Wahrheit und Werturteil
Eine Theorie der praktischen Rationalität
2012
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-151856-0 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-151856-0 (ISBN)
Moralische Urteile verdanken ihre Wahrheit rationalen Standards. Im Rückgriff auf sprachphilosophische Überlegungen bestimmt Tilo Wesche in diesem Buch die wahrheitsverbürgenden Standards als Praxisformen der Sprache in Kunst, Kultur und Kommunikation.
Das Erkenntnisinteresse, das dieses Buch anleitet, gilt dem Begriff der moralischen Wahrheit, der Frage, ob und, wenn ja, warum moralische Urteile Wahrheitsansprüche erheben dürfen. Mitunter weckt die Rede von moralischer Wahrheit das Gefühl, dass mit ihr etwas eingeengt wird, das zu groß ist. Diesem Unbehagen wird am wirkungsvollsten entgegentreten durch ein besseres Verständnis, was Wahrheit in der Ethik bedeutet. Unter welchen Bedingungen sind moralische Urteile wahr? Welche Rolle spielt die Frage nach moralischer Wahrheit für die Verbindlichkeit eines moralischen Sollens? Weshalb ist der Wahrheitsbegriff von Bedeutung für unsere Orientierung in moralischen Handlungssituationen? Tilo Wesche berücksichtigt zur Beantwortung dieser Fragen die Einsichten der zeitgenössischen Wahrheitstheorien und Metaethik ebenso wie die klassischen Entwürfe des Wahrheitsbegriffs, insbesondere bei Hegel und Heidegger. Er stellt zunächst die Frage nach einem einheitlichen Begriff der Wahrheit, der zugleich durchlässig für die bereichsspezifischen Unterschiede von Wissenschaft, Technik und Ethik ist. Dann unterbreitet er mit den Mitteln der Korrespondenz- und der Evidenztheorie der Wahrheit den Vorschlag, dass moralische Urteile ihre Wahrheit rationalen Standards verdanken. Die wahrheitsgarantierenden Rationalitätsstandards werden zwei Grundmodellen der Rationalität zugeordnet. Zentral für das favorisierte Modell ist die Analyse des Phänomens der Selbsttäuschung in moralischen Urteilen. Im Rückgriff auf sprachphilosophische Überlegungen werden schließlich die wahrheitsverbürgenden Standards als Praxisformen der Sprache in Kunst, Kultur und Kommunikation bestimmt. This work focuses on the concept of moral truth and the question of whether and if so why moral judgements may lay claims of truth. Under what circumstances are moral judgements true? What part is played by the question of moral truth for the binding force of a moral obligation? Why is the concept of truth important for our orientation in a situation in which moral action is required? In order to answer these questions, the author incorporates the insights of contemporary theories of truth and metaethics as well as the large-scale classic concepts of truth, such as those of Hegel and Heidegger. Drawing upon observations from the philosophy of language, he defines the standards which vouch for the truth as the practice of language in art, culture and communication.
Das Erkenntnisinteresse, das dieses Buch anleitet, gilt dem Begriff der moralischen Wahrheit, der Frage, ob und, wenn ja, warum moralische Urteile Wahrheitsansprüche erheben dürfen. Mitunter weckt die Rede von moralischer Wahrheit das Gefühl, dass mit ihr etwas eingeengt wird, das zu groß ist. Diesem Unbehagen wird am wirkungsvollsten entgegentreten durch ein besseres Verständnis, was Wahrheit in der Ethik bedeutet. Unter welchen Bedingungen sind moralische Urteile wahr? Welche Rolle spielt die Frage nach moralischer Wahrheit für die Verbindlichkeit eines moralischen Sollens? Weshalb ist der Wahrheitsbegriff von Bedeutung für unsere Orientierung in moralischen Handlungssituationen? Tilo Wesche berücksichtigt zur Beantwortung dieser Fragen die Einsichten der zeitgenössischen Wahrheitstheorien und Metaethik ebenso wie die klassischen Entwürfe des Wahrheitsbegriffs, insbesondere bei Hegel und Heidegger. Er stellt zunächst die Frage nach einem einheitlichen Begriff der Wahrheit, der zugleich durchlässig für die bereichsspezifischen Unterschiede von Wissenschaft, Technik und Ethik ist. Dann unterbreitet er mit den Mitteln der Korrespondenz- und der Evidenztheorie der Wahrheit den Vorschlag, dass moralische Urteile ihre Wahrheit rationalen Standards verdanken. Die wahrheitsgarantierenden Rationalitätsstandards werden zwei Grundmodellen der Rationalität zugeordnet. Zentral für das favorisierte Modell ist die Analyse des Phänomens der Selbsttäuschung in moralischen Urteilen. Im Rückgriff auf sprachphilosophische Überlegungen werden schließlich die wahrheitsverbürgenden Standards als Praxisformen der Sprache in Kunst, Kultur und Kommunikation bestimmt. This work focuses on the concept of moral truth and the question of whether and if so why moral judgements may lay claims of truth. Under what circumstances are moral judgements true? What part is played by the question of moral truth for the binding force of a moral obligation? Why is the concept of truth important for our orientation in a situation in which moral action is required? In order to answer these questions, the author incorporates the insights of contemporary theories of truth and metaethics as well as the large-scale classic concepts of truth, such as those of Hegel and Heidegger. Drawing upon observations from the philosophy of language, he defines the standards which vouch for the truth as the practice of language in art, culture and communication.
Geboren 1968; Studium der Philosophie, Politikwissenschaft und Germanistik an der FU Berlin; 2003 Promotion; 2008 Habilitation; Oberassistent und Privatdozent am Philosophischen Seminar der Universität Basel; 2009-11 Professurvertretungen in Freiburg, Basel und Jena.
| Erscheint lt. Verlag | 4.1.2012 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Philosophische Untersuchungen |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Erkenntnistheorie / Wissenschaftstheorie |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Ethik | |
| Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Christentum | |
| Schlagworte | Hegel • Heidegger • Moralische Wahrheit • Rationalität • Selbsttäuschung |
| ISBN-10 | 3-16-151856-X / 316151856X |
| ISBN-13 | 978-3-16-151856-0 / 9783161518560 |
| Zustand | Neuware |
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