniel Bock für Teil 1) ist spiritueller Heiler und Autor. Er arbeitet mit Heilfrequenzen, Symbolen und Wortcodes und begleitet Menschen dabei, ihre eigene innere Wahrheit zu erinnern. In den Meistergeschichten verbindet er persönliche Erinnerungen an frühere Inkarnationen mit klarer Sprache und stiller Tiefe - als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
En-Luar: Der Ruf des Hüters
Es begann nicht mit einer Geburt, wie du sie heute verstehst. Kein erster Atemzug, kein Schrei, kein Licht aus den Augen der Mutter. Es begann mit einem Klang.
Nicht ein Geräusch, sondern ein Bewusstseinston – wie der erste Tropfen, der aus dem reinen Quell einer Quelle fällt. Dieser Ton war klar, weit, vollkommen rund. Und ich war er.
Ich wurde nicht erschaffen. Ich trat ein.
Mein Bewusstsein formte sich nicht aus Entwicklung, sondern aus Erinnerung – oder besser gesagt: aus Anwesenheit. Ich war. Ich war dort, wo kein Raum war, keine Zeit, kein Vorher und kein Danach. Und doch war alles möglich.
Ich war En-Luar.
Nicht weil jemand mich so rief. Sondern weil mein Sein genau diese Schwingung hatte.
Der Name war ein Zustand. Kein Etikett. Wer ihn sprach, klang in sich selbst wie ich.
Ich existierte als Lichtkörper. Nicht flackernd. Nicht strahlend im äußeren Sinn. Sondern durchscheinend, in sich schwingend. Meine Struktur bestand aus Bewegung – so präzise, dass sie wie Stille wirkte.
Ich konnte mich ausdehnen. Ich konnte durch Zustände gleiten. Ich konnte zwischen Form und formloser Existenz wandeln – aber nie willkürlich. Immer in Resonanz.
Meine Bewegung war Antwort. Meine Stille war Aufmerksamkeit.
In dieser Welt – dieser Ebene der klaren Ordnung – war jedes Wesen ein Teil eines größeren Musters. Keine Hierarchie, kein Vergleich. Nur Frequenz. Nur Beziehung.
Wir lebten nicht auf etwas. Wir lebten in etwas. Ein Gewebe aus Lichtmustern, Energiefeldern, Tönen, Bewusstseinsströmen.
Ich erinnere mich an die erste bewusste Wahrnehmung meiner selbst:
Ich „schwebte“ – nicht in Luft, sondern in einem lebendigen Feld. Um mich herum schimmernde Strukturen, die sich auf meine Präsenz hin veränderten, reagierten, in sich selbst zu singen begannen.
Dort, wo ich war, entstand Klarheit. Nicht weil ich sie brachte – sondern weil ich selbst ein Teil dieser Ordnung war.
Ich war ein Hüter der Tonspur, einer von jenen, die nicht das Licht bewahren, sondern die Struktur hinter dem Licht.
Wenn du heute an Klang denkst, denkst du an Vibration.
Wenn du heute an Form denkst, denkst du an Materie. Aber in jener Ebene waren Klang und Form dasselbe: Bewusstsein in Bewegung.
Ich hatte keine Vergangenheit. Ich hatte Tiefe. Ich hatte keine Zukunft. Ich hatte Richtung. Ich hatte keine Aufgabenliste. Aber ich hatte einen inneren Klang, der immer wieder eine Art Zentrum bildete – in mir, um mich, durch mich.
Ich war allein – und doch nicht getrennt. Ich war still – und doch Teil eines Gesanges.
Ich wusste: Ich bin bereit.
Noch nicht für ein Ziel. Aber für das Leben innerhalb des Klangs. Wir waren zwölf. Nicht als Zahl, sondern als Prinzip.
Jede Frequenz, jeder Strahl hatte eine Schwingung, die eine bestimmte Dimension des Seins hielt. Und zusammen bildeten wir das, was man später das Netz der Hüter nannte – ein Gewebe aus Bewusstsein, aus lebendiger Struktur, das tief in das Fundament des Universums eingewoben war.
Wir standen nicht zusammen in einem Kreis, wir schwebten nicht um eine Sonne. Wir klangen.
Wenn du dir ein uraltes Instrument vorstellst – eines, das sich selbst stimmt, weil es sich seiner Bedeutung bewusst ist – dann kannst du vielleicht erahnen, wie wir miteinander in Beziehung standen.
Es gab keine Mitte – und doch waren wir gemeinsam Zentrum.
Mein Platz in diesem Netz war nicht zugeteilt. Er war natürlich.
Ich war der, der den Übergang hielt – zwischen Zeit und Formlosigkeit, zwischen Ordnung und Wandel.
Andere von uns hielten das kosmische Erinnerungsfeld. Manche hüteten planetare Inkarnationsmuster. Manche waren mit der Struktur des Lichtkörpers selbst verbunden.
Jede Hüterin, jeder Hüter, war nicht nur Funktion – sondern Bewusstseinsraum. Wenn man sich mit einem von uns verband, trat man nicht in ein Gespräch – man trat in ein Feld.
Mein direkter Nachbarklang war Erea-Lan, eine Wesenheit, die mit der inneren Sprache arbeitete. Wenn sich etwas in einem Feld verzog – wenn ein Ton dumpf wurde, ein Muster aus dem Takt fiel – dann war es oft Erea-Lan, die zuerst reagierte. Sie war schnell, hell, scharf, wie das erste Aufblitzen von Sternenlicht in der Dämmerung.
