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Logik und Gott -  Kutay Sahin

Logik und Gott (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
158 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-6082-0 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,49 inkl. MwSt
(CHF 9,25)
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Der Autor ist ein kritischer Denker und Suchender, der sich intensiv mit den Themen Spiritualität, Philosophie und dem Sinn des Lebens auseinandersetzt. Er hinterfragt traditionelle religiöse Ansichten und Dogmen und legt Wert auf individuelle Selbstreflexion und Eigenverantwortung. Seine offene Herangehensweise an verschiedene Glaubensrichtungen und Theorien ermöglicht es ihm, ein breites Spektrum an Perspektiven zu erfassen, ohne sich auf eine bestimmte Sichtweise festzulegen. Durch seine Texte und Gedichte möchte er Menschen dazu anregen, ihr eigenes Bewusstsein zu erforschen und tiefer über ihre Existenz nachzudenken. Der Autor betrachtet das Leben als eine Reise der Selbstentwicklung und strebt danach, andere dazu zu inspirieren, ihren eigenen Weg der Erkenntnis zu finden. Mit Neugier und Offenheit erforscht er Themen wie Reinkarnation, multidimensionale Existenz und die Suche nach einem tieferen Lebenssinn.

Ich war, ich bin, ich werde sein der Spiegel von meinem Handeln und meinem Schaffen Kutay Sahin wurde 1957 In Istanbul geboren. Seit seiner Geburt hält er sich in den unterschiedlichsten Kulturen auf. Die sich dadurch ergebenden Erfahrungen bestimmen seitdem seine Philosophie, sein Leben und sein Handeln. Er bekennt sich als Weltbürger. Nach seinem Verständnis Ist dies kein Privileg. Er ist überzeugt, dass wir in einer Zeit leben, in der diese Tatsache für jeden zutrifft. Schon lange ist dem Künstler deutlich, dass wir alle auf diesem einen Planeten, einem Winzigen Staubkorn im riesigen Universum, leben und wachsen. Das ohne Alternative. Über mannigfachste Erfahrungen und Wege fand er zur Malerei und das Schreiben. Schon früh hatte er in sich gespürt, dass Malen und Schreiben eine Möglichkeit sei, sich und seine Gedanken auszudrücken. Doch erst die Erkenntnis, dass das Leben endlich ist und abwarten keine Option sein kann, erzeugte in ihm die nötige Spannung, um sich der Farbe, Leinwand und der Schrift zu widmen. 2006 kam er aus beruflichen Gründen nach Wien. Hier fand er endlich den Rahmen, in dem er sich seiner Passion widmen konnte.

Glaube & Logik


Wer glaubt, der weiß nicht. Und der, der es weiß, der braucht nicht mehr zu glauben.

Ist das nicht die Logik, die hinter dem Wort „Glaube“ steht, oder ist das Wort „Glaube“ im Laufe der Zeit ein Begriff geworden, der gleichzusetzen ist mit dem Begriff „Gott“?

Glauben heißt nicht wissen, doch ist das Wissen nicht auch nur das Glauben an das, was jemand anderer als Wahrheit ansieht?

Um es mit einem einfachen Beispiel darzustellen: Wenn wir wüssten, dass es Gott gibt, müssten wir dann noch glauben? Gäbe es dann so viele verschiedene Religionen? Für die Menschen in der Urzeit waren Blitz und Donner etwas Übernatürliches. Sie wussten nicht, dass es eine, gewaltige statische Entladung ist. Uns moderne Menschen, die dies erforscht haben, ist es ein ganz natürlicher Vorgang. Doch für die Menschen damals war der Donner eine Stimme, die von oben kam und ihnen etwas zu sagen schien, etwas Bedrohliches hatte – eine Stimme von etwas sehr Mächtigem, das unsichtbar und unerreichbar war. Sie hatten das Gefühl, dieses mächtige Wesen, das man nicht sehen und auch nicht erreichen konnte, aus Angst und Furcht zu verehren, ihm wohlwollend zuzustimmen und ihm Opfer zu bringen. Für diese Menschen war es damals eines der unerklärlichen Dinge mit einer gewaltigen Stimme, ein Gott, an den sie glauben mussten. Aber warum? Mit Sicherheit oft nicht, weil sie es so wollten, sondern aus Angst, aus Gottesfurcht, die ihnen vielleicht von weiseren Menschen eingeimpft wurde, um eine Gottesfurcht zu erreichen und um eben mit dieser Gottesfurcht die weniger weisen Menschen besser beeinflussen zu können.

