Dietmar von Selbold-Gelnhausen und seine Verwandtengruppe
Ein Beitrag zur Genealogie sächsisch-westfälischer Grafensippen in Hessen vom 9. bis zum 12. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der „Tiemonen“ und deren Verbindungen zu den Reichsabteien Fulda, Hersfeld und Corvey
Seiten
2025
|
1. Aufl.
Kovac, Dr. Verlag
978-3-339-14286-3 (ISBN)
Kovac, Dr. Verlag
978-3-339-14286-3 (ISBN)
Seit rund 200 Jahren beschäftigt die Wissenschaft die Frage, welcher Verwandtengruppe Graf Dietmar von Selbold-Gelnhausen entstammte. Bisherige Antwortversuche versuchten ihn in Bezug zu den späteren Grafen von Vornbach oder der konstruierten Sippe der Reginbodonen zu setzen.
In diesem Buch widerlegt der Autor die These einer Zugehörigkeit Dietmars zu den Reginbodonen. Anhand einer eingehenden Sichtung westfälischer Überlieferung des neunten bis elften Jahrhunderts gelingt es ihm, Dietmar der Verwandtengruppe der Tiemonen zuzuordnen. Diese im hessisch-westfälisch-niedersächsischen Länderdreieck nachweisbare Verwandtengruppe stand in engem Verhältnis zu den Ottonen, denen sie ihre Funktion als Grafen in diesem Raum zu verdanken hatte. Während der Salierzeit fanden zahlreiche Adlige dieser Gruppe über ihre Dienste als Vögte der Reichsabteien Hersfeld und Fulda den Weg in das Gebiet der historischen Wetterau.
Dem Autor gelingt es erstmals, Dietmar nicht nur als Untervogt der Reichsabtei Hersfeld zu erschließen, sondern auch als engen Gefolgsmann des Erzbischofs Ruthard von Mainz. Genau wie dieser förderte er das Kloster St. Alban zu Mainz durch Güterübertragungen in Nordhessen und schloss sich dessen oppositionellen Umfeld gegen Kaiser Heinrich IV. an, obwohl ihm wohl dieser eine Rodungsgrafschaft an der Kinzig zusätzlich zu seiner Grafschaft an der Eder übertragen hatte. Als verhängnisvoll für Dietmar erwies sich, dass seine mutmaßliche Tochter Gisela als Frau Friedrichs von Saarbrücken Schwägerin des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Mainz wurde, was Dietmar und seine Grafschaft an der Kinzig in die kriegerischen Wirren der folgenden Jahre hineinzog.
Sein Erbe trat sein Enkel Dietrich an, der wohl durch Vermittlung Adalberts I. gräfliche Rechte in Gelnhausen ausüben konnte. Dietrich und ein weiterer Bruder mit Namen Egbert, Begründer des Hauses Tecklenburg, tauchen mehrfach in der Umgebung ihres Halbbruders Erzbischof Adalbert II. von Mainz auf. Ihre Schwester Agnes heiratete Friedrich von Schwaben, Barbarossas Vater, was die Nähe zum ersten Stauferkönig Konrad III. sicherte, der 1143 auch Dietmars Stiftsgründung in Selbold mit Reichszehnten ausstattete. Als Dietrichs Sohn Egbert von Gelnhausen nach 1151 verstarb war es ein weiterer Halbbruder seines Vaters Simon von Saarbrücken, der die Grafenburg in Gelnhausen an das Bistum Mainz verkaufte.
In diesem Buch widerlegt der Autor die These einer Zugehörigkeit Dietmars zu den Reginbodonen. Anhand einer eingehenden Sichtung westfälischer Überlieferung des neunten bis elften Jahrhunderts gelingt es ihm, Dietmar der Verwandtengruppe der Tiemonen zuzuordnen. Diese im hessisch-westfälisch-niedersächsischen Länderdreieck nachweisbare Verwandtengruppe stand in engem Verhältnis zu den Ottonen, denen sie ihre Funktion als Grafen in diesem Raum zu verdanken hatte. Während der Salierzeit fanden zahlreiche Adlige dieser Gruppe über ihre Dienste als Vögte der Reichsabteien Hersfeld und Fulda den Weg in das Gebiet der historischen Wetterau.
Dem Autor gelingt es erstmals, Dietmar nicht nur als Untervogt der Reichsabtei Hersfeld zu erschließen, sondern auch als engen Gefolgsmann des Erzbischofs Ruthard von Mainz. Genau wie dieser förderte er das Kloster St. Alban zu Mainz durch Güterübertragungen in Nordhessen und schloss sich dessen oppositionellen Umfeld gegen Kaiser Heinrich IV. an, obwohl ihm wohl dieser eine Rodungsgrafschaft an der Kinzig zusätzlich zu seiner Grafschaft an der Eder übertragen hatte. Als verhängnisvoll für Dietmar erwies sich, dass seine mutmaßliche Tochter Gisela als Frau Friedrichs von Saarbrücken Schwägerin des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Mainz wurde, was Dietmar und seine Grafschaft an der Kinzig in die kriegerischen Wirren der folgenden Jahre hineinzog.
Sein Erbe trat sein Enkel Dietrich an, der wohl durch Vermittlung Adalberts I. gräfliche Rechte in Gelnhausen ausüben konnte. Dietrich und ein weiterer Bruder mit Namen Egbert, Begründer des Hauses Tecklenburg, tauchen mehrfach in der Umgebung ihres Halbbruders Erzbischof Adalbert II. von Mainz auf. Ihre Schwester Agnes heiratete Friedrich von Schwaben, Barbarossas Vater, was die Nähe zum ersten Stauferkönig Konrad III. sicherte, der 1143 auch Dietmars Stiftsgründung in Selbold mit Reichszehnten ausstattete. Als Dietrichs Sohn Egbert von Gelnhausen nach 1151 verstarb war es ein weiterer Halbbruder seines Vaters Simon von Saarbrücken, der die Grafenburg in Gelnhausen an das Bistum Mainz verkaufte.
| Erscheinungsdatum | 01.02.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters ; 49 |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 148 x 210 mm |
| Gewicht | 339 g |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Mittelalter |
| Geisteswissenschaften ► Geschichte ► Regional- / Ländergeschichte | |
| Schlagworte | Corvey • Gelnhausen • Genealogie • Geschichte • Langenselbold • Mittelalter • Sächsisch-westfälische Grafensippen • Tiemonen |
| ISBN-10 | 3-339-14286-6 / 3339142866 |
| ISBN-13 | 978-3-339-14286-3 / 9783339142863 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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