Lutherische und Neue Paulusperspektive
Beiträge zu einem Schlüsselproblem der gegenwärtigen exegetischen Diskussion
2019
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-157299-9 (ISBN)
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978-3-16-157299-9 (ISBN)
Geht es bei Paulus' Ablehnung einer Rechtfertigung aus "Werken des Gesetzes" um eine Kritik an "Leistungsgerechtigkeit" oder vielmehr um eine Entgrenzung des Judentums? Wirkt in der gegenwärtigen deutschsprachigen Exegese ein gewisser Antijudaismus nach? Ist der Streit um die Rechtfertigungslehre noch durch das Neue Testament zu begründen? In diesem Band setzen sich protestantische und katholische Exegeten kontrovers zumal mit den Paulustexten auseinander.
Die jüngere Paulusforschung hat im angelsächsischen Bereich wichtige neue Impulse bekommen. E.P. Sanders bezweifelte, dass das Bild des Judentums als einer durch "Werkgerechtigkeit" charakterisierbaren Gemeinschaft zutreffend sei, behauptete vielmehr eine von ihm durch den Terminus "Bundesnomismus" zusammengefasste jüdische "Religionsstruktur". K. Stendahl kritisierte, dass seit Augustin und Martin Luther die Theologie des Apostels Paulus primär unter der Vorgabe des "introspective conscience of the West" verstanden worden sei, während J.D.G. Dunn die paulinische Ablehnung einer Rechtfertigung aufgrund von "Werken des Gesetzes" nicht mehr als Angriff auf das Judentum interpretierte, sondern als Hinweis auf die Nichtübernahme von jüdischen "boundary markers". Diese "New Perspective on Paul" ist im deutschsprachigen Raum wenig rezipiert worden und stößt hier auf erhebliche Skepsis. Prominente evangelische und katholische Neutestamentler tragen in diesem Band wichtige Gesichtspunkte zu der Debatte bei. J.D.G. Dunn nimmt zu den einzelnen Aufsätzen Stellung. Damit ist eine Voraussetzung für eine nüchterne Auseinandersetzung mit relevanten Paulustexten und für die weitere Diskussion um die Rechtfertigungslehre gegeben. Recent research on Paul has received new and important stimuli from the Anglo-Saxon world, influenced above all by K. Stendahl, E.P. Sanders and J.D.G. Dunn. In this volume, Protestant and Catholic exegetes examine three crucial issues: Does Paul's rejection of a justification which originates in "works of the law" indicate a criticism of "justification by one's own good works" or rather an "opening" of Judaism, whose "boundary markers" are thus seen as not binding for (Christian) pagans? Is German exegesis influenced too strongly by 16th century concepts, leading to a certain amount of anti-Judaism? Is the controversy around the doctrine of justification really rooted in the New Testament itself?
Die jüngere Paulusforschung hat im angelsächsischen Bereich wichtige neue Impulse bekommen. E.P. Sanders bezweifelte, dass das Bild des Judentums als einer durch "Werkgerechtigkeit" charakterisierbaren Gemeinschaft zutreffend sei, behauptete vielmehr eine von ihm durch den Terminus "Bundesnomismus" zusammengefasste jüdische "Religionsstruktur". K. Stendahl kritisierte, dass seit Augustin und Martin Luther die Theologie des Apostels Paulus primär unter der Vorgabe des "introspective conscience of the West" verstanden worden sei, während J.D.G. Dunn die paulinische Ablehnung einer Rechtfertigung aufgrund von "Werken des Gesetzes" nicht mehr als Angriff auf das Judentum interpretierte, sondern als Hinweis auf die Nichtübernahme von jüdischen "boundary markers". Diese "New Perspective on Paul" ist im deutschsprachigen Raum wenig rezipiert worden und stößt hier auf erhebliche Skepsis. Prominente evangelische und katholische Neutestamentler tragen in diesem Band wichtige Gesichtspunkte zu der Debatte bei. J.D.G. Dunn nimmt zu den einzelnen Aufsätzen Stellung. Damit ist eine Voraussetzung für eine nüchterne Auseinandersetzung mit relevanten Paulustexten und für die weitere Diskussion um die Rechtfertigungslehre gegeben. Recent research on Paul has received new and important stimuli from the Anglo-Saxon world, influenced above all by K. Stendahl, E.P. Sanders and J.D.G. Dunn. In this volume, Protestant and Catholic exegetes examine three crucial issues: Does Paul's rejection of a justification which originates in "works of the law" indicate a criticism of "justification by one's own good works" or rather an "opening" of Judaism, whose "boundary markers" are thus seen as not binding for (Christian) pagans? Is German exegesis influenced too strongly by 16th century concepts, leading to a certain amount of anti-Judaism? Is the controversy around the doctrine of justification really rooted in the New Testament itself?
Geboren 1946; Professor an der Universität Siegen, hier im Fach Evangelische Theologie.
Geboren 1968; promovierter Assistent in Siegen mit Schwerpunkt in Bibeldidaktik.
| Erscheint lt. Verlag | 10.12.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Religion / Theologie ► Christentum ► Bibelausgaben / Bibelkommentare |
| Schlagworte | Paulus • Rechtfertigungslehre • Werke |
| ISBN-10 | 3-16-157299-8 / 3161572998 |
| ISBN-13 | 978-3-16-157299-9 / 9783161572999 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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