Das lateinische Christentum und die antike pagane Bildung
Seiten
2007
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-149305-8 (ISBN)
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-149305-8 (ISBN)
Peter Gemeinhardt untersucht das Spannungsfeld von Antike und Christentum am Beispiel der antiken Bildung, die von christlichen Theologen vielfach kritisiert wurde, aber zugleich ein wichtiger Bestandteil christlicher Identität war. Es zeigt sich, dass die Grenzen zwischen Christen und 'Heiden' lange im Fluss waren und dass die Christen bei aller Kritik auf Bildung nicht verzichten konnten und wollten.
Die antike Schulbildung galt den frühchristlichen Theologen als 'heidnisch' und wurde daher vielfach abgelehnt. Doch neben dieser theologischen Kritik zeigt sich bei näherem Hinsehen eine lebhafte Rezeption der antiken Bildung. Auf Grabinschriften, in Briefen und in Heiligenviten erscheint Bildung als Bestandteil christlicher Identität; und trotz aller Kritik entwickelten Theologen hermeneutische Verfahren zur Aneignung, ja zur 'Konversion' der antiken Bildung in christlichem Sinne. Die Grenzen zwischen Christen und Heiden waren daher noch in der Spätantike keineswegs so strikt gezogen, wie es in der antiken Polemik und vielfach auch noch in der modernen Forschung erscheint. Am Beispiel der Bildung arbeitet Peter Gemeinhardt heraus, wie eng das Christentum trotz aller Distanznahme in seine 'heidnische' Umwelt verwoben war. Dabei erweist sich das 4. Jahrhundert als Phase theologischer Verunsicherung, in der die Kirche verstärkten Zulauf auch von Gebildeten erfuhr, die keinen Widerspruch zwischen Glaube und Bildung empfanden. Die Kritik eines Hieronymus und Augustin verklingt im 5. Jahrhundert, als sich die Christen gegenüber den 'Barbaren' als 'Römer' wahrnehmen und die Institutionen der klassischen Schulbildung in den Wirren der Völkerwanderung zu bewahren versuchen. Erst im 6. Jahrhundert beobachten und beklagen Christen das Ende der antiken Bildung.
Die antike Schulbildung galt den frühchristlichen Theologen als 'heidnisch' und wurde daher vielfach abgelehnt. Doch neben dieser theologischen Kritik zeigt sich bei näherem Hinsehen eine lebhafte Rezeption der antiken Bildung. Auf Grabinschriften, in Briefen und in Heiligenviten erscheint Bildung als Bestandteil christlicher Identität; und trotz aller Kritik entwickelten Theologen hermeneutische Verfahren zur Aneignung, ja zur 'Konversion' der antiken Bildung in christlichem Sinne. Die Grenzen zwischen Christen und Heiden waren daher noch in der Spätantike keineswegs so strikt gezogen, wie es in der antiken Polemik und vielfach auch noch in der modernen Forschung erscheint. Am Beispiel der Bildung arbeitet Peter Gemeinhardt heraus, wie eng das Christentum trotz aller Distanznahme in seine 'heidnische' Umwelt verwoben war. Dabei erweist sich das 4. Jahrhundert als Phase theologischer Verunsicherung, in der die Kirche verstärkten Zulauf auch von Gebildeten erfuhr, die keinen Widerspruch zwischen Glaube und Bildung empfanden. Die Kritik eines Hieronymus und Augustin verklingt im 5. Jahrhundert, als sich die Christen gegenüber den 'Barbaren' als 'Römer' wahrnehmen und die Institutionen der klassischen Schulbildung in den Wirren der Völkerwanderung zu bewahren versuchen. Erst im 6. Jahrhundert beobachten und beklagen Christen das Ende der antiken Bildung.
Born 1970; 1990-96 studies of Protestant Theology at the Universities of Marburg and Göttingen; 2001 Dr. theol., University of Marburg; 2003 Ordination; 2006 Habilitation University of Jena; 2007 professor of Church History at University of Göttingen; 2021-23 Dean of the Faculty of Theology at Göttingen.
| Erscheint lt. Verlag | 10.5.2007 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Studien und Texte zu Antike und Christentum / Studies and Texts in Antiquity and Christianity |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 154 x 231 mm |
| Gewicht | 888 g |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Altertum / Antike |
| Religion / Theologie ► Christentum ► Kirchengeschichte | |
| Schlagworte | Antike • Antike; Religion • Bildung • Christentum • Christentum, Geschichte • HC/Geschichte/Altertum • Heidentum • Kirchengeschichte • Theologie |
| ISBN-10 | 3-16-149305-2 / 3161493052 |
| ISBN-13 | 978-3-16-149305-8 / 9783161493058 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Mehr entdecken
aus dem Bereich
aus dem Bereich
ohne den ganzen langweiligen Kram
Buch | Hardcover (2025)
C.H.Beck (Verlag)
CHF 36,40
von den Anfängen bis zum Untergang
Buch | Hardcover (2025)
Alfred Kröner Verlag
CHF 48,95
von den Anfängen bis zur Spätantike
Buch | Softcover (2024)
C.H.Beck (Verlag)
CHF 16,80