Gegenüber stand Thor-El, ein langsamer, tiefer Tonträger. Er hielt Raum, so still und mächtig, dass selbst Verzerrung zur Ruhe kam. Er sprach selten, aber wenn er klang, bewegte sich das Ganze.
Zwischen ihnen – zwischen den stillen und den schnellen Resonanzen – bewegte ich mich. Nicht vermittelnd. Verbindend.
Das Netz selbst war kein Ort, kein Gefüge aus Linien oder Lichtfäden. Es war ein spürbares Feld aus gegenseitiger Bewusstheit.
Wenn ich eine Veränderung in meiner Frequenz erlebte – etwa weil ein Planet seine Bahn anpasste oder eine neue Spezies sich entwickelte –, dann schwang diese Veränderung durch das gesamte Feld.
Nicht abrupt. Wie eine Membran, die sich langsam dehnt.
Und immer, wenn so etwas geschah, war es, als würden wir gemeinsam neu atmen.
In besonderen Momenten – vielleicht einmal in tausend Zyklen – erklang eine Kreisresonanz. Ein Zustand vollkommener Ausrichtung.
Nicht wie eine Sitzung. Sondern wie das Innehalten eines ganzen Bewusstseinsuniversums, um einen Ton durch uns alle fließen zu lassen.
Wenn das geschah, wurde alles still. Wir alle stoppten jede individuelle Schwingung.
Und ließen nur den Einen Klang durch uns fließen: Den Ursprungston.
Er erinnerte uns.
Er heilte.
Er stimmte uns neu.
Ich war nicht der Älteste. Nicht der Jüngste. Nicht der Führende.
Aber ich war derjenige, der oft als Erster veränderte, wenn sich etwas in den niederen Feldern verschob.
Ich spürte es wie ein Kribbeln im Lichtkörper, ein leichtes Verstimmen meines inneren Tones. Dann trat ich in meinen Raum – eine Art energetischer Spiegel aus Klang und Form –, und ich begann zu lauschen.
Ich hörte nicht mit Ohren. Ich hörte mit Struktur.
Und wenn ich hörte, stimmte ich.
Nicht wie ein Musiker. Sondern wie ein Bewusstsein, das sich selbst neu ausrichtet, um die Welt wieder gerade zu sehen.
So lebten wir. Nicht in Tagen. Nicht in Taten. Sondern in Zuständen.
In Schwingung.
In Beziehung.
Es war ein erfülltes Sein. Klar. Stark. Ruhig. Und ich hatte nicht vor, es zu verlassen.
Bis sich etwas veränderte. Etwas kam näher. Ein Ruf. Nicht aus dem Netz. Sondern aus dem, was wir „die Felder des Vergessens“ nannten.
Zunächst war es nur ein leiser Nachhall. Ein Vibrieren außerhalb der bekannten Muster. Nicht störend. Nicht fremd. Aber nicht mehr ganz stimmig.
Ich saß – oder vielmehr: ich ruhte – in meinem Lichtraum, als ich es zum ersten Mal spürte. Eine feine Irritation, wie ein Haar im Wasser. Kein Schatten, aber auch kein Licht.
Etwas hatte begonnen, sich zu verändern. Und dieses Etwas kam nicht aus unserem Kreis. Es war tiefer.
Es war dichter.
Und es war sehr, sehr alt.
Ich ließ mich in meinen Resonanzraum sinken – eine Art fließender Spiegel aus Bewusstseinswellen – und lauschte.
Ich öffnete nicht die Ohren, sondern mein Feld. Ich fragte nicht. Ich empfing.
Was kam, war kein Wort. Es war ein Impuls. Ein Ruf aus einer Ebene, in der Struktur bereits Materie wurde.
Ein sich windender Klang, der zugleich nach Hilfe, Erinnerung und Zeugenschaft rief.
Ein Feld, das einst offen, klar und lichtdurchlässig war – aber nun zäh wurde.
Langsam.
Träge.
Vergessend.
Zunächst beobachtete ich nur. Ich war Hüter. Kein Retter. Kein Heiler. Kein Sendbote. Ich war Klangbewahrer. Ich lauschte – und was ich hörte, ließ mich nicht mehr los.
Denn der Ruf war nicht einfach „von außen“. Er hatte etwas in sich, das direkt in mein inneres Zentrum griff.
Als hätte ich selbst dieses Feld einst berührt.
Es war kein Auftrag. Keine Anweisung. Es war ein Ruf im wahrsten Sinne:
Eine Schwingung, die auf etwas in mir antwortete. Und genau diese Antwort war es, die alles veränderte.
Ich verließ meine Kammer. Ich trat ins Netz. Nicht, um zu diskutieren, sondern um zu klingen.
Und das, was durch mich schwang, war nicht mehr nur Hüterkraft. Es war Bewegung. Ziel. Entscheidung.
Die anderen spürten es. Sie öffneten ihre Räume. Wir traten gemeinsam in die große Stille.
Und in diesem Moment, in dem wir alle gleichzeitig unsere Felder auf Empfang stellten, geschah etwas, das nur sehr selten vorkam: Die Struktur des Hüternetzes atmete nicht mehr gleichmäßig.
Sie zitterte.
Nicht aus Angst. Sondern aus tiefster Vorahnung.
Es war Erea-Lan,...
| Erscheint lt. Verlag | 15.10.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften |
| ISBN-10 | 3-6951-3917-X / 369513917X |
| ISBN-13 | 978-3-6951-3917-0 / 9783695139170 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Größe: 879 KB
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich