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Die biographische Fiktion in der französischen Gegenwartsliteratur - Johannes Mussack

Die biographische Fiktion in der französischen Gegenwartsliteratur

Der Biograph und seine Figur im Dialog
Buch | Softcover
494 Seiten
2025 | 1. Auflage
Narr Francke Attempto (Verlag)
978-3-381-13131-0 (ISBN)
CHF 137,20 inkl. MwSt
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In der jüngsten Zeit erfreut sich biographisches Erzählen großer Popularität. Eine bemerkenswerte Neuentwicklung ist die biographische Fiktion oder Biofiktion, die das Leben einer historischen Persönlichkeit in literarischer Gestalt verarbeitet. Dabei findet sich häufig ein Biograph, der in unterschiedlich expliziter Form mit der biographierten Person in Dialog tritt. Die Studie untersucht anhand dieser Relation wesentliche Entwicklungen biographischen Schreibens in der französischen Gegenwartsliteratur.
In jüngster Zeit erfreut sich biographisches Erzählen großer Popularität. Eine bemerkenswerte Neuentwicklung ist die biographische Fiktion oder Biofiktion, die das Leben einer historischen Persönlichkeit in literarischer Gestalt verarbeitet. Bekannte Autoren wie Jean Echenoz, Emmanuel Carrère, Pierre Michon oder Patrick Deville verfassen solche biographischen Texte. Dabei fällt auf, dass häufig neben der biographierten Person noch eine zweite Instanz - ein Biograph - existiert, der auf unterschiedliche Weise mit der biographierten Person in Dialog tritt. Die Studie untersucht anhand dieser Relation wesentliche Entwicklungen biographischen Schreibens in der französischen Gegenwartsliteratur.

I.Einleitung. Literaturhistorisches Panorama
1.Einführung in die Thematik
2.Die Rückkehr zum récit
3.Die Rückkehr zum Biographischen
4.Die Figur des Autors

II.Die biographische Fiktion: Definition und Korpus
1.Theoretische Vorbemerkungen zum Biographischen
2.(Auto-)biographische Vorbilder: autofiction und récit de filiation
3.Definition der biographischen Fiktion
3.1.Bestimmung der biographischen Fiktion
3.2.Spezifische Charakteristika
3.3.Bedeutung für die Entwicklung der Gegenwartsliteratur
4.Abgrenzung zu anderen Genres
5.Korpus und Vorgehen
5.1.Präsentation des Korpus
5.2.Beschreibung und Problematisierung der Reihe L'un et L'autre

III.Die biographische Fiktion zwischen Fiktionalität und Faktualität
1.Struktur der biographischen Fiktion: Das Verhältnis von histoire und discours
2.Fiktionaler bzw. faktualer Geltungsanspruch der biographischen Fiktion
3.Referenzialität der biographischen Fiktion
4.Biographische Fiktion als Wirklichkeitserzählung
5.Mischung von paratextuellen Fiktionalitäts- und Faktualitätssignalen
6.Die Verwendung von Quellen in der biographischen Fiktion

IV.Die Relation zwischen Biograph und biographierter Person
1.Die diegetische Situierung der Erzählerfigur
1.1.Evaluationen durch den Erzähler: Francois Bott und Michel Schneider
1.2.Metafiktionale Kommentare des Erzählers: Jean Echenoz
1.3.Die enquête des Erzählers: Patrick Deville und Patrick Modiano
2.Erzähltheoretische Implikationen
2.1.Selbstreferenzielle Aspekte
2.2.Stellenwert der Subjektivität des Biographen
2.3.Vermittlung von Wissen
3.Die Kommunikation des Biographen mit der biographierten Person
3.1.Der intradiegetische Dialog: Emmanuel Carrère
3.2.Adressierung der dargestellten Person: Jean Echenoz und Christian Bobin
4.Die biographische Fiktion als Dialog zwischen Biograph und biographierter Person

V.Darstellung von Annäherung und Distanzierung des Biographen: David Foenkinos: Charlotte und Didier Blonde: Un amour sans paroles
1.Thematische Hinführung: Die enquête des Biographen
2.Epiphanie? Inszenierung von (körperlicher) Affizierung
2.1.Affizierung des Biographen beim Kontakt mit historischen Artefakten: Un amour sans paroles
2.2.Offenbarungserlebnis im Angesicht von Kunstwerken: Charlotte
3.Annäherung und Distanzierung des Biographen zur biographierten Person
3.1.Die Immersion des Biographen beim Aufsuchen historischer Orte: Charlotte
3.2.Die Inszenierung der Annäherung über eine Mittlerfigur: Un amour sans paroles
4.Die selbstreferenzielle Dimension
4.1.Die Selbstbespiegelung des Biographen: Un amour sans paroles
4.2.Die Unerklärbarkeit der Ereignisse: Charlotte
5.Zwischenfazit

VI.Legitimationsstrategien des Biographen:
Emmanuel Carrère: L'Adversaire und Laurent Binet: HHhH
1.Thematische Hinführung: Identifikation des realen Autors mit dem diegetischen Biographen?
2.Inszenierung thematischer Informiertheit des Autor-Erzählers
2.1.Die Kenntnis des Gegenstands und der Schauplätze: HHhH
2.2.Der Dialog mit dem Täter: L'Adversaire
3.Narrative Strategien der Vergegenwärtigung
3.1.Zwischen "raconter précisément" und "imaginer":
Die Darstellung der Ereignisse in L'Adversaire
3.2.Fiktionalisierte Rekonstruktion historischer Szenen: HHhH
4.Metadiskursive Beglaubigungsstrategien
4.1.Die metatextuelle Kommentierung des Schreibprozesses: HHhH
4.2.Die Suche des Biographen nach der eigenen Rolle: L'Adversaire
5.Überlegungen zur Wirkung der Literatur
5.1.Erkenntniskritische Aspekte: L'Adversaire
5.2.Gedächtnisfunktion von Literatur: HHhH
6.Zwischenfazit

VII.Biographische Darstellung zwischen subjektiver Aneignung und Generalisierung

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie édition lendemain ; 54
Sprache deutsch
Maße 150 x 220 mm
Gewicht 794 g
Themenwelt Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte Biofiktion • Biographische Fiktion • biographisches Erzählen • Faktualität • Fiktionalität • Französische Gegenwartsliteratur • Narratologie
ISBN-10 3-381-13131-1 / 3381131311
ISBN-13 978-3-381-13131-0 / 9783381131310
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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