Heute wissen wir, was es mit Blitz und Donner auf sich hat. Auch glaubte man lange Zeit, die Erde sei eine Scheibe, bis ein Mann namens Galileo Galilei uns vom Gegenteil überzeugte. Heute wissen wir, dass die Erde eine Kugel ist, und der Glaube an eine Scheibe existiert nicht mehr.

Ist der Glaube eine Theorie, eine nicht erwiesene Aussage?

Ist der Glaube nicht auch eine Hoffnung oder ein Wunsch in unserem Unterbewusstsein? Der Glaube an sich selbst, Dinge erreichen zu können?

Der Glaube ist etwas, das eigentlich immer am Anfang steht, und das Wissen immer am Ende. Z.B. in einem Krimi, in dem man die Tat kennt, aber nicht den Täter. Man rätselt herum: „Ich glaube, es ist der Gärtner, oder vielleicht der Butler?“ Doch am Ende wird der Täter entlarvt, und wir wissen es nun. Gut, aber was haben wir nun davon, dass wir es wissen? Ein inneres Genugtun? Befriedigung? Jetzt wird der Täter verhaftet. Können wir das Kapitel abschließen? Jetzt ist es ein Fakt, etwas, worüber wir nicht mehr nachdenken müssen. Ist das Wissen nicht eine Situation, die man greifen bzw. begreifen kann? Jetzt haben wir es begriffen, und etwas begriffen zu haben, heißt auch, dass man etwas in sich aufnimmt. Wie wenn man Nahrung zu sich nimmt. Man könnte nun diesen Vorgang als Ernährungsvorgang auffassen, der sich auf einem geistigen Niveau abspielt. Ein Vorgang der Apperzeption, also des Begreifens bzw. des Bewusstwerdens. Nachdem wir es wissen, findet also eine Art von temporärer geistiger Sättigung statt, genau wie bei der körperlichen Sättigung nach einem Essen. Also, ein Gefühl von Sattheit und Befriedigung.

Als Wissen könnte man den Erkenntniszustand allgemeiner intersubjektiv-vermittelter Sicherheit bezeichnen. Abgegrenzt wird das Wissen von Erfahrung, Erkenntnis, Gewissheit, Empfinden, Meinen und Glauben. Wir unterscheiden zumindest drei Formen des Wissens:

  • Wissen, dass
  • Wissen von
  • Wissen, wie

Es gibt aber noch andere Unterscheidung von Wissensarten:

  • Wissen, dass wir schon haben,
  • Wissen, dass wir noch nicht haben,
  • Wissen, dass wir niemals werden oder können.

Wobei das Wort „Wissen“ nicht ganz gleichzusetzen ist mit dem Wort „Erkenntnis“. Letzteres wird von Theologen sehr gerne verwendet und oft als „Wissen“ eingesetzt. „Wissen“ bedeutet aber auch, dass man etwas erklären kann.

Das Wissen ist eine Situation, in der man sich viele Fragen und ab dem Zeitpunkt des Wissens auch viel Zeit sparen kann.

Stell dir vor, ein Vertreter, der weiß, bei welchem Kunden er einen Vertragsabschluss machen kann, fährt doch nicht zu einem Kunden oder erst später hin, wo er nur glaubt, einen Vertragsabschluss machen zu können.

Die Wissenschaft möchte herausfinden, was Sache ist. Der Gedankengang von Wissenschaft ist der Zusammenhang von Kenntnis und Erkenntnis. Die Wissenschaft ist in einem ständig andauernden Prozess der Erkenntnis. Und wenn die Zeit fortschreitet und die Welt sich ändert, kann die Wissenschaft ihre Erkenntnisse revidieren und anpassen. Also in ständiger Suche nach Wahrheiten und Überprüfung, ob die bisher bekannten Wahrheiten noch zutreffen. Im Gegensatz zum religiösen Glauben, der als ewige Wahrheit betrachtet wird. Denn Glauben ist das Festhalten an etwas, das man nicht wissenschaftlich begründen kann. Die Wissenschaft bedeutet nicht zu glauben, sondern die Sache zu erforschen. Doch die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden an den Glauben explizit nicht angelegt. Trotzdem hält man am Glauben fest. Das kann sogar ins Extreme gehen bis hin zum Fanatismus. Dass Gott wissenschaftlich nicht begründbar ist und der Glaube nur fiktiv ist, wissen die Gläubigen, aber es stört sie nicht. Denn der Glaube beruht eben nicht auf Erkenntnis, sondern auf ein Bekenntnis.

