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Die Zerstörung Jerusalems in deutschsprachiger Erzählliteratur über den Jüdisch-Römischen Krieg - Fabian Wilhelmi

Die Zerstörung Jerusalems in deutschsprachiger Erzählliteratur über den Jüdisch-Römischen Krieg

Antijudaismus, Antisemitismus und Nationalismus

(Autor)

Buch | Hardcover
388 Seiten
2026
De Gruyter Oldenbourg (Verlag)
978-3-11-914455-1 (ISBN)
CHF 153,90 inkl. MwSt
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Die 1992 gegründete Buchreihe ist interdisziplinär ausgerichtet; sie umfasst wissenschaftliche Monographien, Aufsatzsammlungen und kommentierte Quelleneditionen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Der Begriff deutsch-jüdische Literatur bzw. Kultur verweist auf Werke jüdischer Autoren in deutscher Sprache, insoweit jüdische Aspekte erkennbar sind. Aber auch das häufig vom Antisemitismus geprägte Judenbild nichtjüdischer Autoren wird zu einem Faktor der literarisch vermittelten deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte. Der Erforschung des gesamten Problemfelds bietet die Reihe ein angemessenes Forum.


Im langen 19. Jh. zählt die Zerstörung Jerusalems (70 n.d.Z.) zu den am häufigsten in politischen Diskursen funktionalisierten historischen Ereignissen. Von der jüdischen Emanzipationsdebatte bis zur Etablierung des Antisemitismus fungiert sie in zentralen Texten (z.B. von C.K.W. Dohm, Moses Mendelssohn, Immanuel Wolf, Moses Hess, Wilhelm Marr oder Theodor Herzl) als historisches Exempel.

Die Studie untersucht, wie literarische Bearbeitungen des Stoffes dominante Deutungen sekundieren, rekonfigurieren oder dekonstruieren: So verdeutlicht die Vielzahl von christlich geprägten Romanen die Diskursmacht der christlichen Heilsgeschichte. Ludwig Philippsons Novelle "Der Flüchtling aus Jerusalem" (1839) hingegen stellt die opferzentrierte Perspektive des rabbinischen Judentums in der Diaspora infrage und bietet positivere Deutungen der Tempelzerstörung an. Max Rings Romanreihe "Das Haus Hillel" (1878) entwirft eine Gegengeschichte, die die exklusiv christliche Lesart hinterfragt.

Ein Ausblick ins frühe 20. Jh. zeigt die anhaltende Popularität des Stoffes: In Texten von Lion Feuchtwanger, Sven Hedin, Max Jungmann und Hans Kyser werden bis heute relevante Fragen über Identität, Historiographie und interkulturelle Verständigung diskutiert.

Fabian Wilhelmi, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.

Erscheint lt. Verlag 16.2.2026
Reihe/Serie Conditio Judaica ; 103
Zusatzinfo 4 b/w ill.
Verlagsort Berlin/München/Boston
Sprache deutsch
Maße 155 x 230 mm
Gewicht 500 g
Themenwelt Geisteswissenschaften Religion / Theologie Judentum
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft
Schlagworte 19. Jahrhundert • 19th century • Destruction of the Second Temple • Literarischer Antisemitismus • literary antisemitism • Zerstörung des Zweiten Jerusalemer Tempels
ISBN-10 3-11-914455-X / 311914455X
ISBN-13 978-3-11-914455-1 / 9783119144551
Zustand Neuware
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