Das Wort "Glauben" kommt aus der griechischen Sprache. Übersetzt aus dem Wort "Pisteuein" und ist der vergleichbare Wortsinn. Im Judentum dagegen wird meist die Vokabel "Aman" verwendet. Das heißt, sich an etwas festmachen. Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte "ich weiß nicht", sondern im Gegenteil: "ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an". Es geht also zentral nicht um einen Gegenpol zum Wissen, sondern um Vertrauen, Gehorsam. Die Vokabel „Aman“ wird im Hebräischen mit der Schreibung „Aleph-Mem-Nun“ erklärt und wird nur in der Stammesmodifikation des „Hifil“ im Deutschen mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen kausativen Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung der Buchstabenfolge (Wurzel) "Aleph-Mem-Nun" ist "fest" oder "unerschütterlich". Die Bedeutung im Hifil ist also "jemanden fest sein lassen" oder "jemanden sich als fest und unerschütterlich beweisen lassen". Und dies, denke ich, ist genau der Glaube, den sowohl das Alte als auch das Neue Testament meint.

Dem Glauben zugrunde liegt eine Anlage des Menschen, sich an etwas festzumachen, an einer Hoffnung, einem Menschenbild, Weltbild oder Gottesbild. Ohne diese Grundausrichtung wäre ein Mensch haltlos und nicht überlebensfähig. Das, was den Menschen speziell ausmacht, ist, dass er sich rein innerweltliche Dinge wie z.B. Ziele, Kräfte, Familie zu Objekten des Glaubens machen kann. Auch Zukunftsstrategien, Weltprinzipien, ja sogar Glauben an übernatürliche Kräfte, Personen sowie Gott oder Götter. Man könnte auch sagen, dass der Glaube die subjektive, durch besondere Gründe gefestigte Vorstellung bzw. das ganze Vorstellungssystem eines Menschen ist. Oder der Glaube ist das "Fürwahrhalten aus subjektiv zureichendem und bei objektiv unzureichendem Grund". Laut Immanuel Kant.

Glaube beschreibt im Alltagssprachgebrauch die im Rahmen von Unsicherheit festgestellte Erwartung bezüglich irgendwelcher Tatsachen oder Zusammenhänge. Etwa: "Ich glaube, dass ich am Samstag im Lotto gewinne".

In der Bibel „Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift“, der Übersetzung der Zeugen Jehovas, wird der Glaube wie folgt mit einem Satz beschrieben: „Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“. Also, was sagt uns das?

„Die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge“?

Was meinen die Zeugen Jehovas damit? Also sind die Dinge, auf die man hofft, gesichert, und man erwartet, dass es so ist bzw. dass es so wird, richtig? Aber wenn man erst mal nur hofft, ist es nur eine Hoffnung, und ist es auch sicher, dass es so ist oder so wird? Nein! Ich denke nicht. Man weiß noch nicht, ob es so ist oder so wird. Denn erst mal hofft man ja nur, richtig? Und wenn es aller Hoffnung und Erwartung nicht so ist oder es auch nicht so wird, was passiert dann?

Es findet eine gesicherte Enttäuschung statt!

Also haben wir jetzt die Gleichung für die „Enttäuschung“. Nämlich:

Enttäuschung = unerfüllte Erwartung.

Dann geht’s weiter mit:

„der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten“.

Der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten!

Was könnte das sein? Vielleicht die Schöpfung? Die Natur? Das Leben, von dem wir immer noch nicht so richtig wissen, wie es entstanden ist? Das Universum, dessen Entstehung und gewaltige Ausmaße wir uns nicht vorstellen bzw. begreifen können? Immer wenn Situationen oder Phänomene auftreten, die sich der Einzelne nicht erklären kann und die momentan wissenschaftlich noch nicht...

Erscheint lt. Verlag 18.11.2024
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
ISBN-10 3-7693-6082-6 / 3769360826
ISBN-13 978-3-7693-6082-0 / 9783769360820
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